Management der Lieferkette

Unser Anspruch ist es, mit einer professionellen Einkaufsorganisation Wettbewerbsvorteile für BASF zu sichern. Unsere Lieferanten sind ein wichtiger Bestandteil unserer Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit ihnen wollen wir Wert schaffen und Risiken minimieren.

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Lieferanten) (Grafik)

Strategie

Mit unserem nachhaltigkeitsorientierten Management der Lieferkette tragen wir zum Risikomanagement bei, indem wir bei unseren Lieferanten das Bewusstsein für unsere Erwartungen und Standards stärken und sie bei der Umsetzung unserer Anforderungen unterstützen. Wir setzen auf verlässliche Lieferbeziehungen und wollen den Beitrag unserer Lieferanten zur nachhaltigen Entwicklung transparent machen. Darüber hinaus unterstützen wir die Geschäftseinheiten der BASF dabei, Lösungen zu entwickeln, um differenziert auf marktspezifische Anforderungen eingehen zu können. Auf Grund des Umfangs unseres Lieferantenportfolios erfolgt die Bewertung unserer Lieferanten risikobasiert.

Weltweiter Einkauf

Von unseren Lieferanten beziehen wir Rohstoffe, technische Güter sowie Dienstleistungen von technischen Services bis zu Logistik- und Gebäudeservices. Insgesamt hat BASF im Jahr 2014 weltweit von über 75.000 Lieferanten Rohstoffe, Güter oder Dienstleistungen für die eigene Produktion im Wert von circa 40 Milliarden € bezogen. Davon wurden rund 90 % lokal beschafft. Im Jahr 2014 ergaben sich bezogen auf unsere Lieferanten keine wesentlichen Änderungen in unserer Wertschöpfungskette.

Erwartungen an unsere Lieferanten

  • Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten
  • Risikoanalyse auf Länderbasis ist Grundlage für die Auswahl neuer Lieferanten

Bei der Auswahl unserer Lieferanten sowie der Beurteilung neuer und bestehender Lieferbeziehungen sind für uns neben wirtschaftlichen Kriterien auch Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Standards relevant. Unser Verhaltenskodex für Lieferanten basiert auf international anerkannten Richtlinien, wie den Prinzipien des UN Global Compact, den Konventionen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie den Themenfeldern der Responsible-Care-Initiative. Der Verhaltenskodex umfasst den Schutz der Umwelt, die Einhaltung von Menschenrechten, Arbeits- und Sozialstandards sowie Antidiskriminierungs- und Antikorruptionsvorgaben; er liegt in 26 Sprachen vor.

Voraussetzung für unser Auswahlverfahren neuer Lieferanten ist eine länderbasierte Risikoanalyse. Auf Grund der identifizierten Länderrisiken für Südamerika und Asien haben wir im Jahr 2014 bei circa 700 neuen Lieferanten dort erfragt, ob sie sich zu den Werten unseres Verhaltenskodexes für Lieferanten bekennen. Darüber hinaus haben wir 2014, vor allem in Asien und Südamerika, insgesamt 495 Lieferanten mit einem hohen Nachhaltigkeitsrisiko geschult.

Zudem haben wir 519 Mitarbeiter aus dem Einkauf zum Thema nachhaltigkeitsorientiertes Lieferantenmanagement fortgebildet. Mögliche Risiken in der Lieferkette können so gemeinsam mit unseren Lieferanten identifiziert und minimiert werden.

