Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Weltwirtschaftliche Entwicklung 2013

  • Weltweites Bruttoinlandsprodukt wuchs im Vergleich zum Vorjahr weniger stark (2013: +2,3 %; 2012: +2,5 %) und lag unter unserer ursprünglichen Prognose (+2,6 %)
  • Schleppender Jahresauftakt in den großen Schwellenländern und in Europa
  • Zum Jahresende Anzeichen für eine Erholung der globalen Konjunktur

Die Weltwirtschaft wuchs 2013 erneut schwächer als im Vorjahr. In den großen Schwellenländern und in Europa verlief insbesondere der Jahresauftakt schleppend. Auch in den USA fiel das Wachstum etwas geringer aus. Zum Jahresende deutete sich eine Erholung der weltweiten Konjunktur an. Trotz der positiven Entwicklung in Japan stieg das globale Bruttoinlandsprodukt mit 2,3 % weniger stark als 2012 (+2,5 %1 und als von uns ursprünglich für 2013 prognostiziert (+2,6 %).

Bruttoinlandsprodukt
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr
Bruttoinlandsprodukt 2013 (Balkendiagramm)Bild vergrößern

Im Jahr 2013 war die konjunkturelle Entwicklung von großen Schwankungen geprägt. Die Schuldenkrise und die daraus resultierenden Konsolidierungsanstrengungen belasteten nach wie vor die Konjunktur in Europa. Der außergewöhnlich kalte Winter in Nordwesteuropa beeinträchtigte darüber hinaus die Bauinvestitionen und den privaten Konsum. Die insbesondere zu Jahresbeginn schwache europäische Konjunktur wirkte sich negativ auf die Entwicklung in den Schwellenländern aus. Gedämpft wurde die Konjunktur zudem durch politische Unsicherheiten. Signale der amerikanischen Notenbank, ihren geldpolitischen Kurs zu straffen, führten zu deutlichen Abwertungen der Währungen vieler Schwellenländer. Zum Jahresende verringerte sich die Unsicherheit, nachdem die Konjunkturdaten eine Bodenbildung in Europa signalisierten und die chinesische Wirtschaft an Fahrt aufnahm.

Entwicklung der Weltwirtschaft nach Regionen

In der Europäischen Union stagnierte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2013. Hauptgrund hierfür war der deutliche Rückgang des Wachstums im ersten Quartal. Ab dem zweiten Quartal waren die Wachstumsraten positiv. Die leichte Erholung wurde vor allem von außenwirtschaftlichen Einflüssen gestützt. Die Binnennachfrage blieb infolge hoher Arbeitslosenraten in Südeuropa und einer geringen Investitionsneigung schwach. Während die Wirtschaft in Spanien und Portugal im Jahresverlauf wieder leichtes Wachstum zeigte, befand sich Italien nach wie vor in der Rezession. Die osteuropäischen EU-Länder erzielten nur sehr geringe Zuwächse. Unter den großen EU-Ländern verzeichnete lediglich das Vereinigte Königreich ein unerwartet starkes Wachstum. Deutschland konnte sich nicht vom schwachen europäischen Umfeld abkoppeln: Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts blieb mit 0,5 % sehr gering (2012: +0,9 %) und wurde vor allem vom privaten Konsum getragen.

Die USA verzeichneten ein moderates Wachstum, das schwächer als im Jahr 2012 ausfiel. Vom Staat gingen dämpfende Effekte aus; die öffentlichen Ausgaben waren insgesamt rückläufig. Die Budgetkürzungen im Frühjahr und die Folgen des Haushalts- und Schuldenstreits im Herbst wirkten sich ebenfalls negativ auf die Konjunktur aus. Der private Verbrauch profitierte dagegen von der anhaltenden Erholung des Arbeitsmarktes. Auch die Investitionen nahmen zu.

In Asien (ohne Japan) wuchs die Wirtschaft genauso stark wie im Jahr 2012. Das Wachstum in China beschleunigte sich im Jahresverlauf und blieb mit 7,7 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die anderen Schwellenländer Asiens wiesen, verglichen mit dem Jahr 2012, im Durchschnitt etwas niedrigere Wachstumsraten aus. Eine Ursache hierfür war neben der globalen Wachstumsschwäche die deutliche Abwertung ihrer Wechselkurse gegenüber dem US-Dollar.

In Japan nahm das Bruttoinlandsprodukt wie schon im Vorjahr vergleichsweise kräftig zu. Wesentlicher Grund hierfür waren die Ausgabenprogramme des Staates und der schwache Yen.

Das Wachstum in Südamerika war etwas höher als 2012, blieb aber deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Insbesondere in Brasilien und Argentinien nahm das Bruttoinlandsprodukt wieder etwas stärker zu, unter anderem bedingt durch den dynamisch wachsenden Agrarsektor. Hohe Inflationsraten, Engpässe bei der Infrastruktur, niedrige Rohstoffpreise und ein sich verschlechterndes Konsumklima wirkten jedoch belastend. Chile, Peru und Kolumbien wiesen dagegen ein robustes Wachstum auf.

1 Auf Grund einer Aktualisierung des Basisjahres hat sich die Ländergewichtung verändert. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.