BASF-Bericht 2025

Wirtschaftliche Rahmen­bedingungen1

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist im Jahr 2025 trotz großer handelspolitischer Unsicherheiten stabil geblieben. Dazu trugen deutliche Vorzieheffekte bei Exporten in die USA bei, die das Wachstum in Europa und Asien stützten. In der Chemieindustrie betrug das globale Wachstum 3,6 %. Die regionalen Unterschiede in den Wachstumsraten waren noch größer als in den Vorjahren, positive Beiträge zum globalen Chemiewachstum kamen nahezu ausschließlich aus China. In Europa ging die Produktion dagegen um 2 % zurück.

Auf einen Blick

+2,9 %

Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts

+3,6 %

Steigerung der globalen Chemieproduktion

Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 2,9 % gegenüber dem Vorjahr (2024: 2,8 %). Die globale Industrieproduktion nahm um 2,9 % zu (2024: 2,0 %). Die globale Chemieproduktion wuchs um 3,6 % (2024: 4,2 %). Während die Chemieproduktion in China um 7,0 % stieg, nahm sie im Rest der Welt insgesamt um 0,2 % ab.

Der durchschnittliche Preis der Referenzrohölsorte Brent blieb mit 69 US$/Barrel deutlich unter dem Vorjahresniveau (81 US$/Barrel). Der Gaspreis in Nordwesteuropa betrug im Jahresdurchschnitt 36,17 €/MWh beziehungsweise 11,88 US$/mmBtu (2024: 34,17 €/MWh oder 10,83 US$/mmBtu) und war damit mehr als dreimal so hoch wie in den USA (2025: 10,65 €/MWh oder 3,52 US$/mmBtu, 2024: 6,93 €/MWh oder 2,20 US$/mmBtu).

Weltwirtschaftliche Entwicklung 2025

In der Europäischen Union (EU) war das Wachstum des BIP mit 1,6 % insgesamt etwas höher als im Vorjahr (1,0 %). Die Industrieproduktion nahm nur geringfügig um 1,3 % zu.

Innerhalb der EU gab es erhebliche Wachstumsunterschiede zwischen den Mitgliedsländern. Während das BIP in Spanien um knapp 3 % zunahm und sowohl der private Konsum als auch die Investitionen deutlich zulegten, blieb das Wachstum in Frankreich und Italien unter einem Prozent. In beiden Ländern waren die privaten Konsumausgaben wie auch die Investitionen schwach. Irland trug mit einem dynamischen Wachstum von mehr als 10 % rund 0,4 Prozentpunkte zum gesamten Wachstum in der EU bei, was vor allem auf ein starkes Wachstum der dortigen Pharmaindustrie zurückzuführen war.

Deutschland stagnierte im Jahr 2025 abermals weitgehend, insbesondere aufgrund rückläufiger Investitionen und einer sich verschlechternden Handelsbilanz. Das deutsche BIP lag damit ungefähr auf dem Niveau von 2019, während das BIP in der übrigen Eurozone in diesem Zeitraum um fast 9 % wuchs.

In den osteuropäischen EU-Ländern lag das Wachstum bei etwas mehr als 2 %. In Polen wuchs die Wirtschaft mit mehr als 3 % vergleichsweise stark, getrieben vor allem durch einen starken privaten Konsum und steigende Staatsausgaben. Auch in der Tschechischen Republik war das Wachstum mit 2,6 % überdurchschnittlich, während die Wirtschaft in Ungarn vor dem Hintergrund hoher Inflationsraten und einer schwachen Inlandsnachfrage nahezu stagnierte.

Im Vereinigten Königreich nahm das BIP mit 1,3 % ungefähr so stark zu wie in der EU, da die Kaufkraft und die Konsumbereitschaft der privaten Haushalte zunahmen, sinkende Kreditzinsen die Investitionsausgaben stützten und die Staatsausgaben stärker als im Vorjahr expandierten.

