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29 – Aktienkursbasiertes Vergütungsprogramm und BASF-Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Aktienkursbasiertes Vergütungsprogramm

Im Jahr 2012 wurde das seit 1999 bestehende aktienkursbasierte Vergütungsprogramm (sogenanntes Long-Term-Incentive- oder LTI-Programm) für Führungskräfte der BASF-Gruppe fortgeführt. Derzeit sind circa 1.200 Führungskräfte einschließlich des Vorstands zur Teilnahme an dem LTI-Programm berechtigt. Dieses Programm sieht die Gewährung von virtuellen Optionen vor. Bei Ausübung werden die Optionsrechte durch Barvergütung erfüllt (Cash Settlement).

Die Teilnahme am LTI-Programm ist freiwillig. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment: Der Teilnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von zwei Jahren ab Optionsgewährung BASF-Aktien in Höhe von 10 bis 30 % seiner variablen Gehaltsbezüge zu halten (Haltefrist). Für die Anzahl der zu haltenden Aktien ist neben der variablen Vergütung der mit dem Volumen gewichtete Durchschnittskurs am ersten Handelstag nach der Hauptversammlung maßgeblich, der am 30. April 2012 62,66 € betrug.

Für jede eingebrachte BASF-Aktie erhält der Teilnehmer vier Optionsrechte. Jedes Optionsrecht besteht aus den Teilrechten A und B, deren Werthaltigkeit sich an unterschiedlichen Erfolgszielen (Hürden) orientiert: Teilrecht A ist werthaltig, wenn der Kurs der BASF-Aktie gegenüber dem Basiskurs bei Gewährung der Optionsrechte um mehr als 30 % gestiegen ist (absolute Hürde). Der Wert des Teilrechts A ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Börsenkurs am jeweiligen Ausübungstag und dem Basiskurs; er ist auf 100 % des Basiskurses begrenzt. Teilrecht B wird werthaltig, wenn die kumulierte Wertsteigerung der BASF-Aktie den Anstieg des MSCI World Chemicals IndexSM (MSCI Chemicals) übersteigt (relative Hürde). Der Wert des Teilrechts B ergibt sich aus der doppelten prozentualen Outperformance der BASF-Aktie bei Ausübung, bezogen auf den Basiskurs; er ist begrenzt auf den um den rechnerischen Nennbetrag der BASF-Aktie verminderten Börsenschlusskurs bei Ausübung. Die Optionen wurden zum 1. Juli 2012 gewährt und können nach Ablauf einer zweijährigen Wartefrist zwischen dem 1. Juli 2014 und dem 30. Juni 2020 ausgeübt werden. Während der Ausübungsphase dürfen die Optionen innerhalb bestimmter Sperrfristen (Closed Periods) nicht ausgeübt werden. Jedes Optionsrecht kann nur insgesamt ausgeübt werden. Hierzu muss eine der Ausübungshürden überschritten worden sein. Ist die andere Ausübungshürde nicht übertroffen, verfällt das damit verbundene Teilrecht. Der maximal mögliche Ausübungsgewinn für einen Teilnehmer ist auf das Zehnfache des Eigeninvestments begrenzt. Die gewährten Optionen sind nicht übertragbar und verfallen, wenn der Teilnehmer vor Ablauf der zweijährigen Haltefrist Aktien aus seinem Eigeninvestment verkauft oder aus der BASF-Gruppe ausscheidet. Sie bleiben bei Eintritt in den Ruhestand erhalten. Für die Mitglieder des Vorstands ist die langfristige Ausrichtung des Programms gegenüber den für die übrigen Teilnehmer geltenden Bedingungen deutlich verstärkt. Sie sind verpflichtet, mit mindestens 10 % der Bruttotantieme an dem LTI-Programm teilzunehmen. Dabei gilt im Hinblick auf dieses verpflichtende Eigeninvestment (in Form von BASF-Aktien) eine verlängerte Haltefrist von vier Jahren. Eine Ausübung der Optionsrechte ist für die Mitglieder des Vorstands frühestens vier Jahre nach Gewährung (Wartefrist) möglich.

Die Programme 2005 bis 2011 entsprechen in ihrer Grundstruktur dem LTI-Programm 2012.

Die Modelle zur Bewertung der Optionspläne basieren auf der arbitragefreien Bewertung nach Black/Scholes. Um ein rationales Ausübungsverhalten der Teilnehmer noch besser abzubilden, erfolgte im Geschäftsjahr 2012 ein Wechsel der Modellierung von einer Monte-Carlo-Simulation auf ein Binomialmodell. Durch den Wechsel des Bewertungsmodells ergab sich zum 31. Dezember 2012 eine um 24 Millionen € höhere Rückstellung. Die Rückstellung zum 31. Dezember 2011 wäre bei Anwendung des Binomialmodells um 30 Millionen € höher ausgefallen.

