Innovationen der Segmente – Beispiele

Innovationen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das langfristige Wachstum der BASF. Bei der Entwicklung neuer Produkte orientieren wir uns an den Bedürfnissen unserer Kunden sowie an Markttrends und nutzen die Chancen, die sich aus den Wertschöpfungsketten des BASF-Verbunds ergeben. Mit innovativen Produktionsverfahren wollen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen. Bestehende Produkte, Anwendungen und Prozesse verbessern wir permanent. Wir sehen Nachhaltigkeit als eine Chance, da wir mit Chemie einen Mehrwert für Kunden und die Gesellschaft schaffen.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den Segmenten
Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den Segmenten (Tortendiagramm)

Chemicals:

Unser umfassendes Amine-Sortiment wird seit kurzem durch ein neues Produkt ergänzt: Methyldiaminocyclohexan, das wir unter dem Handelsnamen Baxxodur® ECX 210 vermarkten. Eingesetzt als Härter in Epoxy-Systemen, bewährt sich Baxxodur® ECX 210 zum Beispiel bei der Herstellung von Rotorblättern für Windenergieanlagen und Beschichtungssystemen für Industriefußböden und Brücken. Baxxodur® ECX 210 ist ergiebiger und bleibt länger verarbeitbar als vergleichbare Produkte.

Seit 2014 produziert die Succinity GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der BASF mit Corbion Purac, Bernsteinsäure aus nachwachsenden Rohstoffen. Das auf Zucker, Stärke oder Glycerin basierende hocheffiziente Verfahren bindet Kohlendioxid; es entsteht so bei der Produktion 60 % weniger Kohlendioxid als bei petrochemischen Verfahren. Dies macht biobasierte Bernsteinsäure für unsere Kunden zu einer ökonomisch und ökologisch sinnvollen Alternative zu konventioneller Bernsteinsäure. Die Bernsteinsäure ist vielseitig einsetzbar, zum Beispiel bei der Herstellung von Biokunststoffen, Lösemitteln, Polyurethanen und Weichmachern.

Mit unseren chemischen Problemlösungen helfen wir der wettbewerbsintensiven Holzwerkstoffindustrie, die Eigenschaften ihrer Produkte weiterzuverbessern und Kosten zu senken. So konnten wir beispielsweise unsere Kaurit® Leime so weiterentwickeln, dass Holz noch zuverlässiger und effizienter zu Faserplatten verarbeitet werden kann – und das bei verschiedenen Feuchtegehalten. Unsere Kunden profitieren dadurch von einer höheren Prozesssicherheit und einem größeren Durchsatz ihrer Anlagen.

Performance Products:

Im Jahr 2014 haben wir Styrofan ECO® 7623, unsere neueste wasserbasierte Polymerdispersion für die Bauindustrie, auf den Markt gebracht. Sie verleiht Reparaturmörteln und Estrichen hervorragende Fließ- sowie Haftungseigenschaften und steigert deren Festigkeit und Abriebbeständigkeit. Styrofan ECO® 7623 erfüllt die jeweils höchsten industriespezifischen Anforderungen an das Emissionsverhalten von Baustoffen hinsichtlich Formaldehyd- und Ammoniakabgabe. Damit ist es besonders umweltfreundlich.

Mit dem innovativen Superabsorber-Portfolio SAVIVA® können Hersteller von Babywindeln, Inkontinenzprodukten für Erwachsene und Hygieneprodukten für Frauen ihren Rohstoffeinsatz verringern und den Tragekomfort ihrer Produkte erhöhen. Durch Tropfenpolymerisation können wir Superabsorberpartikel in runder Form herstellen, die für ein besonders sanftes Tragegefühl sorgen. Zudem wird die Flüssigkeit sehr rasch aufgenommen und verteilt, was die Haut angenehm trocken hält. Die Entwicklung dieser wegweisenden Technologie macht Superabsorber noch effizienter und ermöglicht so zum Beispiel dünnere und bequemere Windeln.

