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1. März 2012
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1.2 – Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Vermögen

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nur bei Vorliegen einer Wertminderung abgeschrieben. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich und zusätzlich bei Vorliegen einer Indikation für eine Wertminderung überprüft. Die Werthaltigkeitsprüfung (Goodwill-Impairment-Test) erfolgt auf Basis zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units) durch Vergleich des erzielbaren Betrags mit dem Buchwert. Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind bei BASF überwiegend die Geschäftseinheiten, in Einzelfällen auch die Unternehmensbereiche. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert (Value in Use). Der Nutzungswert wird in der Regel mit Hilfe von Discounted-Cashflow-Verfahren bestimmt. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit werden langfristige Ertragsprognosen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung getroffen.

Von wesentlicher Bedeutung für die Werthaltigkeitsprüfung ist der gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) gemäß dem Capital Asset Pricing Model. Dessen Komponenten sind der risikofreie Zins, länderspezifische Steuersätze, die Schwankungen der BASF-Aktie im Vergleich zum Kapitalmarkt (Beta) sowie Annahmen zum Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread) und zur Marktrisikoprämie für die Eigenkapitalkosten. Weitere wichtige Annahmen sind die Prognose für den Detailplanungszeitraum sowie die in der Folge angewendete Wachstumsrate.

Ist der ermittelte Wertberichtigungsbedarf gleich oder höher als der bestehende Geschäfts- oder Firmenwert, wird dieser zunächst vollständig abgeschrieben. Die verbleibende Wertminderung wird auf die übrigen Vermögenswerte der Cash Generating Unit verteilt. Vorzunehmende Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Davon ausgenommen sind nur Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielles Vermögen mit unbestimmter Nutzungsdauer. Die jeweilige Nutzungsdauer bemisst sich anhand der Laufzeit des zu Grunde liegenden Vertrags und des voraussichtlichen Verbrauchs des Nutzenpotenzials des immateriellen Vermögenswerts. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag dauerhaft unter dem Buchwert liegt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert. Sollten die Gründe für eine Wertminderung entfallen, werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen.

Abhängig von der Art des immateriellen Vermögenswerts werden die Abschreibungen in den Herstellungskosten, den Vertriebskosten, den Forschungskosten oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer betreffen Firmen- beziehungsweise Markennamen, die im Rahmen von Akquisitionen erworben wurden. Diese werden einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft.

Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen selbsterstellte Software. Diese sowie das sonstige selbstgeschaffene immaterielle Vermögen werden zu Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bewertet. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der fortgeführte Buchwert des Vermögenswerts über dem erzielbaren Betrag liegt.

Die Herstellungskosten selbsterstellter immaterieller Vermögenswerte enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile von Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen und nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Die durchschnittlichen gewichteten Nutzungsdauern des immateriellen Vermögens betrugen:

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Durchschnittliche gewichtete Nutzungsdauern in Jahren

 

 

2011

2010

Vertriebsrechte und ähnliche Rechte

13

13

Produktrechte, Lizenzen und Trademarks

17

18

Know-how, Patente und Produktionstechnologien

13

11

Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte

5

5

Sonstige Rechte und Werte

6

5

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei wird auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse geschätzt. Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft.

Emissionsrechte: Die von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) oder einer vergleichbaren Behörde in anderen europäischen Ländern unentgeltlich ausgegebenen Zertifikate werden zu den geltenden Marktpreisen zum Zeitpunkt der Gutschrift auf den staatlich geführten Konten beziehungsweise bei entgeltlichem Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu Marktpreisen, maximal bis zur Höhe der Anschaffungskosten. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwerts am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verrechneten planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die Neubewertungsmethode wird nicht angewendet. Geringwertige Anlagegegenstände werden im Erwerbsjahr voll abgeschrieben und als Abgänge ausgewiesen.

Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der allgemeinen Verwaltungskosten der mit der Anlagenerrichtung befassten Bereiche. Fremdkapitalkosten werden aktiviert, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Für Gesellschaften in Deutschland wird ein Fremdkapitalkostensatz von 4,5 % zu Grunde gelegt, für ausländische Gruppengesellschaften werden länderspezifische Zinssätze angesetzt.

Aufwendungen für turnusmäßige Abstellungen von Großanlagen werden in Höhe der Kosten der Maßnahme als Teil des betreffenden Vermögenswerts selbständig angesetzt und linear über den Zeitraum bis zur nächsten Abstellung abgeschrieben. Die Kosten des Austauschs von Komponenten werden als Vermögenswert erfasst, sofern ein zukünftiger zusätzlicher Nutzen erwartet wird. Der Buchwert der ausgetauschten Komponenten wird ausgebucht. Die Kosten der Instandhaltung und Reparatur im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs werden als Aufwand erfasst.

