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10. Mär. 2011
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26 – Finanzwirtschaftliche Risiken und derivative Finanzinstrumente

Marktrisiken

Währungsrisiken: Änderungen von Wechselkursen können zu Wertverlusten bei Finanzinstrumenten sowie zu nachteiligen Veränderungen künftiger Zahlungsströme aus geplanten Transaktionen führen. Währungsrisiken aus Finanzinstrumenten resultieren aus der Umrechnung von finanziellen Forderungen, Ausleihungen, Wertpapieren, Barmitteln und finanziellen Verbindlichkeiten zum Stichtagskurs in die funktionale Währung der jeweiligen Gruppengesellschaft. Zur Sicherung des Wechselkursrisikos aus originären Finanzinstrumenten sowie aus geplanten Transaktionen werden Devisenkontrakte in einer Vielzahl von Währungen eingesetzt.

Das Währungsrisiko-Exposure entspricht dem Nettobetrag des Nominalvolumens der originären und der derivativen Finanzinstrumente, die Währungsrisiken ausgesetzt sind. Außerdem werden geplante Einkaufs- und Umsatztransaktionen des jeweiligen Folgejahres einbezogen, soweit diese im Währungsrisikomanagement berücksichtigt werden. Gegenläufige Positionen in derselben Währung werden gegeneinander aufgerechnet.

Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von 10 % aller Währungen gegenüber der jeweiligen funktionalen Währung simuliert. Die Auswirkung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern der BASF hätte zum 31. Dezember 2010 –157 Millionen € und zum 31. Dezember 2009 –116 Millionen € betragen. Der Effekt aus den im Rahmen von Hedge Accounting designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern zum 31. Dezember 2010 um 11 Millionen € erhöht (2009: –15 Millionen €). Das Währungs-Exposure zum 31. Dezember 2010 lag bei 1.058 Millionen € und zum 31. Dezember 2009 bei 902 Millionen €.

Auf Grund des Einsatzes von Optionen zur Absicherung gegenüber Währungsrisiken ist die Sensitivität keine lineare Funktion der unterstellten Veränderung der Wechselkurse.

Zinsänderungsrisiken: Zinsänderungsrisiken bestehen auf Grund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Zur Absicherung werden Zinsswaps und kombinierte Zins-/Währungsderivate abgeschlossen. Zinsänderungsrisiken sind im finanzwirtschaftlichen, nicht aber im operativen Bereich von wesentlicher Bedeutung.

Ein Anstieg aller relevanten Zinssätze um einen Prozentpunkt hätte zum 31. Dezember 2010 ein um 23 Millionen € niedrigeres Ergebnis und zum 31. Dezember 2009 ein um 40 Millionen € niedrigeres Ergebnis zur Folge gehabt. Die Sensitivität des Eigenkapitals gegenüber Zinsänderungen ist von unwesentlichem Ausmaß.

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Buchwerte der originären verzinslichen Finanzinstrumente (Millionen €)

 

 

2010

 

2009

 

Fest
verzinslich

Variabel verzinslich

 

Fest
verzinslich

Variabel
verzinslich

Ausleihungen

169

75

 

85

180

Wertpapiere

28

5

 

6

24

Finanzschulden

13.309

1.730

 

12.976

1.843

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Nominal- und Marktwerte der Zins- und kombinierten
Zins-/Währungsswaps
 (Millionen €)

 

 

 

 

2010

 

2009

 

Nominalwert

Marktwert

 

Nominalwert

Marktwert

Zinsswaps

1.061

52

 

426

33

davon Festzinszahler-Swaps

1.061

52

 

426

33

Kombinierte Zins-/Währungsswaps

928

60

 

948

–1

davon feste Verzinsung

920

61

 

934

–1

variable Verzinsung

8

–1

 

14

.

Aktienkursrisiken: Zum Zweck der Anlage liquider Mittel sowie in begrenztem Maß mit strategischer Beteiligungsabsicht hält BASF Aktien börsennotierter Unternehmen sowie Anteile an Aktienfonds. Diese sind in den Posten Beteiligungen, Langfristige Wertpapiere und Kurzfristige Wertpapiere enthalten und werden in der BASF als zur Veräußerung verfügbar eingestuft. Ein Rückgang aller relevanten Aktienkurse um 10 % hätte vor Berücksichtigung von Ertragsteuern am 31. Dezember 2010 ein um 117 Millionen € und am 31. Dezember 2009 ein um 86 Millionen € niedrigeres Eigenkapital zur Folge gehabt.

