E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung
Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.
Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.
ESRS-Kennzeichnung:
Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Umweltbelastungen durch unsere Geschäftstätigkeit zu verringern: Das beinhaltet, Emissionen in die Luft und in das Wasser zu reduzieren oder zu vermeiden – in erster Linie durch sicheres und effizientes Betreiben unserer Anlagen. Wir bekennen uns zudem zu unserer Verantwortung für den Umweltschutz entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um die Auswirkungen auf Luft und Wasser zu minimieren. Darüber hinaus entwickeln wir Produktlösungen für unsere Kunden, durch die Emissionen reduziert werden können.
ESRS-Kennzeichnung:
Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurde der Themenkomplex Umwelt als wesentlich definiert. Im Zuge der Analyse wurden insbesondere die Emissionen in Luft und Wasser als relevante Unter-Themen für die Geschäftstätigkeit von BASF identifiziert. Luftemissionen in Form luftfremder Stoffe, wie etwa Stickoxide und Ammoniak, fallen bei der Energieerzeugung und in unseren Produktionsprozessen an. Wasser verwenden wir als Kühl-, Löse- und Reinigungsmittel sowie zur Herstellung von Produkten. Wir nutzen Wasserwege zum Transport von Waren. Ein Großteil des an Produktionsstandorten eingesetzten Wassers wird – aufbereitet und in weiten Teilen mehrmals wiederverwertet – als Abwasser abgeleitet. Dabei werden etwa organische Stoffe und Schwermetalle emittiert.
Aus unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben sich drei wesentliche Auswirkungen auf die Umwelt sowie zwei wesentliche Risiken für BASF (siehe nachfolgende Tabelle).
Auswirkung |
Bewertung |
Verortung in der Wertschöpfungskette |
Beschreibung |
|---|---|---|---|
Reguläre Emissionen in die Luft (ohne Treibhausgase; THG) |
Negativ |
Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette |
Bei der Beschaffung, Produktion, Verwendung und Entsorgung unserer Produkte entstehen Emissionen in die Luft (ohne THG), wie zum Beispiel Stickoxide, Feinstaub oder Volatile Organic Compounds (VOCs). Diese Emissionen tragen zur Luftverschmutzung bei. |
Reguläre Emissionen in das Wasser |
Negativ |
Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette |
Bei der Beschaffung, Produktion, Verwendung und Entsorgung unserer Produkte entstehen Emissionen in das Wasser, wie zum Beispiel Stickstoffverbindungen, organische Substanzen und Schwermetalle. Diese Emissionen tragen zur Wasserverschmutzung bei. |
Einfluss auf menschliche Gesundheit und Umwelt durch (besonders) besorgniserregende Stoffe |
Negativ, |
Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
Durch den Verkauf von Produkten, die besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe enthalten, könnte es bei unsachgemäßer Handhabung dieser Produkte in der nachgelagerten Wertschöpfungskette zu einer Verschmutzung von Wasser und Boden oder zu einer Beeinträchtigung der Umwelt oder der menschlichen Gesundheit kommen. |
Risiken |
Bewertung |
Beschreibung |
|---|---|---|
Steigender Aufwand für die Wasseraufbereitung durch regulatorische Änderungen |
Negativ |
Regulatorische Entwicklungen in Bezug auf Emissionen in Wasser können Investitionen in unsere Infrastruktur und Upgrades unserer Systeme notwendig machen. |
Folgen von Regulierungen bezüglich (besonders) besorgniserregender Stoffe für Ein- und Verkauf oder Produktion |
Negativ |
Regulatorische Änderungen zu besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen, wie etwa deren Beschränkung, können die Verfügbarkeit relevanter Rohstoffe einschränken und das Marktverhalten sowie die Kundenakzeptanz negativ beeinflussen. |
Alle durch Umweltauswirkungen bedingten kurz- und langfristigen Chancen und Risiken erfassen wir systematisch im Rahmen unseres allgemeinen Chancen- und Risikomanagements.
Als Grundlage für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse haben wir für die eigene Geschäftstätigkeit alle BASF-Standorte betrachtet. Emissionen in Luft und Wasser werden systematisch in einer konzernweiten Datenbank erfasst und überprüft. Schadstoffbedingte Auswirkungen werden im Rahmen von Genehmigungspflichten laufend bewertet und dokumentiert. Zudem umfasst das Screening neuer Standorte Umweltverträglichkeitsprüfungen durch unabhängige Dritte. Im Zuge unternehmensinterner Genehmigungsprozesse werden die mit Umweltauswirkungen verbundenen Risiken bewertet und in einer Umwelterklärung zusammengefasst. Bei der Bewertung der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind wir uns der Risiken im Zusammenhang mit der Produktion und Handhabung chemischer Stoffe bewusst und ziehen eigene Erfahrungswerte heran.
Wir wollen unseren Einfluss auf unser Umfeld durch Emissionen in Luft und Wasser noch besser verstehen und die Perspektiven umliegender Gemeinden in unsere Entscheidungen sowie unser Handeln einbeziehen. Deshalb setzen wir auf einen vertrauensvollen Austausch und pflegen an unseren BASF-Produktionsstandorten enge Beziehungen zu den umliegenden Gemeinden. Wir geben Informationen zum Thema Emissionen in Luft und Wasser, halten über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden, stellen Hotlines für den sofortigen Kontakt und die Erreichbarkeit bereit und bieten Nachbarschaftsforen an, in denen Bedenken zu Umweltauswirkungen wie Emissionen in Luft und Wasser angesprochen werden können (siehe auch S3 Betroffene Gemeinschaften). Das im Jahr 2024 gegründete Zivilgesellschaftliche Forum bietet Raum für einen vertraulichen Austausch mit Vertretern des zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Spektrums (mehr unter Allgemeine Angaben). Unter anderem wurden dort auch Emissionen in Wasser besprochen. Darüber hinaus engagieren wir uns in Dialogforen und Beratungsgremien wie in unserem mit externen Fachleuten etablierten Nature Advisory Council, in dem wir Themen aus den Bereichen Natur und Biodiversität diskutieren (mehr unter Allgemeine Angaben).
Strategie und Governance
ESRS-Kennzeichnung:
Generelle Informationen zu unseren übergeordneten Policies finden sich im Kapitel „Allgemeine Angaben“ der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung (unter Mindestangaben bezüglich Policies, Maßnahmen und Zielen). Dazu gehören unter anderem das Responsible-Care-Management-System sowie als Teil dessen unsere globalen Standards zu Umweltschutz, Anlagen-, Produkt- und Transportsicherheit sowie Notfall- und Krisenmanagement. Ebenfalls dort aufgeführt sind die BASF-Position zum Gewässerschutz, unser risikobasiertes Nachhaltigkeitsmanagement für den Einkauf und der Verhaltenskodex für Lieferanten. Spezifische Erläuterungen zu diesen Policies geben wir im folgenden Abschnitt.
Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategien betrachten wir auch die Resilienz unserer Geschäftsmodelle (mehr dazu unter Doppelte Wesentlichkeitsanalyse).