Das bewegliche und das unbewegliche Anlagevermögen wird größtenteils linear abgeschrieben. Die durchschnittlichen gewichteten Abschreibungsdauern betrugen:

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Durchschnittliche gewichtete Abschreibungsdauern in Jahren

 

2011

2010

Gebäude und bauliche Betriebsvorrichtungen

22

18

Technische Anlagen und Maschinen

10

10

Erdgasfernleitungen

25

25

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

7

6

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe von Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei wird auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse geschätzt. Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Der Anstieg der durchschnittlich gewichteten Abschreibungsdauern von Gebäuden und baulichen Betriebsvorrichtungen im Jahr 2011 ist auf Akquisitionen in den Berichtsperioden 2009 und 2010 zurückzuführen.

Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt. Die Beurteilung erfolgt auf Basis des Barwerts der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Wertminderung erfolgt in Höhe des Unterschieds zwischen dem bisherigen Buchwert und den diskontierten künftigen Cashflows. Sollten die Gründe für eine Wertminderung entfallen, werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen.

Die zur Erzielung von Wertsteigerungen oder Mieteinnahmen gehaltenen Immobilien (Investment Properties) sind unwesentlich und werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen beziehungsweise zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Leasing: Gemäß IAS 17 sind Leasingverträge in Operating-Leasing und Finanzierungs-Leasing zu unterteilen. Im Rahmen des Operating-Leasings genutzte Vermögenswerte werden nicht aktiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.

Ein Finanzierungs-Leasing ist ein Leasingverhältnis, bei dem alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswerts übertragen werden. Vermögenswerte, die im Rahmen des Finanzierungs-Leasings genutzt werden, werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Gleichzeitig wird eine Leasingverbindlichkeit in entsprechender Höhe ausgewiesen. Die periodischen Leasingzahlungen sind in die Tilgungs- und Zinskomponente aufzuteilen. Die Tilgungskomponente reduziert die Verbindlichkeit, während die Zinskomponente als Zinsaufwand ausgewiesen wird. Abschreibungen erfolgen entsprechend der Nutzungsdauer der geleasten Wirtschaftsgüter oder der kürzeren Leasingdauer.

BASF tritt nur in unwesentlichem Umfang als Leasinggeber auf. Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß den IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, so werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Fremdkapitalkosten: Erstreckt sich die Herstellung von Vermögenswerten des immateriellen Vermögens oder des Sachanlagevermögens über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Fremdkapitalkosten werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, ab dem die Vermögenswerte für ihre vorgesehene Nutzung bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfallens erfolgswirksam erfasst.

Investitionszuschüsse: Zuwendungen der öffentlichen Hand für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen verringern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte. Sonstige gewährte Zuschüsse oder Beihilfen werden abgegrenzt und über den zu Grunde liegenden Zeitraum aufgelöst.

At Equity bewertete Beteiligungen: Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Wenn die Börsen- oder Marktpreise beziehungsweise die beizulegenden Zeitwerte der Absatzprodukte auf der Basis von Nettoveräußerungswerten niedriger sind, erfolgt eine Wertminderung auf diesen niedrigeren Wert. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem im normalen Geschäftsverlauf erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Aufwendungen für Fertigstellung und Vertrieb.

Als Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten bei Normalkapazität der betreffenden Produktionsanlagen erfasst, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Kosten für die betriebliche Altersversorgung, für soziale Einrichtungen des Betriebs und freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung werden ebenfalls berücksichtigt, soweit sie auf die Herstellung entfallen. Fremdkapitalkosten werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Abschläge auf Vorräte ergeben sich neben einem Preisrückgang der Absatzprodukte auch durch mangelnde Gängigkeit oder hohe Lagerreichweiten der Produkte.

Bei der Bewertung von Vorratsbeständen des Edelmetallhandels wird die Ausnahmeregelung des IAS 2 für Händler angewendet. Hiernach sind solche Vorräte, die ausschließlich zu Handelszwecken gehalten werden, mit ihrem beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Alle Wertänderungen werden unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Latente Steuern: Für temporär abweichende Wertansätze zwischen IFRS- und Steuerbilanzen sowie für steuerliche Verlustvorträge und noch nicht genutzte Steuergutschriften werden latente Steuern angesetzt. Dies umfasst ebenso die abweichenden Wertansätze, die sich aus Unternehmenserwerben ergeben, mit der Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten. Die Berechnung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden erfolgt mit dem jeweiligen landesspezifischen Steuersatz, wobei am oder vor dem Bilanzstichtag beschlossene beziehungsweise weitgehend beschlossene Steuersatzänderungen berücksichtigt sind. Der für in Deutschland ansässige Kapitalgesellschaften verwendete Steuersatz beträgt 29 %. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen. Ergibt sich ein Überhang an latenten Steueransprüchen, so werden diese nur angesetzt, sofern eine Realisierung der Steuerminderung als wahrscheinlich erachtet wird. Maßgebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit latenter Steueransprüche ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Umkehrung der Bewertungsunterschiede und der Nutzbarkeit der Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften. Dies hängt ab von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften geltend gemacht werden können. Auf Grund der Erfahrungen aus der Vergangenheit und der erwarteten steuerlichen Einkommensentwicklung wird davon ausgegangen, dass die Vorteile aus den latenten Steueransprüchen realisiert werden können. Die Beurteilung der Werthaltigkeit latenter Steueransprüche basiert auf unternehmensinternen Prognosen über die zukünftige Ertragssituation der Gruppengesellschaft.

