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Letzte Aktualisierung:
10. Mär. 2011
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

Unternehmensspezifische Chancen und Risiken

Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen

  • Konjunktureller Aufschwung erhöht Risiken der Rohstoffverfügbarkeit
  • Minderung von Beschaffungsrisiken durch breites Portfolio, globale Einkaufsaktivitäten und gezielte Lieferantenauswahl
  • Weiterhin hohe Volatilität der Rohstoffpreise erwartet
  • Einsatz von Warenderivaten, um Kostenrisiken zu mindern

Rohstoffverfügbarkeit: Im Zuge der unerwartet raschen wirtschaftlichen Erholung kam es 2010 vereinzelt zu Beschaffungsengpässen. Diese werden für 2011 kaum erwartet. Durch eine auch mittelfristig deutlich steigende Nachfrage hat aber die strukturelle Knappheit einiger Rohstoffe für die Segmente Performance Products und Functional Solutions an Bedeutung gewonnen. Hinzu kommt, dass China die Ausfuhr Seltener Erden beschränkt hat, die zum Beispiel bei der Produktion unserer Katalysatoren zum Einsatz kommen. Weiterhin bestehen Ausfallrisiken einzelner Lieferanten auf Grund ihrer finanziellen Schwäche.

Beschaffungsrisiken mindern wir durch ein breites Portfolio, weltweite Einkaufsaktivitäten sowie durch Kauf zusätzlicher Rohstoffe auf den Spotmärkten. Wir vermeiden es – soweit möglich – Rohstoffe von einem einzigen Lieferanten zu beziehen. Sofern dies nicht möglich ist, versuchen wir, Wettbewerb zu schaffen oder gehen diese Beziehung bewusst ein und bewerten die Auswirkung möglicher Ausfälle. Wir beobachten kontinuierlich die Bonität wichtiger Geschäftspartner – Kunden wie Lieferanten. Entsprechend gehen wir auch beim Einkauf von Dienstleistungen vor.

Umweltschutz-, Arbeitssicherheits- und Sozialstandards sind neben wirtschaftlichen Kriterien Teil der Bewertung neuer und bestehender Lieferbeziehungen. Wenn wir feststellen, dass unsere Standards nicht oder nur teilweise erfüllt werden, vereinbaren wir Korrekturmaßnahmen und bieten Hilfestellung bei der Umsetzung an.
Mehr zum Lieferkettenmanagement

Rohstoffpreisvolatilität: Die Preisvolatilität von Einsatzstoffen, insbesondere von erdölbasierten Chemikalien, und von Energie stellt für die BASF einen der drei Haupttreiber für Risiken und Chancen dar. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Volatilität von Rohstoffpreisen zumindest kurzfristig über dem historischen Niveau liegen wird. Unsere Abhängigkeit vom Ölpreis verringern wir durch den Beitrag unseres Öl-und-Gas-Geschäfts, dessen Ergebnis mit einem Anstieg des Jahresdurchschnittsölpreises (Brent) um 1 US-Dollar pro Barrel um circa 35 Millionen € steigt.

Darüber hinaus mindern wir Kostenrisiken durch Warenderivate. Diese Maßnahmen dienen der Margensicherung, wenn stark steigende Rohstoffkosten erwartet werden, die bei verminderter Nachfrage nicht oder nur begrenzt über die Preise unserer Produkte weitergegeben werden können. Bei gegenläufiger Rohstoffpreisentwicklung können Aufwendungen entstehen.

Forschungs- und Entwicklungsrisiken

  • Risiko, dass Aktivitäten nicht zur Entwicklung marktfähiger Produkte führen und deshalb kommerzieller Erfolg ausbleibt
  • Risikoreduktion durch Wissensverbund sowie kontinuierliche Überprüfung von Effizienz, Erfolgschancen und Rahmenbedingungen von Forschungsprojekten
  • Kontinuierlicher Dialog mit Kunden und Verbrauchern zur Verbesserung von Erfolgschancen

Forschung und Entwicklung: Wegen der hohen Komplexität und Unsicherheit chemischer und biologischer Forschung besteht das Risiko, dass Projekte aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht fortgeführt werden, es zu Budgetüberschreitungen kommt oder dass entwickelte Produkte nicht zur Vermarktung zugelassen werden beziehungsweise nicht den erwarteten kommerziellen Erfolg haben.