 Download (xls, 18 kB)

Beizulegender Zeitwert der Optionen und Bewertungsparameter zum 31. Dezember 2012 1

 

 

LTI-Programm des Jahres

 

 

2012

2011

1

Es wurde ein vom Gewinnpotenzial der Optionen abhängiges Ausübungsverhalten unterstellt.

Beizulegender Zeitwert

41,22

41,51

Dividendenrendite

%

3,51

3,51

Risikoloser Zinssatz

%

0,91

0,70

Volatilität BASF-Aktie

%

28,41

29,90

Volatilität MSCI Chemicals

%

19,54

20,64

Korrelation BASF-Kurs – MSCI Chemicals

%

79,86

79,94

Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 betreffen die genannten beizulegenden Zeitwerte und Bewertungsparameter die LTI-Programme der Jahre 2012 und 2011. Für Programme aus Vorjahren wurden entsprechende beizulegende Zeitwerte ermittelt und Bewertungsparameter verwendet.

Die Volatilitäten wurden ermittelt auf Basis der monatlichen Schlusskurse über einen historischen Zeitraum entsprechend der Restlaufzeit der Optionen.

Die Anzahl der gewährten Optionen betrug 2.651.612 im Jahr 2012 und 2.357.424 im Jahr 2011.

Da durch Beschluss des Vorstands im Jahr 2002 die Optionsrechte bei Ausübung durch Barvergütung zu erfüllen sind, werden alle noch bestehenden Optionsrechte aus den Programmen 2005 bis 2012 zum 31. Dezember 2012 mit ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Dieser Betrag wird, verteilt über die jeweilige Wartefrist der Optionen, ratierlich zurückgestellt. Die hierfür gebildete Rückstellung stieg auf Grund der gestiegenen beizulegenden Zeitwerte sowie infolge der höheren Anzahl ausstehender Optionsrechte von 269 Millionen € zum 31. Dezember 2011 auf 411 Millionen € zum 31. Dezember 2012. Der Verbrauch der Rückstellung betrug im Jahr 2012 157 Millionen € und im Jahr 2011 267 Millionen €. Der Personalaufwand betrug im Jahr 2012 299 Millionen € (2011: 125 Millionen €).

Der gesamte innere Wert der ausübbaren Optionen betrug 269 Millionen € zum 31. Dezember 2012 und 167 Millionen € zum 31. Dezember 2011.

BASF-Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Teilnahmeberechtigt am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm „Plus“ sind alle Mitarbeiter mit Ausnahme der zur Teilnahme an dem LTI-Programm berechtigten Führungskräfte. Das Programm wurde 1999 eingeführt und wird derzeit außer in Deutschland in weiteren europäischen Ländern sowie in Mexiko angeboten. Mitarbeiter, die an „Plus“ teilnehmen, erwerben als Eigeninvestment aus ihrer variablen Vergütung BASF-Aktien. Je zehn BASF-Aktien berechtigen nach ein, drei, fünf, sieben und zehn Jahren zum kostenlosen Bezug einer BASF-Aktie. Das erste und zweite Zehnerpaket berechtigen grundsätzlich in jedem der folgenden zehn Jahre zum kostenlosen Bezug einer BASF-Aktie.

Die Rechte verfallen, wenn der Teilnehmer sein Eigeninvestment in BASF-Aktien verkauft oder seine Tätigkeit für eine Gruppengesellschaft beendet beziehungsweise ein Jahr nach dessen Pensionierung. Die Anzahl der zu gewährenden Gratisaktien hat sich wie folgt entwickelt:

 Download (xls, 18 kB)

Zu gewährende Gratisaktien (Stück)

 

2012

2011

Stand zum 01.01.

2.985.154

3.085.075

Neu erworbene Ansprüche

564.595

512.745

Ausgegebene Gratisaktien

–537.833

–511.338

Verfallene Ansprüche

–120.980

–101.328

Stand zum 31.12.

2.890.936

2.985.154

An dem Tag, an dem die Mitarbeiter mit ihrem Eigeninvestment das Bezugsrecht erwerben, werden die auszugebenden unentgeltlichen Aktien zu ihrem Marktwert bewertet. Der Marktwert wird ermittelt auf Basis des Kurses der BASF-Aktie unter Berücksichtigung des Barwerts der während der Laufzeit des Programms nicht gezahlten Dividenden. Die gewichteten Marktwerte am Gewährungstag betrugen 47,61 € für das Programm 2012 und 53,29 € für das Programm 2011.

Der Marktwert der zu gewährenden Gratisaktien wird, über die Laufzeit des Programms verteilt, aufwandswirksam erfasst und in die Kapitalrücklage eingestellt.

Der Personalaufwand für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm betrug im Jahr 2012 21 Millionen € und im Jahr 2011 17 Millionen €.