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21 – Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Den meisten Mitarbeitern der einbezogenen Gesellschaften stehen neben den Anwartschaften auf Leistungen aus der gesetzlichen Altersversorgung Ansprüche aus beitrags- oder leistungsorientierten Versorgungsplänen zu. Die Leistungen bemessen sich in der Regel nach Beschäftigungsdauer, Bezügen oder Beiträgen der begünstigten Mitarbeiter unter Berücksichtigung der arbeits-, steuer- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern. Um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und demografischer Entwicklungen zu begrenzen, werden den Mitarbeitern seit einigen Jahren fast ausschließlich beitragsorientierte Pläne angeboten.

Für BASF SE und deutsche Gruppengesellschaften wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige BASF Pensionskasse VVaG gewährt, die aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen und den erzielten Vermögenserträgen finanziert wird. Die BASF SE sichert die erforderlichen Zuwendungen zu, um die Leistungen der BASF Pensionskasse VVaG ausreichend zu finanzieren. Für einen Teil der über die BASF Pensionskasse VVaG finanzierten Leistungen bestehen Anpassungspflichten, die von ihren Mitgliedsunternehmen getragen werden, solange die BASF Pensionskasse VVaG diese auf Grund aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen nicht übernehmen kann. Über die Grundversorgung hinausgehende Zusagen von Betriebsrenten sind bei der BASF SE im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements über die BASF Pensionstreuhand e.V. und bei den deutschen Gruppengesellschaften überwiegend durch Pensionsrückstellungen finanziert. Bei ausländischen Gruppengesellschaften werden leistungsorientierte Versorgungszusagen teils durch Pensionsrückstellungen, überwiegend aber durch externe Versicherungen oder Pensionsfonds abgedeckt.

Die Bewertung der Pensionspläne erfolgt grundsätzlich anhand der aktuellen Sterbetafeln zum 31. Dezember des jeweiligen Berichtsjahres, die im Inland aus dem BASF-Bestand abgeleitet wurden.

Der Bewertung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 lagen folgende Annahmen zu Grunde:

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Annahmen zur Bewertung des Anwartschaftsbarwerts zum 31.12. (gewichteter Durchschnitt in Prozent)

 

Deutschland

 

Ausland

 

2012

2011

 

2012

2011

Rechnungszinsfuß

3,50

5,00

 

3,46

4,34

Lohn- und Gehaltstrend

2,75

2,75

 

3,51

3,71

Rententrend

2,00

2,00

 

0,63

0,70

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Annahmen zur Ermittlung des Aufwands aus Pensionsplänen im jeweiligen Geschäftsjahr (gewichteter Durchschnitt in Prozent)

 

Deutschland

 

Ausland

 

2012

2011

 

2012

2011

Rechnungszinsfuß

5,00

5,00

 

4,34

4,74

Lohn- und Gehaltstrend

2,75

2,75

 

3,71

3,79

Rententrend

2,00

1,75

 

0,70

1,00

Erwartete Rendite des Pensionsvermögens

5,28

5,28

 

5,66

5,49

Die zur Bestimmung des Anwartschaftsbarwertes am 31. Dezember festgelegten Annahmen werden im folgenden Geschäftsjahr für die Ermittlung des Aufwands aus Pensionsplänen verwendet.

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen der nordamerikanischen Gruppengesellschaften aus der Übernahme von Krankheitskosten und Lebensversicherungen pensionierter Mitarbeiter und von deren Angehörigen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet und sind im Gesamtwert enthalten. Für die Krankheitskosten wird dabei eine Kostensteigerungsrate von 8,0 % p.a. (Vorjahr: 8,0 %) bis 2012 unterstellt, die sich anschließend linear bis zum Jahr 2018 auf 5,0 % p.a. (Vorjahr: 5,0 %) reduziert. Eine Änderung der erwarteten Kostensteigerungsraten der Krankheitskosten um einen Prozentpunkt hätte folgende Auswirkungen:

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Sensitivität der Krankheitskosten (Millionen €)

 

Anstieg um einen Prozentpunkt

Rückgang um einen Prozentpunkt

Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert

12

–11

Auswirkungen auf den Versorgungsaufwand

1

–2

Die Annahmen zu der erwarteten langfristigen Gesamtrendite des Pensionsvermögens basieren auf der angestrebten Portfoliostruktur und den zukünftigen Renditen für die einzelnen Anlageklassen. Die Prognosen orientieren sich an langfristigen historischen Durchschnittswerten und berücksichtigen das aktuelle Zinsniveau sowie den Inflationstrend. Die Rechnungszinssätze wurden im Jahr 2012 entsprechend der Kapitalmarktentwicklung angepasst.