Bewertung unserer Lieferanten

  • Initiative „Together for Sustainability“ zur Vereinheitlichung von Lieferantenbewertungen und -audits
  • 120 Standorte von Rohstofflieferanten auditiert
  • Kooperationen zur Lieferantenschulung in China und Brasilien gestartet

BASF ist Gründungsmitglied der Initiative führender Chemieunternehmen „Together for Sustainability“ (TfS) zur weltweiten Vereinheitlichung von Bewertungen und Audits von Lieferanten. Ziel der Initiative ist die Entwicklung und Umsetzung eines globalen Programms zur verantwortungsvollen Beschaffung von Gütern und Leistungen sowie zur Verbesserung der Umwelt- und Sozialstandards bei Lieferanten. Der Bewertungsprozess wird durch einen global einheitlichen Fragenkatalog vereinfacht – sowohl für Lieferanten als auch für TfS-Mitgliedsunternehmen. Die Mitglieder der Initiative haben im Jahr 2014 insgesamt 2.605 Nachhaltigkeitsbewertungen und 93 Audits durchgeführt. Die Zahl der Mitglieder stieg von sechs auf zwölf an. Zusammen mit der TfS-Initiative haben wir 2014 einen Supplier Day in Schanghai/China durchgeführt. Zudem wurden die Aktivitäten auf Brasilien und Indien ausgedehnt.

Wir verfolgen, basierend auf der TfS-Bewertung, einen risikoorientierten Ansatz mit klar definierten BASF-spezifischen Folgeprozessen, die wir im Jahr 2014 global mit Hilfe eines IT-Tools ausgerollt haben. Wir haben Risikomatrizen entwickelt, die uns dabei helfen, Lieferanten mit hohem Nachhaltigkeitsrisiko unter Berücksichtigung ihres jeweiligen Länderrisikos zu identifizieren. Unsere Einkäufer benennen solche Lieferanten, bei denen sie ein hohes Nachhaltigkeitsrisiko sehen. Zudem prüfen wir unterschiedliche Informationsquellen daraufhin, ob Lieferanten negativ bezüglich Nachhaltigkeitsthemen auffallen. Auf Grundlage dieser Analysen haben wir im Jahr 2014 insgesamt 120 Standorte von Rohstofflieferanten zu Nachhaltigkeitsstandards auditiert und 538 Nachhaltigkeitsbewertungen durch einen externen Dienstleister initiiert. Mit dem Ziel, unsere Lieferanten weiterzuentwickeln, unterstützen wir die Lieferanten, bei denen wir Verbesserungsbedarf feststellen, bei der Erarbeitung von Maßnahmen, um unsere Standards zu erfüllen. Nach einem definierten Zeitraster, das sich an dem bewerteten Nachhaltigkeitsrisiko orientiert, führen wir eine erneute Überprüfung durch. Können wir keine Verbesserung feststellen und waren die gefundenen Schwächen besonders schwerwiegend, behalten wir uns vor, die Zusammenarbeit zu beenden. Im Jahr 2014 geschah dies in sieben Fällen. Wir bewerten die Lieferanten mit einem hohen Nachhaltigkeitsrisiko nach diesem Ansatz mindestens alle fünf Jahre. Den Ansatz selbst überprüfen wir alle zwei Jahre hinsichtlich möglicher Verbesserungen.

Darüber hinaus haben wir im Jahr 2014 Kooperationen zur Schulung von Lieferanten in China und Brasilien zu Nachhaltigkeitsstandards gestartet. Mit der „East China University of Science and Technology“ in Schanghai haben wir ein Schulungsprogramm entwickelt und planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 2.000 Lieferanten fortzubilden. In Brasilien verfolgen wir den gleichen Ansatz in Zusammenarbeit mit der Espaço ECO® Foundation. Im Rahmen dieser Kooperationen wurden im Jahr 2014 bereits 65 Lieferanten geschult.

Ergebnis der Prüfungen

Bei unseren Prüfungen haben wir bezüglich Arbeitszeit, Bezahlung nach Mindestlohn und Bezahlung von Überstunden vor allem in China Einschränkungen festgestellt. Hier haben wir von unseren Lieferanten Verbesserungen gefordert. Kinderarbeit haben wir in unseren Prüfungen im Jahr 2014 nicht festgestellt. Personen unter 18 Jahren waren bei den von uns überprüften Lieferanten von Überstunden, Nachtarbeit und gefährlichen Arbeiten ausgenommen. Fälle von Zwangsarbeit wurden 2014 in keinem Audit festgestellt. Auch Menschenrechtsverletzungen konnten wir ausschließen.