Warenpreisrisiken: Einige Unternehmensbereiche der BASF sind mitunter starken Schwankungen der Rohstoffpreise ausgesetzt. Diese resultieren vor allem aus folgenden Rohstoffen: Naphtha, Propylen, Benzol, Titandioxid, Cyclohexan, Methanol, Erdgas, Butadien, LPG-Kondensat, Ammoniak sowie Edelmetalle. BASF trifft die folgenden Maßnahmen, um Preisrisiken aus dem Rohstoffeinkauf zu reduzieren:

  • BASF verwendet Warenderivate zur Absicherung gegen Risiken aus der Volatilität von Rohstoffpreisen. Dabei handelt es sich insbesondere um Optionen und Swaps auf Erdöl, Erdölprodukte und Erdgas.
  • Das Segment Oil & Gas verwendet im Arbeitsgebiet Natural Gas Trading Warenderivate, insbesondere Swaps auf Ölprodukte, um Margen zu sichern. Margenrisiken entstehen in den volatilen Märkten, wenn Einkaufs- und Verkaufsverträge unterschiedlich verpreist werden.
  • Der Unternehmensbereich Catalysts schließt sowohl kurzfristige als auch langfristige Abnahmeverträge mit Herstellern von Edelmetallen ab und kauft darüber hinaus an den Kassamärkten Edelmetalle von einer Vielzahl von Geschäftspartnern zu. Das Preisrisiko aus Edelmetallen, die für den Weiterverkauf an Dritte oder für die Verwendung in der Produktion von Katalysatoren erworben werden, wird mit derivativen Instrumenten gesichert. Dabei kommen vor allem Terminkontrakte zum Einsatz, die durch Abschluss gegenläufiger Kontrakte oder durch Lieferung des Edelmetalls erfüllt werden. Darüber hinaus hält Catalysts zu Eigenhandelszwecken in begrenztem Umfang ungesicherte Edelmetallpositionen, die auch derivative Instrumente umfassen können. Der Wert dieser Positionen ist der Volatilität der Marktpreise ausgesetzt und unterliegt einer ständigen Kontrolle.
  • Im Unternehmensbereich Crop Protection ist der Verkaufspreis von Produkten teilweise an den Preis bestimmter Agrarprodukte gekoppelt. Um die daraus entstehenden Risiken abzusichern, werden Derivate auf Agrarprodukte abgeschlossen.

Auf Grund des Haltens von Warenderivaten und Edelmetallhandelspositionen ist BASF Preisrisiken ausgesetzt. Diese Risiken bestehen darin, dass die Bewertung von Warenderivaten und Edelmetallhandelspositionen zum Marktwert bei einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise zu Belastungen von Ergebnis und Eigenkapital der BASF führen kann.

BASF führt Value-at-Risk-Analysen für alle Warenderivate und Edelmetallhandelspositionen durch. Mit Value at Risk wird fortlaufend das Marktrisiko quantifiziert und der maximal mögliche Verlust innerhalb des gegebenen Konfidenzintervalls über einen bestimmten Zeitraum prognostiziert. Der Value-at-Risk-Rechnung liegt ein Konfidenzintervall von 95 % und eine Haltedauer von einem Tag zu Grunde. Die Anwendung des Konfidenzintervalls von 95 % bedeutet, dass der maximale Verlust in einem Zeitraum von einem Tag mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % den Value at Risk nicht übersteigt. Für Edelmetalle basiert der Value at Risk auf einem Konfidenzintervall von 99 %. BASF wendet den Varianz-Kovarianz-Ansatz an.

BASF nutzt Value at Risk im Zusammenhang mit anderen Kennzahlen im Rahmen des Risikomanagementsystems. Neben Value at Risk werden volumenbasierte Grenzen, Exposure- und Stop-Loss-Limits gesetzt.

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Risikoposition aus Warenderivaten (Millionen €)

 

 

 

2010

 

2009

 

Exposure

Value at
Risk

 

Exposure

Value at
Risk

Erdöl, Erdölprodukte und Erdgas

–230

6

 

65

8

Edelmetalle

4

1

 

31

2

Swaps auf CO2-Emissionszertifikate

3

.

