BASF-Bericht 2025

Innovationen

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Innovationen aus der Chemie spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der größten Herausforderungen unserer Zeit. Unsere Aktivitäten zielen darauf ab, Produkte und Prozesse zu verbessern und neu zu entwickeln, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern und die grüne Transformation unserer Kunden voranzutreiben.

Innovationen sind für BASF einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren. Das Know-how und die Fähigkeiten unserer hochqualifizierten Mitarbeitenden sind hierbei unsere wertvollsten Ressourcen und die Basis unserer Innovationskraft. Im Jahr 2025 waren weltweit rund 9.000 Mitarbeitende (2024: rund 10.000) in Forschung und Entwicklung (F&E) beschäftigt.1

Im Jahr 2025 haben wir einen Umsatz von rund 11 Milliarden € (2024: rund 11 Milliarden €) mit Produkten aus Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erzielt, die in den vergangenen fünf Jahren am Markt eingeführt wurden.2 Langfristig wollen wir Umsatz und Ergebnis mit neuen und verbesserten Produkten und Prozessen weiter steigern.

Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen im Jahr 2025 bei 1.995 Millionen € (2024: 1.969 Millionen €). Auf die überwiegend anwendungs- und kundenbezogenen F&E-Aktivitäten in unseren Unternehmensbereichen entfielen davon 87 % (2024: 86 %) der Aufwendungen. Bereichsübergreifende und strategische Themen waren für 13 % (2024: 14 %) der Ausgaben verantwortlich.3

Unser Innovationsfokus umfasst die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen sowie Produkt- und Prozessverbesserungen, die unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern und die grüne Transformation unserer Kunden vorantreiben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Innovationen für eine nachhaltigere Landwirtschaft.

Indem wir Ressourcen effizienter nutzen, unsere Produkte umweltverträglicher herstellen und dabei helfen, diese im Kreislauf zu führen, unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern. Gleichzeitig tragen wir dazu bei, Wachstum vom Verbrauch begrenzter Rohstoffe zu entkoppeln. Im Bereich Elektromobilität entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern Materialien für Batterien und elektrische Antriebssysteme, um ein sichereres und effizienteres Fahren zu ermöglichen. Gleichzeitig treiben wir in der Katalysatorfertigung innovative Technologien voran, welche die Produktion maßgeschneiderter und besonders leistungsstarker Katalysatoren ermöglichen. Um Landwirte bei der Kontrolle resistenter Unkräuter zu unterstützen, investieren wir in die Entwicklung herbizidtoleranter Baumwollpflanzen. Weiterhin arbeiten wir an neuartigen Produktionsverfahren, welche die Herstellung von Enzymen für Waschmittel deutlich verbessern. Wir forschen an zirkulären Lösungen für Textilien, bioabbaubaren Polymeren für Haushalts- und Körperpflegeanwendungen sowie bioabbaubaren UV-Absorbern für Sonnenschutzmittel – und unterstützen unsere Kunden auf diese Weise bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Prozessinnovationen wie beispielsweise der Methanpyrolyse, einem Verfahren, um Wasserstoff nahezu CO2-frei herzustellen (siehe E1 Klimawandel).

Unsere Forschungs- und Entwicklungseinheiten haben wir gezielt auf die branchenspezifischen Anforderungen unserer Kunden ausgerichtet. Kundennahe Aktivitäten sind direkt in die Unternehmensbereiche integriert. Forschungsaktivitäten mit Relevanz für mehrere Unternehmensbereiche sind in der globalen Einheit „Group Research“ gebündelt, welche funktions- und regionenübergreifend agiert und die F&E-Aktivitäten der Unternehmensbereiche unterstützt. Aus Konzernmitteln finanziert treibt „Group Research“ Projekte voran, die für die BASF-Gruppe von strategischer Relevanz sind und die über den branchenspezifischen Fokus der einzelnen Unternehmensbereiche hinausgehen. Hierzu zählen etwa Prozessinnovationen für die grüne Transformation, die Kreislaufwirtschaft unserer Produkte sowie digitale Werkzeuge. Mit Forschungszentren in Asien-Pazifik, Europa und Nordamerika ist der Bereich global aufgestellt. Zusammen mit den Forschungs- und Entwicklungseinheiten unserer Unternehmensbereiche bildet „Group Research“ den Kern unseres weltweiten Forschungs- und Entwicklungsverbunds.

