30 – Aktienkursbasiertes Vergütungsprogramm und BASF-Aktienprogramm

Aktienkursbasiertes Vergütungsprogramm

Im Jahr 2014 wurde das seit 1999 bestehende aktienkursbasierte Vergütungsprogramm (sogenanntes Long-Term-Incentive- oder LTI-Programm) für Senior Executives der BASF-Gruppe fortgeführt. Derzeit sind circa 1.200 Senior Executives einschließlich des Vorstands zur Teilnahme am LTI-Programm berechtigt. Dieses Programm sieht die Gewährung von virtuellen Optionen vor. Bei Ausübung werden die Optionsrechte durch Barvergütung erfüllt (Cash Settlement).

Die Teilnahme am LTI-Programm ist freiwillig. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment: Der Teilnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von zwei Jahren ab Optionsgewährung BASF-Aktien in Höhe von 10 % bis 30 % seiner variablen Gehaltsbezüge zu halten (Haltefrist). Für die Anzahl der zu haltenden Aktien ist neben der variablen Vergütung der mit dem Volumen gewichtete Durchschnittskurs am ersten Handelstag nach der Hauptversammlung maßgeblich, der am 5. Mai 2014 80,96 € betrug.

Für jede eingebrachte BASF-Aktie erhält der Teilnehmer vier Optionsrechte. Jedes Optionsrecht besteht aus den Teilrechten A und B, deren Werthaltigkeit sich an unterschiedlichen Erfolgszielen (Hürden) orientiert: Teilrecht A ist werthaltig, wenn der Kurs der BASF-Aktie gegenüber dem Basiskurs bei Gewährung der Optionsrechte um mehr als 30 % gestiegen ist (absolute Hürde). Der Wert des Teilrechts A ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Börsenkurs am jeweiligen Ausübungstag und dem Basiskurs; er ist auf 100 % des Basiskurses begrenzt. Teilrecht B wird werthaltig, wenn die kumulierte Wertsteigerung der BASF-Aktie den Anstieg des MSCI World Chemicals IndexSM (MSCI Chemicals) übersteigt (relative Hürde). Der Wert des Teilrechts B ergibt sich aus der doppelten prozentualen Outperformance der BASF-Aktie bei Ausübung, bezogen auf den Basiskurs; er ist begrenzt auf den um den rechnerischen Nennbetrag der BASF-Aktie verminderten Börsenschlusskurs bei Ausübung. Beginnend mit dem LTI-Programm 2013 ist das Teilrecht B jedoch nur dann werthaltig, wenn der Kurs der BASF-Aktie mindestens dem Basiskurs entspricht. Die Optionen wurden zum 1. Juli 2014 gewährt und können nach Ablauf einer zweijährigen Wartefrist zwischen dem 1. Juli 2016 und dem 30. Juni 2022 ausgeübt werden. Während der Ausübungsphase dürfen die Optionen innerhalb bestimmter Sperrfristen (Closed Periods) nicht ausgeübt werden. Jedes Optionsrecht kann nur insgesamt ausgeübt werden. Hierzu muss eine der Ausübungshürden überschritten worden sein. Ist die andere Ausübungshürde nicht übertroffen, verfällt das damit verbundene Teilrecht. Der maximal mögliche Ausübungsgewinn für einen Teilnehmer ist ab dem LTI-Programm 2013 auf das Fünffache des Eigeninvestments begrenzt. Für Programme aus Vorjahren beträgt der maximale Ausübungsgewinn das Zehnfache des Eigeninvestments. Die gewährten Optionen sind nicht übertragbar und verfallen, wenn der Teilnehmer vor Ablauf der zweijährigen Haltefrist Aktien aus seinem Eigeninvestment verkauft oder aus der BASF-Gruppe ausscheidet. Sie bleiben bei Eintritt in den Ruhestand erhalten. Für die Mitglieder des Vorstands ist die langfristige Ausrichtung des Programms gegenüber den für die übrigen Teilnehmer geltenden Bedingungen deutlich verstärkt. Sie sind verpflichtet, mit mindestens 10 % der Bruttotantieme an dem LTI-Programm teilzunehmen. Dabei gilt im Hinblick auf dieses verpflichtende Eigeninvestment (in Form von BASF-Aktien) eine verlängerte Haltefrist von vier Jahren. Eine Ausübung der Optionsrechte ist für die Mitglieder des Vorstands frühestens vier Jahre nach Gewährung (Wartefrist) möglich.

Die Programme 2007 bis 2013 entsprechen in ihrer Grundstruktur dem LTI-Programm 2014.

Die Modelle zur Bewertung der Optionspläne basieren auf der arbitragefreien Bewertung nach Black/Scholes. Die Marktwerte der Optionen werden mit Hilfe des Binomialmodells ermittelt.