Hier wirken wir durch unseren weltweiten Wissensverbund, die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden sowie durch unseren Innovationsprozess entgegen. Im Rahmen unseres Projektmanagements werden Effizienz, Erfolgschancen und Rahmenbedingungen der Forschungsprojekte in den verschiedenen Phasen von der Ideenfindung bis zur Produkteinführung fortlaufend überprüft. Für die erfolgreiche Einführung neuer Technologien ist das Vertrauen der Kunden und Verbraucher unverzichtbar. Deshalb treten wir bereits in einem frühen Stadium der Entwicklung in den Dialog mit Interessengruppen.
Mehr zum Stakeholder-Dialog

Exploration: Durch geologische Unsicherheiten kann die Suche und Erschließung von Erdöl- und Erdgasvorkommen mehr oder weniger erfolgreich als geplant verlaufen. Durch modernste Erkundungsmethoden und ein ausgewogenes Explorationsportfolio mindern wir dieses Risiko.

Personal

  • Verstärkter internationaler Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte
  • Gefahr des Know-how-Verlusts durch zahlreiche altersbedingte Abgänge und ungewollte Fluktuation
  • Effektivere Personalrekrutierung und -bindung mit Hilfe verschiedener Maßnahmen

Personal: Vor allem in Deutschland waren flexible Arbeitszeitmodelle einschließlich Kurzarbeit ein wirksames Mittel, den Stellenabbau in der Krise zu begrenzen und die Chancen wahrzunehmen, die die rasche wirtschaftliche Erholung im vergangenen Jahr bot. Auch die neue Vereinbarung zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen für unseren größten Standort Ludwigshafen bietet mit dem Maßnahmenpaket, das auch eine Erhöhung des flexiblen Personaleinsatzes umfasst, Chancen für die Bewältigung von Auslastungsschwankungen.

Unsere Führungskräfte haben die Möglichkeit, an einem aktienkursbasierten Vergütungsprogramm teilzunehmen. In Abhängigkeit von der Kursentwicklung der BASF-Aktie variiert der diesbezügliche Rückstellungsbedarf und führt zu einer entsprechenden Steigerung oder Senkung der Personalkosten.

Durch die stetige Verbesserung der Wirtschaftslage im letzten Jahr hat auch der internationale Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zugenommen, was zudem mittel- bis langfristig durch die demografische Entwicklung noch verstärkt werden wird. Damit erhöht sich das Risiko, dass offene Stellen nicht oder nur verzögert mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können. In Europa sind hiervon insbesondere die ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen betroffen, bei denen bereits heute ein Rückgang an geeigneten Bewerbern spürbar ist. Hier, aber auch in den Wirtschaftswissenschaften besteht die Herausforderung, die BASF als einen international bevorzugten Arbeitgeber zu positionieren.

Der Know-how-Verlust durch überproportional hohe altersbedingte Abgänge in Nordamerika und Europa sowie das vergleichsweise hohe Niveau an ungewollter Fluktuation in Asien kann mittel- bis langfristig zu Geschäftsbeeinträchtigungen führen.

Mit den globalen Programmen Generations@Work, Diversity + Inclusion, der Weiterentwicklung unserer Arbeitgebermarke (Employer Branding) und verstärkter Personalentwicklung sowie ergänzenden regionalen Initiativen wollen wir die BASF als Arbeitgeber attraktiv machen und Mitarbeiter langfristig an uns binden.
Mehr zu den einzelnen Initiativen und unseren Zielen

Insgesamt schätzen wir das Risiko einer Beeinträchtigung unserer Geschäftsentwicklung durch den Verlust von Führungskräften und Mitarbeitern derzeit als gering ein. Mittel- bis langfristig erwarten wir allerdings ein Ansteigen dieses Risikos und begegnen dieser Entwicklung bereits heute mit den oben genannten Maßnahmen sowie verstärkten Investitionen in Personalmarketing und Personalentwicklung.

Nachhaltigkeit

  • Selbstverpflichtung zu Umweltschutz und gesellschaftlich verantwortungsvollem Handeln
  • Einhaltung von Standards durch Monitoringsysteme gewährleistet
  • Globales Managementsystem zur Früherkennung wichtiger Themen
  • Kontinuierlicher Austausch mit Interessengruppen

Nachhaltigkeit: Die BASF bekennt sich dazu, den Schutz der Umwelt und gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln in ihre Geschäftstätigkeit zu integrieren. Verstöße gegen unsere Selbstverpflichtungen im Rahmen der Nachhaltigkeit oder gegen Gesetze stellen ein Reputationsrisiko dar und können zu operativen und strategischen Risiken führen. Um Risiken und Chancen aus Nachhaltigkeitsaspekten frühzeitig erkennen zu können, haben wir ein globales Themenmanagement für Nachhaltigkeit eingeführt. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, Veränderungsprozesse im Unternehmen anzustoßen, um auf etwaige Risiken vorbereitet zu sein und Chancen entsprechend nutzen zu können. Um das Einhalten von Gesetzen und unserer Selbstverpflichtungen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Gesundheit sowie Arbeits- und Sozialstandards überprüfen zu können, haben wir globale Monitoringsysteme etabliert. Diese beziehen unternehmensübergreifend auch unsere Lieferkette mit ein. Wir stehen im kontinuierlichen Austausch mit den relevanten Interessengruppen, um die gesellschaftliche Akzeptanz unserer Geschäftsaktivitäten sicherzustellen.
Mehr zu den Monitoringinstrumenten

