Energie und Klimaschutz

Als Unternehmen einer energieintensiven Branche setzen wir uns für Energieeffizienz und globalen Klimaschutz ein. Mit unseren Anstrengungen, die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette weiter zu reduzieren, sowie mit unseren Klimaschutzprodukten leisten wir dazu einen wichtigen Beitrag. Wir setzen effiziente Technologien für die Erzeugung von Strom und Dampf sowie energieeffiziente Produktionsprozesse ein. Ein umfassendes Energiemanagement haben wir implementiert.

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Lieferanten, Transport, Produktion, Transport, Kunden) (Grafik)

Strategie

  • Wir setzen uns entlang der Wertschöpfungskette für Energieeffizienz und globalen Klimaschutz ein
  • Zertifizierung unseres Energiemanagementsystems weltweit angestrebt

Wir wollen die Emissionen von Treibhausgasen in unserer Produktion und entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren. Dazu haben wir die Emissionen von Treibhausgasen in unserer Produktion in den vergangenen Jahren eingehend analysiert und umfangreiche Reduktionsmaßnahmen umgesetzt. So konnten wir zum Beispiel seit 1997 die Emissionen von Lachgas um 95 % reduzieren.

Zur Versorgung unserer Produktionsstandorte mit Energie setzen wir auf hocheffiziente Gas-und-Dampfturbinen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie den Einsatz von Prozesswärme. Der Vergleich mit den Maßstäben des europäischen Emissionshandels zeigt, dass auch unsere treibhausgasintensiven Chemieanlagen überdurchschnittlich effizient operieren. Rund 50 % der Emissionen der BASF-Gruppe im Jahr 2014 entstanden bei der Erzeugung von Strom und Dampf in unseren Kraftwerken sowie bei unseren Energieversorgern.

Unser Erfolg hängt auch von der langfristig gesicherten und wettbewerbsfähigen Versorgung mit Energie ab. Zudem setzen wir auf ein Energiemanagement, mit dessen Hilfe wir die Energieeffizienz unserer Anlagen überprüfen und weiterverbessern. Im Jahr 2014 konnten wir die Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 bei der BASF SE sowie der überwiegenden Mehrheit der deutschen Produktionsstandorte abschließen. Darüber hinaus haben unser Standort in Tarragona/Spanien sowie unsere vier Standorte in Südkorea diese Zertifizierung erhalten.

Unseren Kunden bieten wir Lösungen an, die zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und zur Steigerung von Energieeffizienz beitragen. Rund ein Drittel der gesamten jährlichen Forschungsaufwendungen entfallen auf die Entwicklung dieser Produkte und auf die Optimierung unserer Prozesse.

Die Basis unserer Klimaschutzaktivitäten ist ein umfassendes Emissionscontrolling. Wir berichten Treibhausgasemissionen nach dem Greenhouse-Gas-Protocol-Standard sowie dem sektorspezifischen Standard für die Chemieindustrie. Nach Ansicht von CDP, einer internationalen Organisation, die klimaschutzrelevante Daten von Unternehmen analysiert, gehört BASF bei Transparenz und Vollständigkeit der Berichterstattung zum Klimaschutz zu den führenden Unternehmen weltweit. Unsere Experten evaluieren in diesem Zusammenhang jährlich Chancen und Risiken für BASF, die durch den Klimawandel entstehen.

Reduzierung von Treibhausgasemissionen je Tonne Verkaufsprodukt im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas 1, 2 (in %)
Reduzierung von Treibhausgasemissionen je Tonne Verkaufsprodukt im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas (Balkendiagramm)

1 Die Werte für die Geschäftsjahre 2011 und früher wurden nicht an die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 10 und 11 angepasst. Weitere Erläuterungen zur Datenerhebung sind unter Daten aufgeführt.
2 Die Werte für die Geschäftsjahre 2012 und früher wurden nicht mit den neu verwendeten Faktoren für das Globale Erwärmungspotenzial angepasst. Weitere Erläuterungen zur Datenerhebung sind in der Tabelle "Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe nach Greenhouse Gas Protocol" aufgeführt.

Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe nach Greenhouse Gas Protocol 1
(1.000 Tonnen CO2-Äquivalente)

BASF-Geschäft mit Öl-und-Gas-Geschäft

 

GWP-Faktor (2002) 2

GWP-Faktor (2013, 2014) 2

2002

2013

2014

1

BASF berichtet direkte und indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie getrennt. Scope-1-Emissionen erfassen sowohl direkte Emissionen aus der Produktion und aus der Erzeugung von Strom und Dampf als auch direkte Emissionen aus der Erzeugung von Strom und Dampf für den Verkauf. Unter Scope-2-Emissionen fallen indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie für den Eigenbedarf.

2

GWP-Faktor: Globales Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential) der einzelnen Gase, umgerechnet auf CO2-Emissionen. GWP-Faktor basiert auf dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 1995 (Emissionen 2002) beziehungsweise IPCC 2007, Errata-Tabelle 2012 (Emissionen 2013, 2014). HFC (Fluorkohlenwasserstoffe) werden berechnet mit GWP-Faktoren ihrer individuellen Komponenten.

3

Beinhaltet auch Verkauf an BASF-Gruppengesellschaften. Dadurch werden unter Scope 2 berichtete Emissionen teilweise noch einmal berichtet.

4

Voluntary-Carbon-Units(VCU)-Zertifikate aus Emissionsminderungsmaßnahmen, die an Dritte verkauft wurden

Scope 1

 

 

 

 

 

 

CO2 (Kohlendioxid)

 

1

1

14.634

16.976

16.774

N2O (Lachgas)

 

310

298

6.407

759

669

CH4 (Methan)

 

21

25

244

87

70

HFC (Fluorkohlenwasserstoffe) 2

 

140–11.700

12–14.800

61

81

99

SF6 (Schwefelhexafluorid)

 

23.900

22.800

0

1

0

Scope 2

 

 

 

 

 

 

CO2

 

1

1

5.243

3.987

3.911

Summe

 

 

 

26.589

21.890

21.523

 

 

 

 

 

 

 

Verkauf von Energie an Dritte (Scope 1) 3

 

 

 

 

 

 

CO2

 

1

1

347

927

838

Summe

 

 

 

26.936

22.817

22.361

 

 

 

 

 

 

 

Offsets (verkaufte Zertifikate) 4

 

 

 

0

142

0

 

 

 

 

 

 

 

Summe inklusive Offsets

 

 

 

26.936

22.959

22.361

Globale Ziele

  • Spezifische Treibhausgasemissionen 2014 um 33,9 % im Vergleich zum Basisjahr 2002 reduziert
  • Energieeffizienz 2014 um 19,0 % im Vergleich zum Basisjahr 2002 gesteigert

Wir wollen unsere Treibhausgasemissionen pro Tonne Verkaufsprodukt bis 2020 um 40 % im Vergleich zum Basisjahr 2002 reduzieren. Im Jahr 2014 haben wir eine Reduzierung von 33,9 % erreicht (2013: −34,1 %). Insgesamt konnten wir seit 1990 unsere Treibhausgasemissionen im BASF-Geschäft (ohne Oil & Gas) um 48,8 % und spezifisch sogar um 74,1 % senken.

Die Energieeffizienz unserer Produktionsprozesse wollen wir bis 2020 im Vergleich zum Jahr 2002 um 35 % verbessern. 2014 konnten wir eine Steigerung von 19,0 % erreichen (2013: 19,8 %). Der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem auf eine geringere Auslastung unserer Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zurückzuführen.

