Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe

  • Anteil nachwachsender Rohstoffe am weltweiten Rohstoffeinkauf lag 2013 bei rund 3,5 %
  • Entwicklung des „Mass-Balance-Verfahrens“, das nachwachsende Rohstoffe im Verbund einsetzt
  • Herstellung erster Mengen von 1,4-Butandiol aus Zucker in kommerziellem Umfang

Der verantwortliche Umgang mit Ressourcen ist in unserer Strategie verankert. Mit unserem Verbundkonzept, innovativen Produkten sowie dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe setzen wir dies im Unternehmen um. Bei der Suche nach alternativen Rohstoffen nutzen wir Lösungen, die einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Stationen entlang der Wertschöpfungskette

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Lieferanten)

Strategie

Der Verbund ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept zur Ressourceneffizienz: Nebenprodukte einer Fabrik dienen an anderer Stelle oft als Einsatzstoffe und tragen so zur Rohstoffeffizienz bei. Im Jahr 2013 hat BASF insgesamt etwa 30.000 verschiedene Rohstoffe von über 6.000 Lieferanten bezogen. Einige unserer wichtigsten Rohstoffe sind Naphtha, Erdgas, Methanol, Ammoniak und Benzol. Wir prüfen den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in unserem Verbundsystem und engagieren uns für den verantwortungsvollen Anbau und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in zahlreichen Projekten entlang der Wertschöpfungskette.

Nachwachsende Rohstoffe

Im Jahr 2013 lag der Anteil nachwachsender Rohstoffe bei rund 3,5 % unseres weltweiten Rohstoffeinkaufsvolumens. Die Forschung und Entwicklung für Produkte und Herstellungsprozesse, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, haben wir 2013 intensiviert. So haben wir beispielsweise zusammen mit dem TÜV SÜD das innovative „Mass-Balance-Verfahren“ entwickelt, bei dem fossile Ressourcen im bestehenden Produktionsverbund durch nachwachsende Rohstoffe mit Nachhaltigkeitszertifikat ersetzt werden. Rezeptur und Qualität der jeweiligen Endprodukte bleiben unverändert. Bei dem Verfahren werden nachwachsende Rohstoffe bereits zu Beginn der Produktion im Verbund als Rohstoff eingesetzt und mit Hilfe der neuen Zertifizierungsmethode den jeweiligen Verkaufsprodukten zugeordnet. Die zertifizierten Produkte tragen zur nachhaltigen Entwicklung bei, indem sie fossile Ressourcen einsparen und Treibhausgasemissionen verringern. Erste Mengen dieser Produkte, Dispersionen für Bauklebstoffe, liefern wir an einen großen Klebstoffhersteller, der daraus zum Beispiel Fußbodenkleber für die Bauindustrie fertigt.

Mit unserem Partner Purac Biochem B.V. haben wir die Succinity GmbH für die Herstellung biobasierter Bernsteinsäure gegründet. Das verwendete Bakterium kann Bernsteinsäure auf natürlichem Weg auf Basis verschiedener nachwachsender Rohstoffe produzieren. Dies macht biobasierte Bernsteinsäure für unsere Kunden zu einer ökonomisch und ökologisch sinnvollen Alternative zu petrochemischen Rohstoffen. Bernsteinsäure kommt bei einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz, wie zum Beispiel bei der Herstellung von Biokunststoffen, chemischen Zwischenprodukten, Lösemitteln, Polyurethanen und Weichmachern.

Darüber hinaus haben wir auf Basis einer Lizenzvereinbarung mit dem Unternehmen Genomatica Inc. im Jahr 2013 erste Mengen von 1,4-Butandiol aus Zucker als nachwachsendem Rohstoff in kommerziellem Umfang hergestellt. Butandiol und seine Folgeprodukte dienen ebenfalls zur Herstellung von Kunststoffen und Lösemitteln, aber auch von Elektronikchemikalien und elastischen Fasern.

Gemeinsam mit Cargill Inc. und Novozymes A/S arbeiten wir an der Entwicklung von Technologien zur Herstellung von Acrylsäure aus nachwachsenden Rohstoffen. Im Rahmen der Kooperation werden seit 2013 Versuchsmengen von 3-Hydroxypropionsäure aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, die ein mögliches Vorprodukt für biobasierte Acrylsäure ist. Eines der Hauptanwendungsfelder von biobasierter Acrylsäure ist die Herstellung von Superabsorbern für die Hygieneindustrie.

