BASF-Bericht 2025

Diese Inhalte erfüllen Angabepflichten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Für eine Gesamtübersicht siehe ESRS-Index.

S3 Betroffene Gemeinschaften

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

ESRS-Kennzeichnung:

Über verantwortungsvolles Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette wollen wir negative Auswirkungen vermeiden und positive Auswirkungen erhöhen. Um die Transformation in Richtung Klimaneutralität sozial gerecht mitzugestalten, suchen wir den Austausch mit Gemeinschaften, die von unserer Unternehmenstätigkeit betroffen sein können. Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden und verfolgen das Ziel, die Gemeinschaften im Umfeld unserer weltweiten Standorte zu stärken.

ESRS-Kennzeichnung:

Ein Kernelement unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist es, die Würde, die Rechte, die Sicherheit und die Gesundheit von Einzelpersonen auch außerhalb unserer eigenen Belegschaft zu achten. Sicheres und verantwortungsbewusstes Verhalten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für uns von zentraler Bedeutung.

Dies gilt für alle Gemeinschaften gleichermaßen, die von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sein können. Wir zählen dazu Aktivitäten in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, wenn die von uns bezogenen Rohstoffe unter teilweise schwierigen Bedingungen angebaut oder abgebaut werden. So kann beispielsweise der Anbau von Pflanzen, die als nachwachsende Rohstoffe von uns eingekauft werden, mit einer Landdegradation und einer Beeinträchtigung der Biodiversität vor Ort verbunden sein (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme). Auch der Abbau mineralischer Rohstoffe kann Gemeinschaften negativ beeinflussen. Diese Rohstoffe werden derzeit teilweise in Regionen abgebaut, die ein höheres Risiko für die Verletzung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards aufweisen. Wir engagieren uns daher für eine nachhaltigere Lieferkette speziell auch für diese Materialien (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Indigene Völker, auf deren Land Rohstoffe abgebaut werden sollen, zählen wir zu den vulnerablen Gruppen von betroffenen Gemeinschaften.

Darüber hinaus betrachten wir unmittelbare Anwohner unserer Produktionsstandorte als betroffene Gemeinschaften sowie weitere Menschen im Umkreis unserer Betriebsstätten, die von unserer Produktionstätigkeit und damit einhergehenden potenziellen Emissionen in die Umwelt oder der Entsorgung von Altlasten betroffen sein können. Um unserem Anspruch gerecht zu werden, dass die Herstellung unserer Produkte sowohl für Menschen als auch für die Umwelt sicher ist, haben wir uns globale Ziele gesetzt und Managementsysteme etabliert (siehe Unsere Ziele und Zielerreichung 2025).

Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurde der Themenkomplex „S3 Betroffene Gemeinschaften“ als wesentlich bewertet. Als Ergebnis der Analyse sehen wir ein wesentliches Risiko für BASF sowie vier wesentliche Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften, die sich aus unserer Geschäftstätigkeit ergeben (siehe Tabelle unterhalb).

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „S3 Betroffene Gemeinschaften“: Auswirkungen

Auswirkung

Bewertung

Verortung in der Wertschöpfungskette

Beschreibung

Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch Herstellung und Verwendung von Chemikalien

Negativ,
potenziell

Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Die Herstellung und Verwendung von Chemikalien in unseren eigenen Betrieben und in unserer Wertschöpfungskette könnten die Gesundheit von Menschen und Gemeinschaften beeinträchtigen.

Bodenbezogene Auswirkungen in der Lieferkette

Negativ,
potenziell

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Unsere Geschäftsaktivitäten – insbesondere bei der Rohstoffbeschaffung – könnten unter anderem zu Landnutzungsänderungen, zu einem eingeschränkten Zugang zu Land und Ressourcen sowie zur Verletzung von Landrechten für betroffene Gemeinschaften führen. Davon könnten insbesondere indigene Gemeinschaften betroffen sein, etwa durch die Missachtung ihres Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC).

Beitrag zur positiven Entwicklung von Gemeinschaften

Positiv

Eigene Geschäftstätigkeit

Durch unsere Geschäftstätigkeit, unser Stakeholder-Engagement und gesellschaftliches Engagement haben wir einen positiven wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einfluss auf Gemeinschaften.

Positiver Beitrag zur Lebensmittel­versorgung

Positiv

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Unsere Pflanzenschutzmittel und unser Saatgut sorgen dafür, dass Pflanzen trotz Schädlingen oder anderer Beeinträch­tigungen einen guten Ertrag liefern, so dass Menschen angemessen mit Lebensmitteln versorgt werden können.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „S3 Betroffene Gemeinschaften“: Risiken und Chancen

Risiko

Bewertung

Beschreibung 

Verlust gesellschaftlicher Akzeptanz durch potenzielle gesundheitliche Beeinträchtigung von Menschen und Gemeinschaften

Negativ

Kommt es zu negativen Auswirkungen auf Gemeinschaften, könnte die gesellschaftliche Akzeptanz für unsere Geschäftstätigkeit leiden, das Vertrauen in BASF schwinden und das Risiko für Rechtsstreitigkeiten steigen.

Strategie und Governance

ESRS-Kennzeichnung:

Generelle Informationen zu unseren übergeordneten Policies finden sich in den „Allgemeinen Angaben“ dieser (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung (siehe Allgemeine Angaben). Dazu gehören unter anderem der BASF-Verhaltenskodex, die BASF-Menschenrechtsposition, unser Managementsystem für Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Qualität sowie unser Verhaltenskodex für Lieferanten. Spezifische Erläuterungen zu diesen Policies geben wir im folgenden Abschnitt.

Die Akzeptanz und Unterstützung unserer Stakeholder sind für unseren Geschäftserfolg von entscheidender Bedeutung. Wir verfolgen den Grundsatz, mit betroffenen Gemeinschaften gut zusammenzuleben, indem wir negative Auswirkungen durch unsere Geschäftstätigkeit minimieren und positive Auswirkungen maximieren. Damit wollen wir zu einer Welt beitragen, die mehr Lebensqualität für alle bietet. Der Schutz betroffener Gemeinschaften ist für uns dabei ein zentrales Anliegen. Wir haben den Anspruch, sicher für Mensch und Umwelt zu produzieren sowie Menschenrechte zu respektieren und diese zu keiner Zeit durch unsere Unternehmensaktivitäten zu verletzen. Compliance-Risiken, auch in Bezug auf Gemeinschaften, die potenziell von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sein könnten, erfassen wir durch regelmäßige Risikobewertungen der Unternehmensbereiche und Gruppengesellschaften weltweit (siehe G1 Unternehmenspolitik).