Umweltschutz in unserer Produktion
BASF will die grüne Transformation ihrer Produktion und ihres Produktportfolios weiter vorantreiben. Um negative Umweltauswirkungen durch reguläre Emissionen in Luft und Wasser sowie durch mögliche Produktaustritte zu vermeiden oder zu reduzieren, sind ein ganzheitlicher Ansatz für eine effiziente sowie ressourcenschonende Produktion und kontinuierliche Kontrollen zum Schutz der Umwelt nötig.
Wir wollen die Luftemissionen aus unserer Produktion durch Prozessverbesserungen und neue Technologien weiter reduzieren. Ebenso streben wir danach, im Zuge eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Ressource Wasser und eines nachhaltigen Wassermanagements negative Auswirkungen auf die Wasserqualität zu verringern. Dies kommt auch in unserem Positionspapier zum Gewässerschutz zum Ausdruck.
Responsible-Care-Management-System
Für unsere eigene Produktion haben wir gruppenweit gültige Management- und Kontrollsysteme etabliert. BASF bringt sich in die weltweite Initiative Responsible Care® des Weltchemieverbands (International Council of Chemical Associations, ICCA) ein. Unser daran angelehntes Responsible-Care-Management-System schließt neben den Themenfeldern Sicherheit und Gesundheit (mehr im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unternehmens“) auch den Umweltschutz ein. Unsere globalen Standards zu Emissionen in Luft und Wasser haben wir in gruppenweit gültigen Richtlinien definiert. Diese Richtlinien gelten für Substanzen, die einen potenziell schädlichen Einfluss auf die Umwelt haben, und umfassen auch die Aspekte der Anlagen- und Transportsicherheit, um produktions- und transportbezogene Produktaustritte in Luft und Wasser bestmöglich zu vermeiden (mehr dazu unter Anlagen-, Produkt- und Transportsicherheit sowie unter Globale Ziele). So schreiben diese unter anderem vor, dass an allen Produktionsstandorten beispielsweise Wasserschutzkonzepte umgesetzt werden müssen, um unvorhergesehenen Emissionen und der Verschmutzung von Oberflächen- oder Grundwasser vorzubeugen.
Während die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ die Management- und Kontrollsysteme definiert sowie die Einhaltung interner Richtlinien und gesetzlicher Vorschriften überprüft, sind die Standorte und Gruppengesellschaften für die Umsetzung und Einhaltung der Vorgaben vor Ort verantwortlich. Unsere Richtlinien und Anforderungen, die über eine BASF-interne Datenbank abgerufen werden können, aktualisieren wir fortlaufend. Dafür tauschen wir uns mit Behörden, Verbänden und internationalen Organisationen aus. Informationen, Erfahrungen und Praxisbeispiele teilen wir zudem kontinuierlich im globalen BASF-Expertennetzwerk.
Die fortlaufende Überwachung, Dokumentation und Kontrolle von Luft- und Wasseremissionen sowie die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen sind fester Bestandteil unseres Umweltmanagements und dienen gleichzeitig zur Bewertung der Wirksamkeit unserer Policies und Maßnahmen. Ebenso sind die Kennzahlen Anlagenereignisse mit erheblichen Umweltauswirkungen und Transportereignisse mit erheblichen Umweltauswirkungen ein wichtiger Anhaltspunkt für die Effektivität unserer Policies und Maßnahmen (mehr dazu unter Globale Ziele). Unsere Leistungen und Fortschritte und damit die Wirksamkeit unserer Richtlinien in den Bereichen Umweltschutz und Sicherheit sowie Gesundheitsschutz überprüft die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ regelmäßig im Zuge von Responsible-Care-Audits (für Responsible-Care-Audits im Bereich Arbeitsmedizin siehe Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unternehmens“), etwa auf den Themenfeldern „Organization & Management System“, „Product Stewardship“, „Transportation Safety“, „Process Safety“, „Environment (Air, Water, Waste)“ oder „Emergency Response“. Die 130 im Jahr 2025 durchgeführten Audits (2024: 121) dienten primär der systematischen Risikobewertung sowie der Kontrolle der korrekten Umsetzung gesetzlicher und interner Anforderungen – sowohl global als auch lokal. Die Regelmäßigkeit der Audits trägt dazu bei, innerhalb der BASF-Gruppe einheitlich hohe Standards für Umweltschutz und Sicherheit zu gewährleisten.
Die den Responsible-Care-Audits zugrundeliegenden Regelungen sind ebenfalls in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt: Die Audits werden turnusmäßig alle drei bis sechs Jahre durchgeführt an allen BASF-Standorten sowie bei Unternehmen mit BASF-Mehrheitsbeteiligung, die jeweils Produktionsbetriebe haben. Grundlage ist ein risikobasierter Ansatz, der sicherstellt, dass besonders kritische Bereiche gezielt und angemessen geprüft werden. Eine zentrale Datenbank gewährleistet die globale Abdeckung und transparente Nachverfolgbarkeit aller Audits. Im Rahmen der Audits erstellen wir ein Umwelt- und Sicherheitsprofil, das zeigt, ob die vorhandenen Umwelt- und Sicherheitsleistungen ausreichen, um dem bestehenden Gefahrenpotenzial angemessen zu begegnen. Bei festgestellten Defiziten definieren wir verbindliche Korrekturmaßnahmen, deren Umsetzung innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens erfolgt und in Folgeaudits überprüft wird. Der Auditprozess umfasst neben Produktionsstandorten und -betrieben auch Labor-Einheiten, Infrastruktur-Einheiten sowie größere Werkstätten.
Regulatorische Entwicklungen
Unsere Luftemissionen und Abwässer unterliegen strengen Kontrollen. Wir bewerten deren Auswirkung sorgfältig unter Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften. Dabei evaluieren wir, ob regulatorische Entwicklungen in Bezug auf Emissionen in Wasser und Luft Investitionen in unsere Infrastruktur und Weiterentwicklungen unserer Systeme notwendig machen. Die chemische Industrie steht vor bedeutenden Risiken durch Veränderungen und Neuerungen bei regulatorischen Vorgaben oder Zulassungsbestimmungen, darunter auch mit Bezug auf die Bereiche Umweltschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Strengere Vorschriften könnten die Zulassung, den Einsatz oder die Vermarktung bestimmter Chemikalien einschränken. BASF plant, regulatorischen Änderungen mit einer Kombination aus proaktiven und reaktiven Maßnahmen zu begegnen. Dazu gehören ein kontinuierliches Monitoring, die Analyse des Regulierungsrahmens und eine Steuerung unseres Produktportfolios durch die TripleS-Methode (Sustainable Solution Steering; siehe Allgemeine Angaben). Wir investieren zudem in Forschung und Entwicklung, um kontinuierlich Chemikalien mit besseren toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften zu entwickeln und so den neuen Vorschriften gerecht zu werden. Darüber hinaus setzt BASF auf eine enge Zusammenarbeit mit Stakeholdern und Regulierungsbehörden, um sicherzustellen, dass die Unternehmenspraktiken den neuesten Standards entsprechen.
Anlagen-, Produkt- und Transportsicherheit
Insbesondere der zuverlässige und sichere Betrieb unserer Anlagen ist ein wesentliches Element unseres Responsible-Care-Management-Systems. Wir setzen im Bereich Anlagensicherheit auf umfassende Präventivmaßnahmen, um Ereignissen in unseren Anlagen entgegenzuwirken, und verbessern kontinuierlich unsere Produktionsprozesse. Möglichkeiten ergeben sich insbesondere im Bereich der Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen.
