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Letzte Aktualisierung:
1. März 2012
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Kurzfristig wirksame Chancen und Risiken

Entwicklung der Nachfrage

  • Negative Auswirkungen auf die Nachfrage durch Zuspitzung der Staatsschuldenkrisen und umfangreiche fiskalische Maßnahmen möglich
  • Nutzung von Chancen aus einer erhöhten Nachfrage im Rahmen noch verfügbarer Produktionskapazitäten

Nachfrageschwankungen auf Grund der Volatilität des Marktwachstums: Zu den größten Chancen und Risiken gehört die Entwicklung der Nachfrage auf unseren Absatzmärkten. Unsere Annahmen bezüglich der kurzfristigen Wachstumsraten der Weltwirtschaft, der Regionen und wichtiger Abnehmerindustrien, wie etwa der Chemie-, Automobil- und Baubranche, legen wir detailliert in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dar. Auf der Grundlage dieses Basisszenarios planen wir, in fast allen Segmenten ein Mengenwachstum zu erzielen. Über das Basisszenario hinaus betrachten wir auch Risikoszenarien. Dazu gehört etwa eine Zuspitzung der Staatsschuldenkrisen in Europa und den USA, die die private Nachfrage dämpfen und die Refinanzierungsfähigkeit von Unternehmen einschränken würde. Stark negative Auswirkungen auf die private und industrielle Nachfrage hätten zudem umfangreiche fiskalische Konsolidierungsbemühungen in Form von Steuererhöhungen und Einschnitten bei den Staatsausgaben. In den Risikoszenarien ist ein nachfragebedingter Rückgang des Ölpreises zu erwarten; der Dollar/Euro-Wechselkurs bliebe auf einem ähnlichen Niveau wie im Basisszenario, da sowohl die USA als auch Europa gleichermaßen verschuldet sind.

Unsere durchschnittliche Anlagenauslastung bewegt sich bereits auf einem sehr hohen Niveau. Vereinzelt besteht aber noch die Möglichkeit, Chancen aus einer verstärkten Nachfrage im Rahmen unserer noch verfügbaren Produktionskapazitäten zu nutzen.

Der Gasverbrauch kann durch kältere oder mildere Witterung im Winter schwanken, was sich positiv oder negativ auf das Geschäftsergebnis unseres Gashandels auswirkt. Analog hat eine feuchte und warme beziehungsweise trockene und kalte Vegetationsperiode positive beziehungsweise negative Effekte auf unser Pflanzenschutzgeschäft.

Margenvolatilität

  • In einigen Wertschöpfungsketten Überangebot und in der Folge sinkende Margen erwartet
  • Rohstoffkosten auf gleichbleibend hohem Niveau
  • Bei Nachfragerückgang zunehmendes Risiko, die Rohstoffkosten nicht an den Markt weitergeben zu können

Margenvolatilität auf Grund schwankender Rohstoffpreise und/oder eines Produktüberangebots/einer Produktknappheit: Für 2012 gehen wir grundsätzlich von stabilen Margen aus. Bei einigen Produkten und Wertschöpfungsketten ist jedoch mit einem zunehmenden Margendruck zu rechnen. Dieses würde sich negativ auf unser Ergebnis auswirken

Der Ölpreis (Sorte Brent) betrug 2011 im Jahresdurchschnitt rund 110 US$/Barrel, was vor allem auf die hohe Nachfrage aus Schwellenländern, und hier vor allem aus China, zurückzuführen war. Für 2012 erwarten wir im Durchschnitt ebenfalls einen Ölpreis von 110 US$/Barrel. Wir rechnen daher auch bei den für uns wesentlichen Rohstoffen und petrochemischen Grundprodukten mit einem weiterhin hohen Preisniveau. Auf Grund der guten Nachfragesituation konnten wir die Rohstoffkosten bisher zum überwiegenden Teil an unsere Kunden weitergeben. Sollte es zu einem deutlichen Nachfragerückgang kommen, könnte dieser signifikante Margeneinbußen und Abschreibungsbedarf auf Lagerbestände zur Folge haben.

