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10. Mär. 2011
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

25 – Aktienkursbasiertes Vergütungsprogramm und BASF-Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Aktienkursbasiertes Vergütungsprogramm

Im Jahr 2010 wurde das seit 1999 bestehende aktienkursbasierte Vergütungsprogramm (sogenanntes Long-Term-Incentive- oder LTI-Programm) für Führungskräfte der BASF-Gruppe fortgeführt. Derzeit sind circa 1.100 Führungskräfte einschließlich des Vorstands zur Teilnahme an dem LTI-Programm berechtigt. Dieses Programm sieht die Gewährung von virtuellen Optionen vor. Bei Ausübung werden die Optionsrechte durch Barvergütung erfüllt (Cash Settlement).

Die Teilnahme am LTI-Programm ist freiwillig. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment: Der Teilnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von zwei Jahren ab Optionsgewährung BASF-Aktien in Höhe von 10 bis 30 % seiner variablen Gehaltsbezüge zu halten (Haltefrist). Für die Anzahl der zu haltenden Aktien ist neben der variablen Vergütung der mit dem Volumen gewichtete Durchschnittskurs am ersten Handelstag nach der Hauptversammlung maßgeblich, der am 30. April 2010 44,37 € betrug.

Für jede eingebrachte BASF-Aktie erhält der Teilnehmer vier Optionsrechte. Jedes Optionsrecht besteht aus den Teilrechten A und B, deren Werthaltigkeit sich an unterschiedlichen Erfolgszielen (Hürden) orientiert: Teilrecht A ist werthaltig, wenn der Kurs der BASF-Aktie gegenüber dem Basiskurs bei Gewährung der Optionsrechte um mehr als 30 % gestiegen ist (absolute Hürde). Der Wert des Teilrechts A ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Börsenkurs am jeweiligen Ausübungstag und dem Basiskurs; er ist auf 100 % des Basiskurses begrenzt. Teilrecht B wird werthaltig, wenn die kumulierte Wertsteigerung der BASF-Aktie den Anstieg des MSCI World Chemicals IndexSM (MSCI Chemicals) übersteigt (relative Hürde). Der Wert des Teilrechts B ergibt sich aus der doppelten prozentualen Outperformance der BASF-Aktie bei Ausübung, bezogen auf den Basiskurs; er ist begrenzt auf den um den rechnerischen Nennbetrag der BASF-Aktie verminderten Börsenschlusskurs bei Ausübung. Die Optionen wurden zum 1. Juli 2010 gewährt und können nach Ablauf einer zweijährigen Wartefrist zwischen dem 1. Juli 2012 und dem 30. Juni 2018 ausgeübt werden. Auch während der Ausübungsphase dürfen innerhalb bestimmter Sperrfristen (Closed Periods) die Optionen nicht ausgeübt werden. Jedes Optionsrecht kann nur insgesamt ausgeübt werden. Hierzu muss eine der Ausübungshürden überschritten worden sein. Ist die andere Ausübungshürde nicht übertroffen, verfällt das damit verbundene Teilrecht. Der maximal mögliche Ausübungsgewinn für einen Teilnehmer ist auf das Zehnfache des Eigeninvestments begrenzt. Die gewährten Optionen sind nicht übertragbar und verfallen, wenn der Teilnehmer vor Ablauf der zweijährigen Haltefrist Aktien aus seinem Eigeninvestment verkauft oder aus der BASF-Gruppe ausscheidet. Sie bleiben bei Eintritt in den Ruhestand erhalten.

Für die Mitglieder des Vorstands ist die langfristige Ausrichtung des Programms gegenüber den für die übrigen Teilnehmer geltenden Bedingungen deutlich verstärkt. Sie sind verpflichtet, mit mindestens 10 % der Bruttotantieme an dem LTI-Programm teilzunehmen. Dabei gilt im Hinblick auf dieses verpflichtende Eigeninvestment (in Form von BASF-Aktien) eine verlängerte Haltefrist von vier Jahren. Eine Ausübung der Optionsrechte ist für die Mitglieder des Vorstands frühestens vier Jahre nach Gewährung (Wartefrist) möglich.

Die Programme 2003 bis 2009 entsprechen in ihrer Grundstruktur dem LTI-Programm 2010.

Als Vergleichsindex für die Ermittlung der Werthaltigkeit von Teilrecht B wird für die Programme 2003 und 2004 der Dow Jones Chemicals Total Return Index (DJ Chemicals) herangezogen. Er wurde ab dem Programmjahr 2005 durch den MSCI Chemicals ersetzt. Der MSCI Chemicals ist ein weltweiter Branchenindex für die Chemieindustrie. Er misst die Performance der im Index enthaltenen Unternehmen in ihrer jeweiligen Landeswährung, wodurch Währungseinflüsse deutlich reduziert werden.

Die Modelle zur Bewertung der Optionspläne basieren auf der arbitragefreien Bewertung nach Black/Scholes.

