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Aussichten für die chemische Industrie

Für das Jahr 2013 erwarten wir folgende Entwicklungen in der chemischen Industrie:

  • Erholung der weltweiten Chemieproduktion (+3,6 %)
  • Europäische Union: Nur schwaches Wachstum der Chemieindustrie (+0,3 %)
  • USA: Chemieindustrie wächst mit 1,9 % etwas geringer als im Vorjahr, vor allem auf Grund des langsameren Wachstums in der Automobil- und Bauindustrie
  • Asien (ohne Japan): Stärkeres Wachstum (+8,1 %); Wachstumsimpulse vor allem aus dem Bausektor und der Automobil-, Elektronik- und Konsumgüterindustrie
  • Japan: Stabilisierung (–0,6 %) nach deutlichen Produktionsrückgängen im Vorjahr
  • Südamerika: Wachstum deutlich stärker (+3,7 %) als im Vorjahr; erwarteter wirtschaftlicher Aufschwung in Brasilien

Wir gehen davon aus, dass sich die weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) 2013 wieder erholt (+3,6 %) und sich damit an den mittelfristig erwarteten Wachstumspfad annähert. Nachdem die Produktion in den Industrieländern im Vorjahr nahezu stagnierte, prognostizieren wir für 2013 wieder ein leichtes Wachstum (+0,9 %). In den Schwellenländern rechnen wir mit einem nach wie vor hohen Wachstum (+6,8 %).

Ausblick zur Chemieproduktion 2013
(ohne Pharma)
(Reale Veränderung gegenüber Vorjahr)
Ausblick zur Chemieproduktion 2013 (ohne Pharma) (Balkendiagramm)Bild vergrößern
Trends Chemieproduktion 2013–2015
(ohne Pharma)
(Reale jährliche Veränderung im Durchschnitt)
Trends Chemieproduktion 2013–2015 (ohne Pharma) (Balkendiagramm)Bild vergrößern

In der Europäischen Union wird die Chemieproduktion unter anderem bedingt durch das geringe Wachstum der gesamten Industrieproduktion voraussichtlich nur schwach zunehmen (+0,3 %). Wir erwarten weiterhin Produktionsrückgänge in den südeuropäischen Ländern. Für die Chemieproduktion in Deutschland rechnen wir dagegen mit einem moderaten Wachstum. Mittelfristig gehen wir von einem jährlichen Wachstum der europäischen Chemieindustrie von durchschnittlich rund 1,0 % aus.

Auch 2013 wird die Chemieindustrie in den USA von niedrigen Gaspreisen profitieren. Allerdings rechnen wir mit einem langsameren Wachstum der Automobilindustrie, einem wichtigen Abnehmer chemischer Produkte. Das Wachstum in der Bauindustrie wird ebenfalls etwas schwächer ausfallen als im Jahr 2012. Insgesamt gehen wir von einem geringeren Wachstum der Chemieindustrie in den USA aus (+1,9 %). Mittelfristig prognostizieren wir ein jährliches Wachstum von 2,3 %.

In Asien (ohne Japan) wird die Chemieproduktion 2013 voraussichtlich etwas stärker wachsen (+8,1 %) als im Vorjahr. Nach der Abschwächung der Konjunktur in China im Jahr 2012 erwarten wir dort zusätzliche Wachstumsimpulse vor allem aus dem Bausektor und der Automobil-, Elektronik- und Konsumgüterindustrie. Mittelfristig gehen wir von einem jährlichen Wachstum von rund 7,8 % aus.

In Japan rechnen wir nach den deutlichen Produktionsrückgängen im Vorjahr mit einem nur noch leicht negativen Wachstum im Jahr 2013 (–0,6 %). Wir gehen davon aus, dass das Wachstum im Jahresverlauf anziehen wird. Mittelfristig erwarten wir eine jährliche Wachstumsrate von 0,7 %.

Die Chemieproduktion in Südamerika wird 2013 voraussichtlich deutlich stärker wachsen (+3,7 %) als im Vorjahr. Für Brasilien erwarten wir einen wirtschaftlichen Aufschwung, der vor allem in der Baubranche und in der Agrarindustrie zu einer steigenden Nachfrage nach Chemieprodukten führen wird. Mittelfristig rechnen wir mit einem durchschnittlichen Wachstum von jährlich 3,9 %.