Unsere Abhängigkeit vom Ölpreis verringern wir durch den Beitrag unseres Öl-und-Gas-Geschäfts, dessen Ergebnis mit einem Anstieg des Jahresdurchschnittsölpreises (Brent) um 1 US$ pro Barrel um circa 30 Millionen € steigt.

Regulierung

  • Emissionshandel: Risiken der Unterdeckung und zusätzlicher Kosten durch Zukaufsbedarf von Zertifikaten
  • Chancen durch regulatorische Entscheidungen: Höhere Nachfrage nach Produkten zur Steigerung der Energieeffizienz

Regulierung und politische Risiken: Durch die 2007 in Kraft getretene europäische Chemikalienverordnung REACH besteht das Risiko, dass unsere europäischen Kunden und wir durch die kostenintensiven Test- und Registrierungsverfahren gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern benachteiligt werden.

Im Rahmen des EU-Emissionshandels wird es in der laufenden zweiten Handelsperiode (2008–2012) in der BASF-Gruppe voraussichtlich zu einer Überausstattung mit zugeteilten CO2-Zertifikaten kommen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass wir frühzeitig in hocheffiziente Gaskraftwerke (GuD-Anlagen) für die Energieversorgung investiert haben.

In der 2013 beginnenden dritten Handelsperiode müssen für die industrielle Stromversorgung alle Zertifikate erworben werden. Für die Chemieproduktionsanlagen hingegen orientiert sich die Anzahl der kostenfrei zugeteilten CO2-Zertifikate an sehr ambitionierten Vergleichsmaßstäben. Auf Grund der überdurchschnittlichen Effizienz erwarten wir für unsere Chemieanlagen eine annähernd ausreichende Ausstattung. Durch die 100-prozentige Auktionierung der Zertifikate für die Stromversorgung rechnen wir insgesamt jedoch mit einer Unterdeckung in der BASF-Gruppe. Die jährlich benötigte Menge an Zertifikaten bewegt sich im mittleren einstelligen Millionenbereich. Der Umfang der negativen Auswirkungen auf die globale Wettbewerbsfähigkeit unserer europäischen Standorte ist abhängig vom Börsenpreis für diese CO2-Zertifikate.

Risiken gehen für uns ferner von einer weiteren Regulierung beispielsweise der Verwendung von Chemikalien oder des Gasgeschäfts, der Verschärfung geopolitischer Spannungen, einer Destabilisierung politischer Systeme und der Errichtung von Handelsbarrieren (zum Beispiel chinesische Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden oder OPEC-Quoten für die Ölförderung) aus.

Andererseits bieten regulatorische Entscheidungen auch Chancen, die wir nutzen wollen: Durch den in Deutschland beschlossenen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie, eine weltweite Förderung des Ausbaus der regenerativen Energien sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz rechnen wir mit einer höheren Nachfrage nach unseren Produkten. So könnte der Bau emissionsarmer Gaskraftwerke die Nachfrage nach Erdgas steigern, was eine Chance für unsere Gashandelsaktivitäten darstellt. Unsere Dämmstoffe finden Verwendung bei der energieeffizienten Sanierung von Wohn- und Bürogebäuden. Darüber hinaus bieten wir vielfältige Lösungen für den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen an, wie zum Beispiel Zwischenprodukte, Lacke und Schäume für die Rotorenfertigung oder Bauchemikalien für Fundament und Träger. Von Verschärfungen der Emissionsrichtlinien für Kraftfahrzeuge profitiert unser Katalysatorgeschäft.