Ebenfalls Teil unseres Responsible-Care-Management-Systems sind die Themenfelder Produkt- und Transportsicherheit, Gefahrenabwehr sowie Umgang mit Altlasten. Mit umfassenden Sicherheitskonzepten und weltweit verbindlichen Standards und Richtlinien wollen wir daraus resultierende Umweltschäden bestmöglich vermeiden. Dabei setzen wir auf umfassende Präventivmaßnahmen und klar geregelte Verantwortlichkeiten. Zudem entwickeln wir unsere Produktions- und Logistikprozesse sowie unsere Product-Stewardship-Ansätze kontinuierlich weiter.
Als Chemieunternehmen transportieren wir unter anderem Gefahrgut. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Produkte den jeweiligen Vorschriften und ihrem Gefährdungspotenzial entsprechend verladen, transportiert sowie umgeschlagen werden, und damit das Risiko entlang der gesamten Transportkette minimieren. Hierfür werden verantwortliche Führungskräfte und deren Mitarbeitende regelmäßig von unseren Transportation-Safety-Experten geschult, beraten und überwacht sowie Logistikpartner regelmäßig auf ihre Verlässlichkeit überprüft. Alle für den Transport vorgesehenen BASF-Produkte müssen eindeutig identifizierbar sein sowie klassifiziert, sicher verpackt und gekennzeichnet werden.
Sollte es durch Anlagenereignisse, Produktaustritte oder Notfälle dennoch zu einer Krisensituation kommen, möchten wir auf globaler, regionaler und lokaler Ebene bestmöglich darauf vorbereitet sein. Wir haben Strukturen und Prozesse zur Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr etabliert, die eine effektive Bewältigung ermöglichen. Im Fokus unseres Notfall- und Krisenmanagements stehen der Schutz unserer Mitarbeitenden, Kontraktoren und Nachbarn, die Sicherheit unserer Anlagen sowie der Schutz der Umwelt. Außergewöhnliche Ereignisse werden nach einem konzernweit geltenden Standardverfahren erfasst und zentral gemeldet. Hierdurch möchten wir Risiken frühzeitig erkennen und bei Bedarf entsprechende Abhilfe- und Kommunikationsmaßnahmen einleiten. Ereignisse werden nachbereitet, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren und bei Bedarf in bestehende Konzepte zu integrieren.
Um die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt zu verringern, investieren wir kontinuierlich in Anlagen-, Produkt- und Transportsicherheit. Mithilfe von Responsible-Care-Audits in den Bereichen „Organization & Management System“, „Product Stewardship“, „Transportation Safety“, „Process Safety“, „Environment (Air, Water, Waste)“ sowie „Emergency Response“ können wir auch die Einhaltung unserer Policies und Richtlinien überprüfen. Zudem bilden wir angemessene Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen inklusive Rückstellungen zur Beseitigung von Altlasten an unseren Standorten (ergänzende Informationen in Anmerkung 22 im Anhang zum Konzernabschluss).
An ehemaligen und aktiven Standorten beziehungsweise an Standorten, für die wir im Rahmen von Akquisitionen die Verantwortung übernommen haben, existieren Altlasten. Unser Grundsatz ist es, diese in enger Absprache mit den zuständigen Behörden so zu handhaben, dass sich daraus keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt ergeben. Zur Sanierung von Altlasten erarbeiten wir Lösungen, die Natur- und Klimaschutzaspekte, Kosten und gesellschaftliche Verantwortung in Einklang bringen sollen. Hierbei handelt es sich um standort- und einzelfallspezifische Maßnahmen, die rechtliche Rahmenbedingungen und den Stand der Technik berücksichtigen. Die Kontaminationsrisiken und den Status von Boden und Grundwasser erfassen wir für unsere Standorte weltweit in einer Datenbank. Laufende Sanierungsarbeiten wurden im Berichtsjahr planmäßig vorangetrieben und die Planungen weiterer Maßnahmen abgeschlossen.
Um den Einfluss auf die menschliche Gesundheit und Umwelt durch besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe in der nachgelagerten Wertschöpfungskette zu minimieren, erfolgt der Einsatz der Stoffe im Einklang mit gesetzlichen Regelungen, wie etwa der REACH-Verordnung der EU. Auch unsere TripleS-Methode zur Steuerung der Nachhaltigkeitsleistung unseres Produktportfolios (siehe Allgemeine Angaben) berücksichtigt besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe im Hinblick auf eine proaktive Portfolio- und Substitutionsplanung.
Mehr zu den Stoffen, die als besorgniserregend oder besonders besorgniserregend eingestuft werden, und deren potenziellem Einfluss auf die menschliche Gesundheit und Umwelt findet sich im Abschnitt „Besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe“.
Verantwortung in unserer Wertschöpfungskette
Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für den Umweltschutz entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette, um die Auswirkungen durch Emissionen in Luft und Wasser zu reduzieren. Neben der Produktion in unseren Anlagen und den Aktivitäten an unseren Standorten und Lagern gilt dies auch für den Einkauf und den Transport unserer Rohstoffe sowie für die Verteilung und den Einsatz unserer Produkte.
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Für unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette hat unsere Einkaufsorganisation Vorgaben in einem globalen risikobasierten Managementsystem etabliert, die definieren, wie wir unsere Sorgfaltsprozesse umsetzen (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, Vorgaben für die Beschaffung). Sollte es in diesem Kontext zu konkreten Vorfällen kommen, greifen unsere Managementprozesse (siehe S2, Bewertung und Weiterentwicklung unserer Lieferanten sowie Umgang mit konkreten Vorfällen). Von Lieferanten fordern wir, dass sie international anerkannte Umweltstandards einhalten. Zudem halten wir unsere Lieferanten an, reguläre Emissionen in Luft und Wasser zu reduzieren sowie Produktaustritten in der vorgelagerten Verarbeitung vorzubeugen. Unsere Erwartungen haben wir im global gültigen Verhaltenskodex für Lieferanten (siehe S2, Vorgaben für die Beschaffung), der auch Emissionen in Luft und Wasser einschließt, festgeschrieben. Wir streben an, dass unsere Lieferanten die im Verhaltenskodex für Lieferanten festgelegten Anforderungen erfüllen. So überprüfen wir im Zuge unseres Lieferantenmanagements bei der Auswahl unserer Lieferanten sowie bei der Beurteilung von Lieferbeziehungen die Einhaltung der geforderten Kriterien. Lieferanten mit hohem Nachhaltigkeitsrisiko lassen wir durch Dritte überprüfen. Die Bewertung von Lieferanten erfolgt größtenteils im Rahmen der Chemieinitiative Together for Sustainability (TfS; siehe S2, Bewertung und Weiterentwicklung unserer Lieferanten). Abhängig von den geschäftlichen Anforderungen führen wir bei ausgewählten Lohnfertigern eigene Responsible-Care-Audits durch, wenn wesentliche Risiken im Bereich Umweltschutz identifiziert wurden – dies beinhaltet auch das Thema Emissionen in Luft und Wasser.
