Produkte

Wir bewerten die Sicherheit unserer Produkte von der Forschung, über die Herstellung bis hin zur Anwendung bei unseren Kunden. Wir arbeiten kontinuierlich daran, dass unsere Produkte bei verantwortungsvoller und sachgerechter Verwendung kein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen.

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Produktion, Kunden) (Grafik)

Strategie

  • Globale Richtlinien mit einheitlich hohen Standards für Produktverantwortung

Wir stellen weltweit einheitlich hohe Standards für Produktverantwortung sicher und gehen mit freiwilligen Initiativen über gesetzliche Anforderungen hinaus. Die Implementierung unserer Richtlinien überprüfen wir durch regelmäßige Audits.

Unsere Kunden und die Öffentlichkeit informieren wir umfassend mit Sicherheitsdatenblättern in mehr als 30 Sprachen zu allen unseren chemischen Verkaufsprodukten. Die Grundlage dafür ist eine globale Datenbank, in der wir kontinuierlich aktualisierte Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltinformationen für unsere Stoffe und Produkte speichern und bewerten. Über unser weltweites Netzwerk von Notfalltelefonen geben wir rund um die Uhr Auskunft.

Wir schulen unsere Kunden im sicheren Umgang mit unseren Produkten und informieren sie bei Bedarf frühzeitig über Änderungen regulatorischer Vorgaben. Zum Beispiel müssen Kunden ihre Produkte nach einer neuen gesetzlichen Anforderung in der EU ab 2015 mit einem zusätzlichen Warnhinweis für Allergiker versehen. Wir unterstützen hierbei durch ausführliche Informationen, damit unsere Kunden diese zusätzlichen Verpflichtungen erfüllen können. Mit Blick auf Verbraucherschutzkriterien arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden auch kontinuierlich an der Optimierung unserer Produkte. Darüber hinaus beraten wir mit Hilfe der Ökoeffizienz-Analyse unsere Kunden bei der Bewertung von Produktrisiken und unterstützen sie bei der Verbesserung der CO2-Bilanz ihrer Produkte.

Mit unseren globalen Zielen zur Risikobewertung unterstützen wir unter anderem die Umsetzung der Globalen Produktstrategie (GPS) des International Council of Chemical Associations (ICCA). GPS soll weltweite Standards und Verfahren etablieren, um die Sicherheit im Umgang mit chemischen Stoffen zu verbessern. Zudem beteiligen wir uns an Workshops und Trainings in Entwicklungs- und Schwellenländern. Im Jahr 2014 haben wir zum Beispiel Vertreter der Chemieindustrie in China, Ghana, Indien, Russland und Thailand zu GPS geschult. Um der Öffentlichkeit den Zugang zu Informationen zu erleichtern, beteiligen wir uns am Aufbau eines Onlineportals der ICCA, in dem mehr als 4.100 Sicherheitskurzinformationen im Rahmen von GPS zur Verfügung stehen.

Globale Ziele

Für alle von BASF weltweit in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Jahr verkauften Substanzen und Mischungen werden wir bis zum Jahr 2020 Risikobewertungen erstellen. Im Jahr 2014 haben wir bereits 61,4 % dieses Ziels erreicht (2013: 56 %). Das Risiko durch die Verwendung einer Substanz ergibt sich aus der Kombination ihrer gefährlichen Eigenschaften und der möglichen Einwirkung auf Mensch und Umwelt.

Ziel 2020

>99%

Risikobewertung von Produkten, die wir in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr verkaufen

REACH und weitere gesetzliche Auflagen

  • Dritte Registrierungsphase von REACH begonnen

Nachdem 2013 die zweite Registrierungsphase abgeschlossen wurde, arbeiten wir kontinuierlich an der Registrierung der Stoffe mit einer jährlichen Produktionsmenge zwischen einer und hundert Tonnen pro Jahr für die dritte Phase der EU-Chemikalienverordnung REACH. Diese soll bis zum Jahr 2018 beendet sein. Parallel dazu halten wir die bestehenden Registrierungsdossiers aktuell und unterstützen zuständige Behörden der EU-Mitgliedstaaten bei der Evaluierung einer zunehmenden Anzahl von Substanzen. Mit unseren Kunden und Lieferanten pflegen wir einen intensiven Austausch zu REACH.