Seit dem Jahr 2012 ist BASF am Technologieunternehmen Renmatix Inc. beteiligt, das über ein Verfahren zur Gewinnung von Industriezucker aus Biomasse verfügt. Diese Technologie kann für zukünftige BASF-Prozesse die Basis an nachwachsenden Rohstoffen erweitern.

Gemeinsam mit Cargill und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit haben wir darüber hinaus unser Projekt zur ökonomisch, ökologisch und sozial verträglichen Produktion von Kokosnussöl auf den Philippinen weitergeführt. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsstandards für die Zertifizierung und Gewinnung des Öls zu entwickeln und zu implementieren. BASF ist Mitglied beim Roundtable on Sustainable Palm Oil und setzt sich im Rahmen dieser Mitgliedschaft unter anderem für den Erhalt von Biodiversität beim Anbau von Palmöl ein. Bis zum Jahr 2015 wollen wir das von uns eingesetzte Palm- und Palmkernöl ausschließlich aus nach Nachhaltigkeitskriterien zertifiziertem Anbau beziehen.

Mineralische Rohstoffe

  • Wir prüfen die Herkunft der von uns bezogenen Mineralien und behalten uns vor, ein externes Audit durchzuführen

2013 haben wir erneut analysiert, ob wir Rohstoffe aus sogenannten Konfliktminen beziehen. Nach unserem Kenntnisstand ist dies nicht der Fall. Unsere Lieferanten haben uns gegenüber bestätigt, dass sie ihre Mineralien nicht aus der Demokratischen Republik Kongo oder deren Nachbarländern beziehen. Wir prüfen die Herkunft der von uns bezogenen Mineralien, behalten uns vor, ein externes Audit durchzuführen und gegebenenfalls die Geschäftsbeziehung zu beenden. Neue Lieferanten müssen uns gegenüber bereits im Vorfeld in einem standardisierten Fragebogen offenlegen, ob ihre Produkte Konfliktmineralien enthalten.

Erhalt von Ökosystemen

  • Weltweite Untersuchung stellt keine Auswirkungen unserer Produktionsstandorte auf die Biodiversität daran angrenzender Ramsar-Schutzgebiete sowie IUCN-Schutzgebiete der Kategorie I, II oder III fest
  • Europäisches Netzwerk mit elf landwirtschaftlichen Betrieben zum Erhalt von Biodiversität gegründet

Als Unternehmen sind wir auf Leistungen von Ökosystemen angewiesen und nehmen gleichzeitig Einfluss darauf. Beispiele dafür sind die Verfügbarkeit von sauberem Wasser und nachwachsenden Rohstoffen oder auch die regulierenden Ökosystemleistungen zum Erhalt von Luft-, Wasser- und Bodenqualität. Biodiversität ist die Grundlage von Ökosystemleistungen. Im Jahr 2013 haben wir weltweit untersucht, welche unserer Produktionsstandorte in der Nähe von internationalen Schutzgebieten liegen: 2 % unserer Produktionsstandorte (ohne Oil & Gas) grenzen direkt an ein Ramsar-Schutzgebiet, 1 % an ein Schutzgebiet der Kategorie I, II oder III der International Union for Conservation of Nature (IUCN) und keiner an ein UNESCO-Schutzgebiet. Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Biodiversität in diesen Schutzgebieten haben wir für das Jahr 2013 nicht festgestellt.

Um beispielsweise mit moderner Landwirtschaft zum Erhalt von biologischer Vielfalt und natürlichen Ressourcen beizutragen, hat BASF ein europäisches Netzwerk mit elf landwirtschaftlichen Betrieben, sogenannten Biodiversitätsfarmen, gegründet. Im Rahmen dieses Netzwerks entwickeln wir zusammen mit einem der größten deutschen landwirtschaftlichen Betriebe sowie Experten aus Wissenschaft und Naturschutzorganisationen Maßnahmen zur Förderung biologischer Vielfalt. Bis zum Jahr 2020 soll das Farmnetzwerk zu einem globalen Netzwerk wachsen.

Informationen mit Relevanz im Sinne des Global Compact