Ein weiterer Anspruch ist, im Einklang mit internationalen Standards verantwortungsvoll und unternehmerisch zu handeln (siehe Unsere Strategie und G1 Unternehmenspolitik). Mit unserer Menschenrechtsposition haben wir uns verpflichtet, die Menschenrechte lokaler Gemeinden und gefährdeter Bevölkerungsgruppen zu achten und diese entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken (für weitere Informationen und den öffentlich zugänglichen Link zur Menschenrechtsposition siehe G1 Unternehmenspolitik). Auch in unserem BASF-Verhaltenskodex haben wir unsere Verantwortung für Menschenrechte verankert. Die Achtung der Menschenrechte ist in unsere Unternehmensführung und unsere Entscheidungsfindungsprozesse systematisch integriert. Der globale Verhaltenskodex von BASF ist für alle Mitarbeitenden verpflichtend und der Einhaltung dieser Vorgaben gehen wir durch unsere Kontroll- und Monitoringsysteme nach (siehe G1 Unternehmenspolitik).

Wir erwarten von all unseren Partnern, dass sie die international geltenden Menschenrechte einhalten, und haben diese Erwartung in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten (für weitere Informationen und den öffentlich zugänglichen Link zum Verhaltenskodex siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Bei Bedarf unterstützen wir unsere Partner dabei, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Wir wollen unsere Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahrnehmen und uns den damit verbundenen Chancen und Risiken stellen.

Die Resilienz unserer Geschäftsmodelle bezüglich verschiedener Nachhaltigkeitsaspekte überprüfen wir im Rahmen unserer Geschäftsstrategieentwicklung (mehr dazu unter Doppelte Wesentlichkeitsanalyse). Die Strategien unserer Geschäftseinheiten werden in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit Fachleuten aus den jeweiligen Geschäftseinheiten sowie den Einheiten „Corporate Strategy“ und „Corporate Sustainability“ aktualisiert. Zusätzlich haben wir soziale und menschenrechtsbezogene Bewertungen in unsere Governance- und Entscheidungsprozesse integriert, beispielsweise für Investitions-, Akquisitions- und Devestitionsprojekte. Bei Entscheidungen über künftige Investitionen binden wir frühzeitig wesentliche Stakeholder ein. Dazu können auch Vertretungen betroffener Gemeinschaften gehören.

Die Geschäftsstrategie unseres Unternehmensbereichs Agricultural Solutions und dessen Beitrag zur Lebensmittelversorgung werden unter Lebensmittelversorgung durch unsere Produkte erläutert.

Wesentliche Auswirkungen von BASF auf betroffene Gemeinschaften

ESRS-Kennzeichnung:

Im Folgenden gehen wir näher darauf ein, welche Strategie wir bezüglich der vier wesentlichen Auswirkungen von BASF auf betroffene Gemeinschaften verfolgen.

Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch unsere Geschäftstätigkeit

Als global agierendes Chemieunternehmen ist sich BASF der Risiken bewusst, die sich aus der Herstellung und dem Gebrauch von Chemikalien sowohl in unseren eigenen Betrieben als auch in unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ergeben können. Kommt es zu negativen Auswirkungen, kann die gesellschaftliche Akzeptanz für unsere Geschäftstätigkeit leiden, das Vertrauen in BASF schwinden und das Risiko für Rechtsstreitigkeiten steigen.

Es gehört zu unseren Sorgfaltspflichten, nicht nur die Gesundheit und Sicherheit unserer eigenen Mitarbeitenden, sondern ebenso die von Kontraktoren, Lieferanten, Nachbarn und Kunden entlang unserer Wertschöpfungskette zu schützen und zu respektieren. Dafür identifizieren und bewerten wir kontinuierlich potenzielle Gefährdungen und ergreifen Maßnahmen zur Risikominderung (siehe S1 Arbeitskräfte des Unternehmens). Unser gruppenweit gültiges Managementsystem für Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Qualität baut unter anderem auf den Leitprinzipien der Initiative Responsible Care® und dem Qualitätsmanagement auf (mehr dazu unter E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung und unter S1 Arbeitskräfte des Unternehmens).

Die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“, die direkt an ein Vorstandsmitglied berichtet, definiert die gruppenweit gültigen Management- und Kontrollsysteme und überwacht die Einhaltung interner Richtlinien sowie gesetzlicher Vorgaben (ergänzende Informationen zu den Verantwortlichkeiten für die Corporate-Center-Einheiten im Vorstand unter Organe der Gesellschaft). Gleichzeitig sind die Standorte und Gruppengesellschaften dafür verantwortlich, die festgelegten Vorgaben vor Ort umzusetzen.

Wir streben an, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen entlang unserer Wertschöpfungsketten von vornherein zu verhindern. Erkenntnisse zu potenziellen gesundheitlichen Risiken nutzen wir, um mithilfe geeigneter präventiver Maßnahmen zu vermeiden, dass sich mögliche negative Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften ergeben beziehungsweise wiederholen. Dasselbe erwarten wir von unseren Lieferanten und haben diese Erwartung in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

Mit unserem Bekenntnis zu Produktverantwortung im Rahmen von Responsible Care® und den Initiativen des International Council of Chemical Associations (ICCA) verpflichten wir uns, negative Einflüsse unserer Produkte auf Sicherheit, Gesundheit und Umwelt zu minimieren und die Sicherheit unserer Produkte stetig weiterzuentwickeln. Bevor unsere Produkte auf den Markt kommen, durchlaufen sie – abhängig von ihrem Einsatzprofil und gesetzlichen Anforderungen – verschiedene Prüfungen und Bewertungen. Dadurch wollen wir mögliche Gefährdungsmerkmale sowie Gesundheits- und Umweltrisiken frühzeitig erkennen. Auf Basis dieser Ergebnisse leiten wir geeignete Vorsorge- und Schutzmaßnahmen ab und entwickeln Empfehlungen zur sicheren Handhabung – von der Produktion über die Anwendung bis zur Entsorgung.

Für die Produktsicherheit haben wir globale Managementsysteme in unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette etabliert: Wir geben beispielsweise unseren Logistikdienstleistern weltweit Anforderungen zum sicheren Transport von gefährlichen Gütern vor und beraten im Bedarfsfall unsere Kunden zur Produktsicherheit, damit bei bestimmungsgemäßem und verantwortungsvollem Gebrauch unserer Produkte kein Risiko für Mensch und Umwelt entsteht (mehr unter E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Bodenbezogene Auswirkungen in der Lieferkette

Geschäftsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette – insbesondere bei der Rohstoffbeschaffung – können potenziell zu Landnutzungsänderungen, zu einem eingeschränkten Zugang zu Land und Ressourcen sowie zur Verletzung von Landrechten führen. Davon können insbesondere indigene Gemeinschaften betroffen sein, etwa durch die Missachtung ihres Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (Free, Prior and Informed Consent, FPIC).

