S3 Betroffene Gemeinschaften
Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.
Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.
Über verantwortungsvolles Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette wollen wir negative Auswirkungen vermeiden und positive Auswirkungen erhöhen. Wir suchen den Austausch mit Gemeinschaften, die von unserer Unternehmenstätigkeit betroffen sein können, um die Transformation in Richtung Klimaneutralität sozial gerecht mitzugestalten. Darüber hinaus wollen wir unserer Verantwortung gerecht werden und verfolgen das Ziel, die Gemeinschaften im Umfeld unserer weltweiten Standorte zu stärken.
Ein Kernelement unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist es, die Würde, Rechte, Sicherheit und Gesundheit von Einzelpersonen auch außerhalb unserer eigenen Belegschaft zu achten. Sicheres und verantwortungsbewusstes Verhalten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für uns von zentraler Bedeutung.
Dies gilt auch für Gemeinschaften, die von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sein können. Wir zählen dazu Aktivitäten in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, wenn die von uns bezogenen Rohstoffe unter teilweise schwierigen Bedingungen angebaut oder auch abgebaut werden. So kann beispielsweise der Anbau von Pflanzen, die als nachwachsende Rohstoffe von uns eingekauft werden, mit einer Landdegradation und Beeinträchtigung der Biodiversität vor Ort verbunden sein. Auch der Abbau mineralischer Rohstoffe kann Gemeinschaften negativ beeinflussen. Diese Rohstoffe werden derzeit teilweise in Regionen abgebaut, die ein höheres Risiko für die Verletzung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards aufweisen. Wir engagieren uns daher für eine nachhaltige Lieferkette speziell auch für diese Materialien (siehe S2 Mineralische Rohstoffe). Indigene Völker, auf deren Land Rohstoffe abgebaut werden sollen, zählen wir zu den vulnerablen Gruppen von betroffenen Gemeinschaften.
Darüber hinaus betrachten wir unmittelbare Anwohner unserer Produktionsstandorte als betroffene Gemeinschaften sowie weitere Menschen im Umkreis unserer Betriebsstätten, die von unserer Produktionstätigkeit und damit einhergehenden potenziellen Emissionen in die Umwelt oder Entsorgung von Altlasten betroffen sein könnten. Wir haben uns globale Ziele gesetzt, um sicherzustellen, dass die Herstellung unserer Produkte sowohl für Menschen als auch für die Umwelt sicher ist (siehe Ziele und Zielerreichung).
Im Rahmen unserer doppelte Wesentlichkeitsanalyse wurde der Themenkomplex „S3 Betroffene Gemeinschaften“ als wesentlich bewertet. Als Ergebnis der Analyse sehen wir ein wesentliches Risiko für BASF sowie vier wesentliche Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften (siehe Tabelle darunter).
Auswirkung |
Bewertung |
Verortung in der Wertschöpfungskette |
Beschreibung |
---|---|---|---|
Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch Herstellung und Verwendung von Chemikalien |
Negativ, |
Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette |
Die Herstellung und Verwendung von Chemikalien in unseren eigenen Betrieben und in unserer Wertschöpfungskette kann potenziell die Gesundheit von Menschen und Gemeinschaften beeinträchtigen. |
Mögliche Einschränkung des Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung indigener Gemeinschaften |
Negativ, |
Vorgelagerte Wertschöpfungskette |
Unsere Beschaffung von Rohstoffen kann potenzielle Auswirkungen auf indigene Gemeinschaften haben und kann deren Recht auf eine freie, vorherige und informierte Zustimmung (free prior and informed consent, FPIC) zu Aktivitäten in ihrer Umgebung beeinträchtigen. |
Beitrag zur positiven Entwicklung von Gemeinschaften |
Positiv |
Eigene Geschäftstätigkeit |
Durch unsere Geschäftstätigkeit, unser Stakeholder-Engagement und gesellschaftliches Engagement haben wir einen positiven wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einfluss auf Gemeinschaften. |
Positiver Beitrag zur Lebensmittelversorgung |
Positiv |
Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
Unsere Pflanzenschutzmittel und unser Saatgut sorgen dafür, dass trotz Schädlingen oder anderen Beeinträchtigungen Pflanzen einen guten Ertrag liefern und Menschen angemessen mit Lebensmitteln versorgt werden können. |
Risiko |
Bewertung |
Beschreibung |
---|---|---|
Verlust gesellschaftlicher Akzeptanz durch potenzielle gesundheitliche Beeinträchtigung von Menschen und Gemeinschaften |
Negativ |
Kommt es zu negativen Auswirkungen auf Gemeinschaften, kann kurz- bis langfristig die gesellschaftliche Akzeptanz für unsere Geschäftstätigkeit leiden, das Vertrauen in BASF schwinden und das Risiko für Rechtsstreitigkeiten steigen. |
Strategie und Governance
Die Akzeptanz und Unterstützung unserer Stakeholder ist für unseren Geschäftserfolg von entscheidender Bedeutung. Wir verfolgen den Grundsatz, mit betroffenen Gemeinschaften gut zusammenzuleben, indem wir negative Auswirkungen durch unsere Geschäftstätigkeit minimieren und positive Auswirkungen maximieren. Damit wollen wir zu mehr Lebensqualität für alle beitragen.
Der Schutz betroffener Gemeinschaften ist uns ein zentrales Anliegen und wir haben den Anspruch, sicher für Mensch und Umwelt zu produzieren. Unser Managementsystem für Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Qualität, das auf den Leitprinzipien der Initiative Responsible Care®, dem Qualitätsmanagement und anderen relevanten Managementstandards aufbaut, dient dem Schutz der Umwelt sowie der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden, Mitarbeitenden von Drittfirmen und Nachbarn. Die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“, die direkt an den Vorstand berichtet, definiert die gruppenweit gültigen Management- und Kontrollsysteme und überwacht die Einhaltung interner Richtlinien sowie gesetzlicher Vorgaben (ergänzende Informationen zu den Verantwortlichkeiten für die Corporate-Center-Einheiten im Vorstand sind hier zu finden). Gleichzeitig sind die Standorte und Gruppengesellschaften dafür verantwortlich, die festgelegten Vorgaben vor Ort umzusetzen.
Es ist uns ein grundsätzliches Anliegen, Menschenrechte zu respektieren und diese zu keiner Zeit durch unsere Unternehmensaktivitäten zu verletzen. Compliance-Risiken, auch in Bezug auf Gemeinschaften, die potenziell von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sein könnten, erfassen wir durch regelmäßige Risikobewertungen der Unternehmensbereiche und Gruppengesellschaften weltweit (siehe Allgemeine Angaben, Unternehmerische Sorgfaltspflicht). Wir haben uns über die Menschenrechtsposition der BASF-Gruppe verpflichtet, die Menschenrechte lokaler Gemeinden und gefährdeter Bevölkerungsgruppen zu achten und diese entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken. Hierzu zählen unter anderem auch indigene Völker als besonders vulnerable Gruppe. Wir haben den Anspruch, im Einklang mit den folgenden internationalen Standards verantwortungsvoll und unternehmerisch zu handeln:
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN),
- beide UN-Menschenrechtspakte,
- Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO),
- Dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik,
- Zehn Prinzipien des UN Global Compact,
- UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte,
- OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und
- Responsible Care® Global Charter des International Council of Chemical Associations.