Nachgelagerte Wertschöpfungskette
In unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette wollen wir mit unseren Kunden kontinuierlich Innovationen und Lösungen entwickeln, die darauf ausgelegt sind, die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen und einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten (mehr zur TripleS-Methode unter Allgemeine Angaben). Unseren Kunden bieten wir zahlreiche Produkte, mit denen sich reguläre Emissionen in Luft oder Wasser reduzieren lassen – angefangen bei Prozesskatalysatoren für die Industrie über Kraftstoffadditive bis hin zu Vorprodukten zur Herstellung von Flockungsmitteln für die Wasseraufbereitung.
Auch in unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette haben wir relevante globale Managementsysteme etabliert: Die sichere Handhabung und Anwendung chemischer Rohstoffe und Produkte adressieren wir etwa im Rahmen unserer Produkt- und Transportsicherheit. BASF versteht Produktverantwortung als integralen Bestandteil aller Geschäftsprozesse, als wichtiges Element unseres Risikomanagements und als essenzielle Säule unseres Bekenntnisses zu Responsible Care®. Wir wollen negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt kontinuierlich minimieren und die Sicherheit sowie Nachhaltigkeit unserer Produkte stetig weiterentwickeln.
Bevor unsere Produkte auf den Markt kommen, durchlaufen sie – abhängig von gesetzlichen Anforderungen und ihrem Einsatzprofil – verschiedene Prüfungen und Bewertungen. Diese Prüfungen ermöglichen uns eine frühzeitige Erkennung und Bewertung von möglichen Gefährdungsmerkmalen sowie Risiken für die Gesundheit und Umwelt. Auf Basis der Ergebnisse leiten wir Vorsorge- und Schutzmaßnahmen ab und entwickeln Empfehlungen zur sicheren Handhabung – von der Produktion über die Anwendung und den Transport bis hin zur Entsorgung.
Durch die konsequente Umsetzung externer und interner Anforderungen wollen wir auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette sicherstellen, dass unsere Kunden die Ware in einem unbedenklichen Zustand und in sicheren Verpackungen sowie Transportbehältern erhalten. Hierfür setzen wir unter anderem auf eine qualifizierte Auswahl, Freigabe und eindeutige Kennzeichnung von Verpackungen und Transportbehältern, auf transportbegleitende Dokumente und mehrfache Kontrollen. Wir kommunizieren Produktsicherheitsinformationen über unsere Sicherheitsdatenblätter. Diese enthalten beispielsweise Informationen zu physikalisch-chemischen, toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften der Produkte, zu möglichen Gefahren, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung und Entsorgung sowie zur sicheren Handhabung. Dadurch wollen wir zur Vermeidung von Leckagen und Notfällen beitragen sowie Auswirkungen vermindern und begrenzen. Sollte es dennoch zu Notfällen kommen, bieten wir unseren Kunden mit unserem Expertennetzwerk Unterstützung an.
Maßnahmen
ESRS-Kennzeichnung:
Unsere Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung von Umweltverschmutzung sind oftmals dezentral organisierte Aktionen, Projekte und Initiativen. Sie sind keinem zentral gesteuerten Aktionsplan zugeordnet. Vielmehr zielen sie – wie auch unsere Management- und Monitoringsysteme – auf eine kontinuierliche Optimierung und Weiterentwicklung ab und liegen in der Verantwortung der Standorte und Gruppengesellschaften. Dies geht Hand in Hand mit dem BASF-Ansatz zur Nachhaltigkeitssteuerung (siehe Allgemeine Angaben).
Maßnahmen in der eigenen Produktion
Unsere Aktivitäten zur Vermeidung und Minimierung von Auswirkungen auf die Umwelt durch Emissionen in Luft und Wasser setzen direkt am Anfang des Produktlebenszyklus an: Wir investieren fortlaufend in Forschung und Entwicklung (ergänzende Informationen siehe Innovationen), um Produkte so zu konzipieren, dass ihre Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering sind. Mithilfe von TripleS überprüfen wir kontinuierlich unser relevantes globales Produktportfolio (mehr unter Allgemeine Angaben). Darüber hinaus evaluieren wir die Wirksamkeit unserer Maßnahmen im Rahmen unserer Responsible-Care-Audits (siehe auch Responsible-Care-Management-System).
Durch unseren Fokus auf den Bereich Operational Excellence gestalten wir unsere Anlagen und Prozesse fortlaufend effizienter und ressourcenschonender. Dies schafft direkte Anreize für Investitionen in Effizienzprojekte und trägt zur Emissionsreduzierung bei. Entsprechende Projekte adressieren alle Ebenen der Abhilfemaßnahmen-Hierarchie: Vermeiden, Reduzieren, Rückgewinnen und Wiederverwenden, Wiederherstellen und Regenerieren. So senken wir mit verschiedenen Maßnahmen weiter die regulären Emissionen in die Luft, zum Beispiel mindern wir die Emission von Stickoxiden mittels Katalysatoren oder führen Abgase in den Produktionsprozess zurück.
Auch bei den Emissionen in Wasser folgen wir bereits im Produktionsprozess dem Grundsatz, das Abwasservolumen und die Schadstofffracht zu verringern sowie Abwasser und Stoffströme intern möglichst wiederzuverwenden. Bei der Behandlung unserer Abwässer setzen wir sowohl auf zentrale Maßnahmen in Kläranlagen wie auch auf die selektive Vorbehandlung einzelner Abwasserteilströme bereits vor der Kläranlage. Je nach Art und Grad der Verschmutzung nutzen wir dabei verschiedene Methoden, wie biologische Verfahren, chemische Oxidation, Membrantechnologien, Fällung oder Adsorption. An unserem Verbundstandort Freeport/Texas haben wir im Jahr 2023 einen Membran-Bioreaktor zur Behandlung von Abwasser in Betrieb genommen, wodurch die Kapazität und die Reinigungsleistung der Kläranlage verbessert werden konnten. Mittelfristig soll das behandelte Abwasser wiederverwertet und damit der Frischwasserbedarf gesenkt werden. Im Jahr 2025 fand die erste Phase des Testbetriebs für die Wiederverwertung statt. Abhängig von der Situation vor Ort setzen wir Maßnahmen auch gemeinsam mit weiteren Interessengruppen um. Zum Beispiel arbeiten wir am Standort Tarragona/Spanien gemeinsam mit unserem Wasserversorger AITASA sowie anderen Unternehmen daran, die Wiederverwertung von Abwasser mittelfristig weiter auszubauen. Als Bestandteil unserer Wasserschutzkonzepte führen wir regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen unserer Abwässer durch, bewerten sie hinsichtlich ihrer Risiken und leiten geeignete Überwachungsmaßnahmen ab.
Anlagensicherheit
Um Auswirkungen auf die Umwelt durch mögliche Produktaustritte präventiv entgegenzuwirken, legen wir bei Planung, Bau und Betrieb unserer Anlagen weltweit anspruchsvolle Sicherheitsmaßstäbe an. Diese erfüllen die lokalen gesetzlichen Anforderungen und gehen zum Teil darüber hinaus. Unsere Fachleute entwickeln für jede Anlage ein Schutzkonzept, das von der Anlagenkonzeption bis zum Ende der Produktion die wesentlichsten Aspekte von Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz berücksichtigt und entsprechende Schutzmaßnahmen festlegt. Um weltweit das hohe Sicherheitsniveau unserer Anlagen über den gesamten Lebenszyklus zu erhalten, überprüfen wir im Rahmen von „Implementation Checks“ in regelmäßigen Abständen und abhängig vom Risikopotenzial die Implementierung unserer Schutzkonzepte. Die Sicherheits- und Schutzkonzepte unserer Anlagen aktualisieren wir regelmäßig. Hierbei berücksichtigen wir insbesondere neue Erkenntnisse, technologische Möglichkeiten und regulatorische Entwicklungen.