 

4

1

Agrarprodukte

–95

.

 

129

.

 

–318

7

 

229

11

Das Exposure entspricht dem Nettobetrag aller Kauf- und Verkaufspositionen der jeweiligen Warenkategorie.
Weitere Informationen zu finanzwirtschaftlichen Risiken und zum Risikomanagement der BASF sind im Lagebericht, Kapitel Risikobericht, zu finden

Im Rahmen des CO2-Emissionshandels werden Swaps abgeschlossen, bei denen verschiedene Arten von CO2-Zertifikaten getauscht werden. Ziel dieser Transaktionen ist es, im Markt vorhandene Preisdifferenzen zu nutzen. Die Erfüllung der Geschäfte erfolgt durch physische Lieferung.

Ausfall- oder Bonitätsrisiken

Ausfall- oder Bonitätsrisiken bestehen, wenn Vertragspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. BASF analysiert regelmäßig die Kreditwürdigkeit jedes wesentlichen Schuldners und räumt auf dieser Grundlage Kreditlimits ein. Auf Grund der weltweiten Tätigkeit und der diversifizierten Kundenstruktur der BASF-Gruppe liegt keine wesentliche Konzentration von Ausfallrisiken vor. Der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und verzinslichen Wertpapiere zuzüglich der Nominalwerte der Haftungsverhältnisse ohne potenzielle Gewährleistungsverpflichtungen stellt das maximale Ausfallrisiko der BASF dar.
Mehr zu Bonitätsrisiken unter Anmerkung 16

Liquiditätsrisiken

Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der Liquiditätsplanung erkannt. Durch das laufende Commercial-Paper-Programm sowie von Banken verbindlich zugesagte Kreditlinien kann BASF jederzeit auf umfangreiche liquide Mittel zurückgreifen. Auch während der Finanzkrise war der Commercial-Paper-Markt für BASF auf Grund der soliden Ratings jederzeit liquide.

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Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten 2010 (Millionen €)

 

Anleihen und sonstige Kapitalmarkt- verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Derivative Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten

2011

3.616

795

437

942

2012

3.396

235

62

80

2013

1.799

686

1

14

2014

1.518

53

11

2015

2.320

382

12

2016 und darüber hinaus

2.819

102

7

388

 

15.468

2.253

507

1.447

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Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten 2009 (Millionen €)

 

Anleihen und sonstige Kapitalmarkt- verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Derivative Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten

2010

2.042

920

327

700

2011

1.721

187

20

51

2012

3.368

206

16

31

2013

1.798

675

34

2014

1.515

43

32

2015 und darüber hinaus

5.041

36

7

436

 

15.485

2.067

370

1.284

Relevant für die Darstellung der Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinszahlungen und Zahlungen des Prinzipals sowie sonstige Zahlungen für derivative Finanzinstrumente. In dieser Darstellung werden künftige Zahlungsströme nicht abgezinst.

Derivate werden mit ihren Nettozahlungsströmen einbezogen, soweit sie negative Marktwerte haben und daher Verbindlichkeiten darstellen. Derivate mit positiven Marktwerten sind Vermögenswerte und werden daher nicht berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Wesentlichen unverzinslich und innerhalb eines Jahres fällig. Der Buchwert von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht daher der Summe der künftigen Zahlungsströme.

Abweichungen zwischen Buch- und Marktwerten von Finanzinstrumenten

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Übrigen Forderungen und sonstigem Vermögen, Ausleihungen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert annähernd dem Marktwert. In den Sonstigen Finanzanlagen sind nicht an einem aktiven Markt notierte Beteiligungen enthalten, deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann und die daher zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Der Buchwert der Beteiligungen, die an einem aktiven Markt notiert sind und daher zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 1.116 Millionen € und zum 31. Dezember 2009 auf 805 Millionen €. Diese sind im Posten Anteile an übrigen Beteiligungen enthalten.
Mehr dazu unter Anmerkung 14

Der Buchwert der Finanzschulden betrug 15.039 Millionen € zum 31. Dezember 2010 sowie 14.819 Millionen € zum 31. Dezember 2009. Der Marktwert der Finanzschulden belief sich zum Jahresende 2010 auf 15.995 Millionen € gegenüber 15.621 Millionen € am Jahresende 2009. Der Marktwert von Finanzschulden wird auf der Grundlage von Interbank-Zinssätzen ermittelt. Die Differenz zwischen Buch- und Marktwert resultiert vornehmlich aus Zinsänderungen.