Veränderungen von latenten Steuern in der Bilanz werden als latenter Steueraufwand /-ertrag erfasst, sofern der zu Grunde liegende Sachverhalt nicht direkt im Eigenkapital angesetzt wird. Für die im Eigenkapital abgebildeten Effekte werden die latenten Steueransprüche und Steuerschulden ebenfalls erfolgsneutral erfasst.

Für Unterschiedsbeträge zwischen anteiligem IFRS-Eigenkapital und dem steuerlichen Beteiligungsbuchwert werden keine latenten Steuerschulden gebildet, wenn keine Umkehr dieser Differenz in absehbarer Zukunft erwartet wird. Für im Folgejahr geplante Dividendenausschüttungen werden latente Steuerschulden angesetzt, sofern diese zu einer Umkehr einer temporären Differenz führen.

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn BASF bei einem Finanzinstrument Vertragspartei wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag und im Edelmetallhandel zum Handelstag bilanziert.

Der Marktwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, den zwei unabhängige vertragswillige Parteien für dieses Instrument vereinbaren würden. Sofern Preisnotierungen auf einem aktiven Markt vorliegen (zum Beispiel Börsenkurse), werden diese bei der Bewertung zu Grunde gelegt. Andernfalls werden bei der Bewertung interne Bewertungsmodelle unter Verwendung aktueller Marktparameter oder externe Bewertungen, zum Beispiel durch Banken, herangezogen. Bei interner Bewertung werden insbesondere die Barwertmethode und Optionspreismodelle angewandt.

Sollten bei nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten Anzeichen für eine dauerhafte Wertminderung vorliegen, werden Wertminderungen vorgenommen.

Bei Wegfall der Gründe für Wertminderungen werden bei Ausleihungen und Forderungen sowie bei den bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen erfolgswirksame Wertaufholungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Bei allen Finanzinstrumenten werden Wertberichtigungen in separaten Konten erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt:

  • Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen Derivate und andere Handelsinstrumente. Bei BASF gehören dieser Bewertungskategorie ausschließlich Derivate an. Derivate sind im sonstigen Vermögen beziehungsweise in den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Fair-Value-Option von IAS 39 wendet BASF nicht an. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf Marktparametern beziehungsweise auf darauf basierenden Bewertungsmodellen. In Ausnahmefällen basiert die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf nicht am Markt beobachtbaren Parametern.
  • Kredite und Forderungen umfassen die nicht an einem aktiven Markt notierten finanziellen Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die keine Derivate sind und nicht als zur Veräußerung verfügbar eingestuft werden. Dieser Bewertungskategorie werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in der Position Sonstige Finanzanlagen enthaltenen Ausleihungen sowie die in den Übrigen Forderungen und sonstigem Vermögen ausgewiesenen anderen Forderungen und Darlehen zugeordnet. Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der regelmäßig dem Nennwert der Forderung beziehungsweise dem ausgereichten Kreditbetrag entspricht. Unverzinsliche
    und niedrigverzinsliche langfristige Kredite und Forderungen werden zum Barwert angesetzt. Die erfolgswirksame Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung einer Forderung oder einer Ausleihung vor, wird eine Einzelwertberichtigung vorgenommen. Bei der Beurteilung des Wertberichtigungsbedarfs werden regionale und branchenspezifische Gegebenheiten berücksichtigt. Weiterhin wird auf interne Bonitätsbeurteilungen sowie externe Ratings und die Einschätzungen von Inkassounternehmen und Kreditversicherern zurückgegriffen, soweit solche verfügbar sind. Ein erheblicher Teil des Forderungsbestands ist durch Kreditversicherungen gedeckt. Bankgarantien und Akkreditive werden in unwesentlichem Umfang genutzt. Es werden nur solche Forderungen wertberichtigt, die nicht durch eine Kreditversicherung oder durch andere Sicherheiten gedeckt sind. Forderungen, deren Versicherung einen Selbstbehalt vorsieht, werden maximal in Höhe des Selbstbehalts wertberichtigt. Bei Wertminderungen werden Erfahrungswerte zur Zahlungsfähigkeit der Kunden und zudem die Altersstruktur, die Überfälligkeit, vorhandene Versicherungen sowie kundenspezifische Risiken berücksichtigt. Des Weiteren entsteht Wertberichtigungsbedarf, wenn die einer Forderung oder einer Ausleihung zu Grunde liegenden Vertragsbedingungen durch Neuverhandlungen dergestalt verändert werden, dass der Barwert der zukünftigen Zahlungen sinkt. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in einer der folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung erfolgswirksam rückgängig gemacht. Zuschreibungen erfolgen maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten. Kredite und Forderungen werden ausgebucht, wenn ihre Uneinbringlichkeit endgültig feststeht. Forderungen, für die kein objektiver Hinweis auf Wertminderung besteht, werden gegebenenfalls auf der Grundlage historischer Ausfallraten wertberichtigt. Des Weiteren werden Wertberichtigungen auf Forderungen für Transferrisiken bestimmter Länder gebildet.
  • Die bis zur Endfälligkeit zu haltenden finanziellen Vermögenswerte umfassen nichtderivative finanzielle Vermögenswerte mit festen beziehungsweise bestimmbaren Zahlungen und fester Laufzeit, bei denen die Absicht und die Fähigkeit zum Halten bis zur Endfälligkeit bestehen und die keiner der anderen Bewertungskategorien zugeordnet sind. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in den überwiegenden Fällen den Anschaffungskosten entspricht. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

