Wachstums- und Technologiefelder

Forschungsschwerpunkte

  • Wachstumsfelder mit attraktivem Umsatzpotenzial im Jahr 2020, zum Beispiel Enzyme, E-Power-Management und Windenergie
  • Technologiefelder liefern die technologische Basis:
    Materialien, Systeme & Nanotechnologie: Entwicklung neuer Systeme und funktionaler Materialien sowie Nanotechnologie;
    Rohstoffwandel
    : Alternativen und Ergänzungen zu Erdöl als Rohstoff;
    Weiße Biotechnologie
    : Methoden und Verfahren zur effizienten und ressourcenschonenden Herstellung chemischer und biochemischer Produkte

Um zukünftige Geschäftsfelder für die BASF zu erschließen, haben wir Wachstums- und Technologiefelder definiert, für die wir ein hohes Umsatzpotenzial im Jahr 2020 erwarten. Diese Forschungsschwerpunkte leiten sich aus drei Bereichen ab, in denen chemiebasierte Innovationen in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen werden: Rohstoffe, Umwelt und Klima, Nahrungsmittel und Ernährung sowie Lebensqualität. Wir überprüfen die Wachstums- und Technologiefelder regelmäßig auf ihre Attraktivität für die BASF und passen gegebenenfalls unser Portfolio an.

Wachstumsfelder

Im Wachstumsfeld Enzyme forschen wir zum Beispiel an Enzymen für die Human- und Tierernährung sowie für Wasch- und Reinigungsmittel. Enzyme sind Proteine, die als Katalysatoren biologische und chemische Prozesse ermöglichen oder beschleunigen. Im Jahr 2013 haben wir unsere technologische Basis auf dem Gebiet der industriellen Enzymtechnologie verbreitert: Mit dem Kauf der Enzymtechnologie für Wasch- und Reinigungsmittel der Henkel AG & Co. KGaA wollen wir die Position der BASF in diesen Märkten stärken. Darüber hinaus haben wir mit dem Biotechnologieunternehmen Dyadic International Inc. eine Forschungs- und Lizenzvereinbarung getroffen, durch die wir eine von Dyadic entwickelte Technologie zur Weiterentwicklung und Herstellung von Enzymen und anderen Proteinen nutzen können. Zudem entwickeln wir gemeinsam mit der Direvo Industrial Biotechnology GmbH eine hochwirksame Protease für die Tierernährung. Dieses Enzym hilft den Tieren, die Nährstoffe im Futter besser aufzunehmen und zu verwerten. Durch die Akquisition der Verenium Corporation haben wir außerdem Zugang zu einer Enzym-Technologieplattform für die Human- und Tierernährung.

Die weltweit steigende Nachfrage nach Energie erfordert innovative Konzepte zur ressourcenschonenden und effizienten Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Strom. Im Wachstumsfeld E-Power-Management forschen wir beispielsweise an einem innovativen Verfahren zur Herstellung von Hochtemperatursupraleitern. Diese übertragen Strom nahezu verlustfrei und eröffnen so signifikante Einsparpotenziale. Mit dem Erwerb des Technologieunternehmens Deutsche Nanoschicht GmbH steht der BASF nun eine Technologie zur Verfügung, mit der Hochtemperatursupraleiter wesentlich effizienter und ressourcenschonender hergestellt werden können. Wir arbeiten daran, die innovative Technologie zur Marktreife zu bringen.

Windkraft als alternative Energiequelle steht im Mittelpunkt des Wachstumsfelds Windenergie. Die Windkraftanlagen der Zukunft müssen besonders effizient hergestellt und betrieben werden sowie eine höhere Maximalleistung erbringen. Ein interdisziplinäres Team aus Forschern, Entwicklern und Marktexperten arbeitet daher unter anderem an neuen und verbesserten Materialien für Rotorblätter. Gleichzeitig liegt unser Augenmerk auf Systemen, bei denen unterschiedliche Materialien so geschickt miteinander kombiniert werden, dass sich dadurch Vorteile bei der Auslegung, der Fertigung und dem Betrieb der Windflügel ergeben.

Forschungsschwerpunkte: Wachstums- und Technologiefelder

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Technologiefelder

Die technologische Basis zur Entwicklung der Wachstumsfelder liefern verschiedene Querschnittstechnologien. Diese haben wir in drei Technologiefeldern gebündelt: Materialien, Systeme & Nanotechnologie; Rohstoffwandel sowie Weiße Biotechnologie.

Die Herausforderungen der Zukunft erfordern intelligente Lösungen auf der Grundlage neuer Systeme und funktionaler Materialien. Formulierungs- und Anwendungskompetenzen gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Im Technologiefeld Materialien, Systeme & Nanotechnologie haben BASF-Forscher zum Beispiel eine Hochleistungsdämmplatte auf Polyurethan-Basis entwickelt, die bei gleicher Dämmleistung nur halb so viel Platz benötigt wie herkömmliche Materialien. SLENTITETM bietet dadurch mehr Freiräume für Design, zum Beispiel bei der Innenraumdämmung. Dank seiner winzigen, nur 50 bis 100 Nanometer großen Poren, in denen die Wärme kaum weitergeleitet wird, sorgt SLENTITETM für eine besonders effiziente Dämmung und ein angenehmes Raumklima.

Nach Alternativen und Ergänzungen zu Erdöl als Rohstoff für die Chemieindustrie suchen wir im Technologiefeld Rohstoffwandel. Mit Erdgas, Kohlendioxid und nachwachsenden Rohstoffen wollen wir langfristig die Rohstoffbasis unserer Wertschöpfungsketten verbreitern. 2013 haben wir beispielsweise gemeinsam mit der Linde Group und ThyssenKrupp eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungskooperation gestartet, um eine innovative Technologie zur umweltschonenden Herstellung von Synthesegas aus Kohlendioxid und Wasserstoff zu entwickeln. Zunächst wird dabei mit einer neuen Hochtemperaturtechnologie besonders wirtschaftlich und umweltfreundlich Wasserstoff und Kohlenstoff aus Erdgas hergestellt. In einem zweiten Schritt wird CO2 – auch aus anderen industriellen Prozessen – mit Wasserstoff zu Synthesegas umgesetzt. Synthesegas ist ein wichtiges Grundprodukt der Chemieindustrie.

Im Technologiefeld Weiße Biotechnologie forschen wir an Methoden und Verfahren zur effizienten und ressourcenschonenden Herstellung chemischer und biochemischer Produkte. Fermentation und Biokatalyse stellen zunehmend wettbewerbsfähige Alternativen zu chemischen Verfahren dar. Unsere Forscher arbeiten zum Beispiel an der großtechnischen Herstellung von Acrylamid aus Acrylnitril mit Hilfe eines natürlich vorkommenden Bodenbakteriums. Acrylamid ist die Vorstufe von Polyacrylamid, das unter anderem als Flockungsmittel in der Wasserbehandlung eingesetzt wird. Das biokatalysierte Verfahren soll dank niedrigerer Kosten zukünftig unsere Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Gebiet sichern.