Unsere Verantwortung für Menschenrechte haben wir in unserem BASF-Verhaltenskodex und im Verhaltenskodex für Lieferanten (siehe S2 Strategie und Governance) verankert. Wir erwarten von all unseren Partnern, dass sie die international geltenden Menschenrechte einhalten. Bei Bedarf unterstützen wir sie dabei, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Wir wollen unsere Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahrnehmen und uns den damit verbundenen Chancen und Risiken stellen. Die Achtung der Menschenrechte ist in unsere Unternehmensführung und Entscheidungsfindungsprozesse systematisch integriert. Der globale Verhaltenskodex von BASF ist für alle Mitarbeitenden verpflichtend und der Einhaltung dieser Vorgaben gehen wir durch unsere Kontroll- und Monitoringsysteme nach.
Der Beitrag zur positiven Entwicklung von Gemeinschaften folgt unserer Policy für das gesellschaftliche Engagement. Auch sie basiert auf dem BASF-Verhaltenskodex und wird von der Corporate-Center-Einheit „Corporate Strategy & Sustainability“ verantwortet.
Erläuterungen zu unseren übergeordneten Policies bezüglich des Anwendungsbereichs, der Verantwortlichkeit, der Wirkung in der Wertschöpfungskette, der globalen Gültigkeit, der Zugänglichkeit für Stakeholder sowie deren Einbeziehung finden sich in der Nachhaltigkeitserklärung unter Allgemeine Angaben.
Die Resilienz unserer Geschäftsmodelle bezüglich verschiedener Nachhaltigkeitsaspekte überprüfen wir im Rahmen unserer Geschäftsstrategieentwicklung. Die Strategien unserer strategischen Geschäftseinheiten werden in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit Fachleuten aus den Geschäftseinheiten sowie der Einheit „Corporate Strategy & Sustainability“ aktualisiert. Zusätzlich haben wir soziale und menschenrechtsbezogene Bewertungen in unsere Governance- und Entscheidungsprozesse integriert, beispielsweise für Investitions-, Akquisitions- und Devestitionsprojekte. Bei Entscheidungen über künftige Investitionen binden wir frühzeitig wesentliche Stakeholder ein. Dazu können auch Vertretungen betroffener Gemeinschaften gehören.
Die Geschäftsstrategie unseres Unternehmensbereichs Agricultural Solutions und dessen Beitrag zur Lebensmittelversorgung wird hier erläutert.
Wesentliche Auswirkungen von BASF auf betroffene Gemeinschaften
Im Folgenden gehen wir näher darauf ein, welche Strategie wir bezüglich der vier wesentlichen Auswirkungen von BASF auf betroffene Gemeinschaften verfolgen.
Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch unsere Geschäftstätigkeit
Als global agierendes Chemieunternehmen ist sich BASF der Risiken bewusst, die mit dem Gebrauch und der Herstellung von Chemikalien einhergehen. Hierzu können, etwa durch verunreinigtes Trinkwasser, auch gesundheitliche Beeinträchtigungen betroffener Gemeinschaften zählen. Auswirkungen können sich sowohl durch die Herstellung von Chemikalien in unseren eigenen Betrieben als auch in unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ergeben.
Mit unserem Managementsystem für Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Qualität möchten wir eine sichere Produktion gewährleisten. Es liegt in unserer Verantwortung, insbesondere die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden, Kunden und Nachbarn zu schützen, indem wir kontinuierlich Gefährdungspotenziale identifizieren und Risiken minimieren (siehe S1 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz).
Wir streben an, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen entlang unserer Wertschöpfungsketten zu verhindern und nutzen unsere Erkenntnisse, um mithilfe geeigneter Maßnahmen zu vermeiden, dass sich mögliche negative Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften wiederholen. Unsere globalen Standards und Vorgaben, beispielsweise zum Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser, sind in gruppenweit gültigen Richtlinien definiert. Umsetzung und Einhaltung der gruppenweiten Richtlinien und lokalen Vorgaben liegen in der Verantwortung unserer Standorte und Gruppengesellschaften. Die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ überprüft im Zuge von Audits regelmäßig, ob die Vorgaben eingehalten werden.
Mit unserem Bekenntnis zu Produktverantwortung im Rahmen von Responsible Care® und den Initiativen des International Council of Chemical Associations verpflichten wir uns, negative Einflüsse unserer Produkte auf Sicherheit, Gesundheit und Umwelt zu minimieren und die Sicherheit unserer Produkte stetig weiterzuentwickeln. Bevor unsere Produkte auf den Markt kommen, durchlaufen sie – abhängig von ihrem Einsatzprofil und gesetzlichen Anforderungen – verschiedene Prüfungen und Bewertungen. Dadurch wollen wir mögliche Gefährdungsmerkmale sowie Gesundheits- und Umweltrisiken frühzeitig erkennen. Auf Basis dieser Ergebnisse leiten wir geeignete Vorsorge- und Schutzmaßnahmen ab und entwickeln Empfehlungen zur sicheren Handhabung – von der Produktion über die Anwendung bis zur Entsorgung.
Für die Produktsicherheit haben wir globale Managementsysteme in unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette etabliert: Wir geben beispielsweise unseren Logistikdienstleistern weltweit Anforderungen zum sicheren Transport von gefährlichen Gütern vor und beraten im Bedarfsfall unsere Kunden zur Produktsicherheit, damit bei bestimmungsgemäßem und verantwortungsvollem Gebrauch unserer Produkte kein Risiko für Mensch und Umwelt entsteht (siehe E2 Maßnahmen in der Wertschöpfungskette).
Recht indigener Völker auf freie, vorherige und informierte Zustimmung
BASF ist gegen jede Form von Menschenrechtsverstößen und hat sich über die Menschenrechtsposition der BASF-Gruppe verpflichtet, die Menschenrechte lokaler Gemeinden und gefährdeter Bevölkerungsgruppen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu achten und zu fördern (siehe Globale Ziele). Hierzu zählt auch die Umsetzung des Prinzips der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC) indigener Völker.
Insbesondere wenn unser Handeln indigene Völker betreffen könnte, suchen wir schon bevor wir investieren den Austausch mit Nichtregierungsorganisationen, beispielsweise über die fallbezogene Einrichtung eines Beirats für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Beirat) (siehe Einbindung unserer Stakeholder-Gruppen). Compliance-Risiken, auch in Bezug auf Gemeinschaften, die potenziell von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sein könnten, erfassen wir durch regelmäßige Risikobewertungen der Unternehmensbereiche und Gruppengesellschaften weltweit.
Wir bewerten unsere Lieferanten systematisch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsleistung und haben uns zum Ziel gesetzt, bei Lieferanten, die bei dieser Bewertung schlecht abschneiden, konkrete Verbesserungen zu erzielen (siehe S2 Globale Ziele). Für die vorgelagerte Lieferkette hat unsere Einkaufsorganisation zudem ein globales risikobasiertes Managementsystem etabliert, um unsere Sorgfaltsprozesse umzusetzen. Unsere Standards haben wir in einer globalen Richtlinie definiert. Beziehen wir nachwachsende Rohstoffe, berücksichtigen wir auch soziale Faktoren wie Arbeitsbedingungen und Ernährungssicherheit. Wir suchen den regelmäßigen Dialog mit unseren Stakeholdern, um Zielkonflikte zu identifizieren, und beziehen bei unseren Entscheidungen anerkannte Zertifizierungsstandards ein.