    Bei BASF sind dieser Bewertungskategorie keine finanziellen Vermögenswerte von wesentlicher Bedeutung zugeordnet.
  • Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte umfassen finanzielle Vermögenswerte, die keine Derivate sind und keiner der zuvor genannten Bewertungskategorien zugeordnet sind. In dieser Bewertungskategorie sind die in der Position Sonstige Finanzanlagen aus gewiesenen, nicht nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen und langfristige Wertpapiere enthalten. Die in der Position Kurzfristige Wertpapiere enthaltenen Wertpapiere sind ebenfalls dieser Bewertungskategorie zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgsneutral im Eigenkapital (Sonstige Eigenkapitalposten) abgegrenzt und erst bei Veräußerung oder Wertminderung erfolgswirksam erfasst. Spätere Wertaufholungen werden grundsätzlich erfolgsneutral im Eigenkapital (Sonstige Eigenkapitalposten) erfasst. Lediglich bei Schuldinstrumenten werden Zuschreibungen bis zur Höhe der ursprünglichen Wertminderung erfolgswirksam und darüber hinaus erfolgsneutral berücksichtigt. Fallen die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten, bedarf es objektiver Hinweise, um zu beurteilen, ob der Vermögenswert wertgemindert ist. Objektive Hinweise liegen vor, wenn das Absinken nachhaltig oder signifikant ist. Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von Marktnotierungen bestimmt. Beteiligungen, deren Zeitwert nicht zuverlässig bestimmt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet und bei Wertminderung abgeschrieben. Bei diesen Beteiligungen stellen die Anschaffungskosten den besten Schätzwert für den beizulegenden Zeitwert dar. Hierunter fallen Anteile an übrigen verbundenen Unternehmen, Anteile an übrigen assoziierten Unternehmen sowie Anteile an übrigen Beteiligungen, sofern diese nicht börsennotiert sind. Eine Veräußerung dieser Beteiligungen in wesentlichem Umfang ist nicht vorgesehen.
  • Finanzielle Verbindlichkeiten, die keine Derivate sind, werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht regelmäßig dem vereinnahmten Betrag. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich im Wesentlichen aus Kassenbeständen und Bankguthaben zusammen.

Umklassifizierungen zwischen den Bewertungskategorien wurden weder im Jahr 2011 noch im Jahr 2010 vorgenommen.

Erträge aus verzinslichen Aktiva werden unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und der nach der Effektivzinsmethode anzuwendenden Zinssätze abgegrenzt. Dividendenerträge aus nicht at Equity bewerteten Beteiligungen werden mit der Entstehung des Rechtsanspruches auf Zahlung erfasst.

Derivative Finanzinstrumente können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß den IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Derivat, so wird dieses vom Basisvertrag separat bilanziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Finanzgarantien der BASF-Gruppe sind solche Verträge, die eine Ausgleichszahlung an den Garantienehmer nach sich ziehen, falls ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen im Rahmen der Finanzgarantie nicht nachkommt. Finanzgarantien werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In den Folgeperioden werden diese Finanzgarantien zum höheren Wert aus fortgeführten Anschaffungskosten und der bestmöglichen Schätzung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Abschlussstichtag bewertet.

Cashflow Hedge Accounting wird bei ausgewählten Geschäften zur Sicherung von zukünftigen Transaktionen angewendet. Der effektive Teil der Marktwertänderungen des Derivats wird dabei erfolgsneutral im Eigenkapital (Sonstige Eigenkapitalposten) unter Berücksichtigung latenter Steuerschulden/-ansprüche erfasst. Der ineffektive Teil wird unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei zukünftigen Transaktionen, die zur Bilanzierung eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld führen, werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Marktwertänderungen des Derivats beim erstmaligen Ansatz entweder gegen die Anschaffungskosten ausgebucht oder in den Berichtsperioden erfolgswirksam erfasst, in denen das gesicherte Grundgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird. Liegen dem Sicherungsgeschäft finanzielle Vermögenswerte oder Schulden zu Grunde, werden die Marktwertänderungen des Sicherungsinstruments in den Berichtsperioden, in denen das gesicherte Grundgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird, aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Die Laufzeit des Sicherungsinstruments ist auf den Eintritt der künftigen Transaktion abgestimmt.

Zur Absicherung von Translationsrisiken aus Investitionen in ausländische Tochtergesellschaften wendet BASF vereinzelt Hedge Accounting an (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation). Hierbei wird der effektive Teil der Absicherung im Eigenkapital erfasst. Wird der ausländische Geschäftsbetrieb veräußert, werden die im Eigenkapital gebuchten Effekte in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Der ineffektive Teil der Absicherung wird unmittelbar ergebniswirksam erfasst.

