Wasser

Wasser ist ein elementarer Bestandteil in unserer Produktion. Wir verwenden Wasser als Kühl-, Löse- und Reinigungsmittel sowie zur Herstellung von Produkten. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette ebenso wie in den Wassereinzugsgebieten unserer Produktionsstandorte engagieren wir uns für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Dafür haben wir uns globale Ziele gesetzt.

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Produktion, Kunden) (Grafik)

Strategie

  • BASF-Produkte tragen zu nachhaltigem Wassermanagement bei

Wir wollen Wasser möglichst sparsam verwenden und Emissionen in das Wasser weiter reduzieren. In einer Richtlinie haben wir uns dazu global gültige Standards gesetzt. Besonders an Produktionsstandorten in Wasserstressgebieten prüfen wir Maßnahmen zur Umsetzung eines nachhaltigen Wassermanagements. So wollen wir Einsparpotenziale identifizieren, um besonders in Wasserstressgebieten so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen.

Unseren Kunden bieten wir Lösungen, die helfen, Wasser zu reinigen, es effizienter einzusetzen und Verschmutzungen zu verringern. Bei unseren Water-Solution-Produkten leisten unter anderem die inge® Ultrafiltrationstechnologie und die Produktgruppe Sokalan® einen substanziellen Beitrag zur Nachhaltigkeit. In Accra/Ghana wurden diese Produkte beim Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage eingesetzt, die täglich bis zu 60.000 Kubikmeter Trinkwasser gewinnen und damit eine halbe Million Menschen versorgen kann. In Jamnagar/Indien werden künftig die inge® Ultrafiltrationsmodule T-Rack® 3.0 in einer Meerwasserentsalzungsanlage zum Einsatz kommen. Dadurch kann einer der größten Raffineriekomplexe des Landes mit bis zu 170.000 Kubikmetern gereinigtem Prozesswasser pro Tag versorgt werden.

Um transparent über das Thema Wasser zu berichten, haben wir im Jahr 2014 erneut an der Berichterstattung des CDP teilgenommen. Wir betrachten sämtliche Dimensionen des Themas Wasser, auch die sozialen Auswirkungen. Dazu haben wir zum Beispiel Ende 2013 den „Pledge for Access to Safe Water, Sanitation and Hygiene at the Workplace“ des WBCSD unterzeichnet.

Globale Ziele

  • Reduzierung von Emissionen in das Wasser
  • Hohe Standards, besonders für Wasserstressgebiete

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Emissionen von organischen Stoffen und Stickstoff in das Wasser im Vergleich zum Basisjahr 2002 um jeweils 80 % zu senken; die Emissionen von Schwermetallen wollen wir um 60 % reduzieren.

Unser Ziel ist es, den Bezug von Trinkwasser für die Produktion bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 2010 um die Hälfte zu reduzieren. Im Jahr 2014 konnten wir den Wert um 26,3 % senken (2013: 25,3 %).

Das Ziel, bis zum Jahr 2020 ein nachhaltiges Wassermanagement an allen Standorten in Wasserstressgebieten zu etablieren, haben wir 2014 zu 29,7 % erreicht. Wir verfolgen es durch die Anwendung des EuropeanWaterStewardship(EWS)-Standards. Nach der Einführung an unseren europäischen Standorten 2013 haben wir im Jahr 2014 mit der Implementierung in Nordamerika und China begonnen. Auch am Standort Ludwigshafen haben wir den EWS-Standard eingeführt, obwohl dieser nicht in einem Wasserstressgebiet liegt. Für unser Wassermanagement und die umfassende Umsetzung des EWS-Standards in Ludwigshafen und am Produktionsstandort Tarragona/Spanien haben wir 2014 das Gold-Zertifikat nach einem externen Audit erhalten. Insgesamt lagen im Jahr 2014 rund 22 % unserer Produktionsstandorte in Wasserstressgebieten; dort wurden rund 6,5 % des gesamten Wasserbedarfs der BASF entnommen, davon waren 85,2 % Meerwasser.

Reduzierung von Emissionen in das Wasser im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas 1 (in %)

Reduzierung von Emissionen in das Wasser im BASF-Geschäft ohne Oil & Gas (Balkendiagramm)

1 Die Werte für die Geschäftsjahre 2011 und früher wurden nicht an die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 10 und 11 angepasst. Weitere Erläuterungen zur Datenerhebung sind auf Seite 4 aufgeführt.