Zur Verringerung von Anlagenereignissen setzen wir insbesondere auf technische Maßnahmen, digitale Lösungen sowie auf eine Führungskultur, die Anlagensicherheit und den offenen Umgang mit Fehlern noch stärker in den Fokus rückt. Als Berichtsgröße nutzen wir die Rate der Anlagenereignisse mit hohem Schweregrad (High Severity Process Safety Incidents, hsPSI) je 200.000 geleistete Arbeitsstunden (für Informationen zur externen Validierung von Metriken siehe „Allgemeine Angaben“ unter Mindestangaben bezüglich Policies, Maßnahmen und Zielen). Wir streben bis 2030 eine Rate von höchstens 0,10 Anlagenereignissen weltweit mit hohem Schweregrad je 200.000 geleistete Arbeitsstunden an.1 Im Jahr 2025 verzeichneten wir weltweit eine Rate von 0,04 hsPSI je 200.000 geleistete Arbeitsstunden (2024: 0,03). Die Rate der Anlagenereignisse (PSI-Rate; Anzahl an Process Safety Incidents je 200.000 geleistete Arbeitsstunden) lag bei 0,22 im Jahr 2025 (2024: 0,22). Zur Stärkung des Risikobewusstseins und der Sicherheitskultur entwickeln wir unsere Schulungsmethoden und -angebote kontinuierlich weiter. Um das Thema Operational Excellence auf den Gebieten Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit und Qualität (EHSQ) weiter zu stärken, richtete BASF im September 2025 die „Globalen EHSQ-Tage“ für alle Mitarbeitenden weltweit aus. Die virtuelle Veranstaltung hatte zum Ziel, das Bewusstsein für zentrale Themen wie Anlagensicherheit, Arbeitssicherheit, Notfall- und Krisenmanagement oder Umweltschutz zu schärfen, den unternehmensweiten Dialog zu fördern sowie bewährte Praktiken konzernweit zu verbreiten. Die „Globalen EHSQ-Tage“ unterstrichen damit auch das Engagement von BASF für Transparenz, kontinuierliches Lernen, stetige Verbesserung und eine offene Sicherheitskultur. Im Fokus des Bereichs Anlagensicherheit stand das Konzept des „Inherently Safer Design (ISD)“ – ein zentrales Prinzip, das darauf abzielt, potenzielle Gefährdungen bereits im Designprozess systematisch zu vermeiden, statt sie nachträglich durch technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen zu kontrollieren.
Um mit ihren Teams einen gegenseitigen Austausch zu Themen rund um Anlagensicherheit aufrechtzuerhalten, stehen Führungskräften unterschiedliche Möglichkeiten offen, darunter Kurzgespräche zu ausgewählten Anlagensicherheitsthemen oder die Vorstellung von Ereignisuntersuchungen. In internen und externen Netzwerken, über unser Engagement in Verbänden wie dem ICCA, dem European Process Safety Centre (EPSC) oder dem Center for Chemical Process Safety (CCPS) sowie durch den Austausch mit Behörden bringen wir uns weltweit kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Anlagensicherheit ein.
Im Falle von Ereignissen, wie beispielsweise Anlagenereignissen, fällt die Bearbeitung zunächst in die Zuständigkeit der lokalen Krisenorganisation beziehungsweise der lokalen Gefahrenabwehr. Zu diesem Zweck sind an allen Standorten organisatorische Vorkehrungen mit klar definierten Verantwortlichkeiten und Vorgehensweisen implementiert. Die verantwortlichen Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult. Dies umfasst Sicherheits- und Krisenübungen, deren Umfang und Beteiligung je nach Szenario variieren kann. Abhängig von der Situation werden bei Übungen wie auch im Ernstfall externe Stakeholder wie Geschäftspartner, kommunale Einrichtungen oder benachbarte Unternehmen eingebunden. Je nach Entwicklung des Schadensausmaßes können im Krisenfall weitere Expertenteams (Arbeitskreise; AKs) hinzugezogen werden. Im Falle einer globalen Krisensituation wird das Global Crisis Management Support Team (GCMS) unter Leitung eines Vorstandsmitglieds aktiviert. Es definiert die strategische Ausrichtung der Krisenbewältigung und wird durch themen- und fachspezifische AKs unterstützt. Die Wirksamkeit und die Qualität der Maßnahmen werden durch etablierte Kontrollmechanismen wie Unfallanalysen sowie durch systematisches Lernen aus Ereignissen und Responsible-Care-Audits kontinuierlich verbessert und überprüft. Am Standort Ludwigshafen hat BASF im Jahr 2025 mit dem Bau eines neuen Gefahrenabwehrzentrums (GAZ) begonnen. Nach der Fertigstellung, die für 2028 geplant ist, werden Mitarbeitende aus den Einheiten Werkfeuerwehr, Umweltüberwachung und Standortsicherheit sowie die vollständig integrierte Leitstelle dort tätig sein.
Transportsicherheit
Zur Minimierung von Transportrisiken, etwa Auswirkungen auf die Umwelt durch mögliche Produktaustritte, nutzen wir verschiedene Instrumente. So prüfen wir bei jedem Gefahrgutartikel, ob die Verpackung für das Produkt zugelassen und die jeweilige Transportart geeignet ist. Bevor Transportaufträge aktiviert werden, nutzen wir digitale Gefahrgutprüfungen. Vor der Beladung werden die Transportmittel einer eingehenden Gefahrgutkontrolle unterzogen und bei Beanstandungen abgelehnt. Unter Anwendung unserer globalen Richtlinien bewerten wir darüber hinaus gezielt die Sicherheits- und Umweltrisiken für den Transport sowie für den Umschlag von Rohstoffen und Verkaufsprodukten mit hohem Gefährdungspotenzial. Basis dafür ist die Leitlinie „Safety Risk Assessment for Chemical Transport Operations“ des Europäischen Verbands der chemischen Industrie (CEFIC). Unseren Logistikdienstleistern geben wir weltweit Anforderungen vor und überprüfen sie hinsichtlich Sicherheit und Qualität. Unsere Fachleute nutzen zur Bewertung und Überprüfung sowohl eigene Instrumente als auch international anerkannte Systeme. Hierzu zählen zum Beispiel im Bereich der Schiffssicherheitsüberprüfung die Vorlagen des Chemical Distribution Institute (CDI) und des Oil Companies International Marine Forum (OCIMF). Wir engagieren uns fortlaufend in externen Netzwerken, die im Notfall schnell Informationen liefern und Hilfe leisten. Dazu zählen die Initiative Intervention in Chemical transport Emergencies (ICE) und das deutsche Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS), in dem BASF koordinierend tätig ist. Die im Rahmen dieses Engagements gesammelten Erfahrungen nutzen wir zur Verbesserung unserer eigenen Abläufe und für den Aufbau ähnlicher Systeme in anderen Ländern.