Als weiteren Beitrag zur internationalen Chemikaliensicherheit unterstützt BASF die Initiative der Vereinten Nationen, ein global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (Globally Harmonised System) zu implementieren.

Ökologische und toxikologische Prüfungen

  • Einsatz von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen

Bevor unsere Produkte auf den Markt kommen, unterziehen wir sie vielfältigen ökologischen und toxikologischen Prüfungen. Bereits bei der Erforschung und Entwicklung von Produkten berücksichtigen wir den aktuellen Stand der Wissenschaft. Tierversuche werden nur dann durchgeführt, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Die Anforderungen von REACH und anderen nationalen Gesetzgebungen außerhalb der EU schreiben Tierversuche teilweise vor, um mehr Informationen über die Eigenschaften und Wirkungsweisen chemischer Produkte zu erhalten.

Wir halten die Vorgaben des deutschen Tierschutzgesetzes sowie die Anforderungen der Association for Assessment and Accreditation of Laboratory Animal Care – den weltweit höchsten Standard für Labortiere – ein. Wir entwickeln und optimieren kontinuierlich Ersatz- und Ergänzungsmethoden und setzen diese ein, wo immer es möglich und von den Behörden anerkannt ist. Hierfür hat BASF im Jahr 2014 einen Betrag von 2,8 Millionen € aufgewendet. Ersatz- und Ergänzungsmethoden setzen wir bei mehr als einem Drittel unserer Versuche ein. Derzeit sind 27 Alternativmethoden bei uns im Einsatz, 16 weitere sind in der Entwicklung. Ein Forschungsschwerpunkt 2014 sowie für die folgenden Jahre ist die Entwicklung von alternativen Methoden, um das Potenzial von Stoffen zu testen, die das Wachstum und die Entwicklung von Organismen beeinträchtigen können.

Zudem wurde unsere Abteilung „Experimentelle Toxikologie und Ökotoxikologie“ 2014 Mitglied im Netzwerk der EU für Laboratorien zur Validierung von alternativen Methoden (EU-Netval).

Umgang mit neuen Technologien

  • Kontinuierliche Forschung zur Sicherheit von Nano- und Biotechnologie

Neue Technologien, wie die Nanotechnologie oder die Biotechnologie, bieten Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen – beispielsweise für den Klimaschutz oder im Bereich Gesundheit und Ernährung.

Für den sicheren Umgang mit Nanomaterialien haben wir einen „Verhaltenskodex Nanotechnologie“ entwickelt, in dem wir den sicheren Umgang mit Nanomaterialien festlegen. Unser Wissen über die Sicherheit von Nanomaterialien erweitern wir kontinuierlich. In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 180 toxikologische und ökotoxikologische Studien durchgeführt und uns an rund 30 verschiedenen Projekten zur Sicherheit von Nanomaterialien beteiligt. Die Ergebnisse haben wir in 66 Fachartikeln veröffentlicht. Eine wichtige Erkenntnis daraus ist, dass vorrangig nicht die Größe eines Partikels, sondern dessen Substanzeigenschaften die Toxizität bestimmen.

Seit 2014 erarbeiten wir im Rahmen des Europäischen Zentrums für Ökotoxikologie und Toxikologie von Chemikalien (ECETOC) ein Konzept zur zielgerichteten Untersuchung und zur Gruppierung von Nanomaterialien. Auf Basis der Ergebnisse unserer Untersuchungen zur Sicherheit von Nanomaterialien haben wir einen stufenweisen Ansatz zu deren Prüfung und Risikobewertung unter REACH vorgeschlagen. Diesen entwickeln wir mit der European Chemicals Agency (ECHA), der OECD und nationalen Behörden weiter.

Bei der Nutzung von Biotechnologie richten wir uns nach dem Verhaltenskodex des europäischen Biotechnologieverbandes „EuropaBio“. Um mögliche Risiken effektiv zu minimieren und sicherzustellen, dass alle Standards und nationalen Gesetzgebungen eingehalten werden, entwickeln wir unsere Produktsicherheitsaktivitäten im Bereich Biotechnologie kontinuierlich weiter. Die Basis unseres internen Risikomanagements ist der Schutz von Mensch, Tier und Umwelt. Zur Überprüfung von Risiken im Umgang mit Biotechnologie haben wir ein Scorecard-System implementiert. Es stellt die Einhaltung von Standards und transparenten Prozessen bei BASF sicher.