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1. März 2012
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2.3 – Akquisitionen und Devestitionen

Akquisitionen

Folgende Aktivitäten wurden von BASF im Jahr 2011 erworben:

  • BASF hat die im April 2011 angekündigte Akquisition der inge watertechnologies AG und der inge GmbH, Greifenberg, eines Spezialisten für Ultrafiltrationstechnologie, am 16. August 2011 erfolgreich abgeschlossen. Mit dieser Akquisition erhält BASF Zugang zu Technologie und zum Markt für Ultrafiltration, eine Methode zur Aufbereitung von Trinkwasser, Prozesswasser, Abwasser und Meerwasser mit Hilfe von speziellen Multibore® Membranen.
  • Im Oktober gründete BASF mit Ji’Ning Hock Mining & Engineering Equipment Company Limited (Hock) die BASF Hock Mining Chemical (China) Company Limited (BASF Hock). BASF hält an BASF Hock eine Mehrheitsbeteiligung von 75 %. Im Dezember 2011 erwarb die Gesellschaft von Hock deren Geschäftsaktivitäten im Bereich der chemischen Injektions- und Hohlraumverfüllungsprodukte für den Kohlebergbau und andere Anwendungen im Untertagebau.
  • Ferner wurde am 25. November der im Juni 2011 von BASF angekündigte Erwerb einer Beteiligung von 50 % an Zandvliet Power N.V. abgeschlossen. Die Gesellschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem belgischen Unternehmen Electrabel und betreibt das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk am BASF-Standort in Antwerpen/Belgien.

Im Jahr 2010 akquirierte BASF die folgenden Geschäfte:

  • Am 9. Dezember 2010 erwarb BASF die Cognis Holding GmbH (Cognis), Monheim, ein Spezialchemieunternehmen, das auf Basis nachwachsender Rohstoffe Produkte für den Ernährungs- und Gesundheitsmarkt sowie für die Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittelindustrie herstellt. Der Kaufpreis für die am Übernahmetag gehaltenen Anteile der Cognis betrug 700 Millionen € zuzüglich 4 Millionen € Zinsen. Die Freigabe des Erwerbs von Cognis durch die Kartellbehörden enthielt die Auflage zum Verkauf einzelner Geschäfte und Anlagen am Cognis-Standort Hythe in England (Geschäft mit Hydroxymethacrylaten und multifunktionellen Methacrylaten und Addukten, Anlagen für die Produktion von Polyalkylenglykolen [PAG] und PAG-basierten Schmierstoffen). Die übrigen Geschäftsaktivitäten von Cognis wurden vollständig in die BASF-Gruppe integriert, überwiegend in das Segment Performance Products. Die vorläufige Kaufpreisallokation aus 2010 wurde im Berichtsjahr geringfügig angepasst. Dies führte zu einer Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf 599 Millionen € (plus 10 Millionen €).
  • Des Weiteren akquirierte BASF zum 30. Dezember 2010 das Styrolkatalysatoren-Geschäft von CRI/Criterion, Iselin/New Jersey.

Die folgende Übersicht zeigt die vorläufigen Kaufpreisallokationen der in den Jahren 2011 und 2010 getätigten Akquisitionen.

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Auswirkung der Akquisitionen im Erwerbsjahr

 

 

 

2011

 

2010

 

Millionen €

%

 

Millionen €

%

Langfristige Vermögenswerte

213

0,6

 

2.830

8,2

Geschäfts- oder Firmenwert

50

0,8

 

589

10,0

Übrige immaterielle Vermögenswerte

91

1,5

 

1.317

20,7

Sachanlagen

66

0,4

 

833

4,8

Finanzanlagen

 

19

0,6

Übriges Vermögen

6

0,4

 

72

4,1

Kurzfristige Vermögenswerte

23

0,1

 

1.189

4,8

davon Zahlungsmittel und -äquivalente

1

0,1

 

116

7,8

Vermögen

236

0,4

 

4.019

6,8

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

10

.

 

3

.

Langfristiges Fremdkapital

56

0,3

 

843

4,0

davon Finanzschulden

 

1

.

Kurzfristiges Fremdkapital

21

0,1

 

2.452

15,7

davon Finanzschulden

 

1.920

57,0

Kapital

87

0,1

 

3.298

5,6

Auszahlungen für Akquisitionen

149

 

 

721

 

Devestitionen

Folgende Aktivitäten wurden von der BASF im Jahr 2011 veräußert:

