Allgemeine
Informationen
Letzte Aktualisierung:
10. Mär. 2011
Seitenende
Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

20 – Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Den meisten Mitarbeitern der einbezogenen Gesellschaften stehen neben den Anwartschaften auf Leistungen aus gesetzlichen Altersversorgungseinrichtungen Ansprüche aus beitrags- oder leistungsorientierten Versorgungsplänen zu. Die Leistungen bemessen sich in der Regel nach Beschäftigungsdauer, Bezügen oder Beiträgen der begünstigten Mitarbeiter unter Berücksichtigung der arbeits-, steuer- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern. Um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und demographischer Entwicklungen zu begrenzen, werden den Mitarbeitern seit einigen Jahren fast ausschließlich beitragsorientierte Pläne angeboten.

Für BASF SE und andere deutsche Gruppengesellschaften wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige BASF Pensionskasse VVaG gewährt, die aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen und ihren Vermögenserträgen finanziert wird. Die BASF SE sichert die erforderlichen Zuwendungen zu, um die satzungsgemäßen Leistungen der BASF Pensionskasse VVaG ausreichend zu finanzieren. Für einen Teil der über die BASF Pensionskasse VVaG finanzierten Leistungen bestehen Anpassungspflichten, die von den Unternehmen getragen werden, solange die BASF Pensionskasse VVaG diese auf Grund aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen nicht übernehmen kann. Darüber hinausgehende Zusagen von Betriebsrenten werden bei den deutschen Gruppengesellschaften überwiegend durch Pensionsrückstellungen finanziert.

Bei ausländischen Gruppengesellschaften werden leistungsorientierte Versorgungszusagen teils durch Pensionsrückstellungen, überwiegend aber durch externe Versicherungen oder Pensionsfonds abgedeckt.

Die Bewertung der Pensionspläne erfolgt grundsätzlich anhand der aktuellen Sterbetafeln zum 31. Dezember des jeweiligen Berichtsjahres, die im Inland aus dem BASF-Bestand abgeleitet wurden.

Der Bewertung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 lagen folgende Annahmen zu Grunde:

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Annahmen zur Bewertung des Anwartschaftsbarwerts zum 31.12.
(gewichteter Durchschnitt in Prozent)

 

 

Deutschland

 

Ausland

 

2010

2009

 

2010

2009

Rechnungszinsfuß

5,00

5,50

 

4,74

5,17

Lohn- und Gehaltstrend

2,75

2,75

 

3,79

3,91

Rententrend

1,75

2,00

 

1,00

0,92

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Annahmen zur Ermittlung des Aufwands aus Pensionsplänen
(gewichteter Durchschnitt in Prozent)

 

 

 

Deutschland

 

Ausland

 

2010

2009

 

2010

2009

Rechnungszinsfuß

5,50

6,00

 

5,17

5,59

Lohn- und Gehaltstrend

2,75

2,75

 

3,91

3,82

Rententrend

2,00

2,00

 

0,92

0,76

Erwartete Rendite des Pensionsvermögens

5,13

5,42

 

6,28

6,60

Die zur Bestimmung des Anwartschaftsbarwertes am 31. Dezember festgelegten Annahmen werden im folgenden Geschäftsjahr für die Ermittlung des Aufwands aus Pensionsplänen verwendet.

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen der nordamerikanischen Gruppengesellschaften aus der Übernahme von Krankheitskosten und Lebensversicherungen pensionierter Mitarbeiter und von deren Angehörigen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet und sind im Gesamtwert enthalten. Für die Krankheitskosten wird dabei eine Kostensteigerungsrate von 8 % p.a. (Vorjahr: 8 %) bis 2012 unterstellt, die sich anschließend linear bis zum Jahr 2018 auf 5 % p.a. (Vorjahr: 5 %) reduziert. Eine Änderung der zu Grunde gelegten Kostensteigerungsraten der Krankheitskosten um einen Prozentpunkt hätte folgende Auswirkungen:

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Sensitivität der Krankheitskosten (Millionen €)

 

 

Anstieg um einen Prozentpunkt

Rückgang um einen Prozentpunkt

Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert

13

–25

Auswirkungen auf den Versorgungsaufwand

1

–2

Die Annahmen zu der erwarteten langfristigen Gesamtrendite des Pensionsvermögens basieren auf der angestrebten Portfoliostruktur und den zukünftigen Renditen für die einzelnen Anlageklassen. Die Prognosen orientieren sich an langfristigen historischen Durchschnittswerten und berücksichtigen das aktuelle Zinsniveau sowie den Inflationstrend. Die Rechnungszinssätze wurden im Jahr 2010 entsprechend der Kapitalmarktentwicklung angepasst.