Spurenelemente im Tierfutter sind in der Tierhaltung von grundlegender Bedeutung. Sie stärken beispielsweise die Immunfunktionen und sorgen damit für das Wohlergehen der Tiere. Unsere neue, weltweit eingeführte Glycinat-Produktlinie, die organische Verbindungen mit Kupfer, Eisen, Mangan und Zink umfasst, zeichnet sich durch eine sehr hohe Bioverfügbarkeit aus. Diese Spurenelemente können also besonders schnell aus der Nahrung absorbiert werden. Zudem sind die BASF-Glycinate durch ihre hervorragende Löslichkeit auch leicht in Trinkwasser einzusetzen. So wird die Versorgung der Tiere mit wichtigen Spurenelementen optimal sichergestellt, und die Umwelt profitiert von weniger ausgeschiedenen Spurenelementen.

Verpackungen für Lebensmittel aus Papier und Karton sind mit Barrierematerialien ausgestattet. Dies gewährleistet einen zuverlässigen Schutz der Lebensmittel gegen äußere Einflüsse und sorgt dafür, dass beispielsweise kein Wasser oder Fett aus der Verpackung nach außen dringt. Das Epotal® Sortiment der BASF umfasst wasserbasierte Barrieredispersionen für die effiziente Beschichtung unterschiedlicher Verpackungen. In Südamerika setzt einer unserer größten Kunden in der Papierherstellung Epotal® DS 2013 seit Mitte 2014 als Flüssigkeitsbarriere für Gefriergutkartons ein. Epotal® DS 2013 besteht teilweise aus erneuerbaren Materialien, kann leicht recycelt werden und ist für den Kunden besonders einfach anzuwenden.

Mit Zetag® ULTRA, unserer neuen Reihe an Flockungshilfsmitteln, können industrielle und kommunale Kläranlagen effizienter und effektiver betrieben werden. Zetag® ULTRA ermöglicht durch sein hochwirksames Bindungsvermögen eine stärkere Entwässerungsleistung als herkömmliche Flockungshilfsmittel. Der höhere Feststoffanteil im entwässerten Klärschlamm ist vorteilhaft für die Umwelt, da weniger Energie für Transport, Entsorgung und Verbrennung verbraucht wird. Dies wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz der Kläranlage aus.

Functional Materials & Solutions:

Hohe Ozonbelastungen sind eine große Herausforderung für viele Städte weltweit. Aus diesem Grund haben wir PremAir® entwickelt, eine patentierte katalytische Beschichtung für den Kühlergrill von Fahrzeugen. Strömt Luft über den Kühlergrill, wandelt PremAir® das bodennahe Ozon – die wesentliche Komponente von Smog – in Sauerstoff um. Unsere Innovation PremAir® NXT ist speziell für den Einsatz auf heute üblichen kleineren Autokühlern konzipiert. Sie ermöglicht, auf die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs bezogen, eine noch höhere Ozonumwandlung als die bisher schon verfügbare PremAir® Beschichtung. Dies hilft Automobilherstellern, die herausfordernden Emissionsregulierungen California LEV III und U.S. Tier 3 zu erfüllen, und verbessert die Luftqualität für uns alle.

Mit MasterSphere stellen wir der Bauindustrie eine völlig neuartige Lösung zur Verfügung, um Beton beständiger gegenüber Frost und Tau zu machen. Herkömmliche Technologien für eine längere Lebensdauer von Beton bei diesen Bedingungen erfordern bei der Anwendung die Kontrolle von ungefähr 50 äußeren Faktoren, wie beispielsweise die Feinheit der Rohmaterialien des Betons, die Transportzeit des Frischbetons oder auch die Kompression des Betons während des Pumpens. MasterSphere dagegen wird von keinem dieser Faktoren beeinflusst. Dies erleichtert unseren Kunden nicht nur die Anwendung, sondern steigert auch die Haltbarkeit des Betons deutlich. So wird die Langlebigkeit von Bauwerken besonders in kühleren Klimazonen verbessert.

In Windkraftanlagen schützt unser neuer Lack RELEST® Wind LEP ETU insbesondere die Kanten von Rotorblättern noch besser gegen die enormen Belastungen durch Regen, Hagel, Schnee, Sand und UV-Strahlung. Bislang war dafür ein aufwendiges Verfahren mit spezieller Folie erforderlich. Mit RELEST® Wind LEP ETU kann der Lack nach einer Vorbehandlung direkt aufgetragen werden. Vor allem bei der Behebung von Schadstellen bietet dies erhebliche Vorteile: Während bisher die Folie komplett von den Rotorblättern entfernt werden musste, können nun Lackschäden punktuell und damit effizienter repariert werden.