So zum Beispiel beim Einkauf von Palmöl und Palmkernöl, zwei unserer wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe: Wir nutzen diese hauptsächlich zur Herstellung von Inhaltsstoffen für die Kosmetik-, Wasch-, Reinigungs- und Nahrungsmittelindustrie. Basierend auf unserem global gültigen Verhaltenskodex für Lieferanten haben wir unsere Erwartungen an Lieferanten in der palmbasierten Wertschöpfungskette in einer ergänzenden Beschaffungsrichtlinie festgeschrieben (BASF Palm Sourcing Policy). Darin werden neben Zertifizierungsstandards, Rückverfolgbarkeit und umweltbezogenen Aspekten die Wahrung von Arbeitnehmerrechten und Rechten indigener Völker sowie die Einbeziehung von kleinbäuerlichen Strukturen adressiert. Wir erwarten beispielsweise, dass bei mit der Beschaffung von Palmöl verbundenen Landnutzungsänderungen das Recht indigener und lokaler Gemeinschaften, ihre freie, vorherige und informierte Zustimmung zu geben oder zu verweigern, respektiert wird. Dies betrifft alle Personengruppen, die gemäß der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker (United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples, UNDRIP) und den sozialen Anforderungen des High-Carbon-Stock-Ansatzes (HCS) Gewohnheitsrechte oder gesellschaftliche Rechte besitzen (siehe E4 Beschaffung nachwachsender Rohstoffe).
Auch beim Bezug mineralischer Rohstoffe haben wir dedizierte Prozesse etabliert, um die Herkunft von Konfliktmineralien in der Lieferkette nachzuverfolgen und sicherzustellen, dass diese aus konfliktfreien Quellen stammen. Damit möchten wir negative Auswirkungen durch BASF minimieren.
Die EU-Verordnung zu Konfliktmineralien haben wir umgesetzt, indem wir beispielsweise einen Compliance-Check für die Einfuhr von Konfliktmineralien in unserem Bestellsystem durchführen. Die Verordnung regelt bei Importen in die EU die Sorgfaltspflichten in der Lieferkette von Zinn, Tantal, Wolfram und deren Erzen sowie Gold (3TG1) aus Konfliktregionen und Hochrisikogebieten (CAHRAs2).
Darüber hinaus legen wir Wert auf Zertifizierungen, wie zum Beispiel das LBMA-Zertifikat3 für Gold, das LPPM-Zertifikat4 für Metalle der Platingruppe sowie auf den „Responsible Minerals Assurance Process“ der Responsible Minerals Initiative. BASF engagiert sich bei weiteren mineralischen Rohstoffen für verantwortungsvolle und nachhaltige globale Lieferketten. Hierzu zählt Kobalt, eine Schlüsselkomponente bei der Herstellung von Batteriematerialien. Unsere Kobalt-Lieferkette organisieren wir nach etablierten Nachhaltigkeitsrichtlinien wie der OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals. Dabei ist es unser Ziel, kein Kobalt aus Kleinstminen zu beziehen, solange keine verantwortungsvollen Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards nachgewiesen werden können.
Lebensmittelversorgung durch unsere Produkte
Als eines der weltweit führenden Unternehmen bieten wir Produkte und Innovationen für die Landwirtschaft und unterstützen die nachhaltige Transformation des Landwirtschafts- und Ernährungssystems. Unsere Pflanzenschutzmittel, unser Saatgut und unsere digitalen Lösungen tragen dazu bei, dass Pflanzen einen guten Ertrag liefern und Menschen somit angemessen mit Lebensmitteln versorgt werden können.
Unsere innovationsgetriebene Strategie für die Landwirtschaft konzentriert sich auf ausgewählte Kulturpflanzen mit ihren jeweils passenden Anbausystemen: Soja, Mais und Baumwolle in Nord- und Südamerika; Weizen, Raps und Sonnenblumen in Nordamerika und Europa; Reis in Asien; Obst und Gemüse weltweit.
In unserem Unternehmensbereich Agricultural Solutions arbeiten wir an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Wertschaffung für eine zukunfts- und leistungsfähige Landwirtschaft. Angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung steigt der Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln, nachwachsenden Rohstoffen und Energie weiter an – während landwirtschaftlich nutzbare Flächen begrenzt sind. Das macht eine noch leistungsfähigere Landwirtschaft unerlässlich. Sie muss ausgewogen sein und sicherstellen, dass ausreichend gesunde und bezahlbare Lebensmittel produziert werden können. Gleichzeitig ist es von großer Bedeutung, negative Auswirkungen auf die Umwelt oder mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Herstellung und Verwendung von Pflanzenschutzprodukten auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.
Wir nutzen unser Fachwissen in Forschung und Entwicklung und unser tiefes Verständnis darüber, wie Landwirte ihre Betriebe führen, um technologieübergreifende Angebote zu machen. Dazu zählen neuartige Lösungen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften, Fungizide, Herbizide, Insektizide, biologischen Pflanzenschutz und digitale Produkte, die auf die regionalen landwirtschaftlichen Bedürfnisse und Anbausysteme zugeschnitten sind.
Beitrag zur positiven Entwicklung von Gemeinschaften
Mit unseren Aktivitäten wollen wir weltweit die Gemeinden im Umfeld unserer Standorte stärken, zum Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen und langfristig positiv auf Umwelt und Gesellschaft wirken. Durch unsere Geschäftstätigkeit haben wir an unseren Standorten einen positiven Einfluss auf die Gemeinschaften vor Ort. Wir schaffen Arbeitsplätze und tragen zur lokalen Wertschöpfung bei. Mit unserem gesellschaftlichen Engagement wollen wir die Lebensqualität von Menschen durch Prävention und Bekämpfung von Krankheiten verbessern (Gesundheit), Bildungsgerechtigkeit, Beschäftigungsfähigkeit und wirtschaftliche Teilhabe fördern (Fähigkeiten) sowie natürliche Ressourcen schützen (Ressourcen) (siehe Maßnahmen).
Der kontinuierliche Dialog mit und die Einbindung unserer Stakeholder-Gruppen sind integraler Bestandteil der Unternehmensverantwortung von BASF. Die Verantwortung für die zentrale Governance, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung unseres Engagements mit gesellschaftlichen Stakeholdern liegt daher in der Einheit „Corporate Strategy & Sustainability“, die Teil des Corporate Centers ist und dem Ressort des Vorstandsvorsitzenden zugeordnet ist. Die im Austausch gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Bedeutung und werden in relevante strategische Entscheidungen miteinbezogen. Eine unternehmensweite Gruppe von Mitarbeitenden sichert den Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen sowie die stetige Verbesserung unserer Ansätze und Maßnahmen.