Maßnahmen in der Wertschöpfungskette
Wir setzen uns dafür ein, die Auswirkungen durch Emissionen in Luft und Wasser entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren. Dabei arbeiten wir mit unseren Lieferanten sowie zahlreichen Partnern zusammen. Kontinuierlich angelegte Initiativen zielen auf eine fortlaufende Optimierung und Weiterentwicklung ab.
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
In der vorgelagerten Wertschöpfungskette betrachten wir Lieferanten in kritischen Lieferketten in einem risikobasierten Ansatz genauer, zum Beispiel für mineralische und nachwachsende Rohstoffe sowie eine Reihe von Pigmenten. Vorgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette werden im Hinblick auf gravierende Nachhaltigkeitsrisiken bewertet und gegebenenfalls geeignete Abhilfemaßnahmen eingeleitet (siehe S2, Bewertung und Weiterentwicklung unserer Lieferanten sowie Umgang mit konkreten Vorfällen). Darüber hinaus entwickeln und erproben wir in gemeinsamen Initiativen mit Lieferanten und anderen Partnern Ansätze, um die Rohstoffversorgung nachhaltiger zu gestalten.
Wir arbeiten kontinuierlich daran, auf nachhaltigere Rohstoffalternativen umzustellen und den Rohstoffverbrauch bei der Herstellung unserer Produkte zu verringern, zum Beispiel durch effizientere Verfahren und innovative Technologien. Hierdurch können wir auch unseren Kunden in der nachgelagerten Wertschöpfungskette nachhaltigere Lösungen anbieten und Emissionen reduzieren.
Nachgelagerte Wertschöpfungskette
So haben wir mit TripleS ein Instrument zur Steuerung unseres Produktportfolios basierend auf der Nachhaltigkeitsleistung unserer Produkte etabliert (mehr unter Allgemeine Angaben). Teil des Evaluierungsprozesses sind auch Kriterien zur Verringerung der Umweltauswirkungen, wie die Reduktion von Emissionen in Luft und Wasser oder neue Ansätze zur Wasseraufbereitung.
Gemeinsam mit Partnern und im Dialog mit den Akteuren der Lebensmittelwertschöpfungskette treiben wir fortlaufend Projekte zur Förderung einer nachhaltigeren Landwirtschaft voran. Die unsachgemäße Anwendung unserer Pflanzenschutzprodukte kann sich negativ auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirken. Daher setzen wir mit unseren Smart-Stewardship-Aktivitäten gezielt auf Aufklärung und verbessern durch den Einsatz digitaler Tools und innovativer Technologien kontinuierlich unsere Lösungen für Landwirte. Neben Aspekten wie Wirksamkeit und Produktivität umfasst dies auch die sichere Anwendung durch unsere Kunden sowie Auswirkungen auf die Umwelt. Alle Pflanzenschutzprodukte von BASF können unter den vor Ort gegebenen landwirtschaftlichen Bedingungen sicher verwendet werden, wenn die Angaben und Nutzungshinweise auf dem Etikett beachtet werden. Bei Rückfragen, Reklamationen oder Vorfällen können unsere Kunden über verschiedene Kanäle Kontakt mit uns aufnehmen. Hierzu zählen beispielsweise Telefon-Hotlines, die auf allen Produktbehältern aufgeführt sind, Kontaktformulare auf unseren Websites oder die direkte Ansprache unserer Mitarbeitenden im Vertrieb. Wir erfassen alle uns bekannten Vorfälle mit Produkten im Bereich Gesundheit oder Umwelt zentral in einer globalen Datenbank. Wenn notwendig, ergreifen wir auf Basis dieser Informationen geeignete Maßnahmen, um vermeidbare Vorfälle zu minimieren. Hierzu zählen unter anderem Anpassungen von Anwendungsvorschriften auf Produktbehältern. Diese Anpassungen und generelle Empfehlungen zum sicheren Umgang mit unseren Produkten kommunizieren wir unter anderem im Zuge unserer weltweiten Trainings- und Schulungsaktivitäten.
Um die Ressource Wasser zu schützen, unser Wissen zu vertiefen und unser Know-how mit anderen zu teilen, arbeiten wir mit zahlreichen Partnern entlang der Wertschöpfungskette und aus der Zivilgesellschaft zusammen. So sind wir Mitglied in der Alliance for Water Stewardship, die mit ihrer Strategie 2022–2030 kollektives Handeln fördert, um gemeinsame Herausforderungen im Hinblick auf Wasser anzugehen. Zudem engagieren wir uns kontinuierlich in Netzwerken wie der Alliance to End Plastic Waste (AEPW), dem World Plastics Council und der Operation Clean Sweep® (OCS), damit Abfälle aus der Kunststoffproduktion nicht in Gewässer gelangen. So sind inzwischen alle europäischen Produktionsstandorte von BASF für Polystyrol, expandierbares Polystyrol, Polyurethan, thermoplastische Polyurethane, Engineering Plastics, Polyamide und Spezialpolymere von unabhängigen Dritten nach dem OCS-Europa-Standard zertifiziert. In Südamerika fördern wir mit der Fundação Eco+ Aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung, auch im Bereich Wasser.
1 Umfasst BASF-Mitarbeitende, Leiharbeitnehmende und Kontraktoren
Globale Ziele
ESRS-Kennzeichnung:
Wir sehen in unseren globalen nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmenszielen (ergänzende Informationen unter Unsere Ziele und Zielerreichung 2025) wirkungsvolle Hebel zum Schutz der Umwelt generell. Dazu zählen unsere Klimaschutzziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, unser Ziel zum Schließen von Kreisläufen, unser TripleS-bezogenes Ziel, unser Ziel für ein nachhaltiges Wassermanagement und unsere Zielsetzung für einen verantwortungsvollen Einkauf.
Auch durch unsere Ziele für eine ressourceneffiziente und sichere Produktion, insbesondere durch unser Ziel zur Anlagensicherheit, wollen wir mögliche Ereignisse mit Einfluss auf die Umwelt auf ein Minimum reduzieren. Ein Anlagenereignis hat jedoch nicht notwendigerweise eine negative Umweltauswirkung. Umweltauswirkungen von Anlagenereignissen werden seit 2025 – wie es in der Vergangenheit bereits für Transportereignisse erfolgte – systematisch in einer globalen Datenbank erhoben. Im Jahr 2025 hatten wir ein Anlagenereignis mit erheblichen Umweltauswirkungen sowie keine Transportereignisse mit erheblichen Umweltauswirkungen (2024: keine).2
BASF hat sich kein spezifisches Reduktionsziel für die Emissionen in Luft (ohne Treibhausgase) und Wasser im Themenbereich „Reduzierung von Umweltverschmutzung“ gesetzt. Relevante Kenngrößen werden regelmäßig überwacht und veröffentlicht (siehe Abschnitt „Parameter“). Die Nachverfolgung der Wirksamkeit unserer Policies wird im Abschnitt „Strategie und Governance“ thematisiert.
Die für BASF wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen diskutieren wir in regelmäßigen Treffen mit externen Interessenvertretern im Rahmen unseres strategischen Stakeholder-Engagements sowie in Gesprächen mit Investoren. Darüber fließen Stakeholder-Erwartungen kontinuierlich in mögliche Zielsetzungen ein.