Lieferengpässe

  • Vermeidung ungeplanter Abschaltungen durch hohe technische Standards und Diversifikation im Rahmen unseres weltweiten Produktionsverbunds
  • Minderung von Beschaffungsrisiken durch breites Portfolio, globale Einkaufsaktivitäten und gezielte Lieferantenauswahl

Lieferengpässe durch Unterbrechungen der Produktion oder der Lieferkette sowie durch Engpässe in der Rohstoffversorgung: Ungeplante Anlagenabschaltungen versuchen wir durch die Einhaltung hoher technischer Standards und eine kontinuierliche Verbesserung unserer Anlagen zu vermeiden. Die Auswirkungen einer ungeplanten Abschaltung werden durch die Diversifikation im Rahmen unseres weltweiten Produktionsverbunds gemindert.

Nach wie vor beschränkt China die Ausfuhr Seltener Erden, die zum Beispiel bei der Produktion unserer Katalysatoren zum Einsatz kommen. Beschaffungsrisiken mindern wir durch ein breites Portfolio, weltweite Einkaufsaktivitäten sowie durch Kauf zusätzlicher Rohstoffe auf den Spotmärkten. Wir vermeiden es – soweit möglich –, Rohstoffe von einem einzigen Lieferanten zu beziehen. Sofern dies nicht möglich ist, versuchen wir, Wettbewerb zu schaffen oder gehen diese Beziehung bewusst ein und bewerten die Auswirkung möglicher Ausfälle. Wir beobachten kontinuierlich die Bonität wichtiger Geschäftspartner – Kunden wie Lieferanten.

Informationstechnische Risiken: Die BASF ist im Tagesgeschäft auf eine Vielzahl von IT-Systemen angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit kritischer IT-Systeme und Anwendungen kann eine direkte Auswirkung auf die Produktion und die Logistikabwicklung haben. Sollten Daten verlorengehen oder manipuliert werden, kann dieses die Anlagensicherheit und die Richtigkeit unserer Finanzberichterstattung beeinträchtigen. Unbefugter Zugriff auf sensible Daten, wie zum Beispiel Personalstammdaten, wettbewerbsrechtlich relevante Informationen oder Forschungsergebnisse, kann haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen beziehungsweise unseren Wettbewerbsvorteil gefährden.

Um derartige Risiken zu minimieren, verfügt die BASF anwendungsspezifisch über stabile und redundant ausgelegte IT-Systeme, Back-up-Verfahren, Viren- und Zugangsschutz, Verschlüsselungssysteme sowie integrierte, gruppenweit standardisierte IT-Infrastrukturen und Anwendungen. Die im Einsatz befindlichen Systeme zur Informationssicherheit werden permanent geprüft und fortlaufend aktualisiert. Zudem werden unsere Mitarbeiter regelmäßig im Informations- und Datenschutz geschult. Das IT-Risikomanagement erfolgt über einheitliche Regeln bei Organisation und Anwendung sowie ein darauf aufbauendes internes Kontrollsystem.

Rechtsstreitigkeiten und -verfahren

  • Begrenzung von Rechtsrisiken mit Hilfe des internen Kontrollsystems
  • Möglichst realistische Abschätzung der monetären Effekte aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulung im Rahmen des konzernweiten Compliance-Programms

Rechtsstreitigkeiten und -verfahren: Zur Beurteilung von Risiken aus laufenden Rechtsstreitigkeiten und -verfahren sowie eines etwaigen Rückstellungsbedarfs erstellen wir eigene Analysen und Bewertungen der Sachverhalte und geltend gemachter Ansprüche und ziehen im Einzelfall die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten heran. Außerdem treffen wir Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen. Die tatsächlichen Belastungen können von diesen Einschätzungen abweichen.

Risiken aus möglichen Rechts- oder Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch unser internes Kontrollsystem. Beispielsweise versuchen wir mit Hilfe von umfangreichen Abgrenzungsrecherchen, Patent- und Lizenzkonflikte weitestgehend zu vermeiden. Im Rahmen unseres konzernweiten Compliance-Programms werden unsere Mitarbeiter regelmäßig geschult.

Mehr zum konzernweiten Compliance-Programm unter
Verhaltenskodex und Compliance
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