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Entwicklung der Weltwirtschaft

Weltwirtschaftliche Entwicklung 2012

  • Weltweites Bruttoinlandsprodukt nahm im Vergleich zum Vorjahr weniger stark zu (+2,2 %) und lag unter unserer ursprünglichen Prognose (+2,7 %)
  • Erneute Verschärfung der Schuldenkrise in mehreren Ländern des Euroraums; dämpfende Einflüsse aus den Schwellenländern
  • Im Jahresverlauf außergewöhnlich große wirtschaftliche Schwankungen
Bruttoinlandsprodukt 2012
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr
Bruttoinlandsprodukt 2012 (Balkendiagramm)Bild vergrößern

Das globale Wirtschaftswachstum war 2012 deutlich schwächer als im Vorjahr. Nach einem positiven Jahresauftakt verschärfte sich erneut die Schuldenkrise in mehreren Ländern des Euroraums. Aus den Schwellenländern, insbesondere aus China, kamen ebenfalls dämpfende Einflüsse für die Konjunktur. Die wirtschaftliche Erholung in Japan verlief in diesem Umfeld langsamer als erwartet. Das globale Bruttoinlandsprodukt stieg deshalb mit 2,2 % weniger stark als 2011 (+2,7 %) und als von uns ursprünglich für 2012 prognostiziert (+2,7 %).

Das Jahr 2012 war von außergewöhnlich großen wirtschaftlichen Schwankungen geprägt. Nachdem sich die konjunkturellen Frühindikatoren zu Jahresbeginn positiv entwickelt hatten, trübten sie sich im weiteren Jahresverlauf ein. Vor allem die Zuspitzung der Schuldenkrise im Euroraum verunsicherte Investoren und Verbraucher. Nach den Beschlüssen der Europäischen Zentralbank zur Stützung des Euro, der Ratifizierung des Fiskalpakts und der Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus stabilisierte sich die Situation an den Kapitalmärkten. Die Unternehmen und privaten Haushalte agierten jedoch auf Grund der anhaltenden realwirtschaftlichen Risiken im Euroraum und in den USA weiterhin zurückhaltend.

Entwicklung nach Regionen

Das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union sank im Jahr 2012 leicht (2012: –0,3 %; 2011: +1,6 %). Die Entwicklung in der Region war durch den strikten Konsolidierungskurs in mehreren großen Mitgliedsländern geprägt. In Spanien und Italien schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt; in Frankreich und im Vereinigten Königreich stagnierte es. Lediglich Deutschland konnte sich bis in den Herbst hinein weitgehend von dieser Entwicklung abkoppeln, bevor auch hier eine deutliche Abschwächung im Geschäftsklima, bei den Auftragseingängen und am Arbeitsmarkt eintrat. Im Vergleich zur gesamten Region war das Wirtschaftswachstum in Deutschland dennoch überdurchschnittlich (2012: +0,7 %; 2011: +3,1 %).

In den USA wuchs die Wirtschaft 2012 etwas stärker als im Vorjahr (2012: +2,2 %; 2011: +1,8 %). Das Verbrauchervertrauen stieg im Jahresverlauf unter anderem infolge der sinkenden Langzeitarbeitslosigkeit. Nachdem sich der Immobilienmarkt im Jahr 2011 noch äußerst schwach entwickelt hatte, nahmen die Wohnungsbauinvestitionen 2012, flankiert durch Stützungsmaßnahmen der Notenbank, wieder zu. Anders als in Europa wurde die Konjunktur in den USA nicht durch weitreichende Maßnahmen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte belastet. Allerdings sank die Investitionsneigung vor dem Hintergrund der für 2013 erwarteten Sparmaßnahmen merklich.

In Asien (ohne Japan) waren die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise im Exportgeschäft deutlich spürbar. Das Bruttoinlandsprodukt in der Region nahm daher weniger stark zu als im Vorjahr (2012: +5,7 %; 2011: +7,0 %). In China ging das Wirtschaftswachstum auf Grund der geringeren Exportnachfrage vor allem aus Europa, aber auch wegen der zurückhaltenden Investitionstätigkeit zurück (2012: +7,8 %; 2011: +9,1 %). In Indien schwächte sich die wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zur starken Wachstumsdynamik der Vorjahre ebenfalls ab (2012: +5,1 %; 2011: +7,9 %).

In Japan wuchs das Bruttoinlandsprodukt geringer als erwartet (2012: +2,0 %; 2011: –0,5 %). Die Aufwertung des Yen gegenüber dem Euro und die Nachfrageschwäche in Europa beeinträchtigten die Exportwirtschaft im Jahresverlauf zunehmend.

Die schwächere Nachfrage nach Rohstoffen belastete die Konjunktur in Südamerika (2012: +2,4 %; 2011: +4,5 %). Vor allem Brasilien verzeichnete eine unerwartet niedrige Wachstumsrate (+1,0 %). Unterstützt durch Zinssenkungen und staatliche Fördermaßnahmen beschleunigte sich das brasilianische Wirtschaftswachstum im Verlauf des Jahres allerdings.