  • Am 1. April 2011 verkaufte N.E. Chemcat Corporation, Tokio/Japan, ein BASF-Gemeinschaftsunternehmen mit Sumitomo Metal Mining, das Geschäft für Chemikalien zur Oberflächenbehandlung und Galvanisierung an Metalor, einen internationalen Konzern mit Hauptsitz in der Schweiz. Die veräußerten Aktivitäten umfassen neben Lösungen für Edelmetalle auch den Apparatebau für Galvanisierungsanwendungen, die hauptsächlich an Kunden in der Elektroindustrie verkauft werden.
  • Mit Wirkung zum 8. April 2011 devestierte BASF das Oberflächentechnologiegeschäft für thermische Sprühbeschichtungsverfahren, das im Rahmen der Engelhard-Akquisition 2006 erworben wurde. Das Geschäft wurde an die nordamerikanische Metal Improvement Company, LLC, eine Tochter der Curtiss Wright Corporation mit Sitz in New Jersey/USA, veräußert.
  • Am 31. August 2011 wurde das Bisomer-Monomer-Geschäft sowie das konventionelle Kontaktlinsengeschäft von Cognis an GEO Specialty Chemicals Inc. verkauft. BASF erfüllt damit die Auflage der Europäischen Kommission, unter der diese der Cognis-Akquisition zugestimmt hatte. Die Transaktion umfasst Produktionsanlagen in Hythe/England.
  • Zum 1. Oktober 2011 brachte BASF die Aktivitäten der Veräußerungsgruppe Styrolkunststoffe in das Joint Venture Styrolution ein.
    Erläuterungen zu der Devestition Styrolkunststoffe weiter unten

Folgende Aktivitäten wurden von der BASF im Jahr 2010 veräußert:

  • Am 1. Dezember 2010 wurde der Verkauf des Geschäfts mit Eisenoxiden, die unter dem Namen Sicovits vertrieben wurden, an Rockwood Italia S.p.a. abgeschlossen.
  • Am 22. November 2010 schloss BASF die Devestition des Geschäfts mit Farb- und Markierstoffen, das die Marken Sudan®, Pigmoil, Somalia, Covertrace® und KeroDye® umfasst, an John Hogg Technical Solutions Ltd. ab.
  • Auf Grund von Devestitionsauflagen im Rahmen der Akquisition von Ciba wurde im Jahr 2010 das Geschäft mit Trockenverfestigern für die Papierindustrie veräußert. Daneben wurde das Geschäft mit Stärkeproduktions- und Stärkemodifikationsanlagen an Chemigate Oy verkauft. Ferner konnte BASF wesentliche Teile des Ciba-Expert-Services-Geschäfts an die Intertek Group plc sowie die Geschäfte mit den Pigmenten Bismuthvanadat und Indanthron-Blau an die Dominion Colour Corporation gemäß den Devestitionsauflagen veräußern.
  • Zum 28. September 2010 wurde der Verkauf des PIRA-Geschäfts an die Smithers Group abgeschlossen.
  • Am 7. Juni 2010 schloss BASF die Devestition des Geschäfts mit Hydrophilierungsadditiven für Kunststoffe, die unter dem Markennamen Irgasurf HL vertrieben wurden, an Techmer PM, Tennessee/USA, ab.

Die folgende Übersicht zeigt die Auswirkung der Devestitionen der Jahre 2011 und 2010 auf die Konzernbilanz (einschließlich der Devestition Styrolkunststoffe). Beim Umsatz wird der durch die Devestitionen verursachte Rückgang gegenüber dem Vorjahr dargestellt. Die Auswirkung auf das Eigenkapital betrifft im Wesentlichen Abgangsgewinne beziehungsweise -verluste aus Devestitionen. Im Zusammenhang mit Devestitionen erfasste Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sind nicht enthalten.

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Auswirkung der Devestitionen im Jahr der Veräußerung

 

 

 

2011

 

2010

 

Millionen €

%

 

Millionen €

%

Umsatz

–361

–0,5

 

–58

.

 

 

 

 

 

 

Langfristige Vermögenswerte

728

2,1

 

–10

.

davon Sachanlagen

–13

–0,1

 

–9

–0,1

Kurzfristige Vermögenswerte

–735

–2,7

 

–19

–0,1

davon Zahlungsmittel und -äquivalente

–2

–0,1

 

Vermögen

–7

.

 

–29

.

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

586

2,3

 

19

.

Langfristiges Fremdkapital

148

0,8

 

davon Finanzschulden

.

 

Kurzfristiges Fremdkapital

–74

–0,4

 

–5

.

davon Finanzschulden

.

 

Kapital

660

1,1

 

14

.

Verkaufspreis

667

 

 

43

.

Devestition Styrolkunststoffe

BASF und INEOS gründeten zum 1. Oktober 2011 das Joint Venture Styrolution und brachten ihre weltweiten Geschäftsaktivitäten in den Arbeitsgebieten Styrol-Monomere (SM), Polystyrol (PS), Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS), Styrolbutadiencopolymere (SBC) und weiteren Styrol-basierten Copolymeren (SAN, AMSAN, ASA, MABS) sowie Copolymerblends ein. Der 50-%ige Anteil von BASF wird nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Ein dauerhaftes Halten der Beteiligung ist nicht vorgesehen. Zur Bestimmung des Abgangsergebnisses wurde eine Bewertung der Styrolution zum Fair Value auf der Basis diskontierter Cashflows per 1. Oktober 2011 erstellt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Veräußerungsgruppe Styrolkunststoffe als abgehendes Nettovermögen entkonsolidiert. Die nachfolgende Tabelle zeigt die bei BASF abgegangenen Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe Styrolkunststoffe zum 30. September 2011:

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Veräußerungsgruppe Styrolkunststoffe zum Abgangszeitpunkt
(Millionen €)

 

30.09.2011

Immaterielles Vermögen

42

Sachanlagen

216

Vorräte

297

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

380

Übrige Forderungen und sonstiges Vermögen

52

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

49

Vermögen der Veräußerungsgruppe

1.036

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

4

Sonstige Rückstellungen

62

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

123

Übrige Verbindlichkeiten

106

Schulden der Veräußerungsgruppe

295

Reinvermögen

741

BASF erhielt mit Gründung von Styrolution zum Wertausgleich der von beiden Partnern eingebrachten Geschäfte eine Zahlung von 600 Millionen €. Übrige Aufwendungen und Erträge der Devestition betreffen unter anderem zum Fair Value bewertete Optionen im Zusammenhang mit dem mittelfristig beabsichtigten Ausstieg von BASF aus dem Joint Venture und die Entkonsolidierung, aus der bisher eliminierte Forderungen und Verbindlichkeiten von BASF-Gesellschaften gegenüber Gesellschaften von Styrolution wieder auflebten. Der realisierte Abgangsgewinn in Höhe von 593 Millionen € wurde im Einklang mit den Regelungen der Standing Interpretations Committee Interpretation (SIC-13) ermittelt. Er entspricht dem Saldo aus dem Wertausgleich und den gegenseitigen Ausgleichsansprüchen. Im Zugangszeitpunkt lag der at-Equity-Beteiligungsbuchwert der Styrolution unter Berücksichtigung der Anpassung gemäß SIC-13 bei 734 Millionen €.

Die folgende Übersicht zeigt die einzelnen Komponenten der Gewinnrealisierung bei BASF aus dem Abgang des Styrolkunststoff-Geschäfts:

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Gewinnrealisierung aus der Entkonsolidierung Styrolkunststoffe (Millionen €)

 

 

 

Fair Value der Beteiligung von 50 % an Styrolution

1.285

Abgehendes Reinvermögen der Veräußerungsgruppe

–741

Ausgleichszahlung

600

Nettozahlung aus gegenseitigen Ausgleichsansprüchen

–7

Übrige Aufwendungen und Erträge der Devestition

7

Anpassung gemäß SIC-13

–551

Abgangsergebnis

593

Zur Veräußerung gehaltene Gruppen von Vermögenswerten und Schulden

BASF beabsichtigt, größere Anteile ihrer Düngemittel-Aktivitäten zu verkaufen. Hierzu hat BASF am 27. September 2011 mit EuroChem, Moskau/Russische Föderation, einen Vertrag über den Verkauf der Düngemittel-Aktivitäten in Antwerpen/Belgien unterzeichnet. Der Verkauf umfasst Anlagen zur Herstellung von KAS/AN-Düngemitteln (Kalkammonsalpeter/Ammoniumnitrat), Nitrophoska® Produkten und Nitrophorsäure sowie drei zugehörige Salpetersäure-Anlagen. Rund 330 Mitarbeiter werden mit dem Verkauf übertreten.

Der Abschluss der Transaktion mit EuroChem bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Der Abschluss wird im Laufe des ersten Quartals 2012 erwartet.

Zum Bilanzstichtag plante BASF zudem, ihren Anteil von 50 % am Gemeinschaftsunternehmen PEC-Rhin, Ottmarsheim/Frankreich, an den Joint-Venture-Partner GPN zu veräußern. PEC-Rhin besitzt und betreibt KAS/AN-Düngemittel-Anlagen sowie Anlagen zur Herstellung der Zwischenprodukte Ammoniak und Salpetersäure. Diese Transaktion wurde am 31. Januar 2012 abgeschlossen.

Die Düngemittel-Aktivitäten in Antwerpen und Ottmarsheim haben eine Jahreskapazität von rund 2,5 Millionen Tonnen Düngemittel und entsprechen weniger als einem Prozent des Umsatzes der BASF-Gruppe. Die Düngemittel-Anlagen am Standort Ludwigshafen sind nicht Teil der Transaktion und verbleiben innerhalb der BASF.

Die Vermögenswerte und Schulden wurden in eine Veräußerungsgruppe umgegliedert. Die Werte der Veräußerungsgruppe sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

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Veräußerungsgruppe Düngemittelgeschäft (Millionen €)

 

 

31.12.2011

Immaterielles Vermögen

Sachanlagen

45

Vorräte

76

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

172

Übrige Forderungen und sonstiges Vermögen

1

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

1

Vermögen der Veräußerungsgruppe

295

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Sonstige Rückstellungen

17

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

46

Übrige Verbindlichkeiten

24

Schulden der Veräußerungsgruppe

87

Reinvermögen

208

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