Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft verzeichnete 2014 lediglich ein moderates Wachstum. In der Europäischen Union wuchs die Wirtschaft nach einem positiven Jahresauftakt stärker als 2013; im Jahresverlauf nahm die Dynamik jedoch zunächst ab. Die Wirtschaft in den USA konnte sich von einem witterungsbedingten Einbruch zu Jahresbeginn schnell erholen und die Wachstumsrate des Vorjahres leicht übertreffen. Die Konjunktur in Japan wurde von einer Konsumsteuererhöhung gedämpft. In China ging das Wachstum auf hohem Niveau etwas zurück. Insgesamt stieg das globale Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 % ungefähr so stark wie 2013 (+2,4 % 1) und damit weniger als von uns ursprünglich für 2014 prognostiziert (+2,8 %). Der durchschnittliche Preis der Referenzrohölsorte Brent nahm auf 99 US$/Barrel ab (2013: 109 US$/Barrel).

1 Angaben, die sich auf zurückliegende Jahre beziehen, können auf Grund von statistischen Revisionen vom Vorjahresbericht abweichen.

2,5 %

Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts

3,4 %

Wachstum der globalen Industrieproduktion

4,0 %

Wachstum der globalen Chemieindustrie

Weltwirtschaftliche Entwicklung 2014

Das Jahr 2014 war durch eine schwache wirtschaftliche Entwicklung geprägt. Während die Bauwirtschaft in Westeuropa von einem warmen Winter profitierte, wurde die wirtschaftliche Aktivität in den USA durch eine besonders harte Kälteperiode zu Jahresbeginn beeinträchtigt. In China startete die Wirtschaft ebenfalls verhalten ins Jahr 2014, bevor konjunkturelle Stützungsmaßnahmen der Regierung das Wachstum vorübergehend etwas beschleunigten. Im Laufe des Jahres verschärfte sich der Konflikt in der Ukraine. Neben den negativen Auswirkungen der wechselseitig verhängten Sanktionen auf den Handel mit Russland trug die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise maßgeblich dazu bei, die wirtschaftlichen Erwartungen in Europa zu dämpfen und die Investitionsneigung zu verringern.

Bruttoinlandsprodukt – Reale Veränderung gegenüber Vorjahr
Bruttoinlandsprodukt, Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (Balkendiagramm)

Entwicklung der Wirtschaft nach Regionen

  • Wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union schleppend und ungleichmäßig
  • Wirtschaft in den USA wächst stärker als 2013
  • Wachstum in Japan und Südamerika deutlich schwächer als im Vorjahr

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union verlief schleppend und ungleichmäßig. Insgesamt wuchs das Bruttoinlandsprodukt mit 1,4 % aber stärker als im Vorjahr (2013: +0,1 %). Während das Vereinigte Königreich ein robustes Wachstum aufwies, entwickelten sich unter den großen Ländern des Eurogebiets nur Spanien und Deutschland positiv. Italien verharrte in der Rezession; die französische Wirtschaft stagnierte. Die osteuropäischen EU-Länder verzeichneten dagegen insgesamt ein solides Wachstum. Insbesondere in Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik wuchs die Wirtschaft erheblich stärker als 2013. In Deutschland trübten sich die Geschäftserwartungen nach dem ersten Quartal deutlich ein. Im zweiten Quartal nahm die Wirtschaftsleistung sogar leicht ab, insbesondere durch rückläufige Bauinvestitionen bei nur schwachem Wachstum des privaten Verbrauchs. Im weiteren Jahresverlauf beschleunigte sich das Wachstum etwas. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands wuchs daher im Jahresdurchschnitt um 1,6 % (2013: +0,2 %).

Das Wachstum in den USA war im Jahresdurchschnitt etwas höher als 2013. Im ersten Quartal 2014 führten die kalte Witterung und zyklische Lagereffekte zu einem deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Im weiteren Verlauf des Jahres wuchs die Wirtschaft mit einer durchschnittlichen Rate von rund 4 %. Positive Impulse kamen aus der Investitionstätigkeit und dem privaten Verbrauch. Vor diesem Hintergrund setzte sich auch die Aufwärtstendenz am Arbeitsmarkt fort; die Arbeitslosenquote fiel im Herbst auf unter 6 %.

In den Schwellenländern Asiens ging das Wachstum 2014 leicht zurück. Eine wesentliche Ursache dafür lag in der Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in China (2014: +7,7 %; 2013: +7,4 %). Die Impulse aus den Stimulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung nach dem ungewöhnlich schwachen ersten Quartal fielen geringer aus als in der Vergangenheit. Darüber hinaus wirkten sich die niedrigeren Wohnungspreise und die rückläufige Neubautätigkeit negativ aus. Im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt haben viele Währungen der asiatischen Schwellenländer, wie etwa von Indien, Indonesien und Thailand, deutlich gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren.

In Japan war die Konjunktur im ersten Quartal 2014 von massiven Vorzieheffekten beim privaten Konsum geprägt. Nach einer Konsumsteuererhöhung im zweiten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt vorübergehend, erst zum Ende des zweiten Halbjahres stellte sich eine Stabilisierung ein. Im Jahresdurchschnitt stagnierte die Wirtschaft. Die durch expansive Geldpolitik beendete Deflation hatte zunächst negative realwirtschaftliche Effekte: Die Realeinkommen sanken, da die Löhne nicht mit dem Anstieg der Verbraucherpreise Schritt hielten.

In Südamerika lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2014 deutlich unter dem des Vorjahres. In Brasilien hat sich die konjunkturelle Lage gegenüber dem Jahr 2013 massiv verschlechtert. Das Verbrauchervertrauen sank im Jahresverlauf deutlich. Auch die Investoren hatten sich vor der Präsidentschaftswahl im Herbst 2014 zurückgehalten. Der Agrarsektor konnte nach einem Rekordwachstum im Vorjahr nur noch einen kleinen Wachstumsbeitrag leisten. Die argentinische Wirtschaft schrumpfte um rund 2 %. Die starke Abwertung der Landeswährung und die hohe Inflation, aber auch die Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern und der fehlende Kapitalmarktzugang belasteten das Wachstum.