BASF ist gegen jede Form von Menschenrechtsverstößen und hat sich mit der Menschenrechtsposition der BASF-Gruppe verpflichtet, die Menschenrechte zu achten und das Respektieren der Menschenrechte lokaler Gemeinden und gefährdeter Bevölkerungsgruppen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern (siehe G1 Unternehmenspolitik). Hierzu zählen insbesondere die Einhaltung bodenbezogener Rechte wie auch die Umsetzung des Prinzips der Zustimmung (FPIC) indigener Völker (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme). Menschenrechts- und bodenbezogene Bewertungen haben wir in unsere Governance- und Entscheidungsprozesse, beispielsweise für Investitionen in Standorte, Fabriken und andere Vermögenswerte, integriert. Bei Entscheidungen über künftige Investitionen binden wir zudem frühzeitig wesentliche Stakeholder ein. Dazu können auch Vertretungen betroffener Gemeinschaften gehören.

Unsere Einkaufsrichtlinien fordern von Lieferanten die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards auf Basis unseres global gültigen Verhaltenskodex. Wir suchen den regelmäßigen Dialog mit unseren Stakeholdern, um Zielkonflikte zu identifizieren, und beziehen bei unseren Entscheidungen anerkannte Zertifizierungsstandards ein (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme und S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

Lebensmittelversorgung durch unsere Produkte

Als eines der weltweit führenden Unternehmen bieten wir Produkte und Innovationen für die Landwirtschaft und unterstützen die nachhaltige Transformation des Landwirtschafts- und Ernährungssystems. Unsere Pflanzenschutzmittel, unser Saatgut und unsere digitalen Lösungen tragen dazu bei, dass Ernten ertragreicher sind und Menschen somit angemessen mit Lebensmitteln versorgt werden können.

Unsere innovationsgetriebene Strategie für die Landwirtschaft konzentriert sich auf ausgewählte Kulturpflanzen mit ihren jeweils passenden Anbausystemen: Soja, Mais und Baumwolle in Nord- und Südamerika; Weizen, Raps und Sonnenblumen in Nordamerika und Europa; Reis in Asien; Obst und Gemüse weltweit.

In unserem Unternehmensbereich Agricultural Solutions arbeiten wir an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Wertschaffung für eine zukunfts- und leistungsfähige Landwirtschaft. Angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung steigt der Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln, Fasern sowie nachwachsenden Rohstoffen und Energie – während landwirtschaftlich nutzbare Flächen begrenzt sind. Das macht eine noch leistungsfähigere Landwirtschaft unerlässlich. Sie muss ausgewogen sein und sicherstellen, dass bezahlbare Lebensmittel in ausreichender Menge produziert werden können. Gleichzeitig ist es von großer Bedeutung, negative Auswirkungen auf die Umwelt oder mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Herstellung und Verwendung von Pflanzenschutzprodukten auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Wir nutzen unser Fachwissen in Forschung und Entwicklung und unser tiefes Verständnis davon, wie Landwirte ihre Betriebe führen, um technologieübergreifende Angebote zu machen. Dazu zählen neuartige Lösungen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften, chemischen und biologischen Pflanzenschutz sowie digitale Produkte, die auf die regionalen landwirtschaftlichen Bedürfnisse und Anbausysteme zugeschnitten sind.

Positive Entwicklung von Gemeinschaften

Mit unseren Aktivitäten wollen wir weltweit die Gemeinden im Umfeld unserer Standorte stärken, das Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) fördern und eine langfristige positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft erzielen. Unsere Geschäftstätigkeit kann an unseren Standorten zur positiven Entwicklung von lokalen Gemeinschaften beitragen – etwa durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung der regionalen Wertschöpfung. Darüber hinaus stehen wir im kontinuierlichen Dialog mit relevanten Stakeholdern, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse in unsere Aktivitäten einfließen zu lassen.

Mit unserem gesellschaftlichen Engagement wollen wir die Lebensqualität von Menschen durch die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten verbessern (Gesundheit), Bildungsgerechtigkeit, Beschäftigungsfähigkeit und wirtschaftliche Teilhabe fördern (Fähigkeiten) sowie natürliche Ressourcen schützen (Ressourcen) (siehe Maßnahmen).

Unsere Aktivitäten folgen unserer global gültigen Policy für gesellschaftliches Engagement. Sie basiert auf dem BASF-Verhaltenskodex und wird von der Einheit „Corporate Sustainability“ verantwortet.

Einbindung von Stakeholder-Gruppen

ESRS-Kennzeichnung:

Der kontinuierliche Dialog mit unseren Stakeholder-Gruppen und deren Einbindung sind integraler Bestandteil der Unternehmensverantwortung von BASF. Die Verantwortung für die zentrale Governance, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung unseres Engagements mit gesellschaftlichen Stakeholdern liegt bei der Einheit „Corporate Sustainability“, die dem Ressort des Vorstandsvorsitzenden zugeordnet ist. Die im Austausch mit Stakeholdern gewonnenen Erkenntnisse werden in relevante strategische Entscheidungen einbezogen. Ein regelmäßiger unternehmensweiter Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen soll die stetige Verbesserung unserer Ansätze und Maßnahmen sichern.

Um unsere Auswirkungen auf und Risiken für betroffene Gemeinschaften besser einschätzen zu können, haben wir unser Stakeholder-Engagement so aufgebaut, dass wir das Feedback betroffener Gemeinschaften in unseren Geschäftsaktivitäten berücksichtigen. Im Rahmen unseres Responsible-Care-Managements wollen wir sicherstellen, dass wir beispielsweise das Recht der Anwohner an unseren Standorten auf den Zugang zu sauberem Wasser achten (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Die Einbindung der Anliegen betroffener Gemeinschaften, insbesondere vulnerabler Gruppen wie indigener Völker, erfolgt auf mehreren Ebenen: Über die BASF-Compliance-Hotline sind wir direkt ansprechbar. Darüber hinaus stehen wir im Austausch mit Experten, unter anderem für Menschenrechte und Klimawissenschaften, sowie mit Nichtregierungsorganisationen, die die Interessen vulnerabler Gruppen vertreten. Fallbezogen suchen wir den direkten Dialog mit deren Repräsentanten. Dabei folgen wir unseren gruppenweit gültigen Leitlinien zum Austausch mit Vertretungen der Zivilgesellschaft.

Eine besondere Verantwortung tragen wir für die Nachbarn an unseren Standorten. Mit Nachbarschaftsforen fördern wir einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Anwohnern und dem Management unserer Standorte und stärken das Vertrauen in unsere Aktivitäten (siehe Allgemeine Angaben).

