Produktion

Wir geben Sicherheit immer Vorrang. Bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz setzen wir auf umfassende Präventivmaßnahmen und die Mitwirkung aller Mitarbeiter und Kontraktoren. Unsere globalen Sicherheitskonzepte dienen dem Schutz von Mitarbeitern, Kontraktoren und Nachbarn sowie der Vermeidung von Sachschäden, dem Schutz von Informationen und Eigentum. Damit tragen wir dazu bei, Produktionsausfälle und Umweltschäden zu vermeiden.

Die Grafik stellt die verschiedenen Stationen entlang der Wertschöpfungskette dar. Das jeweils dunkelgrün hervorgehobene Feld zeigt an, welche Station im jeweiligen Kapitel thematisiert wird. (hier: Produktion) (Grafik)

Globale Ziele

Wir haben uns zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz anspruchsvolle Ziele gesetzt. Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen je eine Million geleistete Arbeitsstunden wollen wir bis 2020 um 80 % im Vergleich zum Basisjahr 2002 auf 0,65 Arbeitsunfälle senken. Unsere Leistung im Gesundheitsschutz messen wir mit Hilfe des Health Performance Index (HPI). Der HPI umfasst fünf Komponenten: anerkannte Berufskrankheiten, medizinische Notfallplanung, Erste Hilfe, arbeitsmedizinische Vorsorge und Gesundheitsförderung 1.

1 Jede Komponente trägt mit maximal 0,2 zum Gesamtergebnis bei. Es ist ein maximaler Gesamtwert von 1,0 möglich. Unser Ziel ist es, jährlich einen Wert größer als 0,9 zu erreichen.

Ziel 2020

−80%

Weniger Arbeitsunfälle je 1 Mio. geleistete Arbeitsstunden
Basisjahr 2002

Jährliches Ziel

>0,9

Gesundheitsschutz Health Performance Index Maximalwert 1,0

Arbeitssicherheit

  • Mitarbeiter weltweit zu sicherem Verhalten geschult

Um unser ambitioniertes Ziel zur Arbeitssicherheit zu erreichen, setzen wir insbesondere auf das Engagement unserer Mitarbeiter und auf klar definierte Sicherheitsregeln. Im Jahr 2014 haben sich an rund 300 Standorten circa 75.000 Mitarbeiter und Kontraktoren aktiv an unserer weltweiten Sicherheitsinitiative beteiligt.

Sicheres Arbeiten fördern wir insbesondere durch systematische Gefährdungsbeurteilungen, Seminare und weltweite Sicherheitsstandards und überprüfen deren Umsetzung regelmäßig in Audits. Über die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisungen hinaus haben wir im Jahr 2014 mehr als 49.000 Mitarbeiter weltweit im Bereich Arbeitssicherheit geschult. Dabei haben wir in unserem „Sichermacher-Trainingszentrum“ am Standort Ludwigshafen rund 14.000 Mitarbeiter fortgebildet, um das sicherheitsbewusste Verhalten zu stärken und Arbeitsunfällen vorzubeugen.

Im Jahr 2014 ereigneten sich an BASF-Standorten weltweit 1,5 Arbeitsunfälle je eine Million Arbeitsstunden (2013: 1,4), davon waren 5 % chemietypische Unfälle. Verglichen mit dem Basisjahr 2002, konnten wir die Rate um 54,5 % senken. Wir wollen eine weitere Absenkung durch die kontinuierliche Stärkung unserer Sicherheitskultur erzielen. Die Rate der Arbeitsunfälle bei Kontraktoren lag im Jahr 2014 bei 1,8 (2013: 2,1). Wir verzeichneten im Jahr 2014 keinen Arbeitsunfall mit Todesfolge.

Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen je eine Million geleistete Arbeitsstunden
(Reduzierung zu Basisjahr 2002: −54,5 %)
Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen je eine Million geleistete Arbeitsstunden (Balkendiagramm)

Gesundheitsschutz

  • Rückengesundheit als Schwerpunktthema für 2014
  • Regelmäßiges Angebot von Gesundheitsförderungsprogrammen für Mitarbeiter

Unser weltweites Gesundheitsmanagement dient dazu, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Einen Beitrag dazu leisteten 2014 zahlreiche Maßnahmen zur medizinischen Notfallplanung und zur Gesundheitsförderung. Weltweite Standards für Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz sind in einer Richtlinie festgehalten, für deren Umsetzung ein weltweites Netzwerk von Experten sorgt. Unsere Leistungen überprüfen wir regelmäßig durch arbeitsmedizinische Audits.

Mit einem Health Performance Index von 0,91 konnten wir das anspruchsvolle Ziel erreichen, den Wert von 0,9 jährlich zu übertreffen (2013: 0,89). Im Jahr 2014 stand das Thema Rückengesundheit im Mittelpunkt unserer weltweiten Gesundheitsaktion für Mitarbeiter. 2015 wird gesunde Ernährung das Schwerpunktthema sein. Mit zielgruppenspezifischen Angeboten sensibilisieren wir Mitarbeiter systematisch für diese Themen.