Informationstechnologie: Risiken resultieren vor allem aus der Nichtverfügbarkeit von IT-Systemen und Anwendungen, der verzögerten Bereitstellung wichtiger Daten, dem Verlust oder der Manipulation von Daten und der Offenlegung vertraulicher Informationen. Dieses kann zu negativen Konsequenzen für die jeweiligen Geschäftsprozesse führen.

Um derartige Risiken zu minimieren, verfügt die BASF über stabile und redundant ausgelegte IT-Systeme, Back-up-Verfahren, Viren- und Zugangsschutz, Verschlüsselungssysteme sowie integrierte, gruppenweit standardisierte IT-Infrastrukturen und Anwendungen. Die im Einsatz befindlichen Systeme zur Informationssicherheit werden permanent geprüft und fortlaufend aktualisiert. Zudem werden unsere Mitarbeiter regelmäßig im Informations- und Datenschutz geschult. Das IT-Risikomanagement erfolgt über einheitliche Regeln bei Organisation und Anwendung sowie ein darauf aufbauendes internes Kontrollsystem.

Die Gefährdung unserer IT-Systeme schätzen wir auf Grund der getroffenen Maßnahmen als begrenzt ein, potenzielle Auswirkungen aber als hoch.

Rechtliche Risiken

  • Vermeidung von Rechtsrisiken mit Hilfe des internen Kontrollsystems
  • Möglichst realistische Abschätzung der monetären Effekte aus Rechtsstreitigkeiten
    und -verfahren
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulung im Rahmen des konzernweiten Compliance-Programms

Rechtliche Risiken: Zur Beurteilung von Risiken aus laufenden Rechtsstreitigkeiten und -verfahren sowie eines etwaigen Rückstellungsbedarfs werden eigene Analysen und Bewertungen der Sachverhalte und geltend gemachter Ansprüche erstellt und im Einzelfall die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen. Außerdem werden Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen getroffen. Die tatsächlichen Belastungen können von diesen Einschätzungen abweichen.

Risiken aus möglichen Rechts- oder Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch unser internes Kontrollsystem. Beispielsweise versuchen wir mit Hilfe von umfangreichen Abgrenzungsrecherchen, Patent- und Lizenzkonflikte weitestgehend zu vermeiden. Im Rahmen unseres konzernweiten Compliance-Programms werden unsere Mitarbeiter regelmäßig geschult.
Mehr zum konzernweiten Compliance-Programm unter
Verhaltenskodex und Compliance
Compliance

Akquisitionsrisiken: Akquisitions- und Investitionsentscheidungen beinhalten in ihrer Umsetzung komplexe Risiken. Die Bewertung von Risiken und Chancen spielt bereits bei der Prüfung potenzieller Akquisitionsziele eine wesentliche Rolle. Eine detaillierte Analyse und Quantifizierung erfolgt im Rahmen der Due Diligence. Risiken sind beispielsweise erhöhte Personalfluktuation, eine verzögerte Realisierung von Synergien oder aber die Übernahme von im Vorfeld nicht exakt quantifizierbaren Verpflichtungen. Umsetzung und Nachkontrolle erfolgen deshalb nach festgelegten Prozessen. Naturgemäß unterliegen die akquirierten Geschäfte den allgemeinen Marktrisiken und geschäftsspezifischen Risiken. Deshalb werden akquirierte Geschäfte zeitnah in den BASF-Risikomanagement-Prozess eingebunden. Das neuerworbene Cognis-Geschäft wird derzeit in unseren Risikomanagementprozess integriert.

Auf Grund der getroffenen Maßnahmen stufen wir die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Schadens als gering und eine potenzielle Ergebnisauswirkung als mittel ein.

Technische Risiken: Über die Verfügbarkeit von Rohstoffen hinaus besteht das Risiko, dass wir unsere Anlagen aus technischen Gründen oder um ihre Sicherheit zu gewährleisten ungeplant abstellen müssen und dadurch Lieferengpässe bei unseren Produkten auftreten. Beispielsweise führen HurrikanWarnungen an unseren Standorten an der US-Golfküste zu vorsorglichen Abschaltungen.

Technische Risiken minimieren wir durch die ständige Überwachung und Verbesserung von Anlagen und Verfahren sowie durch unseren weltweiten Produktionsverbund, weshalb wir Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung als gering einschätzen.

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