Aktuelle und wichtige Fragen zu bestimmten Themen adressieren wir mit eigenen Beratungsgremien (Councils). BASF kann so Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und betroffene Gemeinschaften noch besser verstehen. Das Nature Advisory Council (NAC), unser Beratungsgremium für Themen rund um den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen, dient dem Zweck, eine unabhängige gesellschaftliche Perspektive auf unsere Aktivitäten in Bezug auf Natur- und Biodiversitätsthemen – auch im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften – zu erhalten (mehr dazu unter Allgemeine Angaben). Das Human Rights Advisory Council (HRAC) bietet einen vertrauensvollen und konstruktiven Austausch, damit wir unsere Rolle und Verantwortung vor allem in menschenrechtlich herausfordernden Situationen besser wahrnehmen können. Das HRAC hilft dabei, unterschiedliche Perspektiven zum Thema Menschenrechte einschließlich der Grenzen der unternehmerischen Sorgfaltspflicht besser zu verstehen, Zielkonflikte zu adressieren und die Rechte indigener Völker in unsere Geschäftstätigkeit einzubeziehen. Zusätzlich trägt das Gremium dazu bei, unsere menschenrechtsbezogenen Stärken auszubauen sowie Verbesserungspotenziale zu erkennen (mehr dazu unter Allgemeine Angaben). Im Jahr 2025 haben die Gremien wieder wertvolle Impulse für unsere Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung geleistet. Das verantwortungsvolle Ausbalancieren ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Aspekte war hierbei zentral. Die Inhalte fanden beispielsweise Eingang in unseren Einkaufsprozess für nachwachsende Rohstoffe.

Ein weiteres Format ist unser Zivilgesellschaftliches Forum, das die Erläuterung aktueller und potenzieller Themen und Problemstellungen ermöglicht und Raum für Feedback der Zivilgesellschaft gibt (siehe Allgemeine Angaben).

Für den fallbezogenen Austausch mit Stakeholdern, wie zum Beispiel betroffenen Gemeinschaften, nutzen wir bei Bedarf das Instrument des Environmental Social Governance Council (ESGC). Auf diese Weise können Sichtweisen relevanter Stakeholder, insbesondere vulnerabler Gruppen wie indigener Völker, in den Entscheidungsprozess zu künftigen Investitionen frühzeitig eingebunden werden. Auch laufende Investitionen prüfen wir anhand der Nachhaltigkeitskriterien und setzen fallbezogen entsprechende Dialogformate zur Einbeziehung der gesellschaftlichen Perspektive auf (siehe Allgemeine Angaben).

Unser Engagement in Multi-Stakeholder- und weiteren Initiativen ist ein wichtiger Teil unseres strategischen Ansatzes in Bezug auf betroffene Gemeinschaften sowie alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. BASF engagiert sich in Netzwerken wie Cobalt for Development, dem Roundtable on Sustainable Palm Oil und der Global Battery Alliance (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

Beschwerdemechanismus und Abhilfemaßnahmen

ESRS-Kennzeichnung:

Als Beschwerdemechanismus ist die BASF-Compliance-Hotline allen Menschen öffentlich zugänglich und demnach auch weltweit für betroffene Gemeinschaften oder ihre Vertretungen erreichbar. Angaben zu der Art und Weise, wie die darüber vorgebrachten und angegangenen Probleme verfolgt und überwacht werden, finden sich unter G1 Unternehmenspolitik.

Sollte es in Bezug auf unsere eigenen Aktivitäten zu Bedenken oder Verstößen kommen, reagieren wir unverzüglich mit erforderlichen Maßnahmen, um Bedenken zu prüfen und festgestellte Verstöße abzustellen. Wann immer wir von vorliegenden Menschenrechtsverletzungen bei unseren direkten Zulieferern oder in unseren Lieferketten erfahren, erwarten und fordern wir von unseren direkten Zulieferern, dass sie diese Verletzungen unverzüglich beenden oder ihnen entsprechend nachgehen. Bei Bedarf unterstützen wir unsere Lieferanten dabei, den damit verbundenen Herausforderungen zu begegnen und ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern. Gleichzeitig behalten wir uns als letztes Mittel das Recht vor, nach möglichen Alternativen zu suchen und Lieferantenbeziehungen bei fortgesetzter Verletzung unserer Standards zu beenden.

Maßnahmen

ESRS-Kennzeichnung:

Um negative Auswirkungen und Risiken zu mindern und gleichzeitig Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften entlang unserer Wertschöpfungsketten zu nutzen, setzen wir konkrete Maßnahmen um, die wir im Folgenden anhand der für dieses Kapitel wesentlichen Unter-Themen erläutern. Diese Maßnahmen sind oftmals dezentral organisierte Aktionen, Projekte sowie Initiativen und sind keinem zentral gesteuerten Aktionsplan zugeordnet. Vielmehr zielen sie – wie auch unsere Management- und Monitoringsysteme – auf eine kontinuierliche Optimierung sowie Weiterentwicklung und liegen in der Verantwortung der Standorte und Gruppengesellschaften. Dies geht Hand in Hand mit dem BASF-Ansatz zur Nachhaltigkeitssteuerung (siehe Allgemeine Angaben).

Maßnahmen zur Vermeidung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen

Wir setzen zahlreiche Maßnahmen um, die darauf abzielen, dass potenziell negative Auswirkungen unserer Produktion und unserer Produkte auf Umwelt und Gesellschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglichst gering sind (siehe Allgemeine Angaben).

Um negative Auswirkungen und Risiken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu minimieren, nutzen wir den Austausch mit unseren Lieferanten sowie die Bewertung und Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsleistung. Wir unterstützen lokale Initiativen, um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Geschäftstätigkeit unserer Lieferanten zu reduzieren. Sollte es zu konkreten Vorfällen kommen, greifen unsere Managementprozesse (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und S2 unter Bewertung und Weiterentwicklung unserer Lieferanten).

