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Letzte Aktualisierung:
10. Mär. 2011
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

Entwicklung der Weltwirtschaft

  • Weltweites Bruttoinlandsprodukt stieg im Vorjahresvergleich deutlich (+3,9 %) und lag über unserer ursprünglichen Prognose (+2,7 %)
  • Wachstum in der zweiten Jahreshälfte leicht rückläufig
  • Wirtschaftswachstum durch dynamische Entwicklung der Schwellenländer in Asien und Südamerika, Konjunkturprogramme sowie Wiederaufbau von Lagerbeständen gestützt

Nach der schweren Rezession im Vorjahr erlebte die Weltwirtschaft 2010 eine dynamische konjunkturelle Erholung in allen Regionen. Dem kräftigen Aufschwung des ersten Halbjahres folgte ein schwächeres Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Das globale Bruttoinlandsprodukt stieg im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich (+3,9 %) und lag über dem ursprünglich von uns prognostizierten Wert für 2010 (+2,7 %).

Im Jahr 2010 war das starke Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (+3,9 %) vor allem auf die dynamische wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer in Asien und Südamerika, auf die positiven Auswirkungen der staatlichen Konjunkturprogramme und auf den Wiederaufbau industrieller Lagerbestände zurückzuführen. Weitere Wachstumsimpulse resultierten aus der weltweit anziehenden Investitionsgüternachfrage und aus der spürbaren Belebung des internationalen Handels, die insbesondere den exportorientierten Volkswirtschaften wie Deutschland und Japan eine schnelle Erholung ermöglichte.

Bruttoinlandsprodukt 2010
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

Bruttoinlandsprodukt 2010 (Balkendiagramm)

Entwicklung nach Regionen

Vor dem Hintergrund der fiskalischen Probleme einiger europäischer Länder waren die Wachstumsraten in Europa im Jahr 2010 sehr unterschiedlich. Insgesamt nahm das Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr stark zu, in der zweiten Jahreshälfte schwächte sich das Wachstum dagegen ab. Insbesondere der private Konsum verlor mit Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme an Dynamik. Im Gegensatz zum Vorjahr erholte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union (2009: –4,2 %; 2010: +1,9 %). Die im Zuge der Wirtschaftskrise gesunkene Kapazitätsauslastung in der Industrie stieg deutlich an. Vor allem Deutschland profitierte von der Erholung der Weltwirtschaft: Die starke Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern führte zu einem kräftigen Anstieg der Nettoexporte und somit zu einem überdurchschnittlich hohen Wachstum (+3,6 %).

In den USA nahm die Wirtschaftsleistung im Jahresdurchschnitt 2010 wieder spürbar zu (+3,0 %). Starke Impulse kamen von einer expansiven Fiskal- und Geldpolitik. Die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit belastete die Erholung des privaten Konsums. Die anhaltend niedrigen Bauinvestitionen dämpften das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Unsicherheiten auf den internationalen Kapital- und Devisenmärkten führten im Jahresverlauf zu erheblichen Schwankungen des US-Dollar gegenüber anderen Währungen.

Asien (ohne Japan) wuchs 2010 kräftig (+9,2 %), was vor allem auf das dynamische Wirtschaftswachstum Chinas (+10,3 %) zurückzuführen ist. Dort belebten die massiven staatlichen Konjunktur- und Infrastrukturprogramme die wirtschaftliche Entwicklung. Die Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern in China stimulierte die übrigen ost- und südostasiatischen Volkswirtschaften. Indien war von der Wirtschaftskrise vergleichsweise schwach betroffen und verzeichnete 2010 ebenfalls ein kräftiges Wachstum (+10,6 %).

Während die Wachstumsrate in Japan im ersten Quartal 2010 stark war, stagnierte die Wirtschaft gegen Ende des Jahres. Die deutliche Aufwertung des Yen minderte die Impulse der Auslandsnachfrage im zweiten Halbjahr. Auch die auslaufenden Konjunkturprogramme dämpften das Wachstum. Die Exportwirtschaft profitierte von der Nachfrage aus China. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Bruttoinlandsprodukt merklich (+3,5 %).

Südamerika wuchs 2010 kräftig (+6,1 %). Wieder ansteigende Rohstoffexporte, die anhaltend solide Konsumnachfrage sowie zunehmende ausländische Direktinvestitionen belebten die wirtschaftliche Entwicklung. Regionale Wachstumstreiber waren vor allem die ansteigende Binnennachfrage sowie die Investitionstätigkeit in Brasilien.
Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2011

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