Im Rahmen von Fair Value Hedges werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwertes abgesichert. Hierbei werden die Marktwertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente ergebniswirksam erfasst. Zudem werden die Buchwerte des dazugehörigen Grundgeschäfts ergebniswirksam um die aus dem abgesicherten Risiko resultierenden Gewinne oder Verluste angepasst.

Die von BASF zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate stellen wirtschaftlich betrachtet wirksame Absicherungen dar. Den Marktwertänderungen der Derivate stehen nahezu kompensierende Wertänderungen aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber.

Schulden

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen: Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Dabei werden unter anderem Annahmen zu folgenden Bewertungsparametern verwendet: künftige Entwicklung der Arbeitsentgelte und Renten sowie der Inflation, erwartete Wertentwicklung des Planvermögens von Pensionsfonds, Fluktuation der Beschäftigten sowie die Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten. Die auf Basis dieser Annahmen ermittelten Verpflichtungen werden mit der Rendite erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen mit AA-Rating zum Bilanzstichtag abgezinst. Versicherungsmathematische Gewinne beziehungsweise Verluste werden ergebnisneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Sie entstehen durch die Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen und des Pensionsvermögens von den zu Jahresbeginn getroffenen Annahmen sowie durch die Aktualisierung der versicherungsmathematischen Annahmen.

Vergleichbare Verpflichtungen, insbesondere aus Zusagen nordamerikanischer Gruppengesellschaften zur Übernahme von Krankheitskosten und Lebensversicherungen pensionierter Mitarbeiter und von deren Angehörigen, werden als Pensionsrückstellungen ausgewiesen.

Für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten vor.

Sonstige Rückstellungen: Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn auf Grund eines vergangenen Ereignisses eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, ein Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen wahrscheinlich ist und seine Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen für Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer oder vergleichbare Einkommensteuern werden auf der Grundlage der erwarteten steuerpflichtigen Einkommen der einbezogenen Gesellschaften ermittelt und abzüglich geleisteter Vorauszahlungen angesetzt. Sonstige zu veranlagende Steuern werden entsprechend berücksichtigt.

Für bestimmte Umweltschutzmaßnahmen und -risiken werden Rückstellungen gebildet, wenn auf Grund eines vergangenen Ereignisses eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung zur Durchführung von Maßnahmen besteht. Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen betreffen insbesondere Verpflichtungen für das Verfüllen von Bohrlöchern und die Beseitigung von Fördereinrichtungen nach Beendigung der Förderung im Segment Oil & Gas. Der Barwert der Verpflichtung erhöht gleichzeitig die Anschaffungskosten der betreffenden Anlage.

Daneben enthalten die sonstigen Rückstellungen auch erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen durch bestehende Produktions- oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen. Wird BASF als die einzige potenziell in Anspruch zu nehmende Partei identifiziert, deckt die Rückstellung die gesamte zu erwartende Belastung ab. Bei Standorten, die gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern betrieben werden, umfasst die gebildete Rückstellung lediglich den BASF zurechenbaren Anteil an der erwarteten Gesamtbelastung. Die Ermittlung der Höhe der Rückstellung basiert auf den verfügbaren technischen Daten des Standorts, den genutzten Technologien, den gesetzlichen Vorschriften sowie behördlichen Auflagen.

Die Schätzung zukünftiger Kosten ist mit Unsicherheiten behaftet. Sie betrifft besonders Sanierungsmaßnahmen, bei denen mehrere Parteien beteiligt sind und die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Rückstellungen für zu erwartende Abfindungszahlungen oder vergleichbare Personalaufwendungen sowie Abriss- oder Schließungskosten im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, wenn ein entsprechender Plan von der jeweiligen Geschäftsleitung beschlossen und kommuniziert wurde.

Rückstellungen für Dienstaltersgeldprämien und Jubiläumsgaben werden überwiegend nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Für abgeschlossene Altersteilzeitverträge werden die zugesagten Aufstockungszahlungen in voller Höhe zurückgestellt und die während der passiven Phase der Altersteilzeit zu leistenden Lohn- und Gehaltszahlungen ratierlich angesammelt.

Sonstige Rückstellungen decken auch Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab. Zur Beurteilung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen sowie Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen getroffen. Die tatsächlichen Belastungen können von diesen Einschätzungen abweichen.

Der wahrscheinliche Erfüllungsbetrag von langfristigen Rückstellungen ist abzuzinsen, wenn der Abzinsungseffekt wesentlich ist. Der Ansatz erfolgt in diesem Fall zum Barwert. Bei der Abzinsung langfristiger Rückstellungen sind Annahmen hinsichtlich des zu verwendenden Zinssatzes zu treffen. Die Finanzierungskosten aus der Aufzinsung in den Folgeperioden werden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Übrige Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erlösrealisierung: Umsatzerlöse werden bei Auslieferung der Erzeugnisse und Waren beziehungsweise bei Erbringung der Leistungen realisiert, wenn Eigentum und Risiken auf den Erwerber übergegangen sind. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung bewertet. Umsatzerlöse werden ohne Verbrauchsteuern ausgewiesen. Dabei werden erwartete Rabatte oder sonstige Preisnachlässe abgegrenzt beziehungsweise in Abzug gebracht. Wahrscheinliche Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren und auf Grund von Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt.