Im BMW i3, dem ersten vollelektrischen Serienfahrzeug der BMW Group, kamen 2014 gleich mehrere unserer neuartigen Hochleistungskunststoffe zum Einsatz. Deren verbesserte Materialeigenschaften machen die Karosserie robuster, die Dachkonstruktion steifer und die Sitze komfortabler. In der chinesischen Provinz Guangdong zeigte sich im Juli 2014 die Widerstandskraft unseres Polyurethan-Systems Elastolit®: Während über 70.000 Strommasten aus Beton und Metall beim Taifun Rammasun schwere Schäden erlitten, hielten die mit Elastolit® gefertigten und im Rahmen eines Pilotprojekts aufgestellten Masten den Belastungen unversehrt stand.

Agricultural Solutions:

Wir arbeiten gemeinsam mit Landwirten daran, ihre Agrarflächen für zukünftige Generationen nutzbringend zu erhalten und den steigenden Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Dafür investieren wir kontinuierlich in unsere Entwicklungspipeline, um unser Portfolio sowohl im klassischen Pflanzenschutz als auch darüber hinaus, beispielsweise bei biologischen Lösungen, zu erweitern. Im Jahr 2014 haben wir im Bereich Crop Protection 511 Millionen € in Forschung und Entwicklung investiert; gemessen am Umsatz des Segments sind dies rund 9 %.

Der Wert unserer Innovationspipeline stieg 2014 weiter an. Die Pipeline umfasst Produkte, die im Zeitraum zwischen 2010 und 2020 in den Markt eingeführt werden. Für diese sehen wir nun ein Spitzenumsatzpotenzial von 2.300 Millionen €. Dies entspricht einer Erhöhung um 200 Millionen € gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg wird gestützt durch Innovationen in allen Anwendungsgebieten. Dazu zählen vor allem ein neues, besonders leistungsfähiges Insektizid sowie der Bereich Herbizidtoleranz mit dem Herbizid Engenia®, der nächsten Generation der Dicamba-Formulierung.

Das Portfolio von Functional Crop Care entwickelt sich weiterhin sehr vielversprechend. So werden wir aus der Forschungs- und Entwicklungsplattform von Functional Crop Care im Jahr 2015 das biologische Fungizid SerifelTM auf den Markt bringen. SerifelTM bietet ein breites Wirkungsspektrum zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten bis zur Ernte und zeichnet sich durch verschiedene Wirkmechanismen aus.

BASF Plant Science: Wir arbeiten weltweit mit einer Vielzahl von Biotechnologie- und Saatgutfirmen, Forschungsinstituten und Universitäten zusammen, um Kulturpflanzen mit höherem Ertrag und besserer Widerstandsfähigkeit gegen ungünstige Umweltbedingungen wie Trockenheit zu entwickeln. Der trockentolerante Mais Genuity® DroughtGard®, das erste Produkt unserer Kooperation mit Monsanto, ermöglicht eine durchschnittliche Ertragssteigerung von mehr als 300 Kilogramm pro Hektar im Vergleich zu trockentoleranten Sorten von Wettbewerbern.

Oil & Gas:

Die Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten liegen in der Verbesserung der Fündigkeitsquote von Öl- und Gaslagerstätten, der Entwicklung von Technologien für Lagerstätten mit schwierigen Erschließungs- und Förderbedingungen sowie der Erhöhung der Lagerstättenausbeute.

Einen wichtigen Schritt zur effizienteren Produktion von kleinen und mittelgroßen Lagerstätten leistet unsere erste „Minimum Facility“-Plattform im Feld L6-B in der niederländischen Nordsee. Diese Miniplattform ist um ein Viertel leichter als bisherige Plattformen und kann innerhalb von nur neun Monaten errichtet werden; Einkaufs- und Fertigungskosten sinken dadurch. Mit dieser neuen Generation von Plattformen könnten auch die vielen kleineren Erdgasfelder in der südlichen Nordsee künftig über einen längeren Zeitraum wirtschaftlich genutzt werden.