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Letzte Aktualisierung:
10. Mär. 2011
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

Entwicklung der chemischen Industrie

  • Weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) um 9,3 % gewachsen; Vorkrisenniveau wieder erreicht
  • Verglichen mit anderen Industrieländern besonders starker Anstieg der Chemieproduktion in der Europäischen Union (+10,1 %)
  • Rohölpreis der Sorte Brent im Jahr 2010 gestiegen; vergleichsweise moderate Schwankungen

Die chemische Industrie verzeichnete im Jahr 2010 einen kräftigen Aufschwung: Nach negativen Wachstumsraten in den beiden vorangegangenen Jahren erreichte die globale Chemieproduktion 2010 wieder das Vorkrisenniveau. Insbesondere das erste Halbjahr war von einer außerordentlich starken Erholung geprägt. In der zweiten Jahreshälfte nahm die Wachstumsdynamik ab. Die weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) wuchs um 9,3 %.

Auf Grund der großen Nachfrage und des Lageraufbaus in wichtigen Abnehmerbranchen erreichte die weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) im Jahr 2010 wieder das Vorkrisenniveau. In Industrieländern wie Deutschland und Japan wurde die Produktion durch ein dynamisches Auslandsgeschäft gestützt, das sich positiver entwickelte als erwartet. Zu Beginn des Aufschwungs in der chemischen Industrie kam es weltweit zu Produktionsengpässen, da Anlagen zunächst wieder in Betrieb genommen werden mussten.

Verglichen mit anderen Industrieländern, nahm die Chemieproduktion in der Europäischen Union besonders stark zu (+10,1 %). Auf Grund der engen Vernetzung der Chemieindustrie mit dynamisch wachsenden exportorientierten Abnehmerbranchen stieg vor allem die Produktion in Deutschland massiv an (+17,7 %). Auch Japan verzeichnete ein außergewöhnlich hohes Plus (+8,8 %). In den USA minderte der zeitweise starke US-Dollar die Wachstumsdynamik (+5,0 %). In Südamerika (+6,4 %) und Asien (ohne Japan) (+13,0 %) wuchs die Chemieproduktion dagegen kräftig.

Chemieproduktion (ohne Pharma) 2010
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

Chemieproduktion (ohne Pharma) 2010 (Balkendiagramm)

Der Rohölpreis der Sorte Brent stieg im Jahr 2010 an; Schwankungen im Jahresverlauf waren vergleichsweise moderat. Die Notierungen bewegten sich im Monatsdurchschnitt zwischen 73 US$/Barrel und 92 US$/Barrel. Die konjunkturelle Erholung und eine stärkere Nachfrage führten im Verlauf des Jahres zu steigenden Preisen. Im Jahresdurchschnitt lag der Ölpreis mit rund 80 US$/Barrel um etwa 30 % über dem Vorjahreswert und übertraf somit auch den Durchschnitt des Vorkrisenjahres 2007.

Der monatliche Durchschnittspreis für den Chemierohstoff Naphtha schwankte im Verlauf des Jahres zwischen 620 US$/Tonne im Juli und über 840 US$/Tonne im Dezember. Im Jahresdurchschnitt lag der Preis für Naphtha mit 710 US$/Tonne um rund 35 % über dem Vorjahreswert.

Der US-amerikanische Gaspreis bewegte sich im Verlauf des Jahres 2010 zwischen 3 US$/mbtu und 6 US$/mbtu. Im Jahresdurchschnitt lag er mit etwa 4 US$/mbtu leicht über dem Durchschnitt von 2009. In Europa sank der durchschnittliche Gaspreis im Vergleich zum Vorjahr geringfügig und betrug rund 8 US$/mbtu.
Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2011

Preisentwicklung für Rohöl (Brent) und Naphtha (US$/Barrel, US$/Tonne)

Preisentwicklung für Rohöl und Naphtha (Liniendiagramm)
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