Erlöse aus dem Verkauf von Edelmetallen an industrielle Kunden sowie einzelne Erlöse aus dem Handel mit Erdgas werden zum Zeitpunkt der Lieferung als Umsatz und die entsprechenden Einstandspreise als Herstellungskosten ausgewiesen. Im Handel mit Edelmetallen und deren Derivaten mit nichtindustriellen Kunden, bei denen in der Regel keine physische Lieferung erfolgt, werden Erlöse mit den zugehörigen Kosten saldiert. Ebenso wird mit Erlösen aus Erdgashandelstätigkeit einer von BASF konsolidierten Projektgesellschaft verfahren.

Bei bestimmten Lieferungen ist eine Annahmeerklärung durch den Erwerber notwendig. Bei diesen Lieferungen wird der Umsatz nach erfolgter Zustimmung des Käufers realisiert.

Erträge aus dem Verkauf oder der Auslizenzierung von Technologien oder technologischem Wissen werden gemäß dem vertraglich vereinbarten Übergang der Rechte und Pflichten an den betreffenden Technologien ergebniswirksam erfasst.

Umrechnung von Fremdwährungsposten: Die Anschaffungskosten von Vermögenswerten aus Bezügen in fremder Währung und die Erlöse aus Verkäufen in fremder Währung werden zu Kursen zum Zeitpunkt der Buchung der Geschäftsvorfälle bestimmt. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zu Kursen am Abschlussstichtag bewertet. Die umrechnungsbedingten Änderungen von Vermögensposten und Fremdkapital werden ergebniswirksam erfasst und in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder Erträgen, im übrigen Finanzergebnis sowie für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte im sonstigen Eigenkapital ausgewiesen.

Öl- und Gasgewinnung: Explorations- und Feldesentwicklungsausgaben werden nach der Successful Efforts Method bilanziert. Danach werden Ausgaben für fündige Explorationsbohrungen sowie für fündige und nichtfündige Entwicklungsbohrungen aktiviert.

Eine Explorationsbohrung ist eine Bohrung, die außerhalb eines Gebiets mit bereits nachgewiesenen Öl- und Gasreserven liegt. Eine Entwicklungsbohrung ist eine Bohrung, die bis zur Tiefe eines öl- oder gasführenden Horizonts innerhalb eines Gebiets mit nachgewiesenen Reserven abgeteuft wird.

Produktionsaufwendungen beinhalten alle Kosten, die entstehen, um die Bohrungen und die zugehörigen Anlagen und Hilfsausrüstungen zu betreiben, zu reparieren und zu warten sowie deren Abschreibungen.

Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich das Segment Oil & Gas und umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit nicht nachgewiesenen Öl- oder Gasvorkommen stehen. Dazu zählen unter anderem Kosten für die Exploration von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasvorkommen. Kosten für geologische und geophysikalische Untersuchungen werden grundsätzlich in den Explorationsaufwendungen ausgewiesen. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertberichtigungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen sind Bestandteil der Herstellungskosten.

Explorationsbohrungen werden grundsätzlich bis zum Zeitpunkt der Feststellung der Fündigkeit als Anlagen im Bau ausgewiesen. Sofern Kohlenwasserstoffe nachgewiesen werden, die eine wirtschaftliche Feldesentwicklung wahrscheinlich machen, bleiben die Kosten der Bohrungen als suspendierte Explorationsbohrungen aktiviert. Alle suspendierten Explorationsbohrungen werden mindestens einmal jährlich wirtschaftlich, technisch und strategisch daraufhin überprüft, ob eine Entwicklung weiterhin beabsichtigt ist. Ist dies nicht der Fall, werden die betreffenden Bohrungen abgeschrieben. Wenn sichere Reserven nachgewiesen werden und eine Feldesentwicklung beginnt, werden die Explorationsbohrungen in die Position Technische Anlagen und Maschinen umgebucht.

Die Aufwendungen und Erträge aus den Phasen Exploration, Entwicklung und Produktion bei Erdöl- und Erdgaskonzessionen werden häufig über Explorations- und Produktionsteilungsverträge zwischen dem Staat und einem oder mehreren Entwicklungs- und Produktionsunternehmen nach definierten Schlüsseln aufgeteilt. Die aus diesen Verträgen BASF zustehenden Erlöse werden als Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Verhandlungen zu den libyschen Konzessionsverträgen sind auf Grund der politischen Lage ausgesetzt. Sie sollen auf den EPSA-IV-Standard umgestellt werden.

Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen betreffen Verpflichtungen für das Verfüllen von Bohrlöchern und die Beseitigung von Fördereinrichtungen nach Beendigung der Förderung. Die Bewertung erfolgt zum Zeitpunkt der Entstehung der Verpflichtung zum Barwert der künftigen Rückbauausgaben. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwertes der betreffenden Anlage aktiviert und mit diesem zusammen abgeschrieben. Die Rückstellung wird bis zum Zeitpunkt des vorgesehenen Rückbaus jährlich aufgezinst.

Die Abschreibung von Vermögenswerten aus der Öl- und Gasgewinnung erfolgt auf Feldes- beziehungsweise Lagerstättenebene gemäß der Unit of Production Method. Die Abschreibung wird grundsätzlich auf Basis der nachgewiesenen entwickelten Reserven in Relation zur Produktion der Periode berechnet.

Im Erdgashandel werden Erdgasfernleitungen linear abgeschrieben. Die durchschnittliche Abschreibungsdauer belief sich im Jahr 2011 und im Jahr 2010 auf 25 Jahre. Der immaterielle Vermögenswert aus dem Vermarktungsvertrag für Erdgas aus dem Erdgasfeld Juschno Russkoje wird gemäß dem auf BASF entfallenden Anteil an der produzierten und vermarkteten Menge abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte im Segment Oil & Gas beinhalten im Wesentlichen Explorations- und Förderrechte. Während der Explorationsphase werden diese nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Bei wirtschaftlicher Fündigkeit werden die Rechte gemäß der Unit of Production Method abgeschrieben.

Zur Veräußerung gehaltene Gruppen von Vermögenswerten und Schulden beziehungsweise Veräußerungsgruppen: Hierunter fallen separat in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte sowie direkt mit ihnen in Verbindung stehende Schulden, deren Veräußerung im Rahmen einer Transaktion höchstwahrscheinlich ist. Die als Veräußerungsgruppe klassifizierten Vermögenswerte und Schulden werden zum niedrigeren Wert aus der Summe der Buchwerte und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt. Die planmäßige Abschreibung langfristiger Vermögenswerte wird ausgesetzt.

Schätzungen oder Annahmen bei der Erstellung des Konzernabschlusses

Die Höhe der im Konzernabschluss ausgewiesenen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Rückstellungen, der Haftungsverhältnisse oder sonstigen finanziellen Verpflichtungen ist von Schätzungen oder Annahmen abhängig. Spezifische Schätzungen oder Annahmen für einzelne Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden im jeweiligen Abschnitt erläutert. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Derartige Annahmen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauer des abnutzbaren Sachanlagevermögens oder immaterieller Vermögenswerte, die Bemessung von Rückstellungen, den Wertansatz von Beteiligungen und von anderen Vermögenswerten oder Verpflichtungen. Bestehende Unsicherheiten werden bei der Wertermittlung angemessen berücksichtigt, jedoch können tatsächliche Ergebnisse von den Schätzungen abweichen.

Bei Unternehmenserwerben werden die übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Beherrschung bewertet. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist mit Annahmen verbunden. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf prognostizierten Cashflows. Die tatsächlichen Cashflows können von den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zu Grunde gelegten Cashflows signifikant abweichen. Bei der Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen werden externe unabhängige Gutachten erstellt. Die Bewertungen bei Unternehmenserwerben basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind.

Sogenannte Impairment-Tests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren (Triggering Events) auf eine mögliche Wertminderung hinweisen. Zu den externen Indikatoren zählen beispielsweise Veränderungen in den Kundenbranchen, bei den verwendeten Technologien sowie eine rückläufige Konjunkturentwicklung. Eine reduzierte Profitabilität der Produkte, geplante Restrukturierungsmaßnahmen oder physische Schäden der Vermögenswerte stellen interne Indikatoren für eine Wertminderung dar. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen einem jährlichen Impairment-Test.

Beim Impairment-Test werden die fortgeführten Buchwerte der Vermögenswerte mit dem erzielbaren Betrag der Vermögenswerte verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert des Vermögenswerts. Zur Ermittlung des Nutzungswerts erfolgt die Schätzung und Diskontierung von Cashflows. Die Schätzung der Cashflows und die getroffenen Annahmen basieren auf den jeweils zum Bilanzstichtag verfügbaren Informationen über die zukünftige Entwicklung des operativen Geschäfts und können von den tatsächlichen künftig eintretenden Entwicklungen abweichen.

Noch nicht zu berücksichtigende IFRS und IFRIC

Die Auswirkungen der im Geschäftsjahr 2011 noch nicht in Kraft getretenen beziehungsweise von der Europäischen Union nicht anerkannten IFRS und IFRIC auf den Abschluss der BASF-Gruppe wurden geprüft:

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Standard/
Interpretation

Veröffent-
lichung
durch IASB

Anwendungs-
zeitpunkt
laut IASB

Übernahme durch EU

Voraussichtliche Auswirkungen auf BASF

IFRS 9
Finanzinstrumente

12.11.2009

01.01.2015

Zurückgestellt

Im ersten Schritt des Projekts zur Überarbeitung des IAS 39 Financial Instruments – Recognition and Measurement – führt der Standard neue Klassen, Klassifizierungskriterien und Bewertungsmaßstäbe für Finanzinstrumente ein. Mögliche Auswirkungen auf BASF werden untersucht.
Zudem wurden am 28. Oktober 2010 weitere Neuregelungen des IFRS 9 zu finanziellen Verbindlichkeiten und zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten veröffentlicht. Änderungen betreffen insbesondere die Regelungen für freiwillig zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten. Mögliche Auswirkungen auf BASF werden untersucht.