Ziel 2020

−40%

Weniger Treibhausgasemissionen je Tonne Verkaufsprodukt
Basisjahr 2002
BASF-Geschäft ohne Oil & Gas

Ziel 2020

+35%

Steigerung der Energieeffizienz
Basisjahr 2002
BASF-Geschäft ohne Oil & Gas

Unser Ziel, die CO2-Emissionen im Erdgastransportgeschäft – bezogen auf die transportierte Erdgasmenge und auf die Transportentfernung – bis 2020 um 10 % gegenüber dem Basisjahr 2010 zu senken, haben wir im Jahr 2014 bereits weitgehend erreicht. Seit 1. Januar 2014 wird die GASCADE als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen und nicht mehr voll konsolidiert. Deshalb berichten wir unser Reduktionsziel bei den CO2-Emissionen im Erdgastransportgeschäft nicht weiter.

Energieversorgung der BASF-Gruppe 2014

Energieversorgung der BASF-Gruppe 2014 (Tortendiagramm)

Energieversorgung und Energieeffizienz

  • Verbundsystem als wichtiger Baustein unseres Energieeffizienzkonzepts
  • Forschungsprojekte zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen angestoßen

Mit Gas-und-Dampfturbinen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen können wir rund 70 % des Strombedarfs der BASF-Gruppe decken und haben im Jahr 2014 gegenüber separater Strom- und Dampferzeugung 11,8 Millionen MWh an fossilen Brennstoffen eingespart und 2,4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Ein wichtiger Baustein in unserem Energieeffizienzkonzept ist das Verbundsystem: Die bei der Produktion entstehende Wärme eines Betriebs nutzen andere Betriebe als Energie. So haben wir 2014 rund 17,9 Millionen MWh eingespart – das entspricht einer Umweltentlastung von 3,6 Millionen Tonnen CO2. Durch die Kombination von Strom- und Dampferzeugung sowie den kontinuierlich weiterentwickelten Energieverbund konnten wir im Jahr 2014 somit insgesamt 6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.

In zahlreichen Projekten weltweit konnten wir 2014 den Energieverbrauch und Rohstoffeinsatz unserer Produktion weiter optimieren. Verschiedene Prozessverbesserungen haben zu Dampf- und Stromeinsparungen geführt. Wir haben die Wärmeintegration weiter intensiviert, so dass nutzbare Prozesswärme nicht an die Umwelt abgegeben wird, sondern den Betrieben als Energie zur Verfügung steht. Bei der Butadien-Anlage und der Ethylenoxid-Fabrik in Ludwigshafen haben wir beispielsweise durch optimierte Anlagen-Regelungskonzepte die Energieeffizienz erhöht.

Bei der Energieversorgung unserer Standorte sind wir auch auf lokal verfügbare Energieträger angewiesen. Insbesondere im Wachstumsmarkt Asien müssen wir und unsere Energieversorger auch auf Kohle als Energieträger zurückgreifen, da das klimafreundlichere Erdgas nicht in ausreichender Menge zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist.

Den Einsatz erneuerbarer Energien prüfen wir. Sie können erst dann dauerhaft zu unserem Energiemix beitragen, wenn sie hinsichtlich Versorgungssicherheit und Kosten wettbewerbsfähig sind. Mit zahlreichen Forschungsprojekten leisten wir einen Beitrag zur Steigerung der Effizienz von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Die Deutsche Nanoschicht GmbH, eine 100-prozentige BASF-Tochtergesellschaft, hat zum Beispiel ein innovatives Verfahren zur effizienteren und umweltschonenden Herstellung von Hochtemperatur-Supraleitern entwickelt. In Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie sollen Hochtemperatur-Supraleiter für unterschiedliche Anwendungen in der Energietechnik optimiert werden.

Steigerung der Energieeffizienz der Produktionsprozesse im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas 1 (in %)
Steigerung der Energieeffizienz der Produktionsprozesse im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas (Balkendiagramm)

1 Die Werte für die Geschäftsjahre 2011 und früher wurden nicht an die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 10 und 11 angepasst. Weitere Erläuterungen zur Datenerhebung sind unter Daten aufgeführt.

Kernindikatoren zu Energie und Klimaschutz im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas

 

 

Basisjahr 2002 1

2013

2014

1

Die Werte für das Basisjahr 2002 wurden nicht mit den neu verwendeten Faktoren für das Globale Erwärmungspotenzial angepasst.

