Interessen und Standpunkte unserer Stakeholder
Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.
Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.
ESRS-Kennzeichnung:
Von entscheidender Bedeutung für unseren Geschäftserfolg ist die Akzeptanz und Unterstützung unserer Stakeholder. BASF ist kontinuierlich im Austausch mit Mitarbeitenden, Aktionären, Lieferanten, Kunden, Vertretern der Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen und internationalen Organisationen. Wir sind über unseren Beschwerdemechanismus direkt ansprechbar (siehe G1 Unternehmenspolitik), bringen uns in Netzwerke und Initiativen ein, erhalten kritisches Feedback in unseren Beratungsgremien sowie im Austausch mit der Zivilgesellschaft und leisten einen Beitrag zu den Gemeinden an unseren Standorten.
Nachhaltigkeitsthemen werden im Vorstand diskutiert und verantwortet. Die unterschiedlichen Perspektiven und Erwartungen unserer Stakeholder fließen unter anderem durch direkten Austausch mit dem Vorstand in die strategische Ausrichtung des Unternehmens, in die Diskussion von Zielsetzungen und in geschäftliche Entscheidungen ein. Wir setzen etwa auf den Austausch in unseren Beratungsgremien (siehe Advisory Councils), um Verbesserungspotenziale hinsichtlich menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht sowie der Berücksichtigung biologischer Vielfalt bei neuen Investitionsprojekten zu identifizieren. Der Vorstand bezieht auch solche Erkenntnisse in Entscheidungen ein, fasst Beschlüsse mit unternehmensweiter strategischer Relevanz und überwacht die Umsetzung strategischer Vorhaben sowie die Zielerreichung. Der Finanzvorstand sowie die Leiter von „Group Reporting & Performance Management“, „Corporate Audit“ und „Corporate Compliance“ berichten im Prüfungsausschuss regelmäßig über nachhaltigkeitsrelevante Themen. Der Aufsichtsrat wird überdies vom Vorstand kontinuierlich über die Entwicklung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen informiert.
Mit unserem Stakeholder-Engagement setzen wir auf Kooperation. Der Austausch mit gesellschaftlichen Vertretern wird von der Corporate-Center-Einheit „Corporate Development“, der Austausch mit Mitarbeitenden hauptsächlich von der Corporate-Center-Einheit „Corporate Human Resources“ verantwortet. Für den Austausch mit Aktionären ist die Corporate-Center-Einheit „Corporate Investor Relations“ verantwortlich. Diese genannten Einheiten berichten an den Vorstandsvorsitzenden. Sollte es durch unsere Transformation hin zu Klimaneutralität zu Strukturanpassungen oder anderen wesentlichen sozialen Auswirkungen auf Mitarbeitende kommen, würden wir die Arbeitnehmervertretungen gemäß den bestehenden Beteiligungsrechten in die Beratung über sozialverträgliche Lösungen einbinden. Darüber hinaus haben wir uns gemeinsam mit anderen Unternehmen und dem europäischen Netzwerk CSR Europe zur verantwortungsvollen sozialen Transformation in Richtung Klimaneutralität (Just Transition) eingebracht. Wir haben sowohl an der Entwicklung eines europäischen Fahrplans als auch an einer dazugehörigen Toolbox mitgearbeitet.
BASF bringt sich in relevante Netzwerke und Initiativen ein. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 sind wir Teil des UN Global Compact. BASF setzt sich kontinuierlich für die Zehn Prinzipien des UN Global Compact für verantwortungsvolles Wirtschaften und die Ziele für nachhaltige Entwicklung ein. Wir sind weltweit in lokalen Global-Compact-Netzwerken teils in Führungsfunktionen aktiv. BASF engagiert sich zudem im World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) sowie bei econsense – Forum nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft. BASF ist in mehreren Multi-Stakeholder- und Sektor-Initiativen aktiv. Unser vielfältiges Engagement reicht vom Chemie3-Branchenstandard für nachhaltigere Wertschöpfung über das Projekt Cobalt for Development zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Kleinstbergbau in der Demokratischen Republik Kongo und die Global Battery Alliance für eine nachhaltigere, zirkuläre Batteriewertschöpfungskette bis zur Responsible Lithium Partnership für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen im chilenischen Salar de Atacama.
In eigenen Advisory Councils diskutieren BASF-Vertreter wesentliche Fragestellungen mit unabhängigen, internationalen Fachleuten in vertraulichem Rahmen. Die Beiräte sind auf unbestimmte Zeit aktiv. BASF möchte dadurch Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft sowie Risiken und Chancen noch besser verstehen. Der vertrauensvolle Austausch im Human Rights Advisory Council (Menschenrechtsbeirat) hilft uns, unsere Rolle und Verantwortung vor allem in menschenrechtlich herausfordernden Situationen angemessen wahrzunehmen. Der Beirat besteht aus vier unabhängigen internationalen Fachleuten für das Thema Menschenrechte und trifft sich mehrmals im Jahr mit Vertretern von „Corporate Compliance“, „Corporate Sustainability“ sowie relevanten BASF-Fachleuten aus beispielsweise dem Einkauf und den Unternehmensbereichen. Das Nature Advisory Council eröffnet BASF eine unabhängige Perspektive auf unsere Aktivitäten und Abhängigkeiten in Bezug auf Natur- und Biodiversitätsthemen und Ökosystemdienstleistungen. Ziel ist es, konstruktives Feedback und konkrete Ratschläge der externen Fachleute einzuholen und fundierte Entscheidungen bei operativen Projekten sowie der Weiterentwicklung unseres strategischen Ansatzes zu ermöglichen. Es bestand Ende 2025 aus fünf Mitgliedern aus den Bereichen der Wissenschaft, relevanter Wertschöpfungsketten und multilateraler Organisationen. Das Gremium trifft sich mehrmals im Jahr mit BASF-Führungskräften und -Fachleuten. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse haben wir 2025 mit beiden Councils diskutiert. Wie wir die Beiräte und weitere Formate im Kontext betroffener Gemeinschaften nutzen, erläutern wir unter S3 Betroffene Gemeinschaften.
