Forschungsschwerpunkte

  • Chemiebasierte Innovationen spielen eine wichtige Rolle bei der Beantwortung von Zukunftsfragen
  • Wachstumsfelder mit attraktivem Umsatzpotenzial im Jahr 2020
  • Technologiefelder liefern die Basis zur Entwicklung der Wachstumsfelder

Um zukünftige Geschäftsfelder für BASF zu erschließen, haben wir Wachstums- und Technologiefelder definiert, für die wir ein hohes Umsatzpotenzial im Jahr 2020 erwarten. Diese Forschungsschwerpunkte leiten sich aus drei Bereichen ab, in denen chemiebasierte Innovationen in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen werden: Rohstoffe, Umwelt und Klima; Nahrungsmittel und Ernährung sowie Lebensqualität. Wir überprüfen die Wachstums- und Technologiefelder regelmäßig auf ihre Attraktivität für BASF und passen gegebenenfalls unser Portfolio an.

Forschungsschwerpunkte: Wachstums- und Technologiefelder

Forschungsschwerpunkte: Wachstums- und Technologiefelder (Grafik)

Wachstumsfelder – Beispiele

Innovative Mobilitätskonzepte wie die Elektromobilität setzen leistungsstarke, bezahlbare und sichere Batterien voraus. Im Wachstumsfeld Batterien für Mobilität forschen wir an wichtigen Systemkomponenten einer Batterie, wie neuen Kathodenmaterialien mit einer höheren Energiedichte und einem verbesserten Kosten-Nutzen-Profil sowie an Elektrolyten für eine längere Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien. Im Jahr 2014 haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Beachwood/Ohio sowie Amagasaki/Japan ausgebaut, wo wir künftig neue Kathodenmaterialien beziehungsweise verbesserte Elektrolytsysteme erforschen. Um Batteriematerialien besser zu verstehen und Impulse für neue Ideen zu bekommen, arbeiten wir weltweit mit renommierten Wissenschaftlern im „Forschungsnetzwerk Elektrochemie und Batterien“ zusammen. Im Jahr 2014 haben wir beschlossen, das seit 2010 bestehende Universitätsnetzwerk für weitere fünf Jahre fortzuführen.

Der steigende Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung an Nahrungsmitteln erfordert zusätzliche Lösungen für gesündere Pflanzen und höhere Erträge, in Ergänzung zum herkömmlichen Pflanzenschutz. Im Wachstumsfeld Functional Crop Care forschen wir daher zum Beispiel an neuen Produkten, die das Wachstum der Pflanze verbessern, das Saatgut besser schützen und die dazu beitragen, dass Pflanzen knappe Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe effizienter nutzen können. Damit die Pflanze ausreichend mit Stickstoff versorgt wird, setzen Landwirte weltweit hauptsächlich harnstoffbasierte Düngemittel ein. Ein Teil des darin enthaltenen Stickstoffs geht jedoch als gasförmiges Ammoniak verloren. Mit Limus® lassen sich diese Verluste deutlich reduzieren. Dank der speziellen Formulierung des Produkts können harnstoffbasierte Düngemittel außerdem besser gelagert werden. Dem Landwirt garantiert Limus® eine effizientere Anwendung des Düngemittels sowie einen höheren Ernteertrag.

Im Wachstumsfeld Leichtbau für Automobil suchen wir unter anderem nach innovativen Materialien und Materialsystemen, mit denen tragende Bauteile wie der Rahmen oder die Fahrgastzelle aus sogenannten Faserverbund-Kunststoffen hergestellt werden können. Dazu entwickeln wir Verbundwerkstoffsysteme auf Basis von Epoxid-, Polyurethan- und Polyamidharzen. Vor allem Carbonfasern bieten sich dank ihrer hohen Steifigkeit als Verstärkungsmaterial an. Parallel zur Materialentwicklung passen wir die Verbundwerkstoffsysteme an neue Herstellverfahren in der Automobilindustrie an, damit sie wirtschaftlich in die Großserie übertragen werden können.

Technologiefelder

Die Basis zur Entwicklung der Wachstumsfelder liefern verschiedene Querschnittstechnologien. Diese haben wir in drei Technologiefeldern gebündelt: Materialien, Systeme & Nanotechnologie; Rohstoffwandel sowie Weiße Biotechnologie.

Technologiefelder

Materialien, Systeme & Nanotechnologie

 

Rohstoffwandel

Weiße Biotechnologie

Entwicklung neuer Systeme und funktionaler Materialien sowie Nanotechnologie

 

Alternativen und Ergänzungen zu Erdöl als Rohstoff

Methoden und Verfahren zur effizienten und ressourcenschonenden Herstellung chemischer und biochemischer Produkte

Die Herausforderungen der Zukunft erfordern intelligente Lösungen auf der Grundlage neuer Systeme und funktionaler Materialien. Formulierungs- und Anwendungskompetenzen gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Im Technologiefeld Materialien, Systeme & Nanotechnologie arbeiten BASF-Forscher zum Beispiel an neuen Farbfiltern, die in Notebook- und Computerbildschirmen sowie Fernsehern eingesetzt werden. Für eine besonders gute Bildqualität bei Flüssigkristallbildschirmen sorgt Irgaphor Red® S 3621 CF, das neue Rot der BASF. Auf Grund der Teilchengröße von weniger als 40 Nanometern wird das Licht im Farbfilter weniger stark gestreut. Der Betrachter sieht dadurch ein sehr scharfes, farbreines und kontrastreiches Bild.

Im Technologiefeld Rohstoffwandel suchen wir nach Alternativen und Ergänzungen zu Erdöl als Rohstoff für die Chemieindustrie. Mit Erdgas, Kohlendioxid und nachwachsenden Rohstoffen wollen wir langfristig die Rohstoffbasis unserer Wertschöpfungsketten verbreitern. Grundlage hierfür sind Katalysatoren, die viele chemische Reaktionen kostengünstiger, umweltverträglicher oder überhaupt erst möglich machen. Zusammen mit unseren Partnern wollen wir im Gemeinschaftslabor BasCat an der Technischen Universität (TU) Berlin grundlegende Erkenntnisse zur Aktivierung wenig reaktiver Moleküle gewinnen, um langfristig die Entwicklung industriell relevanter Katalysatoren zu beschleunigen. Im Jahr 2014 haben wir auf dem Campus der TU Berlin das neue BasCat-Laborgebäude in Betrieb genommen.

Im Technologiefeld Weiße Biotechnologie forschen wir an Methoden und Verfahren zur effizienten und ressourcenschonenden Herstellung chemischer und biochemischer Produkte. Fermentation und Biokatalyse stellen zunehmend wettbewerbsfähige Alternativen zu chemischen Verfahren dar. Unsere Forscher arbeiten etwa an neuen Enzymen für technische Anwendungen, deren Eigenschaften sie mit Hilfe von molekularbiologischen Methoden verbessern. Zudem optimieren sie die fermentativen Produktionsverfahren, um Enzyme großtechnisch mit hoher Ausbeute herstellen zu können.