Service
Allgemeine
Informationen
Letzte Aktualisierung: 12.03.2009
Seite zurückSeitenendeSeite weiter

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Aktionäre, liebe Freunde (Handschrift)

Dr. Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE (Foto)

  „Zukunft muss entschlossen gestaltet
  werden. Gerade jetzt in schwierigen
  Zeiten.“

   Dr. Jürgen Hambrecht 
   Vorsitzender des Vorstands der BASF SE
 

2008 war ein Jahr, das dramatische Veränderungen für die Weltwirtschaft und auch für die BASF brachte: eine globale Finanzkrise, weltweit massive Konjunktureinbrüche und enorme Schwankungen bei den Rohstoffpreisen. Im laufenden Jahr werden uns die weltweite Rezession und ein schrumpfender Weltchemiemarkt vor bisher nicht dagewesene Herausforderungen stellen. Alle Vorhersagen sind mit großen Unsicherheiten behaftet.

In diesem zunehmend schwierigen Umfeld ist die Nachfrage unserer Kunden nach einem sehr guten Start im Jahr 2008 vor allem im vierten Quartal drastisch zurückgegangen. Insgesamt betrachtet, haben wir den Umsatz des Jahres 2007 übertroffen und ein Ergebnis der Betriebstätigkeit erreicht, das unter dem sehr guten Wert des Vorjahres liegt. Dem weltweiten Abwärtstrend an den Börsen konnte sich auch die BASF-Aktie nicht entziehen – mit dem Kursverlauf sind wir nicht zufrieden. Wir stehen aber auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu unserer anspruchsvollen Dividendenpolitik. Wir schlagen Ihnen vor, 1,95 € je Aktie auszuschütten.

Auf die ungeheure Dynamik des Abschwungs haben wir umgehend reagiert: Wir haben weltweit Produktionsanlagen heruntergefahren oder zeitweise ganz abgestellt, Arbeitszeiten wurden an die neue Situation angepasst. Ich bin beeindruckt, wie flexibel und engagiert das BASF-Team unter diesen Bedingungen handelt und danke allen von Herzen dafür! Im laufenden Jahr wird es noch stärker als bisher darauf ankommen, dass wir im Unternehmen, aber auch mit unseren Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern vertrauensvoll zusammenarbeiten. Ich bin überzeugt: Gerade jetzt in harten Zeiten wird das BASF-Team zeigen, was in ihm steckt.

Wertsteigerung bleibt unser Ziel

Das wirtschaftliche Umfeld des laufenden Jahres birgt neben großen Herausforderungen auch neue Möglichkeiten für unser Geschäft. Diese nutzen wir aktiv, um unsere Position als Weltmarktführer der Chemiebranche zu behaupten. Wir sind dafür gut gerüstet: Mit einer langfristigen Strategie für wertsteigerndes Wachstum, mit einer soliden Finanzierung und einem Portfolio, das wir in den vergangenen Jahren robuster und wettbewerbsfähiger gestaltet haben.

Wir arbeiten ständig daran, die BASF noch besser zu positionieren, zum Beispiel mit den Akquisitionen des Schweizer Chemieunternehmens Ciba und der norwegischen Öl- und Gasgesellschaft Revus Energy. Die Übernahme von Revus haben wir bereits Ende 2008 abgeschlossen. Die Ciba-Akquisition wollen wir im 1. Quartal 2009 vollenden, um dann zügig mit der Integration und Restrukturierung zu beginnen.

Genauso weit oben auf unserer Agenda steht, im harten weltweiten Wettbewerb noch flexibler, schneller und entschiedener zu handeln. Unsere Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogramme setzen wir daher konsequent und beschleunigt um. Dazu gehört NEXT, unser neues globales Programm für operative Exzellenz und Effizienz in allen Bereichen, aus dem wir vom Jahr 2012 an einen positiven Ergebnisbeitrag von mehr als 1 Milliarde € pro Jahr erwarten, den Großteil bereits in den Jahren 2009 und 2010.

Chemie bleibt starker Innovationsmotor

Trotz des starken konjunkturellen Gegenwinds steht für mich außer Frage: Die Chemie bleibt der Innovationsmotor schlechthin, wenn es darum geht, Lösungen für globale Herausforderungen zu finden: wie Klimaschutz, Ernährung, Wasser, Energie, Mobilität und insgesamt mehr Lebensqualität für eine wachsende Weltbevölkerung. Auf den Punkt gebracht: Die BASF will Zukunft gestalten mit Chemie, gerade jetzt in schwierigen Zeiten. Dafür brauchen wir vor allem herausragende Innovationen.

Zum Beispiel in neuen zukunftsweisenden Technologien, wie etwa der Pflanzenbiotechnologie oder der Nanotechnologie, die neue Anwendungen erschließen werden. Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds halten wir deshalb unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Jahr 2009 auf gleichbleibend hohem Niveau.

Zu herausragenden Innovationen gehört jedoch mehr: eine Unternehmenskultur, die ungewohnte Perspektiven und Kreativität fördert. Denn Mitarbeiter, die aus verschiedenen Blickwinkeln Themen anpacken, bringen das Unternehmen voran und spiegeln die Vielfalt unserer Kunden und Märkte wider. Aus meiner Sicht ist es deshalb besonders wichtig, dass wir die Internationalität und Vielfalt der BASF-Mitarbeiter weiter messbar steigern. Dafür haben wir 2008 das globale Projekt Diversity + Inclusion gestartet, das jetzt mit Pilotprojekten weitergeführt wird.

Nachhaltig wirtschaften

Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und verantwortlich handeln, langfristig erfolgreicher sind. Deshalb ist Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil der BASF-Strategie: Dauerhafter Erfolg ist ohne den sorgsamen Umgang mit Umwelt und Gesellschaft nicht möglich. Die Umsetzung der Prinzipien des Global Compact ist uns deshalb Verpflichtung.

Das Nachhaltigkeitsmanagement der BASF hat 2008 mehrfach externe Anerkennung erfahren: So führen wir beispielsweise den Dow Jones Sustainability Index als bestes Chemieunternehmen an. Erfolge wie dieser spornen uns an: Wir haben uns für die Zukunft ambitionierte Ziele gesetzt, über die Sie in diesem Bericht mehr erfahren.

Für meine Vorstandskollegen und mich sowie für das ganze BASF-Team steht fest: Zukunft muss entschlossen gestaltet werden, besonders in schwierigen Zeiten. Oberste Priorität hat für uns dabei, ein zuverlässiger Partner für unsere Kunden zu sein, den guten Cashflow zu stabilisieren, Kosten zu senken und weiter zu restrukturieren. Klar ist: Es kommen enorme Herausforderungen auf uns zu. Diese nehmen wir an – mit vollem Einsatz und im Vertrauen auf Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jürgen Hambrecht
Vorsitzender des Vorstands der BASF SE

Seite zurückzum SeitenanfangSeite weiter