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10. Mär. 2011
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Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Chancen und Risiken

Entwicklung der Nachfrage

  • Rückgang der Unsicherheiten bezüglich der Konjunkturentwicklung
  • Weiterhin Refinanzierungsrisiken für unsere Kunden mit kurzfristigen Absatzrisiken für unser Geschäft
  • Nutzung von Chancen aus einer erhöhten Nachfrage im Rahmen noch verfügbarer Produktionskapazitäten

Entwicklung der Nachfrage: Die Entwicklung der Nachfrage auf unseren Absatzmärkten gehört zu den drei bedeutendsten Ursachen für Chancen und Risiken, neben Währungs- und Rohstoffpreisvolatilitäten. Unsere Annahmen bezüglich der kurzfristigen Wachstumsraten der Weltwirtschaft, der Regionen und wichtiger Abnehmerindustrien (vor allem Chemie, Automobil und Bau) haben wir im Prognosebericht dargelegt.

Über dieses Basisszenario hinaus betrachten wir auch Risikoszenarien, wie beispielsweise eine erneute Rezession in Nordamerika oder einen deutlichen Rückgang des Wachstums in China. Dadurch könnte es zu einer weltweit verringerten Nachfrage, einer Abwertung des US-Dollar und einem Rückgang des Rohölpreises kommen, was unser Ergebnis der Betriebstätigkeit insgesamt negativ beeinflussen würde.

Einige Kunden sind noch in hohem Maße abhängig von Krediten. Sollte sich deren Verfügbarkeit verschlechtern und unsere Kunden sich deshalb nicht refinanzieren können, könnte dies ebenfalls unser Geschäft kurzfristig beeinträchtigen.

Umgekehrt besteht aber auch die Möglichkeit, die Chancen aus einer verstärkten Nachfrage im Rahmen unserer noch verfügbaren Produktionskapazitäten zu nutzen.

Insgesamt ist die vor einem Jahr noch bestehende Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der Weltkonjunktur zurückgegangen.
Mehr zum Ausblick im Prognosebericht

Entwicklung des Angebots

  • Global wachsendes Produktangebot durch Fertigstellung neuer Anlagen im Nahen Osten und in China erwartet; erhöhte Risiken für Anlagenauslastung, Preise und Margen
  • Langfristiges Ziel, Zyklizität des Geschäfts zu verringern
  • Bedarfsabhängige, produktspezifische Anlagenerweiterungen beziehungsweise 
    -neubauten
  • Devestition von Geschäften ohne ausreichende Differenzierungsmöglichkeit gegenüber Wettbewerbern

Entwicklung des Angebots: In der Chemieproduktion war das Jahr 2010 geprägt durch ungeplante Anlagenabstellungen und Projektverspätungen auch bei unseren Wettbewerbern und damit einhergehende Lieferengpässe. Für 2011 rechnen wir mit der Fertigstellung neuer petrochemischer Produktionsanlagen vor allem im Nahen Osten und in China und dadurch mit einem verbesserten Produktangebot.

Entsprechende Rückgänge der Anlagenauslastung und Preise sowie eine verminderte Weitergabemöglichkeit von Rohstoffpreiserhöhungen an unsere Kunden haben wir in unserer Planung berücksichtigt. Hier besteht das Risiko, dass unsere Annahmen noch unterschritten werden. Sollte sich die Ende 2010 bestehende Produktknappheit in einigen Wertschöpfungsketten allerdings fortsetzen, böte dies die Chance, die entsprechenden Margen stabil zu halten oder zu verbessern.

Risiken aus der Entwicklung der Absatzmärkte begegnen wir soweit möglich durch operative Maßnahmen: zum Beispiel durch enge Zusammenarbeit mit Kunden, optimale Steuerung unserer Produktion und entsprechende Terminierung wartungsbedingter Abstellungen. Produktspezifisch steuern wir Neubau und Erweiterung von Anlagen und Standorten gemäß dem erwarteten Bedarf. Auch unsere regionale Diversifizierung und Branchendiversifizierung trägt zur Risikoverminderung bei.

Wir verfolgen das Ziel, die Zyklizität unseres Geschäfts zu verringern. Wir ziehen uns aus Märkten zurück, bei denen wir langfristig keine ausreichenden Möglichkeiten sehen, uns von unseren Wettbewerbern zu differenzieren.

Um dauerhaft profitabel zu wachsen, setzen wir auf operative Exzellenz, Innovationen und Investitionen in Wachstumsmärkte. Unsere Forschungs- und Geschäftsschwerpunkte konzentrieren wir auf innovationsstarke Geschäftsfelder, wie zum Beispiel Pflanzenschutz und Pflanzenbiotechnologie, die wir auch über strategische Partnerschaften mit wichtigen Kooperationspartnern erschließen.

Regulatorische und politische Risiken

  • REACH: Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen durch kostenintensive Test- und Registrierungsverfahren
  • Emissionshandel: Risiken der Unterdeckung und zusätzlicher Kosten durch Zukaufsbedarf von Zertifikaten
  • Verschärfung geopolitischer Spannungen sowie Errichtung von Handelsbarrieren

Regulatorische und politische Risiken: Durch die 2007 in Kraft getretene europäische Chemikalienverordnung REACH besteht das Risiko, dass unsere europäischen Kunden und wir durch die kostenintensiven Test- und Registrierungsverfahren gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern benachteiligt werden.

Im Rahmen des EU-Emissionshandels wurden der BASF-Gruppe in der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 Emissionszertifikate zugeteilt. Gegenwärtig erwarten wir für unsere Aktivitäten in Europa insgesamt keine Unterdeckung an Zertifikaten in dieser zweiten Handelsperiode. Die konkrete Menge an kostenfrei zugeteilten CO2-Zertifikaten ab 2013 ist derzeit noch unklar. Die jährliche Zertifikateunterdeckung wird voraussichtlich mehrere Millionen Zertifikate betragen. Abhängig vom Börsenpreis von CO2-Zertifikaten wird dies Auswirkungen auf unsere Kostenposition und damit die globale Wettbewerbsfähigkeit unserer deutschen beziehungsweise europäischen Standorte haben.

Dies gilt auch für die jüngste Erhöhung der Stromsteuer und Pläne der Bundesregierung, die Ausnahmeregelungen für die Abgabenzahlung energieintensiver Industriezweige nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einzuschränken.

Durch die Novellierung der EU-Richtlinie über Industrieemissionen (IED) drohen Mehraufwendungen für die Umrüstung existierender Anlagen und die Erfüllung zusätzlicher Berichtspflichten.

Risiken gehen für uns ferner von einer weiteren Regulierung beispielsweise der Verwendung von Chemikalien oder des Gasgeschäfts, der Verschärfung geopolitischer Spannungen, einer Destabilisierung politischer Systeme und der Errichtung von Handelsbarrieren (zum Beispiel chinesische Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden oder OPEC-Quoten für die Ölförderung) aus.

Insgesamt hat die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten regulatorischer und politischer Risiken zugenommen; die finanziellen Auswirkungen sind kurzfristig als gering, mittelfristig aber als erhöht einzustufen.

Witterung: Durch kältere oder mildere Witterung im Winter kann der Gasverbrauch schwanken, was sich in der Folge positiv oder negativ auf das Geschäftsergebnis unseres Gashandels auswirken kann. Analog hat eine feuchte und warme beziehungsweise trockene und kalte Vegetationsperiode positive beziehungsweise negative Effekte auf das Geschäftsergebnis unseres Pflanzenschutzgeschäfts.