Um unsere Auswirkungen auf und Risiken für betroffene Gemeinschaften besser einschätzen zu können, haben wir unser Stakeholder-Engagement so aufgebaut, dass wir das Feedback betroffener Gemeinschaften in unseren Geschäftsaktivitäten berücksichtigen. Im Rahmen unseres Responsible-Care-Managements (siehe E3 Strategie und Governance) wollen wir sicherstellen, dass wir beispielsweise das Recht der Anwohner an unseren Standorten auf den Zugang zu sauberem Wasser achten.
Eine besondere Verantwortung tragen wir für die Nachbarn an unseren Standorten. Mit Nachbarschaftsforen fördern wir einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Anwohnern und dem Management unserer Standorte und stärken das Vertrauen in unsere Aktivitäten. Die global gültigen Anforderungen für diese Foren orientieren sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte zu Beschwerdemechanismen. Einzelpersonen und Gruppen wie beispielsweise NGOs und Vereine haben auf diese Weise die Möglichkeit, regelmäßig und auf direktem Wege Bedenken zu äußern. Die Foren sind auf unbestimmte Zeit aktiv.
Die Einbindung der Anliegen indigener Völker erfolgt auf drei Ebenen und umfasst den Austausch mit Menschenrechtsexpertinnen und -experten, den direkten Austausch mit Vertretungen der indigenen Völker sowie den Austausch mit Nichtregierungsorganisationen als Repräsentanten indigener Völker. Dabei folgen wir unseren gruppenweit gültigen Leitlinien zum Austausch mit Vertretungen der Zivilgesellschaft.
Aktuelle und wichtige Fragen zu bestimmten Themen adressieren wir mit Beiräten. BASF kann so Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft noch besser verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen fundierte Entscheidungen, sowohl bei operativen Projekten als auch in der Strategieentwicklung. Verantwortlich für die Sicherstellung eines angemessenen und regelmäßigen Austauschs sind relevante Corporate-Center-Einheiten, etwa die Einheit „Sustainability Relations & Trends“.
2023 hat BASF einen Beirat für Themen rund um den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen, das Nature Advisory Council (NAC), gegründet, um eine unabhängige gesellschaftliche Perspektive auf unsere Aktivitäten in Bezug auf Natur- und Biodiversitätsthemen zu erhalten. Ziel ist es, konstruktives Feedback und konkrete Ratschläge zu naturbezogenen Themen und unserem strategischen Ansatz sowie unseren Beiträgen zu einer nachhaltigeren Zukunft einzuholen. Das NAC ist auf unbestimmte Zeit aktiv und bestand Ende 2024 aus fünf Mitgliedern, die aus den Bereichen der Wissenschaft, relevanter Wertschöpfungsketten und multilateraler Organisationen kommen. Es tagte zuletzt im November 2024 und diskutierte das Vorgehen von BASF bezüglich Biodiversität mit relevanten Expertinnen und Experten und Führungskräften.
Das seit 2020 bestehende Human Rights Advisory Council (HRAC) bietet einen vertrauensvollen und konstruktiven Austausch, um unsere Rolle und Verantwortung vor allem in menschenrechtlich herausfordernden Situationen besser wahrnehmen zu können. Es besteht aus unabhängigen internationalen Fachleuten für das Thema Menschenrechte und trifft sich regelmäßig, wodurch wir zusätzliche menschenrechtliche Expertise einholen. Das HRAC hilft dabei, unterschiedliche Perspektiven zum Thema Menschenrechte besser zu verstehen, Zielkonflikte zu adressieren und die Rechte indigener Völker sowie die Grenzen der unternehmerischen Sorgfaltspflicht einzubeziehen. Zusätzlich trägt das Gremium dazu bei, unsere menschenrechtsbezogenen Stärken auszubauen sowie Verbesserungspotenziale zu erkennen. Es trifft sich bis zu dreimal im Jahr und ist auf unbestimmte Zeit aktiv. An den Sitzungen im Jahr 2024 nahmen Vertreter der Einheiten „Corporate Compliance“ und „Corporate Strategy & Sustainability“ sowie weitere Fachleute aus Unternehmensbereichen teil.
2023 fand zudem das erste Sustainability Lab als weiteres Stakeholder-Engagement-Format statt. Rund 100 externe und interne Expertinnen und Experten erörterten dabei spezifische Fragestellungen der nachhaltigen Entwicklung aus verschiedenen Perspektiven (siehe Allgemeine Angaben, Interessen und Standpunkte unserer Stakeholder).
Ein neues Format ist unser Zivilgesellschaftliches Forum, das im März 2024 in Berlin gegründet wurde und thematisch betroffene Vertreter der Unternehmensbereiche sowie des Corporate Centers miteinbezieht. Es handelt sich dabei um einen vertraulichen Austausch mit Vertretern des zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Spektrums. Ziel des Forums ist die aktive Erläuterung der Aktivitäten des Unternehmens bei aktuellen und potenziellen Projekten sowie die inhaltliche Positionierung dazu. Das Zivilgesellschaftliche Forum bietet damit eine Plattform, die Raum für Feedback der Zivilgesellschaft gibt. Die darauf aufbauende Einbeziehung des externen Feedbacks in die internen strategischen Steuerungssysteme hat das Ziel, gangbare Lösungen für alle Stakeholder zu finden.
Für den fallbezogenen Austausch mit Stakeholdern, wie zum Beispiel betroffenen Gemeinschaften, nutzen wir bei Bedarf das Instrument des ESG Council. Auf diese Weise können Sichtweisen relevanter Stakeholder auch in den Entscheidungsprozess zu künftigen Investitionen frühzeitig eingebunden werden. Dieses Instrument haben wir beispielsweise im Kontext einer möglichen Investition in einen Nickel-Kobalt-Raffineriekomplex in Weda Bay/Indonesien, eingesetzt.5 Auch laufende Investitionen prüfen wir fortlaufend anhand der Nachhaltigkeitskriterien und setzen fallbezogen entsprechende Dialogformate zur Einbeziehung der gesellschaftlichen Perspektive auf.
Unser Engagement in Multi-Stakeholder- und weiteren Initiativen ist ein wichtiger Teil unseres strategischen Ansatzes in Bezug auf betroffene Gemeinschaften sowie alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. BASF engagiert sich in Netzwerken wie Cobalt for Development, dem Roundtable on Sustainable Palm Oil, der Global Battery Alliance und der noch bis 2025 laufenden Responsible Lithium Partnership.
Als Beschwerdemechanismus ist die BASF-Compliance-Hotline allen Menschen öffentlich zugänglich und demnach auch weltweit für betroffene Gemeinschaften oder ihre Vertretungen erreichbar. Angaben zur Art und Weise wie die darüber vorgebrachten und angegangenen Probleme verfolgt und überwacht werden, finden sich hier.
Sollte es in Bezug auf unsere eigenen Aktivitäten zu Bedenken oder einem Verstoß kommen, reagieren wir unmittelbar mit erforderlichen Maßnahmen, um den Verstoß angemessen zu adressieren und zu stoppen. Wann immer wir von vorliegenden Menschenrechtsverletzungen bei unseren direkten Zulieferern oder in unseren Lieferketten erfahren, erwarten und fordern wir von unseren direkten Zulieferern, dass sie diese unverzüglich beenden oder ihnen entsprechend nachgehen. Bei Bedarf unterstützen wir unsere Lieferanten dabei, die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern und ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern. Gleichzeitig behalten wir uns als letztes Mittel das Recht vor, nach möglichen Alternativen zu suchen und Lieferantenbeziehungen bei fortgesetzter Verletzung unserer Standards zu beenden.