Auf Grund der Komplexität der Programme wurde eine numerische Lösungsmethode (Monte-Carlo-Simulation) angewandt.

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Beizulegender Zeitwert der Optionen und Bewertungsparameter
zum 31. Dezember 2010 1

 

 

LTI-Programm des Jahres

 

 

2010

2009

1

Es wurde ein vom Gewinnpotenzial der Optionen abhängiges Ausübungsverhalten unterstellt.

Beizulegender Zeitwert

29,15

51,44

Dividendenrendite

%

2,85

2,85

Risikoloser Zinssatz

%

2,71

2,46

Volatilität BASF-Aktie

%

25,76

26,45

Volatilität MSCI Chemicals

%

18,71

19,30

Korrelation BASF-Kurs – MSCI Chemicals

%

80,80

80,18

Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 betreffen die genannten beizulegenden Zeitwerte und Bewertungsparameter die LTI-Programme der Jahre 2010 und 2009. Für Programme aus Vorjahren wurden entsprechende beizulegende Zeitwerte ermittelt und Bewertungsparameter verwendet.

Die Anzahl der gewährten Optionen betrug 1.833.760 im Jahr 2010 und 3.669.668 im Jahr 2009.

Die Volatilitäten wurden ermittelt auf Basis der monatlichen Schlusskurse über einen historischen Zeitraum entsprechend der Restlaufzeit der Optionen.

Da durch Beschluss des Vorstands im Jahr 2002 die Optionsrechte bei Ausübung durch Barvergütung zu erfüllen sind, werden alle noch bestehenden Optionsrechte aus den Programmen 2003 bis 2010 zum 31. Dezember 2010 mit ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Dieser Betrag wird, verteilt über die jeweilige Wartefrist der Optionen, ratierlich zurückgestellt. Die hierfür gebildete Rückstellung erhöhte sich auf Grund der gestiegenen beizulegenden Zeitwerte der Optionen von 256 Millionen € zum 31. Dezember 2009 auf 411 Millionen € zum 31. Dezember 2010. Hieraus entstand im Jahr 2010 ein Personalaufwand in Höhe von 418 Millionen € (2009: 212 Millionen €). Der Verbrauch der Rückstellung betrug im Jahr 2010 263 Millionen € und im Jahr 2009 36 Millionen €.

Der gesamte innere Wert der ausübbaren Optionen betrug 266 Millionen € zum 31. Dezember 2010 und 165 Millionen € zum 31. Dezember 2009.

BASF-Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Teilnahmeberechtigt am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm „Plus“ sind alle Mitarbeiter mit Ausnahme der zur Teilnahme an dem LTI-Programm berechtigten Führungskräfte. Das Programm wurde 1999 eingeführt und wird derzeit außer in Deutschland in weiteren europäischen Ländern sowie in Mexiko angeboten. Mitarbeiter, die an „Plus“ teilnehmen, erwerben als Eigeninvestment aus ihrer variablen Vergütung BASF-Aktien. Je zehn BASF-Aktien berechtigen nach ein, drei, fünf, sieben und zehn Jahren zum kostenlosen Bezug einer BASF-Aktie. Das erste und zweite Zehnerpaket berechtigen grundsätzlich in jedem der folgenden zehn Jahre zum kostenlosen Bezug einer BASF-Aktie.

Die Rechte verfallen, wenn der Teilnehmer sein Eigeninvestment in BASF-Aktien verkauft oder seine Tätigkeit für eine Gruppengesellschaft beendet beziehungsweise ein Jahr nach dessen Pensionierung. Die Anzahl der zu gewährenden Gratisaktien hat sich wie folgt entwickelt:

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Zu gewährende Gratisaktien (Stück)

 

 

2010

2009

Stand zum 01.01.

3.296.361

3.054.104

Neu erworbene Ansprüche

485.080

790.820

Ausgegebene Gratisaktien

–557.001

–460.151

Verfallene Ansprüche

–139.365

–88.412

Stand zum 31.12.

3.085.075

3.296.361

An dem Tag, an dem die Mitarbeiter mit ihrem Eigeninvestment das Bezugsrecht erwerben, werden die auszugebenden unentgeltlichen Aktien zu ihrem Marktwert bewertet. Der Marktwert wird ermittelt auf Basis des Kurses der BASF-Aktie unter Berücksichtigung des Barwerts der während der Laufzeit des Programms nicht gezahlten Dividenden. Die gewichteten Marktwerte am Gewährungstag betrugen 32,93 € für das Programm 2010 und 18,11 € für das Programm 2009.

Der Marktwert der zu gewährenden Gratisaktien wird, über die Laufzeit des Programms verteilt, aufwandswirksam erfasst und in die Kapitalrücklage eingestellt.

Die Kosten für die Programme 2001 bis 2002 werden weiterhin ratierlich auf Basis des Schlusskurses der BASF-Aktie zurückgestellt.

Der Personalaufwand für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm betrug im Jahr 2010 16 Millionen € und im Jahr 2009 20 Millionen €.

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