Wertmanagement

„Wir schaffen Wert als ein Unternehmen“ ist eines der vier Prinzipien unserer „We create chemistry“-Strategie. Nur ein Unternehmen, dessen Ergebnis die Kosten für das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital übersteigt, schafft langfristig Wert. Wir streben daher an, eine Prämie auf unsere Kapitalkosten von durchschnittlich mindestens 2 Milliarden € pro Jahr zu verdienen. Um den langfristigen Erfolg der BASF zu sichern, fördern und fordern wir im Rahmen unseres Wertmanagementkonzepts alle Mitarbeiter in Bezug auf ihr unternehmerischen Denken und Handeln. Unser Ziel: ein Bewusstsein dafür schaffen, wie jeder einzelne Mitarbeiter im Unternehmensalltag wertorientierte Lösungen finden und diese effektiv und effizient umsetzen kann.

Ergebnis der Betriebstätigkeit nach Kapitalkosten

  • Ziel- und Steuerungsgröße

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) nach Kapitalkosten ist eine zentrale Ziel- und Steuerungsgröße für die BASF-Gruppe und ihre Unternehmensbereiche und Geschäftseinheiten. Diese Kennzahl verbindet die im EBIT zusammengefasste wirtschaftliche Lage des Unternehmens mit den Kosten für das Kapital, das uns Aktionäre und Gläubiger zur Verfügung stellen. Wenn wir eine Prämie auf die Kapitalkosten verdienen, übertreffen wir die Renditeerwartungen unserer Aktionäre.

EBIT nach Kapitalkosten1 (in Mio. €) – 5-Jahres-Übersicht
EBIT nach Kapitalkosten (Balkendiagramm)

1 Die Werte für die Jahre 2010 und 2011 wurden nicht an IFRS 10 und 11 angepasst.

Ermittlung des Kapitalkostensatzes

Der Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) ergibt sich aus den gewichteten Kapitalkosten von Eigen- und Fremdkapital. Die Eigenkapitalkosten werden mit Hilfe des Capital Asset Pricing Model berechnet. Die Fremdkapitalkosten orientieren sich an den Finanzierungskosten der BASF-Gruppe.

Das EBIT nach Kapitalkosten, das wir für unsere Steuerung verwenden, ist eine Vorsteuergröße. Mit Hilfe des aktuellen durchschnittlichen Steuersatzes ermitteln wir daher aus dem WACC den Kapitalkostensatz vor Steuern. Im Jahr 2014 betrug dieser Kapitalkostensatz 11 %; 2015 wird er auf gleicher Höhe liegen. Darauf basierend wird ein Schwellenwert für das EBIT ermittelt, den die operativen Einheiten der BASF-Gruppe in Summe mindestens erreichen müssen, um die Kapitalkosten zu verdienen.

Ermittlung des EBIT nach Kapitalkosten (in Mio. €)

 

 

2014

2013

1

Der geplante Nettoaufwand ist durch einen Zuschlag im Kapitalkostensatz abgedeckt.

2

In den Jahren 2013 und 2014 lag der Kapitalkostensatz bei 11 %.

EBIT BASF-Gruppe

 

7.626

7.160

– EBIT der den Segmenten nicht zuordenbaren Aktivitäten 1

 

−133

−664

– Kapitalkosten 2

 

6.391

6.056

EBIT nach Kapitalkosten

 

1.368

1.768

Wertmanagement im gesamten Unternehmen

  • Umsetzung von Wertorientierung durch jeden einzelnen Mitarbeiter im Unternehmensalltag

Für uns ist Wertmanagement die alltägliche Umsetzung von Wertorientierung durch alle Mitarbeiter. Hierzu haben wir Werttreiber definiert, die zeigen, wie jede einzelne Einheit des Unternehmens Wert schaffen kann. Für die einzelnen Werttreiber entwickeln wir Kennzahlen, die uns dabei helfen, beabsichtigte Veränderungen zu planen und zu verfolgen.

Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei der Zielvereinbarungsprozess, bei dem die Ziele der BASF mit den individuellen Zielen der Mitarbeiter verknüpft werden. Oberste Zielebene in operativen Einheiten ist das Erreichen eines positiven EBIT nach Kapitalkosten und einer wettbewerbsadäquaten Profitabilität. In funktionalen Einheiten wird der Wertbeitrag hingegen an Effektivität und Effizienz gemessen.

So ergibt sich ein umfangreiches System von Werttreibern und Kennzahlen für die einzelnen Ebenen und Funktionen der BASF. Die bedeutsamsten Leistungsindikatoren zur Messung des wirtschaftlichen Erfolgs sowie zur Steuerung der BASF-Gruppe und der operativen Einheiten sind neben dem EBIT nach Kapitalkosten auch das EBIT und das EBIT vor Sondereinflüssen.

In der Finanzberichterstattung kommentieren wir auf der Ebene der Segmente und Unternehmensbereiche vor allem das EBIT vor Sondereinflüssen, da diese Größe um Einflüsse bereinigt ist, die nicht dem normalen Geschäftsbetrieb zuzuordnen sind. Dadurch eignet es sich besonders für die Kommentierung der wirtschaftlichen Entwicklung im Zeitablauf. Neben dem EBIT vor Sondereinflüssen kommentieren wir den Umsatz als weiteren Haupttreiber für das EBIT nach Kapitalkosten. Die nichtfinanziellen Ziele der BASF sind eher langfristig ausgerichtet und dienen nicht der kurzfristigen Steuerung.

Auf Basis unseres Wertmanagementkonzepts können alle Mitarbeiter in ihrem Arbeitsgebiet einen Beitrag dazu leisten, dass wir die angestrebte Prämie auf unsere Kapitalkosten erwirtschaften. Das Wertmanagementkonzept vermitteln wir unserem Team weltweit durch Seminare und Fortbildungsveranstaltungen – und stärken so das unternehmerische Denken auf allen Ebenen der BASF. Informationen mit Relevanz im Sinne des Global Compact