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Buchwerte von Finanzinstrumenten (Millionen €)

 

 

2010

2009

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte

396

255

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten

424

328

Im Rahmen von Hedge Accounting als Sicherungsinstrumente designierte derivative Finanzinstrumente

2

36

Ausleihungen und Forderungen

12.179

9.531

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

1.493

1.835

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

1.725

1.369

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

21.850

19.865

davon Finanzschulden

15.039

14.819

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Nettogewinne und Nettoverluste aus Finanzinstrumenten (Millionen €)

 

 

2010

2009

Forderungen und Ausleihungen

–320

–209

davon Zinsergebnis

65

89

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

7

–7

davon Zinsergebnis

2

1

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

–910

–499

davon Zinsergebnis

–603

–612

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Finanzinstrumente

302

–361

Die Nettogewinne und Nettoverluste aus Finanzinstrumenten umfassen Bewertungsergebnisse, das Fortschreiben von Agien und Disagien, die Erfassung und das Stornieren von Aufwendungen aus Wertminderungen, Ergebnisse aus der Währungsumrechnung sowie Zinsen, Dividenden und alle sonstigen Ergebniswirkungen aus Finanzinstrumenten. Im Posten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente sind nur Ergebnisse aus solchen Instrumenten enthalten, die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39 designiert sind. Nettogewinne und Nettoverluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten enthalten Ergebnisse aus Abschreibungen, Zuschreibungen, Zinsen, Dividenden sowie Umbuchungen von Bewertungseffekten aus dem Eigenkapital bei Veräußerung von Wertpapieren beziehungsweise Beteiligungen.

Die Nettoverluste aus Forderungen und Ausleihungen sowie die Nettogewinne aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Ergebnisse aus der Währungsumrechnung.
Die ergebnisunwirksam im Eigenkapital erfassten Bewertungsgewinne und Bewertungsverluste von Wertpapieren und Beteiligungen werden in der Entwicklung der ergebnisneutral im Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE erfassten Erträge und Aufwendungen dargestellt

Einsatz derivativer Finanzinstrumente

BASF ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs-, Zinsänderungs- und Warenpreisrisiken ausgesetzt. Des Weiteren bestehen bei börsennotierten Finanzanlagen auch Aktienkursrisiken. Diese Risiken werden nach einer zentral festgelegten Strategie bei Bedarf durch derivative Instrumente abgesichert. Zusätzlich werden derivative Instrumente auch als Ersatz für originäre Finanzinstrumente, zum Beispiel festverzinsliche Wertpapiere, genutzt. Eine Absicherung wird nur für bestehende Grundgeschäfte aus dem Produktgeschäft, Geldanlagen und Finanzierungen, Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften sowie für erwartete Umsätze und Rohstoffbezüge vorgenommen. Die aus den Grundgeschäften resultierenden Risiken sowie die Derivate werden laufend überwacht. BASF unterliegt Kreditrisiken, soweit Derivate einen positiven Marktwert haben und die Vertragspartner ihre Leistungen nicht erfüllen können. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos bei den positiven Marktwerten der Derivate werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits mit Banken und Partnern guter Bonität getätigt.

Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden Risikopositionen bei der BASF SE und bestimmten Gruppengesellschaften zentralisiert. Der Abschluss und die Abwicklung der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente erfolgt nach internen Richtlinien und unterliegt strengen Kontrollen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden anhand von Bewertungsmodellen ermittelt, die auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basieren. Ausnahme hiervon bilden einige Warenderivate, deren Bewertung unmittelbar auf Marktpreisen beruht. Auf diese Weise wurden im Jahr 2010 Zeitwerte in Höhe von –24 Millionen € (Vorjahr: –25 Millionen €) bestimmt.