Um Arbeitsunfällen und mit ihnen verbundenen Auswirkungen auf Mitarbeitende, ihre Angehörigen und betroffene Gemeinschaften vorzubeugen, fordern und fördern wir risikobewusstes und sicheres Arbeiten, das Lernen aus Ereignissen sowie den regelmäßigen Erfahrungsaustausch unserer Mitarbeitenden. Mitarbeitende in der Produktion erhalten zudem regelmäßige Schulungen zum sicheren Umgang mit Chemikalien (siehe S1 Arbeitskräfte des Unternehmens). Darüber hinaus beschäftigen sich Expertenteams an allen unseren Standorten mit Fragen im Bereich Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Die Einhaltung interner Richtlinien und gesetzlicher Vorgaben prüft die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ in regelmäßigen Abständen im Rahmen von Audits (siehe S1 Arbeitskräfte des Unternehmens und E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Auch durch unsere Ziele für eine ressourceneffiziente und verantwortungsvolle Produktion, insbesondere durch unser Ziel zur Anlagensicherheit, wollen wir mögliche Ereignisse, die Einfluss auf Umwelt und Gesundheit haben könnten, auf ein Minimum reduzieren (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung). Zur Verringerung von Anlagenereignissen setzen wir auf technische Maßnahmen, digitale Lösungen sowie eine Führungskultur, die das Sicherheitsbewusstsein und den offenen Umgang mit Fehlern noch stärker in den Fokus rückt. Zur Stärkung des Risikobewusstseins und der Sicherheitskultur entwickeln wir unsere Schulungsmethoden und -angebote kontinuierlich weiter.

Durch unseren Fokus auf den Bereich Operational Excellence (siehe auch E1 Klimawandel) gestalten wir unsere Anlagen und Prozesse kontinuierlich effizienter und ressourcenschonender. Dies trägt zur Emissionsreduzierung bei. So senken wir mit verschiedenen Maßnahmen weiter Luftemissionen, zum Beispiel indem wir Stickoxide mittels Katalysatoren mindern oder Abgase in den Produktionsprozess zurückführen. Auch bei Emissionen ins Wasser folgen wir bereits im Produktionsprozess dem Grundsatz, das Abwasservolumen und die Schadstofffracht zu verringern sowie Abwässer und Stoffströme möglichst intern wiederzuverwenden. Als Bestandteil unserer Wasserschutzkonzepte führen wir zudem regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen unserer Abwässer durch, bewerten sie hinsichtlich ihrer Risiken und leiten daraus geeignete Überwachungsmaßnahmen ab (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Um die Ressource Wasser zu schützen, engagieren wir uns in der Alliance for Water Stewardship sowie in Netzwerken wie der Alliance to End Plastic Waste und der Operation Clean Sweep®, damit Abfälle aus der Kunststoffproduktion nicht in die Umwelt gelangen.

Um negative Auswirkungen und Risiken in der nachgelagerten Wertschöpfungskette zu minimieren, adressieren wir die sichere Handhabung und Anwendung chemischer Rohstoffe und Produkte im Rahmen unserer Produkt- und Transportsicherheit. Bevor unsere Produkte auf den Markt kommen, durchlaufen sie – abhängig von gesetzlichen Anforderungen und ihrem Einsatzprofil – verschiedene Prüfungen und Bewertungen. Auf Basis der Ergebnisse leiten wir Vorsorge- und Schutzmaßnahmen ab und entwickeln Empfehlungen zur sicheren Handhabung. Um sicherzustellen, dass unsere Kunden unsere Ware in einem unbedenklichen Zustand und in sicheren Verpackungen sowie Transportbehältern erhalten, setzen wir unter anderem auf eine qualifizierte Auswahl, Freigabe und eindeutige Kennzeichnung von Verpackungen und Transportbehältern, auf transportbegleitende Dokumente und umfangreiche Kontrollen (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Die unsachgemäße Anwendung unserer Pflanzenschutz- und Saatgutprodukte kann sich unter anderem negativ auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirken. Daher setzen wir mit unseren Smart-Stewardship-Aktivitäten gezielt auf Aufklärung und verbessern kontinuierlich unsere Lösungen für die Landwirtschaft. Neben Aspekten wie Wirksamkeit und Produktivität umfasst dies auch die sichere Anwendung unserer Produkte sowie die Verminderung der Auswirkungen auf die Umwelt. Unser Engagement für Sicherheit schließt neben unseren Mitarbeitenden auch unsere Kontraktoren, Lieferanten, Nachbarn und Kunden ein. Pflanzenschutzmittel müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden und erfordern Sicherheitsmaßnahmen, damit Landwirte und professionelle Anwendende vor Gefahren geschützt werden. Daher haben wir die globale Initiative für persönliche Schutzausrüstung (Global PPE) ins Leben gerufen, um den Schutz der Anwendenden in den Mittelpunkt zu stellen. Das von BASF in Indien initiierte Programm „Suraksha Hamesha“ (Übersetzung aus dem Hindi: „Sicherheit zu jeder Zeit“) schult Landwirte und sonstige Anwendende in der verantwortungsvollen und sicheren Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und konzentriert sich auf Maßnahmen zur Risikominimierung. Seit 2016 wurden rund 998.000 Landwirte und 133.000 sonstige Anwendende erreicht.

Indem wir die Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten systematisch bewerten und bei Verbesserungsbedarf eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, können wir nachvollziehen, ob negativen gesundheitlichen Auswirkungen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette wirksam vorgebeugt wird (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Die Nachverfolgung und Bewertung unserer Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zum Schutz betroffener Gemeinschaften im Umfeld unserer eigenen Produktionsstandorte erfolgen unter anderem über unsere globalen Zielsetzungen für eine ressourceneffiziente und verantwortungsvolle Produktion (ergänzende Informationen finden sich unter Unsere Ziele und Zielerreichung 2025. Zur effektiven Vorbeugung potenzieller Auswirkungen entlang der nachgelagerten Wertschöpfungskette überprüfen wir regelmäßig die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zur Produkt- und Transportsicherheit mithilfe von Responsible-Care-Audits (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Maßnahmen zur Vermeidung bodenbezogener Auswirkungen in der Lieferkette

Durch unsere Geschäftstätigkeit sind wir mit einer Vielzahl von Menschen weltweit verbunden, die von unseren Aktivitäten direkt oder indirekt beeinflusst werden. Insbesondere die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen kann mit bodenbezogenen Auswirkungen für lokale Gemeinschaften und indigene Völker verbunden sein. Wir nehmen unsere Verantwortung zur Respektierung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahr, insbesondere im Umgang mit gefährdeten Gruppen.

Bei der Wahrnehmung unserer Verantwortung für die Achtung der Landrechte betroffener Gemeinschaften stützen wir uns auf etablierte Monitoringsysteme. Die übergreifende Governance der menschenrechtlichen Sorgfalt bei BASF liegt bei unserer Compliance-Organisation. Darüber hinaus sind mehrere Facheinheiten für die Steuerung spezifischer menschenrechtlicher Themen verantwortlich, unter anderem über unsere Human Rights Expert Working Group (siehe G1 Unternehmenspolitik). Die Wirksamkeit unserer Aktivitäten zum Schutz der Rechte betroffener Gemeinschaften verfolgen wir über die Zahl der Probleme und Vorfälle, die uns zur Kenntnis gebracht werden.