Im Berichtsjahr 2024 wurden uns in einem Fall Hinweise zu potenziell schwerwiegenden Vorfällen in Bezug auf unsere Palmöl-Lieferkette gemeldet. Konkret ging es um den Vorwurf von unverhältnismäßigem Gewalteinsatz gegenüber betroffenen Gemeinschaften durch Sicherheitskräfte eines mittelbaren Lieferanten. Diesen Lieferanten haben wir umgehend suspendiert.
Auch darüber hinaus nehmen wir Hinweise zu Problemen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften ernst und gehen diesen nach. 2024 wurden drei Fälle zu unserer Kenntnis gebracht, in denen der Vorwurf des widerrechtlichen Landentzugs zuungunsten betroffener Gemeinschaften in der Palmöl-Lieferkette erhoben wurde. Zu diesen Fällen lagen im Berichtsjahr auch Rechtsstreitigkeiten vor. Einer dieser drei Fälle betrifft einen unmittelbaren Lieferanten, der gemäß den Standards des Multi-Stakeholder-Programms Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert ist. Prüfmaßnahmen des RSPO haben die im Raum stehenden Vorwürfe nicht bestätigt. Auch sind wir darüber informiert, dass bei der behördlichen Untersuchung im Rahmen der Rechtsstreitigkeit keine relevanten Rechtsverletzungen festgestellt werden konnten. Die anderen zwei Fälle beziehen sich auf mittelbare Lieferanten. Die Aufarbeitung und Rechtsstreitigkeiten laufen noch und auf dieser Grundlage werden wir nächste Schritte prüfen.
Die in allen Regionen regelmäßig eingehenden Meldungen, sowohl von eigenen Mitarbeitenden als auch von Dritten, wie beispielsweise NGOs, bestätigen aus unserer Sicht die Funktionalität und Wirksamkeit dieses Beschwerdekanals.
1 3TG: Tantal, Tin (Zinn), Tungsten (Wolfram) und Gold
2 CAHRAs: conflict-affected and high-risk areas
3 LBMA: London Bullion Market Association
4 LPPM: London Platinum and Palladium Market
5 BASF hat sich nach einer gründlichen Prüfung gegen die Umsetzung des Nickel-Kobalt-Raffinerieprojekts in Weda Bay entschieden, insbesondere da sich die Lieferoptionen und damit auch die Verfügbarkeit von Nickel in Batteriequalität für BASF verbessert hat.
Maßnahmen
Um negative Auswirkungen und Risiken zu mindern und gleichzeitig Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften entlang unserer Wertschöpfungsketten zu ergreifen, setzen wir konkrete Maßnahmen um, die wir im Folgenden anhand der für dieses Kapitel wesentlichen Unter-Themen erläutern. Diese Maßnahmen sind oftmals dezentral organisierte Aktionen, Projekte und Initiativen und sind keinem zentral gesteuerten Aktionsplan zugeordnet. Vielmehr zielen sie – wie auch unsere Management- und Monitoringsysteme – auf eine kontinuierliche Optimierung und Weiterentwicklung ab und liegen in der Verantwortung der Standorte und Gruppengesellschaften. Dies geht Hand in Hand mit dem BASF-Ansatz zur Nachhaltigkeitssteuerung (siehe Allgemeine Angaben).
Wir nutzen verschiedene Austauschformate und Gremien, mit denen wir gewonnene Erkenntnisse vorausschauend in unser operatives Geschehen oder unsere strategische Planung einbeziehen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen der direkten Einbeziehung betroffener Stakeholder, etwa in Form unserer Nachbarschaftsforen, und der indirekten Einbindung über Vertreter in unseren Beiräten (siehe Einbindung unserer Stakeholder-Gruppen).
Im Rahmen unserer Due Diligence stehen wir beispielsweise in regelmäßigem Kontakt mit unseren südafrikanischen Platinlieferanten, darunter auch Sibanye-Stillwater6. Um ein umfassendes Bild der Situation vor Ort zu erlangen und Themen von Relevanz aufzugreifen, stehen wir in stetigem Dialog mit relevanten Interessengruppen. Zuletzt hat BASF die beteiligten Interessengruppen im September 2024 zu einem persönlichen Treffen in Deutschland eingeladen. Dort haben Vertreter von unseren Lieferanten, von Nichtregierungsorganisationen aus Südafrika und Deutschland sowie Fachleute die Situation zu Umwelt- und Menschenrechtsfragen konstruktiv diskutiert.
Darüber hinaus setzen wir auf weitere Maßnahmen, um wesentliche negative Auswirkungen von BASF auf betroffene Gemeinschaften zu minimieren beziehungsweise um positive Auswirkungen zu unterstützen.
Maßnahmen zur Vermeidung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen
Wir setzen zahlreiche Maßnahmen um, die darauf abzielen, Produkte so zu konzipieren, dass ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette möglichst gering sind (siehe Allgemeine Angaben, Nachhaltige Steuerung unseres Produktportfolios).
Um negative Auswirkungen und Risiken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu minimieren, nutzen wir den offenen Austausch mit unseren Lieferanten sowie ihre Bewertung und Entwicklung. Wir unterstützen präventive und lokale Initiativen, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten unserer Lieferanten zu verbessern. Sollte es zu konkreten Vorfällen kommen, greifen unsere Managementprozesse (siehe S2 Maßnahmen).
Um Arbeitsunfällen und mit ihnen verbundenen Auswirkungen auf Mitarbeitende und ihre Angehörigen vorzubeugen, fordern und fördern wir risikobewusstes und sicheres Arbeiten, das Lernen aus Ereignissen sowie den regelmäßigen Erfahrungsaustausch unserer Mitarbeitenden. Mitarbeitende unserer Produktionsstandorte erhalten zudem regelmäßige Schulungen zum sicheren Umgang mit Chemikalien und zur korrekten Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung (siehe S1 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz). Darüber hinaus beschäftigen sich Expertenteams an allen unseren Standorten mit Fragen im Bereich Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Die Einhaltung interner Richtlinien und gesetzlicher Vorgaben prüft die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ in regelmäßigen Abständen im Rahmen von Audits (siehe S1 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und E2 Anlagen-, Produkt- und Transportsicherheit).
Auch durch unsere Ziele für eine ressourceneffiziente und sichere Produktion, insbesondere durch unser Ziel zur Anlagensicherheit, wollen wir mögliche Ereignisse, die Einfluss auf Umwelt und Gesundheit haben könnten, auf ein Minimum reduzieren (siehe E2 Maßnahmen in der eigenen Produktion). Zur Verringerung von Anlagenereignissen setzen wir auf technische Maßnahmen, digitale Lösungen sowie auf eine Führungskultur, die Anlagensicherheit und den offenen Umgang mit Fehlern noch stärker in den Fokus rückt. Zur Stärkung des Risikobewusstseins und der Sicherheitskultur entwickeln wir unsere Schulungsmethoden und -angebote kontinuierlich weiter.