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Marktwerte derivativer Instrumente (Millionen €)

 

 

2010

2009

Devisentermingeschäfte

–151

–142

Währungsoptionen

109

72

Fremdwährungsderivate

–42

–70

davon als Sicherungsinstrumente im Sinne von IAS 39 designiert (Hedge Accounting)

3

1

Zinsswaps

52

33

Kombinierte Zins-/Währungsswaps

60

–1

Zinsderivate

112

32

Warenderivate

–96

1

davon als Sicherungsinstrumente im Sinne von IAS 39 designiert (Hedge Accounting)

–1

35

Hedge Accounting

In den Jahren 2010 und 2009 wurde ein Teil der geplanten Einkäufe von Naphtha mit Swaps und Optionen auf Öl und Ölprodukte gesichert. Diese Sicherungsbeziehungen wurden im Abschluss der BASF teilweise mittels Cashflow Hedge Accounting abgebildet, so dass Gewinne und Verluste aus den Sicherungsinstrumenten zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden. Die Gewinne oder Verluste aus den Sicherungsinstrumenten werden zu dem Zeitpunkt, in dem das Grundgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird, in den Herstellungskosten berücksichtigt.

Im Jahr 2010 haben wir im Arbeitsgebiet Natural Gas Trading Cashflow Hedge Accounting für Swaps auf Erdöl, mit denen wir uns gegen Preisrisiken aus Einkaufsverträgen für Erdgas absichern, eingesetzt. Diese Einkaufsverträge sind variabel verpreist, die Preisformel ist an den Ölpreis gekoppelt.

Sowohl der überwiegende Teil der geplanten Transaktionen als auch die daraus resultierende Erfolgswirkung treten innerhalb des jeweils auf den Bilanzstichtag folgenden Jahres ein. Ein geringer Teil entfällt auf die Jahre 2012 bis 2014. Im Jahr 2010 glichen sich die effektiven Wertänderungen über alle Gesellschaften im Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE aus. 2009 wurden 36 Millionen € an effektiven Wertänderungen von Sicherungsinstrumenten im Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE gebucht. Aus dem Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE ausgebucht und direkt als Ertrag in den Herstellungskosten erfasst wurden 2010 11 Millionen €. 2009 entstand hieraus ein Aufwand in Höhe von 155 Millionen €. Der ineffektive Teil der Wertänderungen der Sicherungsinstrumente betrug 12 Millionen € im Jahr 2010 und 27 Millionen € im Jahr 2009. Dieser Betrag wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Herstellungskosten sowie in den Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

In den Jahren 2004 und 2005 wurden die Marktwertänderungen von Forward-Zinsswaps, die zur Absicherung der Zinsrisiken aus der Refinanzierung einer auslaufenden Anleihe abgeschlossen worden waren, mittels Cashflow Hedge Accounting erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Sicherungsinstrumente wurden im Jahr 2005 glattgestellt, als zur Refinanzierung der auslaufenden Anleihe eine neue Emission durchgeführt wurde. Die neu begebene Anleihe wird im Jahr 2012 fällig. Über die Laufzeit der Anleihe hinweg werden die im Eigenkapital erfassten Marktwertänderungen der Zinsswaps ratierlich aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. In den Jahren 2010 und 2009 wurden je 8 Millionen € bei der Position Sonstige Eigenkapitalposten ausgebucht und als Zinsaufwand erfasst.

Für Effekte aus in Bezugsverträgen enthaltenen Fremdwährungsderivaten wendet BASF Cash Flow Hedge Accounting an. Die Erfolgswirkung aus den zu Grunde liegenden Transaktionen tritt überwiegend im Jahr 2011 ein, geringe Effekte werden sich auch auf die Jahre 2012 bis 2014 auswirken. 2010 wurden effektive Wertänderungen aus den Sicherungsgeschäften in Höhe von –12 Millionen € und 2009 in Höhe von 10 Millionen € im Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE erfasst. Ausbuchungen aus dem Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE erhöhten die Herstellkosten um 16 Millionen € (2009: Minderung der Herstellkosten um 3 Millionen €). Ineffektivitäten traten keine auf.

Des Weiteren wurde im Jahr 2010 erstmals das Translationsrisiko aus einer Investition in eine ausländische Tochtergesellschaft mit Devisentermingeschäften abgesichert. Die Absicherung war vollständig effektiv und verringerte das Eigenkapital der Aktionäre der BASF SE um 7 Millionen €.