Die Ziel-Portfoliostruktur der Pensionspläne wird mit Hilfe von Asset-Liability-Studien ermittelt und regelmäßig überprüft. Danach werden die Vermögensanlagen unter Berücksichtigung der Anlagerisiken und der gesetzlichen Bestimmungen für die Anlage von Pensionsvermögen langfristig auf die Verpflichtungen abgestimmt. Die bestehende Portfoliostruktur orientiert sich grundsätzlich an der Zielallokation und berücksichtigt darüber hinaus aktuelle Markteinschätzungen. Zur Begrenzung von Anlagerisiken und zur Ausschöpfung möglichst vieler Ertragspotenziale erfolgt eine breite weltweite Streuung der Einzelanlagen.

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Portfoliostruktur des Pensionsvermögens (%)

 

Zielallokation

 

Anteil am Pensionsvermögen

 

2013

 

2012

2011

Aktien

27

 

29

28

Anleihen

61

 

61

63

Immobilien

5

 

4

4

Sonstige

7

 

6

5

Gesamt

100

 

100

100

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Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen (Millionen €)

 

2012

2011

Anwartschaftsbarwert am 01.01.

18.613

17.695

Kosten für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche

259

250

Zinskosten auf den Anwartschaftsbarwert

853

832

Rentenzahlungen

–931

–914

Mitarbeiterbeiträge

56

55

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

3.539

464

Plananpassungen und sonstige Veränderungen

–210

5

Umrechnungsbedingte Wertänderungen

–58

226

Anwartschaftsbarwert am 31.12.

22.121

18.613

Die versicherungsmathematischen Verluste bei der Pensionsverpflichtung in Höhe von 3.539 Millionen € sind auf die deutliche Reduzierung des durchschnittlichen gewichteten Rechnungszinsfußes zurückzuführen, die auf Grund der Kapitalmarktentwicklung erforderlich war.

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Entwicklung des Pensionsvermögens (Millionen €)

 

2012

2011

Pensionsvermögen am 01.01.

15.572

15.226

Erwartete Erträge aus dem Pensionsvermögen

819

818

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

726

–328

Firmenbeiträge

270

180

Mitarbeiterbeiträge

56

55

Rentenzahlungen

–584

–560

Übrige Veränderungen

–101

2

Umrechnungsbedingte Wertänderungen

–19

179

Pensionsvermögen am 31.12.

16.739

15.572

Der tatsächliche Vermögensertrag betrug im Jahr 2012 1.545 Millionen € und im Jahr 2011 490 Millionen €. In den Pensionsvermögen zum Bilanzstichtag waren von BASF-Gruppengesellschaften emittierte Wertpapiere mit einem Marktwert von 21 Millionen € im Jahr 2012 und 27 Millionen € im Jahr 2011 enthalten. Der Marktwert der von den rechtlich selbständigen Versorgungseinrichtungen an BASF-Gruppengesellschaften vermieteten Immobilien betrug 57 Millionen € am 31. Dezember 2012 und 48 Millionen € am 31. Dezember 2011.

Seit dem Jahr 2010 besteht zwischen der BASF SE und der BASF Pensionskasse eine Vereinbarung über die Gewährung von Genussrechtskapital in Höhe von nominell 80 Millionen €, das der Stärkung der Finanzierungsbasis dient. Zwischen den rechtlich selbständigen Versorgungseinrichtungen und den Unternehmen der BASF-Gruppe fanden im Jahr 2012 keine wesentlichen Transaktionen statt.

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Überleitung vom Finanzierungsstatus zum Bilanzansatz (Millionen €)

 

2012

2011

Pensionsvermögen am 31.12.