Durch unseren Fokus auf den Bereich Operational Excellence gestalten wir unsere Anlagen und Prozesse kontinuierlich effizienter und ressourcenschonender (siehe auch E1 Operational Excellence). Dies trägt zur Emissionsreduzierung bei. So senken wir mit verschiedenen Maßnahmen weiter Luftemissionen, zum Beispiel indem wir Stickoxide mittels Katalysatoren mindern oder Abgase in den Produktionsprozess zurückführen. Auch bei den Emissionen in Wasser folgen wir bereits im Produktionsprozess dem Grundsatz, das Abwasservolumen und die Schadstofffracht zu verringern sowie Abwasser und Stoffströme möglichst intern wiederzuverwenden. Als Bestandteil unserer Wasserschutzkonzepte führen wir zudem regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen unserer Abwässer durch, bewerten sie hinsichtlich ihrer Risiken und leiten geeignete Überwachungsmaßnahmen ab.
Um die Ressource Wasser zu schützen, engagieren wir uns neben der Alliance for Water Stewardship in Netzwerken wie der Alliance to End Plastic Waste und der Operation Clean Sweep®, damit Abfälle aus der Kunststoffproduktion nicht in Gewässer gelangen.
Die unsachgemäße Anwendung unserer Pflanzenschutz- und Saatgutprodukte kann sich negativ auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirken. Daher setzen wir mit unseren Smart-Stewardship-Aktivitäten gezielt auf Aufklärung und verbessern kontinuierlich unsere Lösungen für die Landwirtschaft. Neben Aspekten wie Wirksamkeit und Produktivität umfasst dies auch die sichere Anwendung unserer Produkte sowie die Verminderung der Auswirkungen auf die Umwelt. Unser Engagement für Sicherheit schließt neben unseren Mitarbeitenden auch unsere Lieferanten und Kunden ein. Pflanzenschutzmittel müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden und erfordern Sicherheitsmaßnahmen, um Landwirte und professionelle Anwender vor Gefahren zu schützen. Daher haben wir die globale Initiative für persönliche Schutzausrüstung (Global PPE) ins Leben gerufen, um den Schutz der Anwender in den Mittelpunkt zu stellen. Das Programm „Suraksha Hamesha“ (Übersetzung aus Hindi: „Sicherheit zu jeder Zeit“) von BASF in Indien soll Landwirte und andere Anwender in der verantwortungsvollen und sicheren Anwendung von Pflanzenschutzmitteln schulen und sich auf Maßnahmen zur Risikominimierung konzentrieren.
Die Nachverfolgung und Bewertung unserer Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zum Schutz betroffener Gemeinschaften im Umfeld unserer eigenen Produktionsstandorte erfolgt unter anderem über unsere globalen Zielsetzungen für eine ressourceneffiziente und sichere Produktion (ergänzende Informationen finden sich im Kapitel Ziele und Zielerreichung). Indem wir die Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten systematisch bewerten und bei Verbesserungsbedarf eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, können wir nachvollziehen, ob negativen gesundheitlichen Auswirkungen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette wirksam vorgebeugt wird (siehe S2 Bewertung und Weiterentwicklung unserer Lieferanten).
Maßnahmen zur Achtung des Rechts indigener Völker auf freie, vorherige und informierte Zustimmung
Durch unsere Geschäftstätigkeit sind wir mit einer Vielzahl von Menschen weltweit verbunden, die von unseren Aktivitäten direkt oder indirekt beeinflusst werden. Wir nehmen unsere Verantwortung zur Respektierung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahr, um diese Rechte, insbesondere auch im Umgang mit gefährdeten Gruppen, zu achten und zu fördern (siehe Recht indigener Völker auf freie, vorherige und informierte Zustimmung).
Wir verstehen die Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltsprozesse als umfassende Aufgabe, die wir nur durch die Zusammenarbeit aller Mitarbeitenden und Führungskräfte erfüllen können. Aus diesem Grund haben wir unsere Verantwortung für Menschenrechte in unserem Verhaltenskodex verankert und in unserer Menschenrechtsposition spezifiziert. Unsere Standards gelten weltweit, auch dann, wenn sie über lokale gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Alle Mitarbeitenden und Führungskräfte tragen Verantwortung dafür, dass wir in Übereinstimmung mit unserem Verhaltenskodex und unserer Menschenrechtsposition handeln. Um unserer Verantwortung möglichst ganzheitlich nachzukommen, arbeiten in unserer einheitsübergreifenden Human Rights Expert Working Group Mitarbeitende aus unterschiedlichen Facheinheiten (wie beispielsweise Einkauf, Recht, Personalwesen, Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Standortsicherheit, Logistik, Kommunikation und Regierungsbeziehungen) sowie aus den Unternehmensbereichen eng zusammen (siehe S1 Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht).
Bei der Wahrnehmung unserer Verantwortung für die Achtung des Rechts indigener Völker auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) stützen wir uns auf etablierte Monitoringsysteme. Da wir die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht als kontinuierliche Aufgabe verstehen, überprüfen wir unsere Sorgfaltsmechanismen regelmäßig und entwickeln sie bei Bedarf weiter. Die Wirksamkeit unserer Aktivitäten zum Schutz der Rechte indigener Völker verfolgen wir über die Zahl der Probleme und Vorfälle, die uns zur Kenntnis gebracht wird.
Wir setzen auf den aktiven Dialog mit betroffenen Gemeinschaften. So beispielsweise beim Bezug von Lithium. Gemeinsam mit BMW Group, Mercedes-Benz AG, Fairphone B.V., Daimler Truck AG und Volkswagen Group engagieren wir uns seit 2021 in der Initiative Responsible Lithium Partnership. Die noch bis 2025 laufende Initiative setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen im chilenischen Salar de Atacama ein. Dort befinden sich die weltweit größten Lithiumsole-Reserven und ein wesentlicher Teil der globalen Produktion. Hierzu wurde die GIZ beauftragt, eine lokale Multi-Stakeholder-Plattform, die auch indigene Gemeinschaften umfasst, zu den wasserbezogenen Chancen und Risiken des Lithium- und Kupferabbaus und anderer wirtschaftlicher Aktivitäten zu organisieren und Aktionspläne voranzutreiben. BASF hat sich an einer Studie beteiligt, die BMW Group zusammen mit Experten der Universität Alaska und der Universität Massachusetts organisiert hat, um die hydrologischen Bedingungen im Salar de Atacama zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Studie fließen als wichtiger Bestandteil in die Arbeit der Initiative Responsible Lithium Partnership ein.
Maßnahmen zur Förderung eines positiven Beitrags zur Lebensmittelversorgung
Der Unternehmensbereich Agricultural Solutions konzentriert sich auf die Entwicklung von Produkten und Lösungen, um die Landwirtschaft effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Diese Produkte umfassen Pflanzenschutzmittel, Lösungen zum Düngemittelmanagement, Saatgut und digitale Lösungen. Durch innovative Technologien und Forschung trägt BASF dazu bei, die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern und gleichzeitig die Umweltbelastungen zu reduzieren.