Wir erwarten, dass jede Entwicklungstätigkeit im Zusammenhang mit Landnutzungsänderungen die Rechte der indigenen und lokalen Gemeinschaften respektiert und ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Zustimmung (FPIC) zu erteilen oder zu verweigern, wenn sie gesetzliche, kommunale oder gewohnheitsmäßige Rechte in Übereinstimmung mit der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker (UNDRIP) und den sozialen Anforderungen des High-Carbon-Stock-Ansatzes (HCS) besitzen (siehe E4 Biodiversität und Ökoysysteme). Sollte es in Bezug auf unsere eigenen Aktivitäten zu Bedenken oder einem Verstoß kommen, reagieren wir unmittelbar mit erforderlichen Maßnahmen, um den Verstoß angemessen zu adressieren und zu stoppen.

In unseren kontinuierlichen Risikoanalysen berücksichtigen wir ökologische und soziale Aspekte, wie etwa Arbeitsbedingungen und Ernährungssicherheit, und erwarten von unseren Lieferanten die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards auf Basis unseres global gültigen Verhaltenskodex (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme). Dies gilt zum Beispiel beim Einkauf von Palmöl, Palmkernöl und deren Derivaten, die zu unseren wichtigsten nachwachsenden Rohstoffen zählen und unter „E4 Biodiversität und Ökosysteme“ ausführlich behandelt werden (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme). Basierend auf unserem global gültigen Verhaltenskodex für Lieferanten haben wir unsere Erwartungen an Lieferanten in der palmbasierten Wertschöpfungskette in einer ergänzenden Beschaffungsrichtlinie festgeschrieben (BASF Palm Sourcing Policy). Darin werden neben Zertifizierungsstandards, Rückverfolgbarkeit und umweltbezogenen Aspekten auch Anforderungen bezüglich der Einhaltung des Prinzips der Zustimmung (FPIC) und an Arbeits- und Menschenrechte sowie die Einbeziehung von kleinbäuerlichen Strukturen adressiert. Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass diese Rohstoffe aus nachhaltigen, zertifizierten Quellen stammen. Als Erweiterung unseres BASF Palm Progress Report hat der Unternehmensbereich Care Chemicals seit 2023 jedes Jahr einen umfassenden Responsible Sourcing Report veröffentlicht.

Auch beim Bezug mineralischer Rohstoffe haben wir dedizierte Prozesse etabliert, um deren Herkunft in der Lieferkette nachzuverfolgen. Wir haben die EU-Verordnung zu Konfliktmineralien umgesetzt, indem wir beispielsweise einen Compliance-Check für die Einfuhr von Konfliktmaterialien in Europa in unserem Bestellsystem durchführen. Damit möchten wir negative Auswirkungen durch BASF auf betroffene Gemeinschaften minimieren (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

Wir suchen den regelmäßigen Dialog mit unseren Stakeholdern, um Zielkonflikte zu identifizieren, und beziehen bei unseren Entscheidungen anerkannte Zertifizierungsstandards ein, so beispielsweise beim Bezug von Lithium. Gemeinsam mit BMW, Mercedes-Benz, Fairphone, Daimler Truck und Volkswagen haben wir uns seit 2021 in der Initiative Responsible Lithium Partnership engagiert. Die im Frühjahr 2025 beendete Initiative setzte sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen im chilenischen Salar de Atacama ein (siehe E3 Wasser). Zudem gewinnen wir Einblicke in die Sichtweisen von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette durch den Austausch in Multi-Stakeholder-Initiativen wie etwa Cobalt for Development (siehe auch S2, Cobalt for Development), der Global Battery Alliance (siehe auch S2, Global Battery Alliance) oder der Responsible Mica Initiative (siehe auch S2, Responsible Mica Initiative) sowie durch unser Engagement in weiteren Gremien wie econsense, wo wir Themenpate im Cluster „Menschenrechte & Wertschöpfung“ sind.

Maßnahmen zur Förderung eines positiven Beitrags zur Lebensmittelversorgung

Der Unternehmensbereich Agricultural Solutions trägt durch chemische und biologische Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit dazu bei, die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern und gleichzeitig die Umweltbelastungen zu reduzieren. Mit unseren Innovationen unterstützen wir unsere Kunden dabei, bessere Erträge zu erzielen, Ernteverluste zu reduzieren sowie sichere Lebensmittel herzustellen. Der Geschäftserfolg des Unternehmensbereichs Agricultural Solutions bietet somit die Grundlage für einen positiven Beitrag zur Lebensmittelversorgung.

BASF investiert in Forschung und Entwicklung, um neue, resistente Saatgutsorten zu entwickeln, die in verschiedenen Klimazonen, unter Schädlingsdruck sowie unter sich wandelnden klimatischen Bedingungen besser gedeihen können. Darüber hinaus fördern wir nachhaltigere Anbaumethoden, die den Einsatz von Wasser und Nährstoffen optimieren und die Biodiversität schützen.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Förderung digitaler Lösungen, die Landwirten helfen, ihre Erträge zu steigern. Diese Technologien ermöglichen eine präzisere Anwendung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, was nicht nur die Effizienz erhöht, sondern auch die Umweltbelastung minimiert.

Um die Lebensmittelversorgungsketten zu stärken und den Zugang zu Nahrungsmitteln insbesondere in Entwicklungsländern zu verbessern, engagiert sich BASF in verschiedenen Initiativen und arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen. So setzen wir uns beispielsweise im Rahmen unseres Smallholder-Engagement-Programms mit unserer „Healthy Soils, Prosperous Farmers“-Initiative für indigene Kleinbauern in Indien ein und unterstützen sie dabei, sich eigenständige und nachhaltige Lebensgrundlagen aufzubauen. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei auf Frauen und Jugendliche. Durch gezielte Kompetenzentwicklung und verbesserten Marktzugang möchten wir die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Agrarökosysteme und Wertschöpfungsketten stärken, in denen sie arbeiten. Seit Projektbeginn konnten mehr als 8.000 Kleinbauern erreicht werden, deren Haushaltseinkommen durch innovative Ansätze wie Mischkulturen und solarbetriebene Tröpfchenbewässerung gesteigert werden soll. Die Umsetzung erfolgt in strategischer Partnerschaft mit Nichtregierungsorganisationen wie Collectives for Integrated Livelihoods Initiatives, Seven Sisters Development Assistance, Solidaridad sowie dem World Vegetable Center. Das Programm verfolgt einen dezidierten Maßnahmenplan bis 2030 und expandiert kontinuierlich, unter anderem durch die Übertragung der Projektgrundlagen nach Äthiopien (siehe auch Maßnahmen zur Förderung der positiven Entwicklung von Gemeinschaften).