16.739

15.572

abzüglich Anwartschaftsbarwert am 31.12.

22.121

18.613

Finanzierungsstatus

–5.382

–3.041

Unrealisierter Aufwand aus Leistungszusagen für frühere Dienstjahre

–35

–19

Vermögenswertbegrenzung gemäß IAS 19.58

–1

Nettoverpflichtung in der Bilanz

–5.417

–3.061

davon Vermögenswerte aus überdeckten Pensionsplänen

43

128

Pensionsrückstellungen

–5.460

–3.189

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Periode ihrer Entstehung unmittelbar ergebnisneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Aufwand aus Leistungszusagen für frühere Dienstjahre wird über die durchschnittliche Dienstzeit der Versorgungsberechtigten bis zur Unverfallbarkeit der zugesagten Leistungen ergebniswirksam verteilt. Im Jahr 2012 wurden versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 2.813 Millionen € und im Jahr 2011 Verluste in Höhe von 792 Millionen € unmittelbar mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Seit der Einführung dieser Bewertungsmethode im Jahr 2004 wurden somit ohne Berücksichtigung latenter Steuern versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 5.785 Millionen € mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

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Vermögensdeckung der Pensionspläne (Millionen €)

 

2012

 

2011

 

Anwartschafts-
barwert

Pensions-
vermögen

 

Anwartschafts-
barwert

Pensions-
vermögen

Ohne Pensionsvermögensdeckung

2.438

 

2.157

Teilweise Pensionsvermögensdeckung

17.926

14.939

 

10.633

9.620

Unvollständige Pensionsvermögensdeckung

20.364

14.939

 

12.790

9.620

Vollständige Pensionsvermögensdeckung

1.757

1.800

 

5.823

5.952

 

22.121

16.739

 

18.613

15.572

Die Verschiebung zwischen Plänen mit teilweiser und vollständiger Vermögensdeckung ist auf den Anstieg des Anwartschaftsbarwertes einzelner Pläne zurückzuführen, der insbesondere aus der deutlichen Reduzierung des jeweiligen Rechnungszinsfußes resultiert.

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Abweichungen zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung (Millionen €)

 

2012

2011

2010

2009

2008

Anwartschaftsbarwert

22.121

18.613

17.695

15.264

11.814

Enthaltene Auswirkungen der Abweichungen im laufenden Geschäftsjahr

7

33

21

–2

36

Pensionsvermögen

16.739

15.572

15.226

13.810

10.325

Enthaltene Auswirkungen der Abweichungen im laufenden Geschäftsjahr

726

–328

569

1.120

–2.163

Finanzierungsstatus

–5.382

–3.041

–2.469

–1.454

–1.489

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Erwartete Zahlungen aus den zum 31. Dezember 2012 bestehenden Pensionszusagen (Millionen €)

2013

966

2014

977

2015

1.003

2016

1.058

2017

1.086

2018 bis 2022

5.841

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Zusammensetzung des Aufwands aus Pensionsplänen (Millionen €)

 

2012

2011

Kosten für im Geschäftsjahr erworbene Versorgungsansprüche

259

250

Aufwand aus Leistungszusagen für frühere Dienstjahre

–2

–6

Aufwand/Ertrag aus Übertragung und Wegfall von Verpflichtungen

–75

5

Aufwand aus leistungsorientierten Pensionsplänen im Ergebnis der Betriebstätigkeit

182

249

Aufwand aus beitragsorientierten Pensionsplänen im Ergebnis der Betriebstätigkeit

245

216

Aufwand für Altersversorgung im Ergebnis der Betriebstätigkeit

427

465

 

 

 

Finanzierungskosten aus leistungsorientierten Pensionsplänen

853

832

Erwartete Erträge aus Pensionsvermögen

–819

–818

Aufwand für Altersversorgung im Finanzergebnis

34

14

Im Berichtsjahr wurden an staatliche Rentenversicherungsträger Beiträge in Höhe von 557 Millionen € und im Vorjahr von 550 Millionen € geleistet.

Die voraussichtlichen Beitragszahlungen an leistungsorientierte Pensionspläne für das Jahr 2013 betragen 239 Millionen €.