BASF investiert in Forschung und Entwicklung, um neue, resistente Saatgutsorten zu entwickeln, die in verschiedenen Klimazonen, unter Schädlingsdruck sowie unter sich wandelnden klimatischen Bedingungen besser gedeihen können. Darüber hinaus fördern wir nachhaltigere Anbaumethoden, die den Einsatz von Wasser und Nährstoffen optimieren und die Biodiversität schützen.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Förderung digitaler Lösungen, die Landwirten helfen, ihre Erträge zu steigern. Diese Technologien ermöglichen eine präzisere Anwendung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, was nicht nur die Effizienz erhöht, sondern auch die Umweltbelastung minimiert.
BASF engagiert sich auch in verschiedenen Initiativen, um die Lebensmittelversorgungsketten zu stärken und den Zugang zu Nahrungsmitteln zu verbessern, insbesondere in Entwicklungsländern. Wir arbeiten mit verschiedenen Partnern zusammen, um Schulungsprogramme für Landwirte anzubieten, die ihnen helfen, moderne Anbaumethoden zu erlernen und ihre Erträge zu maximieren.
Mit den Produkten und Lösungen des Unternehmensbereichs Agricultural Solutions unterstützen wir unsere Kunden dabei, Ernteverluste zu reduzieren, bessere Erträge zu erzielen sowie sichere Lebensmittel herzustellen. Der Geschäftserfolg des Unternehmensbereichs Agricultural Solutions bietet somit die Bewertungsgrundlage für einen positiven Beitrag zur Lebensmittelversorgung.
Maßnahmen zur Förderung der positiven Entwicklung von Gemeinschaften
Durch unsere Geschäftstätigkeit, unser Stakeholder-Engagement und unser gesellschaftliches Engagement wollen wir einen positiven wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einfluss auf Gemeinschaften haben.
Die Aktivitäten unseres gesellschaftlichen Engagements sind global auf allen Ebenen der BASF-Gruppe in drei Schwerpunktthemen gebündelt: Wir wollen die Lebensqualität von Menschen durch Prävention und Bekämpfung von Krankheiten verbessern, Bildungsgerechtigkeit, Beschäftigungsfähigkeit und wirtschaftliche Teilhabe fördern sowie natürliche Ressourcen schützen.
2024 hat die BASF-Gruppe rund 32 Millionen € für gesellschaftliches Engagement aufgewendet. Im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und des Katastrophenmanagements haben wir die unabhängige und gemeinnützige BASF Stiftung mit Spenden für ihre internationale Projektarbeit in Kooperation mit verschiedenen Organisationen unterstützt. Im Jahr 2024 kam die Weihnachtsspendenaktion zugunsten der BASF Stiftung der UNO-Flüchtlingshilfe und deren Einsatz für Geflüchtete im Sudan zugute. BASF stockte die Spenden der Mitarbeitenden der teilnehmenden deutschen Gruppengesellschaften um 100.000 € auf insgesamt rund 370.000 € auf.
Mit unserem Intrapreneurship-Programm Starting Ventures helfen wir kontinuierlich Menschen aus einkommensschwachen Gegenden, ihre Einkommensmöglichkeiten sowie ihre Lebensqualität zu verbessern. Das Programm eröffnet uns gleichzeitig Zugang zu neuen Märkten und Partnern. Mit unternehmerischen Ideen, technischem Know-how und zeitlichen Ressourcen geht BASF gemeinsam mit lokalen Partnern Herausforderungen vor Ort an und leistet einen Beitrag zu den UN Sustainable Development Goals (SDGs). Im Dezember 2024 wurden neun neue Starting-Ventures-Projekte für die Umsetzung ausgewählt.
BASF engagiert sich an zahlreichen Standorten mit Partnern für qualitativ hochwertige Bildung (SDG4) und mehr Bildungsgerechtigkeit, insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Naturwissenschaftliche Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung sind für BASF zentrale Fähigkeiten, die zu persönlichem Erfolg und der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft beitragen. In den BASF Kids’ und Teens’ Labs können Kinder und Jugendliche seit nunmehr 27 Jahren in bisher 45 Ländern experimentieren. Dieses Jahr konnten rund 100 Jugendliche in Ludwigshafen erstmals im Programm „Expedition Erdreich“ zum Thema biologische Vielfalt erfahren, wie wichtig Artenvielfalt für den Klimaschutz und die Gesellschaft ist.
Das Projekt Young Voices for a Sustainable Future wurde 2022 gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation JA Worldwide initiiert. Es ermöglicht Jugendlichen, Themen zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene gemeinsam mit BASF-Mitarbeitenden zu adressieren. Im Rahmen eines Themenwettbewerbs lernen Teilnehmende, die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Gemeinden zu erkennen und auf die entstehenden Herausforderungen Einfluss zu nehmen. Damit möchten wir Jugendliche kontinuierlich ermutigen, aktiv Verantwortung zu übernehmen und positive Veränderungen in ihren Gemeinden voranzutreiben. 2024 wurde das Projekt in Thailand, den Philippinen, Nigeria, Mexiko, Uruguay und dem Amazonasgebiet in Brasilien durchgeführt.
Mit unseren Aktivitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit wollen wir die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt durch Prävention und Bekämpfung von Krankheiten verbessern. Dieses Ziel erreichen wir durch die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich internationaler Gesundheits-, Regierungs- und humanitärer Organisationen. Seit 2019 wurden insgesamt mehr als 100 Millionen Moskitonetze Interceptor G2 ausgeliefert. Basierend auf Berechnungen von MedAccess könnten die mit Insektiziden behandelten Netze mit Langzeitwirkung daher schätzungsweise 200 Millionen Menschen vor einer Erkrankung mit Malaria bewahrt haben. Das Engagement von BASF für die Eliminierung von Malaria umfasst außerdem die kontinuierliche Innovation von Produkten in Verbindung mit Produktsicherheitsschulungen und Aufklärung. Weiterhin beteiligt sich BASF an Projekten zur Anreicherung von Lebensmitteln mit Mikronährstoffen, hauptsächlich in Entwicklungsländern. Wir engagieren uns in Multi-Stakeholder-Allianzen, um durch Produktlösungen, technische Unterstützung, wissenschaftliche Kapazitäten und den Aufbau von Partnerschaften eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Seit 2021 ist BASF Gründungsmitglied der „Millers for Nutrition“-Koalition, die das Ziel verfolgt, die Praktiken zur Anreicherung von Lebensmitteln in acht Ländern mit Mikronährstoffmangel zu stärken. Im Jahr 2024 hat BASF in über 40 Ländern technische Schulungen und Produkte zur Bekämpfung des Mikronährstoffmangels bereitgestellt.
Durch unser „Smallholder Engagement“-Programm möchten wir Kleinbauern unterstützen, sich auf das sich verändernde Klima einzustellen und ihren Lebensunterhalt sowie die Nahrungssicherheit für die Gemeinschaft zu sichern. So arbeitet BASF mit der Nichtregierungsorganisation Solidaridad zusammen, um Kaffeebauern im Rahmen ihrer laufenden KAJVE-Initiative zu unterstützen. Das Projekt wurde von BASF und der UNESCO im Jahr 2021 ins Leben gerufen und soll die Lebensqualität der Kaffeebauern durch umfassende Schulungen und Weiterbildung verbessern. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Einführung nachhaltigerer Anbaumethoden weiter zu verbessern, den Wissensaustausch zu erleichtern und eine klimaresistente Kaffeeproduktion durch innovative Lösungen zu fördern.