2 Unsere Systematik zur Bewertung der Umweltauswirkung basiert auf chemiespezifischen Standards. Sie beinhaltet Kriterien wie die in die Umwelt freigesetzte Substanzmenge und die tatsächlich beobachtete Umweltauswirkung.
Parameter
Emissionen in Luft und Gewässer
ESRS-Kennzeichnung:
Schadstoff |
|
|
||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
in kg/Jahr |
2025 |
2024 |
||||||||
Kohlenmonoxid (CO) |
2.003.743 |
1.841.646 |
||||||||
Ammoniak (NH3) |
1.787.900 |
1.894.780 |
||||||||
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) |
2.456.845 |
2.622.097 |
||||||||
Stickoxide (NOx/NO2) |
7.715.633 |
7.793.697b |
||||||||
Schwefeloxide (SOx/SO2) |
905.959 |
905.966 |
||||||||
Teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKW) |
12.670 |
15.667 |
||||||||
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) |
– |
181 |
||||||||
Halone |
– |
198 |
||||||||
Arsen und Verbindungen (als As) |
61 |
53 |
||||||||
Cadmium und Verbindungen (als Cd) |
21 |
20 |
||||||||
Chrom und Verbindungen (als Cr) |
259 |
123 |
||||||||
Quecksilber und Verbindungen (als Hg) |
20 |
20 |
||||||||
Nickel und Verbindungen (als Ni) |
798 |
680 |
||||||||
Zink und Verbindungen (als Zn) |
560 |
835 |
||||||||
1,2-Dichlorethan (EDC) |
2.006 |
1.867 |
||||||||
Dichlormethan (DCM) |
16.595 |
11.730 |
||||||||
PCDD + PCDF (Dioxine + Furane) (als Teq) |
0,002 |
0,003b |
||||||||
Tetrachlormethan (TCM) |
1.039 |
1.025 |
||||||||
Trichlorbenzole (TCB) (alle Isomere) |
2.799 |
2.604 |
||||||||
Trichlormethan |
5.534 |
5.625 |
||||||||
Benzol |
13.674 |
15.425b |
||||||||
Ethylenoxid |
3.565 |
3.846 |
||||||||
Naphthalin |
16.024 |
14.564 |
||||||||
Chlor und anorganische Verbindungen (als HCl) |
113.847 |
134.044 |
||||||||
Cyanwasserstoff (HCN) |
2.274 |
3.163 |
||||||||
Feinstaub (PM10) |
832.095 |
785.785b |
||||||||
|
||||||||||
Schadstoff |
|
|
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
in kg/Jahr |
2025 |
2024 |
||||||
Gesamtstickstoff |
2.085.556 |
1.875.809 |
||||||
Gesamtphosphor |
144.943 |
172.297 |
||||||
Arsen und Verbindungen (als As) |
423 |
483 |
||||||
Cadmium und Verbindungen (als Cd) |
34 |
45 |
||||||
Chrom und Verbindungen (als Cr) |
508 |
326 |
||||||
Kupfer und Verbindungen (als Cu) |
1.329 |
2.212 |
||||||
Nickel und Verbindungen (als Ni) |
2.051 |
1.812 |
||||||
Blei und Verbindungen (als Pb) |
– |
34 |
||||||
Zink und Verbindungen (als Zn) |
6.265 |
7.322 |
||||||
Halogenierte organische Verbindungen (als AOX) |
28.402 |
37.452 |
||||||
PCDD + PCDF (Dioxine + Furane) (als Teq) |
0,01 |
0,03 |
||||||
Pentachlorphenol (PCP) |
– |
1 |
||||||
Trichlormethan |
721 |
– |
||||||
Nonylphenol und Nonylphenolethoxylate (NP/NPEs) |
263 |
280 |
||||||
Ethylenoxid |
– |
90 |
||||||
Naphthalin |
35 |
– |
||||||
Zinnorganische Verbindungen (als Gesamt-Sn) |
294 |
– |
||||||
Phenole (als Gesamt-C) |
5.739 |
4.698 |
||||||
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) |
88 |
– |
||||||
Gesamter organischer Kohlenstoff (TOC) (als Gesamt-C oder CSB/3) |
2.948.482 |
3.485.782 |
||||||
Chloride (als Gesamt-Cl) |
314.265.963 |
243.528.382 |
||||||
Cyanide (als Gesamt-CN) |
6.034 |
4.399 |
||||||
Fluoride (als Gesamt-F) |
133.291 |
140.374 |
||||||
Octylphenole und Octylphenolethoxylate |
58 |
89 |
||||||
|
||||||||
Die dargestellten Emissionen basieren auf Daten von über 200 Produktionsstandorten. Die Höhe der gemeldeten Emissionen variiert aufgrund standortspezifischer Einflussfaktoren, darunter Produktionsvolumina, geplante Anlagenabstellungen, An- und Abfahrprozesse sowie Zu- und Verkäufe von Anlagen. Die Anwendung der Schwellenwerte gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 führt dazu, dass geringfügige Emissionsmengen nicht in die globale Summe einfließen. So können Emissionen aufgrund jährlicher Schwankungen in einem Jahr berichtspflichtig sein und im Folgejahr nicht. Im Jahr 2025 ist die Summe der Emissionen in die Luft im Vergleich zu 2024 nahezu unverändert. Die Summe der Emissionen in das Wasser hat gegenüber 2024 zugenommen. Die größte Veränderung betrifft dabei die Chlorid-Emissionen und ist im Wesentlichen auf eine technische Maßnahme an einem unserer Standorte zurückzuführen.
Eine Beschreibung unserer Messmethoden, um Mengen an emittierten Stoffen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung zu bestimmen, und eine Darstellung des Datenerhebungsverfahrens für die Buchführung und Berichterstattung im Zusammenhang mit der Reduzierung von Umweltverschmutzung finden sich ebenso wie die allgemeinen Informationen zur Schätzung oder Rundung vereinzelter Nachhaltigkeitsparameter in den „Allgemeinen Angaben“ in der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung unter Nachhaltigkeitskennzahlen.
Besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe
ESRS-Kennzeichnung:
Besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe können einen integralen Bestandteil der zur Produktion eingesetzten chemischen Rohstoffe darstellen. Zudem können sie in chemischen Produkten vorkommen. Insofern enthält ein Teil unserer Produkte, die wichtige Ausgangsprodukte in der weiteren industriellen oder professionellen Wertschöpfung oder Anwendung sind, besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe. Die sichere Handhabung und Anwendung chemischer Rohstoffe und Produkte greifen wir im Rahmen unserer Managementsysteme zu Produktsicherheit auf (siehe auch Nachgelagerte Wertschöpfungskette).
Wir arbeiten kontinuierlich daran, dass unsere Produkte, inklusive derer, die besorgniserregende oder besonders besorgniserregende Stoffe enthalten können, bei verantwortungsvoller und sachgerechter Anwendung kein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Eine gründliche Sicherheits- und Risikobewertung ermöglicht es uns, Märkte mit innovativen und nachhaltigeren Produkten zu bedienen, die den regulatorischen Anforderungen entsprechen und gleichzeitig auf sich verändernde regulatorische Rahmenbedingungen, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen sowie Markt- und Kundenbedürfnisse reagieren.
