Aussichten für wichtige Abnehmerbranchen

  • Geringfügig höheres Wachstum der globalen Industrieproduktion im Jahr 2015 erwartet

Das Wachstum der weltweiten Industrieproduktion wird 2015 mit 3,6 % voraussichtlich nur geringfügig höher ausfallen als 2014 (+3,4 %). Die fortgeschrittenen Volkswirtschaften werden mit 2,4 % etwa so stark wachsen wie im Vorjahr. In den Schwellenländern erwarten wir eine leichte Belebung (2015: +4,7 %, 2014: +4,3 %).

Für die Transportindustrie gehen wir von einem höheren Wachstum als 2014 aus. Regional wird die Entwicklung sehr heterogen sein. In Westeuropa erwarten wir, dass die Wachstumsraten in der Automobilindustrie nach den Aufholeffekten im Jahr 2014 wahrscheinlich wieder zurückgehen werden. Auch in den USA rechnen wir mit einem schwächeren Anstieg der Automobilproduktion. Einen deutlichen Rückgang erwarten wir in Japan. Dagegen prognostizieren wir deutlich höhere Wachstumsraten für Indien und Thailand. In China wird der Markt voraussichtlich weiter robust wachsen. Nach den starken Rückgängen im Vorjahr gehen wir außerdem davon aus, dass die Autoindustrie in Russland nur noch leicht zurückgehen und in Brasilien leicht wachsen wird.

Der Energie- und Rohstoffsektor wird im Jahr 2015 voraussichtlich weiterhin leicht wachsen. Wir rechnen damit, dass der Energieverbrauch in Europa stagniert, nachdem er 2014 auf Grund des warmen Winters deutlich abgenommen hatte. In den USA dürfte die Rohstoffproduktion im Zuge des Schiefergasbooms weiter wachsen. Auch in den Schwellenländern Asiens wird es zu einem weiteren deutlichen Anstieg des Energiebedarfs und der Rohstoffnachfrage kommen.

Für die Bauindustrie prognostizieren wir ein Wachstum etwa auf dem Niveau des Jahres 2014. Der Markt in Westeuropa wird seinen langsamen Erholungsprozess voraussichtlich fortsetzen. Erstmals erwarten wir auch für Spanien wieder ein geringfügiges Wachstum im Bausektor. In Frankreich und Italien wird die Branche weiterhin schrumpfen. In den robusteren Märkten in Deutschland und im Vereinigten Königreich rechnen wir mit einem etwas langsameren Wachstum. Für die USA gehen wir von einer leichten Beschleunigung des Bauwachstums aus, getrieben im Wesentlichen durch den Wohnungs- und Wirtschaftsbau. Dagegen wird sich in China der Neubaumarkt wahrscheinlich weiter abkühlen, vor allem im Wohnungsneubau.

Wir gehen davon aus, dass die Konsumgüterbranche auch 2015 stärker wachsen wird als im Vorjahr. Dazu werden insbesondere die fortgeschrittenen Volkswirtschaften beitragen. In Westeuropa rechnen wir nach den immer schwächeren Rückgängen der vergangenen drei Jahre nun mit einem leichten Wachstum. Für die USA prognostizieren wir eine leichte Belebung. In den Schwellenländern Asiens werden die Wachstumsraten wieder das hohe Niveau des Jahres 2014 erreichen. Für Brasilien erwarten wir nach den starken Rückgängen im Vorjahr eine weitgehende Stagnation der Konsumgüterproduktion.

Die Elektronikindustrie wird voraussichtlich etwas stärker als 2014 wachsen. Für Europa rechnen wir mit einer leichten Dämpfung, für die USA dagegen mit einer Beschleunigung des Wachstums. In den Schwellenländern Asiens, die mehr als ein Drittel der globalen Wertschöpfung und mehr als die Hälfte der globalen Produktion beitragen, wird die konjunkturelle Abkühlung in China wahrscheinlich zu einem leichten Wachstumsrückgang auf hohem Niveau führen. Für Japan gehen wir davon aus, dass die Branche nach dem Rückgang im Vorjahr wieder wachsen wird.

Die Produktion im Sektor Gesundheit und Ernährung wird voraussichtlich ein robustes Wachstum etwa auf dem Niveau des Jahres 2014 aufweisen. Für Westeuropa erwarten wir ein gleichbleibendes Wachstum auf niedrigem Niveau, das aber etwas höher ausfallen wird als das Wachstum der Gesamtwirtschaft. Während die Branche in den USA etwas stärker wachsen wird als im Vorjahr, gehen wir in den Schwellenländern Asiens von einer leichten Abschwächung auf hohem Niveau aus.

Für die Landwirtschaft prognostizieren wir eine ähnliche Wachstumsrate wie im Vorjahr. Damit wächst die Agrarproduktion 2015 etwa so stark wie im langfristigen Durchschnitt, auch wenn das Wachstum voraussichtlich durch die nach wie vor geringen Preise für Agrarprodukte gebremst wird. Der niedrigere Ölpreis wird darüber hinaus die Nachfrage nach Bioethanol dämpfen.