In Indien hat BASF ein Projekt initiiert, um Kleinbauern besser in die landwirtschaftliche Wertschöpfungskette zu integrieren. In Zusammenarbeit mit den Nichtregierungsorganisationen Collective for Integrated Livelihood Initiatives (CInI), Solidaridad und dem World Vegetable Center trägt dieses Projekt dazu bei, die Klimaresistenz dieser Gemeinden zu verbessern, den Übergang zu echtem landwirtschaftlichem Unternehmertum zu ermöglichen und die Lebensbedingungen der Familien und Gemeinden auf klimafreundliche Weise zu verbessern.
In einem anderen Projekt kooperieren BASF und Solidaridad, um brasilianische Landwirte in die Lage zu versetzen, Biodiversität und eine nachhaltige Anbaupraxis zu fördern. Neu an diesem Projekt ist der Multi-Stakeholder-Ansatz, mit dem wir gemeinsam Maßnahmen und Praktiken zur Förderung der Biodiversität und Klimaresilienz entwickeln, die von allen Beteiligten – Landwirten, Nichtregierungsorganisationen, Industrie und anderen Experten – akzeptiert und umgesetzt werden können.
Ihr volles Potenzial können Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements nur entfalten, wenn sie strategisch geplant, professionell gesteuert und auf ihre Wirksamkeit hin bewertet werden. Unsere interne Richtlinie zum gesellschaftlichen Engagement von BASF enthält daher die Vorgabe für Gruppengesellschaften, ihre Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements nach der international etablierten IOOI-Methode (Input – Output – Outcome – Impact) zu messen und bei Bedarf anzupassen.
6 Im Jahr 2012 endete ein länger andauernder Streik in einer Platinmine in Marikana/Südafrika in einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen in der Mine Arbeitenden und der südafrikanischen Polizei. Dabei kamen auch Mitarbeitende des damaligen Minenbetreibers Lonmin zu Tode. Im Jahr 2019 ging die Marikana-Mine in den Besitz von Sibanye-Stillwater über. Mehr zur Lieferantenbeziehung mit der Sibanye-Stillwater-Mine unter basf.com/de/marikana.
Globale Ziele
Viele unserer nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmensziele (ergänzende Informationen siehe Ziele und Zielerreichung) tragen zum Schutz betroffener Gemeinschaften bei. Dazu gehören unsere Klimaschutzziele zur Reduktion unserer Treibhausgasemissionen, unser Ziel für einen verantwortungsvollen Einkauf, unser Ziel für ein nachhaltiges Wassermanagement sowie unsere Ziele für eine ressourceneffiziente und sichere Produktion (siehe S1 Globale Ziele und E2 Maßnahmen). Darüber hinaus hat sich BASF kein spezifisches Ziel für die als wesentlich identifizierten Themen im Themenbereich „Betroffene Gemeinschaften“ gesetzt.
Generell gilt: Wir wollen nicht mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen und nehmen unsere menschenrechtliche Verantwortung gegenüber betroffenen Gemeinschaften wahr. Dabei berücksichtigen wir die besonderen Bedürfnisse vulnerabler Gruppen wie indigenen Völkern und suchen den offenen Dialog und Austausch mit unseren Nachbarn, um das Vertrauen in unsere Unternehmensaktivitäten fortlaufend zu stärken.
An unseren Standorten möchten wir ein guter Nachbar sein, bestehende Rechte respektieren und auf die Bedürfnisse lokaler Gemeinden und ihrer Einwohner eingehen. Wir schaffen dabei Arbeitsplätze und tragen zur lokalen Wertschöpfung bei. Wir sind bestrebt, die Lebensgrundlage unserer Nachbarn zu schützen und dabei insbesondere mit gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie indigenen Völkern oder Kleinbauern rücksichtsvoll umzugehen. Wir engagieren uns für einen offenen Austausch und Dialog zwischen betroffenen Gemeinschaften und BASF, um das Vertrauen in unsere Tätigkeiten zu stärken.
Gesellschaftliches Engagement ist eine wichtige Säule unserer Unternehmensverantwortung und Teil unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Wir wollen zu mehr Lebensqualität für alle beitragen. Deshalb haben wir die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft) fest in unserem Unternehmenszweck, unserer Strategie, unseren Zielen und unserem Handeln entlang der Wertschöpfungskette verankert. Unser gesellschaftliches Engagement ist freiwillig und geht über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus, mit dem Hauptziel, positive Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Umwelt und BASF gleichermaßen zu erzielen. Mit unseren Aktivitäten wollen wir weltweit die Gemeinden im Umfeld unserer Standorte stärken und zum Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen.
Um den Lebensmittelbedarf der künftigen Weltbevölkerung zu decken, müssen mit weniger Ressourcen mehr Lebensmittel produziert werden. Mit unseren Kunden wollen wir die wichtigsten Hebel für eine nachhaltigere Wertschöpfungskette in der Lebens- und Futtermittelindustrie identifizieren. Nachhaltige Produktivität ist der Schlüssel zu umweltverträglicher Sicherung der Nahrungsversorgung und unsere Produkte aus dem Pflanzenschutz- und Saatgutbereich tragen hierzu entscheidend bei.
Auch wenn sich BASF kein spezifisches Ziel für die als wesentlich identifizierten Themen im Themenbereich „Betroffene Gemeinschaften“ gesetzt hat, verfolgen wir dennoch die Wirksamkeit unserer Maßnahmen und Richtlinien in diesem Zusammenhang. Die in diesem Kapitel erwähnten Unternehmensrichtlinien zielen auf eine kontinuierliche Optimierung und Weiterentwicklung ab. Unser gruppenweites Compliance-Programm ist darauf ausgerichtet, ihre Einhaltung sicherzustellen (siehe G1 Compliance-Programm, Unternehmenswerte und Verhaltenskodex). Auch über unsere interne Einheit „Corporate Audit“ überprüfen wir risikobasiert die Wirksamkeit unserer Systeme. So wurde beispielsweise im Jahr 2023 die Einbindung externer Stakeholder durch unser Human Rights Advisory Council im Rahmen eines Audits zur Human Rights Governance und zu Compliance nach dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) bewertet. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2024 mit der Einführung eines internen Kontrollsystems für die Einhaltung und Überwachung unserer Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit ESRS begonnen (siehe Allgemeine Angaben, Kontrollsystem in Bezug auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung).
Die für BASF wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen diskutieren wir in regelmäßigen Treffen mit externen Interessenvertretern im Rahmen unseres strategischen Stakeholder-Engagements sowie in Gesprächen mit Investoren. Darüber fließen Stakeholder-Erwartungen kontinuierlich in die Entwicklung von strategischen Ansätzen, Zielen und Prinzipien des Nachhaltigkeitsmanagements mit ein.
Eine umfassende Übersicht der in den ESRS vorkommenden Abkürzungen und Begriffsbestimmungen finden Sie unter https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-12481-2023-ADD-2/de/pdf
Diese Inhalte erfüllen Angabepflichten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Eine Gesamtübersicht der ESRS-Verweise in diesem Bericht gibt der ESRS-Index.