Es ist uns wichtig, weiterhin den Austausch mit der Zivilgesellschaft zu führen, um einen aussagekräftigen Überblick über gesellschaftliche Meinungen zu möglichen kontroversen Themen zu behalten. Im Jahr 2024 haben wir mit dem Zivilgesellschaftlichen Forum ein neues Austauschformat gegründet. Hier erörtern wir mit Vertretern aus Nichtregierungsorganisationen und des gewerkschaftlichen Spektrums Nachhaltigkeitsthemen in einem vertraulichen Rahmen. Ziel ist es, Stakeholdern die Unternehmensaktivitäten bei aktuellen und potenziellen Projekten zu erläutern sowie kritisches Feedback einzuholen. Die darauf aufbauende Einbeziehung des externen Feedbacks zielt darauf ab, gangbare Lösungen für alle Stakeholder zu finden. Das Dialogformat wird von der Einheit „Corporate Sustainability“ geleitet und bezieht jeweils thematisch Fachleute der Unternehmensbereiche sowie der Corporate-Center- und Service-Einheiten ein. Im Jahr 2025 konnten wir uns bei einem Besuch zivilgesellschaftlicher Organisationen am Standort Ludwigshafen zur Transformation der Chemieindustrie austauschen und die Notwendigkeit der konstruktiven Kooperation von Industrie, Zivilgesellschaft und Politik gegenseitig unterstreichen. Eine besondere Verantwortung tragen wir für die Nachbarn an unseren Standorten. Mit Nachbarschaftsforen fördern wir einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Anwohnern und dem Management unserer Standorte und stärken das Vertrauen in unsere Aktivitäten. Unsere global gültigen Anforderungen für Nachbarschaftsforen orientieren sich an den Anforderungen der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte zu Beschwerdemechanismen. Mit den ergänzenden Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements will BASF weltweit die Gemeinden im Umfeld ihrer Standorte stärken und langfristig positiv auf Umwelt und Gesellschaft vor Ort wirken. BASF fokussiert sich dabei auf das Stärken öffentlicher Gesundheit, das Fördern von Fähigkeiten, etwa für wirtschaftliche Teilhabe und Beschäftigungsfähigkeit, und das Schützen natürlicher Ressourcen. Für den fallbezogenen Austausch mit Stakeholdern, zum Beispiel im Rahmen von Investitionen, nutzen wir bei Bedarf das Instrument des ESG Councils. Dieses Dialogformat setzt BASF zeitlich begrenzt auf, um relevante Stakeholder, insbesondere betroffene Gemeinschaften und vulnerable Gruppen wie indigene Völker, sowie die gesellschaftliche Perspektive in den Entscheidungsprozess einzubinden. Die Anliegen dieser betroffenen Gemeinschaften beziehen wir darüber hinaus direkt und indirekt, über Expertinnen und Experten sowie über zivilgesellschaftliche Organisationen als Vertretungen, ein. Dabei folgen wir unseren gruppenweit gültigen Policies zum Austausch mit Vertretungen der Zivilgesellschaft.
Die Erwartungen unserer wichtigsten Stakeholder und die Kanäle, über die wir mit ihnen in Kontakt treten, sind im Folgenden zusammengefasst aufgeführt:
Stakeholder-Erwartungen |
Engagement-Formate |
Beispielhafte Ergebnisse und erreichte Meilensteine |
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Kunden |
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Lieferanten |
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Investoren |
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Mitarbeitende |
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Nachbarschaft |
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Gesellschaftliche Interessengruppen |
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Unsere politische Interessenvertretung unterliegt transparenten Regeln und orientiert sich an den von uns öffentlich vertretenen Positionen. Dies gilt auch für unsere Aktivitäten in Verbänden. In unserem Industry Associations Review haben wir exemplarisch für die Themen Energie und Klimaschutz einen Abgleich zwischen BASF-Positionen und den Positionen der wichtigsten Verbände, in denen wir Mitglied sind, veröffentlicht und unser Vorgehen erläutert. BASF unterstützt finanziell keine politischen Parteien, etwa durch Geld- oder Sachspenden. Dies ist in einer globalen Richtlinie festgelegt. In den USA haben Mitarbeitende der BASF Corporation von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ein Political Action Committee (PAC) zu gründen. Das BASF Corporation Employee PAC ist eine 1998 gegründete, unabhängige und staatlich registrierte Vereinigung von Mitarbeitenden. Sie sammelt Spenden von Mitarbeitenden für politische Zwecke und entscheidet eigenständig über deren Verwendung gemäß US-Recht.
Hier finden Sie eine ausführlichere Definition.