Wasserbilanz BASF-Gruppe 2014 (Mio. Kubikmeter pro Jahr)

Wasserbilanz BASF-Gruppe 2014 (Tortendiagramm)

1 Summe aus Produktionsprozessen, Sanitärabwässern, Spülungen und Reinigungen in der Produktion
2 Differenz zwischen bezogener und abgeleiteter Wassermenge beruht im Wesentlichen auf Verlusten durch Verdunstung bei der Kreislaufführung von Kühlwasser

Ziel 2020

−50%

Weniger Trinkwasser in Produktionsprozessen
Basisjahr 2010
BASF-Geschäft ohne Oil & Gas

Ziel 2020

100%

Nachhaltiges Wassermanagement in Wasserstressgebieten
Basisjahr 2010
BASF-Geschäft ohne Oil & Gas

Weniger Emissionen

Wir wollen die Emissionen von organischen Stoffen und Stickstoff in das Wasser im Vergleich zum Basisjahr 2002 um jeweils 80% senken, die von Schwermetallen um 60%.
BASF-Geschäft ohne Oil & Gas

Emissionen weiter reduzieren

  • Ziele zur Reduzierung von Emissionen in das Wasser erreicht

An BASF-Produktionsstandorten fielen im Jahr 2014 insgesamt rund 194 Millionen Kubikmeter Abwasser an (2013: 192 Millionen Kubikmeter). Die Stickstoffemissionen in das Wasser betrugen 3.200 Tonnen (2013: 2.900 Tonnen) und konnten damit im Vergleich zu 2002 um 85,4 % reduziert werden. Über Abwässer wurden rund 18.700 Tonnen (2013: 19.700 Tonnen) organische Stoffe emittiert; dies entspricht einem Rückgang gegenüber 2002 von 79,5 %. Unsere Abwässer enthielten 21,5 Tonnen Schwermetalle (2013: 21,9 Tonnen); das entspricht einer weltweiten Reduktion von 64,8 % im Vergleich zu 2002. Die Phosphoremissionen betrugen 341 Tonnen (2013: 339 Tonnen). Damit haben wir unsere Ziele hinsichtlich der Reduzierung von Emissionen in das Wasser erreicht.

Die Behandlung unseres Abwassers erfolgt, je nach Art und Grad der Verschmutzung, auf Basis unterschiedlicher Methoden, wie zum Beispiel durch biologische Verfahren, Oxidation, Membrantechnologien, Fällung oder Adsorption.

Um unvorhergesehene Emissionen zu vermeiden, überprüfen wir bis Ende 2015 unsere Wasserschutzkonzepte an allen Produktionsstandorten. An den Standorten Ludwigshafen und Geismar/Louisiana haben wir die Online-Überwachung für unsere Abwässer erweitert, um unvorhergesehene Emissionen noch früher erkennen zu können. Diese neuen Überwachungssysteme ermöglichen es, relevante Schadstoffe noch schneller und zuverlässiger analytisch zu erfassen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Zudem konnten wir an unserem Standort Kuantan in Malaysia die Leistung der Kläranlage weiter optimieren.

Wasserbedarf

  • Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Wir nutzen möglichst viel Wasser mehrfach in Kreisläufen und beziehen so weniger Wasser. An unseren größeren Standorten setzen wir Rückkühlwerke ein, um eine Mehrfachnutzung des Kühlwassers zu ermöglichen und um die Temperatur von Kühlwasser vor der Rückleitung in die Gewässer zu senken. Am Standort Ludwigshafen haben wir uns dazu verpflichtet, bei der Überschreitung von festgelegten Temperaturgrenzwerten, die beispielsweise durch längere Hitzephasen oder Niedrigwasser ausgelöst werden können, den Wärmeeintrag zum vorsorglichen Schutz des Rheins phasenweise zu verringern.

Das Gewinnen, Aufbereiten, Transportieren und Rückkühlen von Wasser ist mit einem beträchtlichen Energiebedarf verbunden. Mit verschiedenen Maßnahmen wollen wir diesen möglichst gering halten.