Maßnahmen zur Förderung der positiven Entwicklung von Gemeinschaften

Durch unsere Geschäftstätigkeit, unser Stakeholder-Engagement und unser gesellschaftliches Engagement wollen wir einen positiven wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einfluss auf Gemeinschaften haben.

Die Aktivitäten unseres gesellschaftlichen Engagements fokussieren sich auf das Stärken öffentlicher Gesundheit, das Fördern von Fähigkeiten und das Schützen natürlicher Ressourcen: Wir wollen die Lebensqualität von Menschen durch die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten verbessern (Gesundheit), Bildungsgerechtigkeit, Beschäftigungsfähigkeit und wirtschaftliche Teilhabe fördern (Fähigkeiten) sowie die Wertschätzung und den Schutz natürlicher Ressourcen stärken (Ressourcen).

2025 hat die BASF-Gruppe rund 29 Millionen € für gesellschaftliches Engagement aufgewendet. Im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und des Katastrophenmanagements haben wir die unabhängige und gemeinnützige BASF Stiftung mit Spenden für ihre internationale Projektarbeit in Kooperation mit verschiedenen Organisationen unterstützt. Die Weihnachtsspendenaktion zugunsten der BASF Stiftung kam im Jahr 2025 UNICEF und deren Einsatz für mangelernährte Kinder in Burundi zugute. BASF stockte die Spenden der Mitarbeitenden der teilnehmenden deutschen Gruppengesellschaften um 100.000 € auf insgesamt mehr als 375.000 € auf.

Mit unserem Intrapreneurship-Programm Starting Ventures fördern wir Projekte, die – mit unternehmerischen Ideen, technischem Know-how und zeitlichen Ressourcen – lokale Herausforderungen gemeinsam mit Partnern vor Ort lösen und damit einen Beitrag zu den UN Sustainable Development Goals (SDGs) leisten. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist das Projekt „More Technological Cooperatives“, das Recycling-Kooperativen in Brasilien dabei unterstützt, durch verbesserte Sortierquoten ein höheres Einkommen zu erzielen und gleichzeitig zur Verringerung der Umweltbelastung beizutragen. Die Projekte helfen Menschen aus einkommensschwachen Gegenden im globalen Süden, ihre Einkommensmöglichkeiten sowie ihre Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig eröffnet uns das Programm Zugang zu neuen Märkten und Partnern. 2025 gingen weitere neun Starting-Ventures-Projekte in Afrika, Asien und Südamerika in die Umsetzung.

BASF engagiert sich an zahlreichen Standorten mit Partnern für qualitativ hochwertige Bildung und mehr Bildungsgerechtigkeit, insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Naturwissenschaftliche Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung sind für BASF zentrale Fähigkeiten, die zu persönlichem Erfolg und der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft beitragen. In den BASF Kids’ und Teens’ Labs können Kinder und Jugendliche seit nunmehr 28 Jahren in bisher 45 Ländern experimentieren. Im Jahr 2025 wurde Kids’ Lab erstmals in Nashik/Indien an 18 lokalen Schulen umgesetzt. Mehr als 2.000 Kinder sowie 35 Mentorinnen und Mentoren aus benachteiligten, indigenen Gemeinschaften erfuhren bei interaktiven Experimenten beispielsweise zu Umweltverschmutzung und Klimawandel, wie sie sich in ihrem Alltag für Umwelt und Gesellschaft einsetzen können.

Das Projekt Young Voices for a Sustainable Future wurde 2022 gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation JA Worldwide initiiert. Es ermöglicht Jugendlichen, Themen zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene gemeinsam mit BASF-Mitarbeitenden zu adressieren. Im Rahmen eines Themenwettbewerbs lernen Teilnehmende, die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Gemeinden zu erkennen und auf die entstehenden Herausforderungen Einfluss zu nehmen. 2025 ermutigte das Projekt im Amazonasgebiet in Brasilien, in den Philippinen, Mexiko, Nigeria, Thailand, Uruguay und den Vereinigten Arabischen Emiraten mehr als 1.500 junge Menschen – unterstützt von rund 90 BASF-Mitarbeitenden – dazu, aktiv Verantwortung zu übernehmen und positive Veränderungen in ihren Gemeinden voranzutreiben.

Mit unseren Aktivitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit wollen wir die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt durch die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten verbessern. Dieses Ziel erreichen wir durch die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich internationaler Gesundheits-, Regierungs- und humanitärer Organisationen. Seit 2019 wurden insgesamt mehr als 180 Millionen Moskitonetze Interceptor G2 ausgeliefert. Basierend auf Berechnungen von MedAccess könnten die mit Insektiziden behandelten Netze mit Langzeitwirkung daher schätzungsweise 360 Millionen Menschen vor einer Erkrankung mit Malaria bewahrt haben. Das Engagement von BASF für die Eliminierung von Malaria umfasst außerdem die kontinuierliche Innovation von Produkten in Verbindung mit Produktsicherheitsschulungen und Aufklärung.

Weiterhin beteiligt sich BASF an Projekten zur Anreicherung von Lebensmitteln mit Mikronährstoffen, hauptsächlich in Ländern des globalen Südens. Wir engagieren uns in Multi-Stakeholder-Allianzen, um durch Produktlösungen, technische Unterstützung, wissenschaftliche Kapazitäten und den Aufbau von Partnerschaften eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Seit 2021 ist BASF Gründungsmitglied der „Millers for Nutrition“-Koalition, die das Ziel verfolgt, die Praktiken zur Anreicherung von Lebensmitteln in acht Ländern mit Mikronährstoffmangel zu stärken. Im Jahr 2025 hat BASF in über 30 Ländern Produkte zur Bekämpfung des Mikronährstoffmangels bereitgestellt und in ausgewählten Märkten technische Schulungen durchgeführt.

Durch unser Smallholder-Engagement-Programm unterstützen wir Kleinbauern in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen dabei, sich vor Ort eine eigenständige und nachhaltige Lebensgrundlage zu schaffen. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Bereiche Ernährungssicherheit und -qualität, den Aufbau von Klimaresilienz sowie die Erhaltung gesunder und widerstandsfähiger Ökosysteme. Unser Programm beinhaltet mehrere Projekte und basiert auf einem partizipativen Ansatz mit NGOs, Forschungseinrichtungen und lokalen Regierungen. Ziel ist es, bei den Interessengruppen vor Ort den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von Produkten und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken zu fördern. So sorgen wir dafür, dass unser Engagement wirksam ist und langfristige Verbesserungen der Lebensgrundlagen erreicht werden.