In den USA ging das Wirtschaftswachstum zwar gegenüber dem Jahr 2024 (2,8 %) zurück, blieb mit 2,3 % aber im Vergleich zur EU hoch. In den ersten beiden Quartalen war die Entwicklung durch Vorzieheffekte und damit einhergehende starke Schwankungen in der Handelsbilanz geprägt. Der private Konsum erwies sich als recht stabil, weil Kostensteigerungen durch höhere Einfuhrzölle und den schwächeren Dollar zunächst nicht in vollem Umfang weitergegeben wurden und steigende Aktienkurse die Ausgabenneigung privater Haushalte stärkten. Auch bei den Ausrüstungsinvestitionen, insbesondere in den Sektor künstliche Intelligenz, war die Dynamik hoch. Die Baukonjunktur blieb dagegen vor dem Hintergrund hoher Zinsen und Baukosten schwach. Insgesamt stagnierte die Industrieproduktion im Jahr 2025 weitgehend, da die rückläufige Bauproduktion von einem schwachen Wachstum im verarbeitenden Gewerbe begleitet wurde.

In China wurde das offizielle Wachstumsziel von 5,0 % erreicht. Der private Verbrauch blieb jedoch etwas hinter der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate zurück. Die Exporte konnten dagegen erneut deutlich zulegen, da rückläufige Ausfuhren in die USA durch höhere Ausfuhren in andere Regionen, insbesondere in die ASEAN-Länder, mehr als ausgeglichen wurden. Die Industrieproduktion nahm insgesamt um 5,6 % zu. Abermals wuchs das verarbeitende Gewerbe mit 6,4 % stärker als die Gesamtindustrie, da die anhaltende Krise im Wohnungsbau die Wachstumsrate der Gesamtindustrie dämpfte.

Das BIP von Indien verzeichnete ein hohes Wachstum von 7,5 %. Der private Verbrauch und die Investitionen nahmen in ähnlich hohem Tempo zu. Die Industrieproduktion (6,4 %) und insbesondere die Produktion im verarbeitenden Gewerbe (rund 4 %) blieben hinter der Gesamtentwicklung zurück. In den ASEAN-Ländern blieb das Wachstum insgesamt mit 4,8 % auf dem Niveau des Vorjahres. Vor allem Vietnam konnte von der hohen Nachfrage, insbesondere nach Elektronikprodukten, profitieren und wuchs um 8 %.

In den reifen Märkten Asiens blieb das Wachstum hinter den Schwellenländern der Region zurück. In Südkorea und Japan betrug das Wirtschaftswachstum nur rund 1 %. Während wachsende Exporte das BIP stützten, nahm der private Verbrauch in beiden Ländern nur moderat zu; in Südkorea gingen die Investitionen zudem deutlich zurück.

Das BIP in der Region Südamerika stieg insgesamt um 2,8 % und damit etwas stärker als im Vorjahr (2,0 %). Nach BIP-Rückgängen in den beiden Vorjahren konnte die Wirtschaft in Argentinien im Jahr 2025 im Zuge grundlegender Wirtschaftsreformen deutlich um 4,3 % wachsen. In Brasilien verringerte sich die Wachstumsdynamik nach einem starken Jahresstart mit hohen Wachstumsbeiträgen aus dem Agrar- und Dienstleistungssektor. Der private Konsum konnte in einem Umfeld hoher Inflationsraten und steigender Zentralbankzinsen nur geringfügig wachsen, auch die Investitionsdynamik nahm gegenüber dem Vorjahr ab. Während die Industrieproduktion nur moderat zunahm, konnte die landwirtschaftliche Produktion nach einem Rückgang im Vorjahr deutlich gesteigert werden. Damit verzeichnete die größte Volkswirtschaft Südamerikas ein moderates Wachstum von 2,5 %.

Bruttoinlandsprodukt

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

2025

2024

Welt

2,9 %

2,8 %

EU

1,6 %

1,0 %

USA

2,3 %

2,8 %

China

5,0 %

5,0 %

Schwellenländer Asiens ohne Chinaa

5,9 %

5,4 %

Japan

1,2 %

–0,2 %

Südamerika

2,8 %

2,0 %

a

Zu den Schwellenländern Asiens zählen wir die ASEAN-Staaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam), Indien, Pakistan und Bangladesch.

1 Sämtliche Angaben in diesem Kapitel, die sich auf zurückliegende Jahre beziehen, können aufgrund von statistischen Revisionen vom Vorjahresbericht abweichen. Soweit verfügbar, werden gesamtwirtschaftliche Wachstumsraten kalenderbereinigt angegeben. Für das Jahr 2025 noch nicht vollständig vorliegende Werte wurden geschätzt.

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