Aussichten für die chemische Industrie

  • Wachstum voraussichtlich leicht über dem Niveau des Jahres 2014

Im Einklang mit dem angenommenen etwas höheren Wachstum der Gesamtindustrie rechnen wir mit einem Wachstum der Chemieproduktion (ohne Pharma) im Jahr 2015 von 4,2 % (2014: +4,0 %). Maßgeblich hierfür werden die fortgeschrittenen Volkswirtschaften sein (2015: +2,2 %, 2014: +1,6 %). In den Schwellenländern wird das Wachstum mit 5,8 % leicht zurückgehen (2014: +6,1 %).

Die chemische Industrie in der Europäischen Union wird auch 2015 voraussichtlich nicht wesentlich stärker als 2014 wachsen. Der europäische Markt steht – trotz der gesunkenen Rohstoffpreise – nach wie vor unter hohem internationalen Wettbewerbsdruck. Wir gehen davon aus, dass die Produktion in Deutschland nicht mehr schrumpfen, sondern leicht zunehmen wird. In Frankreich, Spanien und dem Vereinigten Königreich rechnen wir dagegen mit geringeren Zuwächsen als im Vorjahr.

Für die USA erwarten wir 2015 ein etwas höheres Chemiewachstum, unterstützt durch die günstigen Energie- und Rohstoffkosten und eine solide Binnenkonjunktur. Die meisten Abnehmerbranchen der Chemieindustrie werden 2015 voraussichtlich ein robustes, zumeist etwas höheres Wachstum als 2014 aufweisen.

In den Schwellenländern Asiens gehen wir von einer hohen, aber im Vergleich zu 2014 etwas geringeren Wachstumsrate der Chemiebranche aus. Während die Nachfrage aus der Autoindustrie stärker wachsen wird, rechnen wir mit einer niedrigeren Nachfrage aus der Bauindustrie infolge der Abkühlung des Bausektors in China.

Für Japan prognostizieren wir, dass sich die Chemieproduktion nach einem leichten Rückgang im Jahr 2014 stabilisieren wird. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Automobilproduktion und der schwächeren Baukonjunktur erwarten wir einen geringen Zuwachs.

In Südamerika rechnen wir nach dem Rückgang im Vorjahr wieder mit einem leichten Wachstum der Chemieindustrie. In Brasilien gehen wir von einer Erholung aus, getrieben durch eine höhere Produktion in der Transport- und Baubranche. In Argentinien wird der Markt voraussichtlich weiter leicht schrumpfen. Für Chile, Ecuador und Kolumbien erwarten wir ein robustes Produktionswachstum auf dem Niveau des Jahres 2014, während wir für Peru von einer deutlichen Zunahme ausgehen.

Ausblick zur Chemieproduktion 2015 (ohne Pharma)
(Reale Veränderung gegenüber Vorjahr)
Ausblick zur Chemieproduktion 2015 (ohne Pharma), Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (Balkendiagramm)
Trends Chemieproduktion 2015–2017 (ohne Pharma)
(Reale jährliche Veränderung im Durchschnitt)
Trends Chemieproduktion 2015–2017 (ohne Pharma), Reale jährliche Veränderung im Durchschnitt (Balkendiagramm)