IFRS 10
Konzernabschlüsse

12.05.2011

01.01.2013

Erwartet in
Q3 2012

Der neue Standard regelt die Pflicht zur Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen umfassend und benennt klarere Bedingungen, die zu einer Vollkonsolidierung führen. Im Gegensatz zu IAS 27 zielt der Standard stärker auf die wirtschaftlichen als auf die rechtlichen Gegebenheiten ab. Die Auswirkungen auf BASF werden untersucht.

IFRS 11
Gemeinschaftliche Tätigkeiten

12.05.2011

01.01.2013

Erwartet in
Q3 2012

Die Vorschriften des IFRS 11 bringen wesentliche Änderungen mit sich. BASF bezieht Gemeinschaftsunternehmen derzeit anteilmäßig in den Konzernabschluss ein. Gemeinschaftlich beherrschte Unternehmen sind zukünftig at Equity in den Konzernabschluss einzubeziehen. Das Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung entfällt.
Nach Übernahme des Standards durch die EU plant BASF, in der externen Berichterstattung das Equity-Ergebnis als Teil des EBIT auszuweisen. Der Equity-Buchwert wird als operatives Vermögen gezeigt.
Bei Anwendung auf die Verhältnisse im Jahr 2011 ergäben sich beispielsweise um 5.749
Millionen € niedrigere Umsatzerlöse.
Einbezogene Werte anteilmäßig konsolidierter Gesellschaften unter Anmerkung 2

IFRS 12
Angaben zu
Anteilen an
anderen
Unternehmen

12.05.2011

01.01.2013

Erwartet in
Q3 2012

Der neue Standard fordert umfangreichere Anhangangaben zu vollkonsolidierten und nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, insbesondere zu den Gründen, die zu einer Vollkonsolidierung oder einer Nichteinbeziehung führen. Diese Änderung wird Auswirkungen auf den Anhang zum BASF-Konzernabschluss haben.

IFRS 13
Bewertung mit
dem beizulegenden
Zeitwert

12.05.2011

01.01.2013

Erwartet in
Q3 2012

IFRS 13 ersetzt die Regelungen der einzelnen Standards zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Der Standard führt keine wesentlichen neuen Anforderungen zur Bewertung ein, fordert aber weitere Anhangangaben. Mögliche Auswirkungen auf BASF werden untersucht.

Amendments
to IAS 28
Anteile an
assoziierten
Unternehmen und
Joint Ventures

12.05.2011

01.01.2013

Erwartet in
Q3 2012

Die Regelung des IAS 28 zur Anwendung der Equity-Methode wird durch die Verabschiedung des IFRS 11 erheblich erweitert und ist zukünftig auch auf Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen (siehe IFRS 11) anzuwenden. Die Anwendung der anteilmäßigen Konsolidierung für Gemeinschaftsunternehmen entfällt mithin. Die Auswirkungen auf BASF sind oben (IFRS 11) erläutert.
Außerdem sind verbleibende Anteile an einem assoziierten Unternehmen, das zu einer Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen wird (oder umgekehrt), nicht neu zu bewerten.

Amendments
to IAS 1
Darstellung
einzelner
Posten des
sonstigen
Ergebnisses

16.06.2011

01.07.2012

Erwartet in
Q1 2012

Bestandteile des sonstigen Ergebnisses (other comprehensive income, OCI), die unter bestimmten Voraussetzungen zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden, sollen getrennt von solchen Bestandteilen gezeigt werden, die niemals reklassifiziert werden. Die Auswirkungen auf BASF werden untersucht.

IAS 19
Leistungen an
Arbeitnehmer

16.06.2011

01.01.2013

Erwartet in
Q1 2012

Die bedeutendste Änderung des IAS 19 besteht darin, dass erfahrungsbedingte Anpassungen und Auswirkungen von Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen, sogenannte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, unmittelbar im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst werden müssen. Das bisherige Wahlrecht zwischen sofortiger Erfassung im Gewinn oder Verlust, im sonstigen Ergebnis (OCI) oder der zeitverzögerten Erfassung nach der sogenannten Korridormethode wird abgeschafft. Die Änderung wird keine Auswirkung auf BASF haben.
Außerdem erfolgt die Verzinsung des Planvermögens nicht mehr auf Grund von Erwartungen, sondern in Höhe des Diskontierungszinssatzes der Pensionsverpflichtungen.
Mehr dazu unter Anmerkung 20
Der geänderte IAS 19 fordert außerdem umfangreichere Anhangangaben.

Sonstige neue Standards und Änderungen der Standards haben keine nennenswerten Auswirkungen auf BASF. Eine frühzeitige Anwendung der Standards vor Anerkennung durch die Europäische Union ist nicht geplant.