Beizulegender Zeitwert der Optionen und Bewertungsparameter zum 31. Dezember 2014

 

 

 

LTI-Programm des Jahres

 

 

 

2014

2013

Beizulegender Zeitwert

 

20,76

24,15

Dividendenrendite

 

%

3,86

3,86

Risikoloser Zinssatz

 

%

0,30

0,18

Volatilität BASF-Aktie

 

%

28,63

29,53

Volatilität MSCI Chemicals

 

%

19,50

20,11

Korrelation BASF-Kurs – MSCI Chemicals

 

%

79,03

78,81

Am Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 betreffen die genannten beizulegenden Zeitwerte und Bewertungsparameter die LTI-Programme der Jahre 2014 und 2013. Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte wurde ein vom Gewinnpotenzial der Optionen abhängiges Ausübungsverhalten unterstellt. Für Programme aus Vorjahren wurden entsprechende beizulegende Zeitwerte ermittelt und Bewertungsparameter verwendet.

Die Volatilitäten wurden ermittelt auf Basis der monatlichen Schlusskurse über einen historischen Zeitraum entsprechend der Restlaufzeit der Optionen.

Die Anzahl der gewährten Optionen betrug 1.870.440 im Jahr 2014 und 2.081.900 im Jahr 2013.

Da durch Beschluss des Vorstands im Jahr 2002 die Optionsrechte bei Ausübung durch Barvergütung zu erfüllen sind, werden alle noch bestehenden Optionsrechte aus den Programmen 2007 bis 2014 zum 31. Dezember 2014 mit ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Für Programme in der Wartefrist wird eine anteilige Rückstellung gebildet. Die LTI-Rückstellung fiel auf Grund von im Durchschnitt niedrigeren beizulegenden Zeitwerten der Optionen von 367 Millionen € zum 31. Dezember 2013 auf 207 Millionen € zum 31. Dezember 2014. Der Verbrauch der Rückstellung betrug im Jahr 2014 106 Millionen € und im Jahr 2013 148 Millionen €. Der Ertrag aus der Auflösung der Rückstellung belief sich im Jahr 2014 auf 54 Millionen €. Im Vorjahr ergab sich ein Aufwand von 104 Millionen €.

Der gesamte innere Wert der ausübbaren Optionen betrug 41 Millionen € zum 31. Dezember 2014 und 160 Millionen € zum 31. Dezember 2013.

BASF-Aktienprogramm

Teilnahmeberechtigt am BASF-Aktienprogramm „Plus“ sind Mitarbeiter, die nicht zur Teilnahme an dem LTI-Programm berechtigt sind. Das Programm wurde 1999 eingeführt und wird derzeit außer in Deutschland in weiteren europäischen Ländern sowie in Mexiko angeboten. Mitarbeiter, die am BASF-Aktienprogramm „Plus“ teilnehmen, erwerben als Eigeninvestment aus ihrer variablen Vergütung BASF-Aktien. Je zehn BASF-Aktien berechtigen nach ein, drei, fünf, sieben und zehn Jahren zum kostenlosen Bezug einer BASF-Aktie. Das erste und zweite Zehnerpaket berechtigt grundsätzlich in jedem der folgenden zehn Jahre zum kostenlosen Bezug einer BASF-Aktie.

Die Rechte verfallen, wenn der Teilnehmer sein Eigeninvestment in BASF-Aktien verkauft oder seine Tätigkeit für eine Gruppengesellschaft beendet beziehungsweise ein Jahr nach dessen Pensionierung. Die Anzahl der zu gewährenden Gratisaktien hat sich wie folgt entwickelt:

Zu gewährende Gratisaktien (Stück)

 

 

2014

2013

Stand zum 01.01.

 

2.908.076

2.886.647

Neu erworbene Ansprüche

 

589.220

621.575

Ausgegebene Gratisaktien

 

−515.143

−509.807

Verfallene Ansprüche

 

−77.105

−90.339

Stand zum 31.12.

 

2.905.048

2.908.076

An dem Tag, an dem die Mitarbeiter mit ihrem Eigeninvestment das Bezugsrecht erwerben, werden die auszugebenden unentgeltlichen Aktien zu ihrem Marktwert bewertet. Der Marktwert wird ermittelt auf Basis des Kurses der BASF-Aktie unter Berücksichtigung des Barwerts der während der Laufzeit des Programms nicht gezahlten Dividenden. Die gewichteten Marktwerte am Gewährungstag betrugen 64,73 € für das Programm 2014 und 54,39 € für das Programm 2013.

Der Marktwert der zu gewährenden Gratisaktien wird, über die Laufzeit des Programms verteilt, aufwandswirksam erfasst und in die Kapitalrücklage eingestellt.

Der Personalaufwand für das BASF-Aktienprogramm „Plus“ betrug im Jahr 2014 26 Millionen € und im Jahr 2013 21 Millionen €.