Wir wollen alle relevanten nationalen und internationalen Vorschriften sowie Gesetze einhalten. Die zuvor unter „Strategie und Governance“ in diesem Kapitel beschriebenen Anforderungen und Richtlinien, Prozesse sowie Verantwortlichkeiten treffen auch auf die Handhabung besorgniserregender und besonders besorgniserregender Stoffe zu.
In einer globalen Datenbank speichern und bewerten wir die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltinformationen für unsere Stoffe und Produkte. Diese Informationen aktualisieren wir fortlaufend. Die Datenbank bildet die Basis für die Kommunikation dieser Informationen über unsere Sicherheitsdatenblätter (siehe auch Nachgelagerte Wertschöpfungskette), die wir unseren Kunden in rund 40 Sprachen zur Verfügung stellen. Über unser weltweites Netzwerk von Notfalltelefonen können wir rund um die Uhr Auskunft geben. Damit sich Personen, die unsere Produkte kaufen, verkaufen, verwenden, transportieren oder entsorgen, schnell über unsere Produkte und die damit verbundenen Gefahren informieren können, setzen wir weltweit – sofern im jeweiligen Land rechtlich zulässig – das „Globally Harmonized System“ (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung unserer Produkte ein. Dabei berücksichtigen wir gegebenenfalls nationale und regionale Anpassungen innerhalb des GHS-Rahmenwerks, wie die EU-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung).
Im Bedarfsfall beraten wir unsere Kunden zur Produktsicherheit. Unseren Logistikdienstleistern geben wir weltweit Anforderungen zum sicheren Transport gefährlicher Güter vor (siehe Transportsicherheit). Zudem schulen wir unsere Mitarbeitenden weltweit in der richtigen Handhabung und Nutzung ausgewählter Produkte mit besonderem Gefährdungspotenzial. BASF unterstützt in Verbänden und in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern die Etablierung weltweiter freiwilliger Selbstverpflichtungen zur Verhinderung von Chemikalienmissbrauch. Darüber hinaus bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in verschiedene Initiativen zur Weiterentwicklung von Risikobewertungen ein, etwa in das European Centre for Ecotoxicology and Toxicology of Chemicals (ECETOC).
So wollen wir sicherstellen, dass Stoffe oder Produkte, die Stoffe mit besonderem Gefährdungspotenzial enthalten, sicher gehandhabt und Einflüsse auf die menschliche Gesundheit sowie Umwelt präventiv vermieden werden können.
Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe sind grundsätzlich unter strenger regulatorischer Beobachtung. Die Liste an restriktiv gehandhabten Stoffen mit gefährlichen Eigenschaften wächst kontinuierlich. Dies kann sowohl die zukünftige Verfügbarkeit von Rohstoffen als auch das Marktverhalten von Kunden und Konsumenten verändern. Üblicherweise sind solche Veränderungen langfristig und transparent geplant, so dass die Industrie sich durch geeignete Maßnahmen, wie Substitutionsplanung oder Schaffung von Ausnahmeregelungen, vorbereiten kann. Unser proaktives Steuerungsinstrument TripleS leistet beispielsweise einen wesentlichen Beitrag zur Planung eines nachhaltigeren Portfolios. Nur im Falle einer unvorhergesehenen Häufung von regulatorischen Maßnahmen könnte es zu einem potenziellen materiellen Risiko für Wertschöpfungsketten kommen, das branchenweit wirkt und nicht spezifisch BASF betreffen würde.
Die durch BASF im Jahr 2025 in die globalen Wertschöpfungsketten eingebrachten besorgniserregenden oder besonders besorgniserregenden Stoffe werden in den folgenden Tabellen genannt.
BASF stellt als integriertes Chemieunternehmen ein breites Portfolio an Produkten her, die in vielen Fällen von Kunden in der Chemiebranche weiterverarbeitet werden. Wir handhaben die Stoffe in unserer Produktion angemessen und liefern unseren Kunden Produkte, die bei sachgemäßer Handhabung sicher eingesetzt werden können. Als Business-to-Business-Unternehmen vermarkten wir nur sehr wenige Produkte direkt an Verbraucher oder Endnutzer. Die in den nachfolgenden Tabellen aufgeführten Werte entsprechen den eingebrachten Tonnagen pro Gefahrenklasse. Da einzelne Substanzen mehreren Gefahrenklassen zugeordnet sein können und somit mehrfach erfasst werden, lässt sich daraus keine verlässliche in die nachgelagerte Wertschöpfungskette eingebrachte Gesamttonnage für alle genannten besorgniserregenden oder besonders besorgniserregenden Stoffe ableiten.
Hauptgefahrenklassea |
Gesamtmengen (aggregiert) |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Millionen Tonnen pro Jahr |
2025 |
2024 |
||||||
Karzinogenität (Carc. 1; Carc. 2) |
4,9 |
4,2 |
||||||
Keimzellmutagenität (Muta. 1; Muta. 2) |
2,2 |
2,1 |
||||||
Reproduktionstoxizität (Repr. 1; Repr. 2) |
0,7 |
0,7 |
||||||
Sensibilisierung der Atemwege (Resp. Sens. 1) |
2,6 |
2,0 |
||||||
Sensibilisierung der Haut (Skin Sens. 1) |
3,7 |
2,8 |
||||||
Gewässergefährdend, langfristige Wirkung (Aquatic Chronic 1; Aquatic Chronic 2; Aquatic Chronic 3; Aquatic Chronic 4) |
1,3 |
0,8 |
||||||
Schädigt die Ozonschicht (Ozone 1) |
< 1 kt |
< 1 kt |
||||||
Spezifische Zielorgan-Toxizität, wiederholte Exposition (STOT RE 1; STOT RE 2) |
3,4 |
3,4 |
||||||
Spezifische Zielorgan-Toxizität, einmalige Exposition (STOT SE 1; STOT SE 2) |
0,6 |
0,6 |
||||||
|
||||||||
Hauptgefahrenklasse nach REACH Artikel 57a |
Gesamtmengen (aggregiert) |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Millionen Tonnen pro Jahr |
2025 |
2024 |
||||||
Karzinogenität (Carc. 1A; Carc. 1B) (Artikel 57a) |
0,3 |
0,3 |
||||||
Keimzellmutagenität (Muta. 1A; Muta. 1B) (Artikel 57b) |
0,2 |
0,2 |
||||||
Reproduktionstoxizität (Repr. 1A; Repr. 1B) (Artikel 57c) |
0,1 |
0,1 |
||||||
Persistent, bioakkumulierbar und toxisch (PBT) (Artikel 57d) |
< 1 kt |
< 1 kt |
||||||
Sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (vPvB) (Artikel 57e) |
< 5 kt |
< 5 kt |
||||||
Stoffe – wie etwa solche mit endokrinen Eigenschaften oder solche mit persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen Eigenschaften oder sehr persistenten und sehr bioakkumulierbaren Eigenschaften, die die Kriterien der Buchstaben d oder e nicht erfüllen –, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wahrscheinlich schwerwiegende Wirkungen auf die menschliche Gesundheit oder auf die Umwelt haben, die ebenso besorgniserregend sind wie diejenigen anderer in den Buchstaben a bis e aufgeführter Stoffe, und die im Einzelfall gemäß dem Verfahren des Artikels 59 ermittelt werden (Artikel 57f) |
0,1 |
0,1 |
||||||
|
||||||||