Unsere Innovationskraft und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich in der Anzahl und Qualität unserer Patente. Weltweit haben wir 2025 898 Patente (2024: 1.159) neu angemeldet. Davon entfallen 45 % (2024: 44,5 %) auf Innovationen mit einem besonderen Nachhaltigkeitsfokus. Beim Patent Asset Index, einer Methodik, die Patentportfolios miteinander vergleicht, gehörten wir im Jahr 2025 erneut zu den führenden Unternehmen in der chemischen Industrie.4

Maßgeblich für unseren langfristigen Erfolg ist neben der Effektivität die globale Präsenz unserer Forschung und Entwicklung. Hierdurch können wir differenziert auf die Bedürfnisse und Anforderungen der regionalen Märkte eingehen, starke Kundenbeziehungen aufbauen und Potenziale in Wachstumsmärkten heben.

Der größte Standort unseres Forschungs- und Entwicklungsverbunds ist Ludwigshafen in Deutschland. Dort arbeiten wir an einer Vielzahl von übergreifenden Forschungsthemen.

Der Innovation Campus Schanghai/China ist unser größter Forschungs- und Entwicklungsstandort in Asien-Pazifik. Dort arbeiten wir an neuen Produkten und Prozessen für viele Kundenbranchen, unter anderem in wachsenden Sektoren wie der Elektromobilität und den erneuerbaren Energien. Darüber hinaus ist der Innovation Campus Mumbai/Indien mit seinen Forschungsschwerpunkten Pflanzenschutz, Prozessentwicklung, Spezialchemikalien und Analytik eine wichtige Säule unseres wachsenden Forschungsnetzwerks in der Region Asien-Pazifik.

An unserem größten Forschungs- und Entwicklungsstandort in Nordamerika, Research Triangle Park/North Carolina, arbeiten wir an neuen Produkten für den Bereich Pflanzenschutz. Am Biodegradation and Microplastics Center of Excellence in Wyandotte/Michigan forschen unsere Teams an der biologischen Abbaubarkeit von Materialien und Lösungen für die Kreislaufwirtschaft.

Unser globales Netzwerk mit Spitzenuniversitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen bietet uns einen direkten Zugang zu externer wissenschaftlicher Expertise, Talenten verschiedener Fachrichtungen sowie neuen Technologien. Damit stärken wir unseren Forschungs- und Entwicklungsverbund und erhöhen die Attraktivität von BASF als Partner und Arbeitgeber. Im Jahr 2025 kooperierten wir mit zahlreichen Unternehmen sowie mit 269 (2024: 260) Universitäten und Forschungseinrichtungen.5

1 Anzahl der Mitarbeitenden einschließlich des Personalstands des nicht fortgeführten Coatings-Geschäfts

2 Die Umsätze des nicht fortgeführten Coatings-Geschäfts sind in dem Wert für das Geschäftsjahr 2025 nicht berücksichtigt. Der Vorjahreswert beinhaltet dessen Umsätze.

3 Das nicht fortgeführte Coatings-Geschäft ist in den Angaben zu unseren Aufwendungen für F&E im Geschäftsjahr 2025 sowie im Vorjahr nicht berücksichtigt.

4 Das nicht fortgeführte Coatings-Geschäft ist in den Patentangaben für 2025 nicht enthalten. Der Vorjahreswert beinhaltet dessen Patente.

5 Der Wert für 2025 wird ohne das nicht fortgeführte Coatings-Geschäft ausgewiesen. Der Vorjahreswert umfasst Kooperationen des nicht fortgeführten Geschäfts.

Grüne Transformation
Um die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen, entwickelt und bietet BASF systematisch Lösungen an, die negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft minimieren und gleichzeitig die positiven Ergebnisse maximieren. Dazu gehören unsere Bemühungen um die Reduktion von CO2-Emissionen, die Schonung von Ressourcen und der Einsatz erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Entsprechend den drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung stellen wir ein ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht sowie soziale Verantwortung in den Vordergrund unseres Handelns.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft ist ein regeneratives System, in dem wirtschaftliches Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen entkoppelt ist. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf den grundlegenden Prinzipien, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien so lange wie möglich zu nutzen und gleichzeitig natürliche Systeme zu regenerieren.

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