Ein Beispiel stellt das Projekt „KAJVE 2.0“ dar, das BASF in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Solidaridad und dem International Center for Tropical Agriculture (CIAT) durchführt. Ziel der Partnerschaft ist es, kleinbäuerliche Kaffeebauern in indigenen Gemeinschaften im Bundesstaat Chiapas/Mexiko, zu stärken und nachhaltigere Lieferketten für Kaffee zu etablieren. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung des Einkommens und der Resilienz der Kaffeebauern durch die Förderung regenerativer Anbaumethoden und innovativer Agroforstsysteme – während gleichzeitig Klima- und Umweltschutz vorangetrieben werden sollen. Darüber hinaus sollen der Wissensaustausch innerhalb der Gemeinschaften sowie ein sicherer und verantwortungsvoller Einsatz von BASF-Technologien gefördert werden. Seit Projektbeginn im Jahr 2023 haben rund 500 Kleinbauern an Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. In der Anbausaison 2024/2025 profitierten die Teilnehmenden von einer durchschnittlichen Produktivitätssteigerung von 35 % pro Hektar.

Ihr volles Potenzial können Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements nur entfalten, wenn sie strategisch geplant, professionell gesteuert und auf ihre Wirksamkeit hin bewertet werden. Unsere interne Richtlinie zum gesellschaftlichen Engagement von BASF enthält daher die Vorgabe für Gruppengesellschaften, ihre Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements nach der international etablierten IOOI-Methode (Input – Output – Outcome – Impact) zu messen und bei Bedarf anzupassen.

Globale Ziele

ESRS-Kennzeichnung:

Viele unserer nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmensziele (ergänzende Informationen unter Unsere Ziele und Zielerreichung 2025) tragen zum Schutz betroffener Gemeinschaften bei. Dazu gehören unsere Klimaschutzziele zur Reduktion unserer Treibhausgasemissionen, unser Ziel für einen verantwortungsvollen Einkauf, unser Ziel für ein nachhaltiges Wassermanagement sowie unsere Ziele für eine ressourceneffiziente und sichere Produktion (siehe S1 Arbeitskräfte des Unternehmens und E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung). Darüber hinaus hat sich BASF kein spezifisches Ziel für die als wesentlich identifizierten Themen im Bereich „Betroffene Gemeinschaften“ gesetzt.

Generell gilt: Wir wollen nicht mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen und nehmen unsere menschenrechtliche Verantwortung gegenüber betroffenen Gemeinschaften wahr. Dabei berücksichtigen wir insbesondere Landnutzungsrechte und die besonderen Bedürfnisse vulnerabler Gruppen wie indigener Völker und suchen den offenen Dialog und Austausch mit unseren Nachbarn, um das Vertrauen in unsere Unternehmensaktivitäten fortlaufend zu stärken.

An unseren Standorten möchten wir ein guter Nachbar sein, bestehende Rechte respektieren und auf die Bedürfnisse lokaler Gemeinden und ihrer Einwohner eingehen. Wir schaffen dabei Arbeitsplätze und tragen zur lokalen Wertschöpfung bei. Wir sind bestrebt, die Lebensgrundlage unserer Nachbarn zu schützen und dabei insbesondere mit gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie indigenen Völkern oder Kleinbauern rücksichtsvoll umzugehen. Wir engagieren uns für einen offenen Austausch und Dialog zwischen betroffenen Gemeinschaften und BASF, um das Vertrauen in unsere Tätigkeiten zu stärken. Die für BASF wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen diskutieren wir in regelmäßigen Treffen mit externen Interessenvertretern im Rahmen unseres strategischen Stakeholder-Engagements sowie in Gesprächen mit Investoren. Darüber fließen Stakeholder-Erwartungen kontinuierlich in die Entwicklung von strategischen Ansätzen, Zielen und Prinzipien des Nachhaltigkeitsmanagements ein.

Gesellschaftliches Engagement ist eine wichtige Säule unserer Unternehmensverantwortung und Teil unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Wir wollen zu mehr Lebensqualität für alle beitragen. Deshalb haben wir die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft) fest in unserem Unternehmenszweck, unserer Strategie, unseren Zielen und unserem Handeln entlang der Wertschöpfungskette verankert. Unser gesellschaftliches Engagement ist freiwillig und geht über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus, mit dem Hauptziel, positive Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Umwelt und BASF gleichermaßen zu erzielen. Mit unseren Aktivitäten wollen wir weltweit die Gemeinden im Umfeld unserer Standorte stärken und zum Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen.

Um den Lebensmittelbedarf der künftigen Weltbevölkerung zu decken, müssen mit weniger Ressourcen mehr Lebensmittel produziert werden. Mit unseren Kunden wollen wir die wichtigsten Hebel für eine nachhaltigere Wertschöpfungskette in der Lebens- und Futtermittelindustrie identifizieren. Nachhaltige Produktivität ist der Schlüssel zu einer umweltverträglichen Sicherung der Nahrungsversorgung, und unsere Produkte aus dem Pflanzenschutz- und Saatgutbereich tragen hierzu entscheidend bei.

Biodiversität und Ökosysteme
Biodiversität bezeichnet die Verschiedenheit aller Lebensformen auf der Erde. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die verschiedenen Arten, die diese Ökosysteme bevölkern, und die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten. Ökosysteme sind Gemeinschaften von lebenden Organismen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) und ihrer physischen Umgebung (Luft, Wasser, Boden), die in einem bestimmten Raum interagieren. Ökosysteme können sehr unterschiedlich sein, von Wäldern und Wüsten bis hin zu Ozeanen und städtischen Gebieten.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe sind Materialien aus erneuerbaren Ressourcen, die durch natürliche oder künstliche Prozesse innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens regeneriert werden können. Dazu zählen sowohl biobasierte Ausgangsstoffe aus Biomasse als auch bio-attribuierte Materialien, für die Rohstoffe aus Biomasse über zertifizierte Verfahren wie die Massenbilanz zugewiesen werden.
Policy
In diesem Bericht nutzen wir das Wort Policy oder Richtlinie, um interne Rahmenwerke zu benennen, die grundsätzliche Vorgaben unseres Unternehmens beschreiben. Bei BASF werden Policies vom Vorstand beschlossen und legen Prinzipien für ein Thema fest. Separate Richtlinien definieren die Prozesse zur Umsetzung einer Policy. Im ESRS-Kontext wird Policy als Konzept bezeichnet. Da dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig nur im Kontext einer Richtlinie verwendet wird, verzichten wir im BASF-Bericht auf diesen Begriff und nutzen stattdessen die Begriffe Policy und Richtlinie.
Wertschöpfungskette
Als Wertschöpfungskette wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen bei den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.

Wie wir Wert schaffen

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