Die Ziel-Portfoliostruktur der Pensionspläne wird mit Hilfe von Asset-Liability-Studien ermittelt und regelmäßig überprüft. Danach werden die Vermögensanlagen unter Berücksichtigung der Anlagerisiken und der gesetzlichen Bestimmungen für die Anlage von Pensionsvermögen langfristig auf die Verpflichtungen abgestimmt. Die bestehende Portfoliostruktur orientiert sich grundsätzlich an der Zielallokation und berücksichtigt darüber hinaus aktuelle Markteinschätzungen. Zur Begrenzung von Anlagerisiken und zur Ausschöpfung möglichst vieler Ertragspotenziale erfolgt eine breite weltweite Streuung der Einzelanlagen.

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Portfoliostruktur des Pensionsvermögens (%)

 

 

 

Zielallokation

 

Anteil am Pensionsvermögen

 

2011

 

2010

2009

Aktien

25

 

31

27

Anleihen

64

 

60

63

Immobilien

5

 

4

5

Sonstige

6

 

5

5

Gesamt

100

 

100

100

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen (Millionen €)

 

 

2010

2009

Anwartschaftsbarwert am 01.01.

15.264

11.814

Kosten für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche

220

244

Zinskosten auf den Anwartschaftsbarwert

819

781

Rentenzahlungen

–890

–802

Mitarbeiterbeiträge

53

52

Versicherungsmathematische Verluste

941

945

Akquisitionsbedingte Effekte

800

2.516

Plananpassungen und sonstige Veränderungen

–96

–251

Umrechnungsbedingte Wertänderungen

584

–35

Anwartschaftsbarwert am 31.12.

17.695

15.264

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Entwicklung des Pensionsvermögens (Millionen €)

 

 

2010

2009

Pensionsvermögen am 01.01.

13.810

10.325

Erwartete Erträge aus dem Pensionsvermögen

765

675

Versicherungsmathematische Gewinne

569

1.120

Firmenbeiträge

181

413

Mitarbeiterbeiträge

53

52

Rentenzahlungen

–801

–516

Akquisitionsbedingte Effekte

249

1.780

Übrige Veränderungen

–62

–27

Umrechnungsbedingte Wertänderungen

462

–12

Pensionsvermögen am 31.12.

15.226

13.810

Der tatsächliche Vermögensertrag betrug im Jahr 2010 1.334 Millionen € und im Jahr 2009 1.795 Millionen €. In den Pensionsvermögen zum Bilanzstichtag waren von BASF-Gruppengesellschaften emittierte Wertpapiere mit einem Marktwert von 14 Millionen € im Jahr 2010 und 11 Millionen € im Jahr 2009 enthalten. Der Marktwert der von den rechtlich selbständigen Versorgungseinrichtungen an BASF-Gruppengesellschaften vermieteten Immobilien betrug 49 Millionen € am 31. Dezember 2010 und 50 Millionen € am 31. Dezember 2009.

Im Jahr 2010 wurde der BASF Pensionskasse ein Genussrechtskapital in Höhe von nominell 80 Millionen € zur Stärkung der Finanzierungsbasis gewährt, das jedoch kein Pensionsvermögen darstellt. Zur Erfüllung der gesetzlichen Solvabilitätsvorschriften (§ 53c VAG) erfolgte im Jahr 2009 eine ergebnisneutrale Zuführung zum Eigenkapital der BASF Pensionskasse in Höhe von 220 Millionen €. Zwischen den rechtlich selbständigen Versorgungseinrichtungen und den Unternehmen der BASF-Gruppe fanden im Jahr 2010 keine wesentlichen Transaktionen statt.