2

Scope 1 und Scope 2 nach Greenhouse-Gas-Protocol-Standard ohne Berücksichtigung von Emissionen aus der Erzeugung von Strom und Dampf für den Verkauf an Dritte

3

Eingesetzte Primärenergie in Anlagen der BASF sowie in Anlagen unserer Energieversorger zur Deckung des Energiebedarfs der Produktionsprozesse

Treibhausgasemissionen 2 (Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)

 

24,713

20,708

20,550

Spezifische Treibhausgasemissionen (Tonnen CO2-Äquivalente/Tonne Verkaufsprodukt)

 

0,897

0,591

0,593

Primärenergiebedarf 3 (Millionen MWh)

 

55,759

59,164

58,962

Energieeffizienz (Tonnen Verkaufsprodukt/MWh)

 

0,494

0,592

0,588

CO2-Bilanz und Klimaschutzprodukte

  • Berichterstattung über Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • 2014 verkaufte Klimaschutzprodukte vermeiden 520 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bei ihrer Nutzung beim Kunden

BASF veröffentlicht bereits seit 2008 eine umfassende CO2-Bilanz. Darin werden alle Emissionen entlang der Wertschöpfungskette berichtet sowie die Emissionen aufgezeigt, die durch die Nutzung unserer Klimaschutzprodukte vermieden werden. Auf Basis unserer CO2-Bilanz planen wir unsere Aktivitäten im Bereich Klimaschutz entlang der Wertschöpfungskette. 2014 haben wir beispielsweise gemeinsam mit einem unserer Lieferanten von Verpackungsmaterial eine technische Verbesserung bei unseren Stahlfässern umgesetzt. Dadurch hat sich der Rohstoffbedarf für die Produktion der Fässer verringert und die Emission von Treibhausgasen reduziert.

Durch verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Rohstoffbedarfs wurden 2014 die Treibhausgasemissionen, die mit der Produktion dieser Rohstoffe verbunden sind, insgesamt um etwa 100.000 Tonnen verringert.

Im Jahr 2014 haben wir unser Produktportfolio neu unter Nachhaltigkeitsaspekten bewertet. Dabei haben wir auch Lösungen identifiziert, die hinsichtlich Klimaschutz und Energie einen positiven Beitrag in ihrer Anwendung leisten. Auf diese sogenannten „Accelerator“-Produkte fokussieren wir uns, wenn wir von Klimaschutzprodukten sprechen. Ein Beispiel hierfür ist synthetisch hergestelltes Natriumnitrat als Wärmeträgermedium in solarthermischen Kraftwerken. Das Produkt kommt an Stelle von Thermoölen zum Einsatz. Es erhöht die Betriebstemperatur und somit die Stromausbeute.

Treibhausgasemissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette im Jahr 2014 1
(in Mio. Tonnen CO2-Äquivalente)
Treibhausgasemissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette im Jahr 2014 (Grafik)

1 Nach Greenhouse-Gas-Protocol-Standard, Scope 1, 2 und 3, Angaben in Klammern zeigen berichtete Kategorie innerhalb Scope 3 auf

Die Analyse von 24 Klimaschutzproduktgruppen zeigt, dass die 2014 verkauften Produkte bei ihrer Nutzung beim Kunden 520 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermeiden. Bei der Berechnung der vermiedenen Treibhausgasemissionen haben wir den neuen chemiesektorspezifischen Standard von ICCA und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) berücksichtigt. Jedes Produkt leistet dabei einen individuellen Beitrag in der Wertschöpfungskette. Die Wertschöpfungsketten werden hinsichtlich des ökonomischen Anteils der BASF am jeweiligen Klimaschutzprodukt evaluiert. Dabei konnten 2014 durchschnittlich 11 % der vermiedenen Emissionen der BASF zugewiesen werden.

Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch die Nutzung von BASF-Produkten
(in Mio. Tonnen CO2-Äquivalente)
Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch die Nutzung von BASF-Produkten (Grafik)