Die im Jahr 2013 eingeführten BASF-Gesundheitschecks bilden die Basis unseres globalen Gesundheitsförderungsprogramms und werden den Mitarbeitern in regelmäßigen Abständen angeboten.

Anlagensicherheit

  • Sicherheitskonzepte aktualisiert und verbessert
  • Globale Anforderung zum Explosionsschutz eingeführt

In der Anlagenplanung setzen wir auf Prävention und wenden von der Konzeption bis zur Produktionsaufnahme ein fünfstufiges Überprüfungssystem an. Darin berücksichtigen wir die wichtigsten Aspekte von Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz frühzeitig und prüfen diese in jeder Planungsphase. Mit einer Risikomatrix bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit sowie mögliche Auswirkungen von Risiken und legen entsprechende Schutzmaßnahmen fest.

Um weltweit die Sicherheit unserer Anlagen kontinuierlich zu verbessern, aktualisieren wir weiterhin in allen Betrieben unsere Sicherheitskonzepte. Wir überprüfen deren Implementierung in einem 10-Jahres-Rhythmus in allen Anlagen mit mittlerem und hohem Gefährdungspotenzial. Die Erfassung der Sicherheitsbetrachtungen haben wir 2014 mit einer Software standardisiert. Zudem haben wir im Jahr 2014 die Überprüfung des Managementsystems für Anlagensicherheit in allen Regionen weiter intensiviert. Um in unseren Produktionsanlagen den Explosionsschutz weiterzuverbessern, haben wir 2014 eine global gültige Anforderung eingeführt. Unsere Schulungsmaßnahmen zu Anlagensicherheit haben wir im Jahr 2014 weiterentwickelt und weltweit mehr als 11.000 Mitarbeiter geschult.

Als wichtigen Indikator verwenden wir seit 2008 die Zahl der sicherheitsrelevanten Anlagenereignisse. Dabei folgen wir der Definition des europäischen Verbandes der chemischen Industrie (CEFIC). Diese Kennzahl erfasst Stofffreisetzungen, Brände und Explosionen. Im Jahr 2014 lag diese Kennzahl bei 2,1 Ereignissen je eine Million geleistete Arbeitsstunden. Wir untersuchen jedes Ereignis detailliert, analysieren die wesentlichen Ursachen und nutzen die Ergebnisse, um unsere Anlagensicherheit weiter zu optimieren.

Weiterhin beteiligen wir uns in einer Arbeitsgruppe des International Council of Chemical Associations (ICCA) an der Erarbeitung eines global standardisierten Kennzahlensystems für Anlagensicherheit.

Gefahrenprävention und Unternehmenssicherheit

  • Anforderungen zur Gefahrenabwehr und zum vorbeugenden Brandschutz festgelegt
  • Leitstellenverbund „SPIDER“ in Europa umgesetzt

Um weltweit einheitlich hohe Standards für Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz zu gewährleisten, haben wir 2014 Anforderungen zur Gefahrenabwehrplanung und zum vorbeugenden Brandschutz in der BASF-Gruppe festgelegt. Auf mögliche Zwischenfälle in unseren Produktionsanlagen sind wir durch spezifische Gefahrenabwehrpläne vorbereitet, in die wir situationsbezogen Partner, Lieferanten sowie Städte, Gemeinden und benachbarte Unternehmen einbinden.

Regelmäßig überprüfen wir unsere Notfallsysteme und üben beispielsweise die Abläufe mit Mitarbeitern, Kontraktoren und Behörden. Im Jahr 2014 haben wir unseren Leitstellenverbund „SPIDER“ in Europa umgesetzt. Dadurch können unsere Experten von Werkfeuerwehr, Rettungsdienst, Standortsicherheit und Umweltschutz europaweit standortübergreifend noch schneller und zuverlässiger zusammenarbeiten. Weltweit unterstützt unsere zentrale Notfallhilfe rund um die Uhr die lokale Gefahrenabwehr.

In Audits und Reviews überprüfen wir die Umsetzung der Maßnahmen zum umfassenden Schutz der Mitarbeiter, des Unternehmens, beispielsweise vor Know-how-Verlust, und zum weltweiten Schutz unserer Standorte gegen Eingriffe Dritter. Unser gesamtes Sicherheitspersonal ist zu relevanten Menschenrechtsaspekten für den Standortschutz, wie das Recht auf Freiheit und Sicherheit der Person, geschult. Auch alle Kontraktoren, die in diesem Bereich tätig sind, haben wir auf die Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet und überprüfen diese regelmäßig. Investitionsprojekte analysieren wir auf mögliche Risiken für geplante Produktionsanlagen und für die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter. In Ländern mit erhöhtem Sicherheitsrisiko werden Geschäftsreisende, Delegierte und Mitarbeiter vor Ort über geeignete Schutzmaßnahmen informiert und bei Bedarf individuell betreut.

Im Jahr 2014 haben wir unser weltweites Netzwerk der Informationsschutzbeauftragten auf mehr als 600 ausgebaut. Sie setzen unsere global verbindlichen Anforderungen um und führen Schulungen zum sicherheitsbewussten Verhalten durch. Zusätzlich haben 2014 mehr als 2.800 Mitarbeiter an Schulungsmaßnahmen zum Informationsschutz teilgenommen.