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Überleitung vom Finanzierungsstatus zum Bilanzansatz (Millionen €)

 

 

2010

2009

Pensionsvermögen am 31.12.

15.226

13.810

abzüglich Anwartschaftsbarwert am 31.12.

17.695

15.264

Finanzierungsstatus

–2.469

–1.454

Unrealisierter Aufwand aus Leistungszusagen für frühere Dienstjahre

–19

–21

Vermögenswertbegrenzung gemäß IAS 19.58

–30

–231

Nettoverpflichtung in der Bilanz

–2.518

–1.706

davon Vermögenswerte aus überdeckten Pensionsplänen

260

549

Pensionsrückstellungen

–2.778

–2.255

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Periode ihrer Entstehung unmittelbar ergebnisneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Aufwand aus Leistungszusagen für frühere Dienstjahre wird über die durchschnittliche Dienstzeit der Versorgungsberechtigten bis zur Unverfallbarkeit der zugesagten Leistungen ergebniswirksam verteilt. Im Jahr 2010 wurden versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 372 Millionen € und im Jahr 2009 Gewinne in Höhe von 175 Millionen € unmittelbar mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Seit der Einführung dieser Bewertungsmethode im Jahr 2004 wurden somit ohne Berücksichtigung latenter Steuern versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 2.180 Millionen € mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

  Download (Download XLS xls, 17 kB)

Vermögensdeckung der Pensionspläne (Millionen €)

 

 

 

 

2010

 

2009

 

Anwartschafts- barwert

Pensions- vermögen

 

Anwartschafts- barwert

Pensions- vermögen

Ohne Pensionsvermögensdeckung

2.003

 

1.467

Teilweise Pensionsvermögensdeckung

5.130

4.374

 

5.069

4.302

Unvollständige Pensionsvermögensdeckung

7.133

4.374

 

6.536

4.302

Vollständige Pensionsvermögensdeckung

10.562

10.852

 

8.728

9.508

 

17.695

15.226

 

15.264

13.810

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Abweichungen zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung (Millionen €)

 

2010

2009

2008

2007

2006

Anwartschaftsbarwert

17.695

15.264

11.814

12.348

13.164

Enthaltene Auswirkungen der Abweichungen im laufenden Geschäftsjahr

21

–2

36

–172

–112

Pensionsvermögen

15.226

13.810

10.325

12.038

12.115

Enthaltene Auswirkungen der Abweichungen im laufenden Geschäftsjahr

569

1.120

–2.163

–121

159

Finanzierungsstatus

–2.469

–1.454

–1.489

–310

–1.049

  Download (Download XLS xls, 16 kB)

Erwartete Zahlungen aus den zum 31. Dezember 2010
bestehenden Pensionszusagen
(Millionen €)

2011

948

2012

953

2013

984

2014

992

2015

1.021

2016 bis 2020

5.767

  Download (Download XLS xls, 17 kB)

Zusammensetzung des Aufwands aus Pensionsplänen (Millionen €)

 

 

2010

2009

Kosten für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche

220

244

Aufwand aus Leistungszusagen für frühere Dienstjahre

–2

–3

Ertrag aus Übertragung und Wegfall von Verpflichtungen

–4

–213

Aufwand aus leistungsorientierten Pensionsplänen im Ergebnis der Betriebstätigkeit

214

28

Aufwand aus beitragsorientierten Pensionsplänen im Ergebnis der Betriebstätigkeit

194

150

Aufwand für Altersversorgung im Ergebnis der Betriebstätigkeit

408

178

 

 

 

Finanzierungskosten aus leistungsorientierten Pensionsplänen

819

781

Erwartete Erträge aus Pensionsvermögen

–765

–675

Aufwand für Altersversorgung im Finanzergebnis

54

106

Im Berichtsjahr wurden an staatliche Rentenversicherungsträger Beiträge in Höhe von 473 Millionen € und im Vorjahr von 412 Millionen € geleistet.

Die voraussichtlichen Beitragszahlungen an leistungsorientierte Pensionspläne für das Jahr 2011 betragen 190 Millionen €.

Seite zurück Seitenanfang Seite weiter