Rohstoffe

Der verantwortliche Umgang mit Ressourcen ist in unserer Strategie verankert. Mit unserem Verbundkonzept, innovativen Produkten sowie dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe setzen wir dies im Unternehmen um. Bei der Suche nach alternativen Rohstoffen nutzen wir Lösungen, die einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Als Unternehmen sind wir auf Leistungen von Ökosystemen angewiesen und nehmen zugleich Einfluss darauf. Beispiele dafür sind die Verfügbarkeit von sauberem Wasser und nachwachsenden Rohstoffen oder auch die Ökosystemleistungen zum Erhalt von Luft-, Wasser- und Bodenqualität.

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Lieferanten) (Grafik)

Strategie

Der Verbund ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept zur Ressourceneffizienz: Nebenprodukte einer Fabrik dienen an anderer Stelle oft als Einsatzstoffe und tragen so zur Rohstoffeffizienz bei. Im Jahr 2014 hat BASF insgesamt etwa 30.000 verschiedene Rohstoffe von über 6.000 Lieferanten bezogen. Einige unserer wichtigsten Rohstoffe sind Naphtha, Erdgas, Methanol, Ammoniak und Benzol. Wir prüfen den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in unserem Verbundsystem und engagieren uns für den verantwortungsvollen Anbau und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in zahlreichen Projekten entlang der Wertschöpfungskette.

Nachwachsende Rohstoffe

  • „Mass-Balance“-Verfahren etabliert
  • Anlage zu kommerzieller Produktion biobasierter Bernsteinsäure in Betrieb genommen

Im Jahr 2014 lag der Anteil nachwachsender Rohstoffe bei rund 4,5 % unseres weltweiten Rohstoffeinkaufsvolumens. Die Forschung und Entwicklung für Produkte und Herstellungsprozesse, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, treiben wir weiter voran. Daneben haben wir 2014 unser „Mass-Balance“-Verfahren weiter am Markt etabliert. Bei dem Verfahren werden erneuerbare Rohstoffe aus zertifiziert nachhaltiger Produktion an Stelle fossiler Ressourcen schon am Anfang der Wertschöpfungskette im bestehenden Produktionsverbund eingesetzt. Die Einsparung fossiler Ressourcen wird pro Produkt berechnet. Rezeptur und Qualität der Endprodukte bleiben unverändert. Das Verfahren wird derzeit bei BASF-Produkten, wie Superabsorbern, technischen Kunststoffen oder Dispersionen angewendet, die entsprechend unabhängig zertifiziert sind. Seit 2014 verkaufen wir massenbilanziertes BASF-Polyamid.

Im Jahr 2014 hat die Succinity GmbH, unser Gemeinschaftsunternehmen mit Corbion Purac, eine Anlage zur kommerziellen Produktion biobasierter Bernsteinsäure in Betrieb genommen. Die Anlage in Montmeló/Spanien verfügt über eine Jahreskapazität von 10.000 Tonnen. In dem Verfahren wird ein Bakterium eingesetzt, das Bernsteinsäure auf natürlichem Weg auf Basis verschiedener nachwachsender Rohstoffe produziert. Die so gewonnene Bernsteinsäure weist eine bessere CO2-Bilanz gegenüber aus fossilen Rohstoffen hergestellter Bernsteinsäure auf. Damit können wir unseren Kunden eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Alternative zu petrochemischen Rohstoffen zur Verfügung stellen. Bernsteinsäure ist ein vielseitiges chemisches Zwischenprodukt und kommt beispielsweise bei der Herstellung von Biokunststoffen, Lösemitteln, Polyurethanen und Weichmachern zum Einsatz.

Seit 2013 stellen wir unseren Kunden zudem auf Basis einer Lizenzvereinbarung mit dem US-Unternehmen Genomatica Inc. 1,4-Butandiol aus Zucker als nachwachsendem Rohstoff in kommerziellem Umfang zur Verfügung. Butandiol und seine Folgeprodukte dienen unter anderem zur Herstellung von Kunststoffen für die Automobil- und Textilindustrie. Im Jahr 2014 hat der Polymer- und Faserhersteller INVISTA die kommerzielle Verfügbarkeit von biobasierten Spandexfasern der Marke LYCRA® bekanntgegeben. Diese werden auf Basis von BASF-Butandiol aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

BASF ist am Technologieunternehmen Renmatix Inc. beteiligt, das über ein Verfahren zur Gewinnung von Industriezucker aus Biomasse verfügt. Diese Technologie kann für zukünftige Prozesse die Basis an nachwachsenden Rohstoffen verbreitern. Ende des Jahres 2013 haben die Partner eine Kooperation zur weiteren Entwicklung des Verfahrens bekannt gegeben.

Gemeinsam mit Cargill und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit haben wir darüber hinaus unser Projekt zur ökonomisch, ökologisch und sozial verträglichen Produktion von Kokosnussöl auf den Philippinen weitergeführt. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsstandards für die Zertifizierung und Gewinnung des Öls zu entwickeln und zu implementieren. BASF ist Mitglied beim Roundtable on Sustainable Palm Oil und setzt sich im Rahmen dieser Mitgliedschaft unter anderem für den Erhalt von Biodiversität beim Anbau von Palmöl ein. Bis 2015 wollen wir das von uns eingesetzte Palm- und Palmkernöl ausschließlich aus nach Nachhaltigkeitskriterien zertifiziertem Anbau beziehen.

Mineralische Rohstoffe

Wir prüfen die Herkunft der von uns bezogenen Mineralien daraufhin, ob sie aus Konfliktminen stammen, und behalten uns vor, ein externes Audit durchzuführen sowie gegebenenfalls die Geschäftsbeziehung zu beenden. Neue Lieferanten müssen uns gegenüber bereits im Vorfeld in einem standardisierten Fragebogen offenlegen, ob ihre Produkte Konfliktmineralien enthalten. Unsere Lieferanten haben uns bestätigt, dass sie ihre Mineralien nicht aus der Demokratischen Republik Kongo oder deren Nachbarländern beziehen.

Erhalt von Ökosystemen

  • Überprüfung unserer Produktionsstandorte auf Nähe zu internationalen Schutzgebieten
  • MAQS® Beehive Strip in europäischen Schlüsselmärkten eingeführt

Biodiversität ist die Grundlage von Ökosystemleistungen. Internationale Schutzgebiete spielen eine entscheidende Rolle beim weltweiten Erhalt der Biodiversität. Im Jahr 2014 haben wir deshalb erneut untersucht, welche unserer Produktionsstandorte in der Nähe von internationalen Schutzgebieten liegen: 2 % unserer Produktionsstandorte (ohne Oil & Gas) grenzen direkt an ein Ramsar-Schutzgebiet und 1 % an ein Schutzgebiet der Kategorie I, II oder III der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Kein Produktionsstandort grenzt an ein UNESCO-Schutzgebiet. Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Biodiversität in diesen Schutzgebieten haben wir für das Jahr 2014 nicht festgestellt.

Darüber hinaus entwickeln wir Produkte, die zum Erhalt der Biodiversität beitragen. Beispielsweise haben wir gemeinsam mit unserem kanadischen Partner NOD Apiary Products im Jahr 2014 den MAQS® Beehive Strip in zahlreichen europäischen Schlüsselmärkten eingeführt. Die Streifen bieten Honigbienen Schutz vor der Varroa-Milbe, die als eine der größten Bedrohungen für die Bienengesundheit gilt.