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Letzte Aktualisierung:
1. März 2012
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Entwicklung der Weltwirtschaft

  • Weltweites Bruttoinlandsprodukt stieg im Vorjahresvergleich weniger stark (+2,7 %) und lag unter unserer ursprünglichen Prognose (+3,3 %)
  • Deutlich schwächeres Wachstum in der zweiten Jahreshälfte
  • Unsicherheiten auf den Finanzmärkten durch Verschärfung der Staatsschuldenkrisen im Euroraum und in den USA

Die starke Wachstumsdynamik des Vorjahres setzte sich im ersten Halbjahr 2011 fort. Dem wirtschaftlichen Aufschwung folgte in der zweiten Jahreshälfte allerdings in allen Regionen ein deutlich schwächeres Wachstum. Unsicherheiten auf den Finanzmärkten durch die Verschärfung der Staatsschuldenkrisen im Euroraum und in den USA prägten diese Entwicklung. Das globale Bruttoinlandsprodukt stieg deshalb im Vergleich zum Vorjahr insgesamt weniger stark (+2,7 %), als von uns ursprünglich für 2011 prognostiziert (+3,3 %).

Das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (+2,7 %) wurde zu Beginn des Jahres 2011 vom konjunkturellen Aufschwung des Vorjahres, aber auch von der wirtschaftlich starken Entwicklung in den Schwellenländern getragen. Negative Wachstumsimpulse kamen dagegen im Verlauf des Jahres vor allem aus den Industrieländern: Trotz einer insgesamt guten Auftragslage führte die Verschärfung der Staatsschuldenkrisen im Euroraum und in den USA zu geringeren Wachstumserwartungen. Das Verbrauchervertrauen sank. Der Rückgang der weltweiten Güternachfrage dämpfte das Wachstum des internationalen Handels.

Entwicklung nach Regionen

Bruttoinlandsprodukt 2011
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

Während in der Europäischen Union das Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2011 kräftig wuchs, schwächte sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte ab. Insbesondere der private Konsum verlor an Dynamik. Vor dem Hintergrund der hohen Staatsschulden einiger europäischer Länder fielen die Wachstumsraten sehr unterschiedlich aus. Insgesamt wuchs das Bruttoinlandsprodukt fast ebenso stark wie im Vorjahr (2010: +1,8 %; 2011: +1,6 %). Vor allem Deutschland profitierte von einer guten Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern und verzeichnete ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum (2010: +3,6 %; 2011: +3,0 %).

Verglichen mit dem Vorjahr, halbierte sich das Wirtschaftswachstum in den USA im Jahr 2011 und fiel insgesamt schwach aus (2010: +3,0 %; 2011: +1,6 %). Vor allem die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit führte zu niedrigeren Konsumausgaben der US-amerikanischen Verbraucher. Darüber hinaus wurde das Wirtschaftswachstum durch langwierige politische Debatten über die Anhebung der Schuldenobergrenze und die notwendige Konsolidierung der amerikanischen Staatsfinanzen belastet. Zusätzlich dämpften die weiterhin geringen Bauinvestitionen das gesamtwirtschaftliche Wachstum.

In Asien (ohne Japan) war das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2011 niedriger als im Vorjahr, die Region wuchs insgesamt jedoch vergleichsweise stark (2010: +9,2 %; 2011: +7,1 %). Regional wichtigster Wachstumstreiber war China (+9,2 %), dort belebten staatliche Entwicklungsprogramme die Binnenkonjunktur. Höhere Zinsen sowie der Aufbau von Überkapazitäten schwächten allerdings sowohl die Konsumnachfrage als auch die Investitionstätigkeit in China. Indien verzeichnete ebenfalls ein starkes Wachstum (+7,6 %).

Infolge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März 2011 brach in Japan die Wirtschaftsleistung ein; das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte (–0,5 %). Die Aufwertung des Yen belastete die Exportwirtschaft zusätzlich.

Das Wachstum in Südamerika ging 2011 zurück (2010: +6,4 %; 2011: +4,0 %). Während ansteigende Rohstoffexporte die wirtschaftliche Entwicklung zunächst belebten, verzeichneten viele Länder Südamerikas zunehmende Inflationsraten. Eine zu Beginn des Jahres restriktivere Geldpolitik der Zentralbank und höhere Zinsen dämpften vor allem in Brasilien den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit.

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