BASF-Bericht 2025

Chancen und Risiken

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Das Risikomanagement von BASF zielt darauf ab, Chancen und Risiken frühestmöglich zu identifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen Chancen wahrzunehmen sowie Risiken zu begrenzen. Damit soll eine Bestandsgefährdung von BASF verhindert und durch verbesserte unternehmerische Entscheidungen Wert geschaffen werden. Als Chance oder Risiko verstehen wir jedes Ereignis, welches das Erreichen unserer kurz-, mittel- und langfristigen Ziele1 positiv oder negativ beeinflussen kann.

Chancen und Risiken bewerten und steuern wir, soweit quantifizierbar, nach den Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und wirtschaftliche Auswirkung im Falle eines Eintretens. Wir aggregieren Chancen und Risiken mithilfe statistischer Methoden zu Risikokategorien. Zusätzlich nutzen wir eine qualitative Bewertungsskala für Chancen und Risiken, um sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltigkeitsbezogene Aspekte zu bewerten, die nicht zu quantifizieren sind. Auf diese Weise gelangen wir zu einer integrierten Gesamtschau, die es uns ermöglicht, wirtschaftliche sowie nachhaltigkeitsbezogene Chancen und Risiken auf Gruppenebene nach dem höchsten wirtschaftlichen Einfluss oder nach der qualitativen Bewertung und Wahrscheinlichkeit zu beurteilen sowie effektive Maßnahmen zur Risikosteuerung zu ergreifen.

Gesamtbewertung

Für 2026 rechnen wir mit einem etwas schwächeren globalen Wirtschaftswachstum als im Jahr 2025 sowie mit einem schwächeren Wachstum des Chemiemarktes. Die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten bleiben hoch.

Eine weitere Eskalation der aktuellen geopolitischen Konflikte könnte zu Beeinträchtigungen globaler Lieferketten und zu größeren Einschränkungen des Angebots von Energie, Industrierohstoffen und Zwischenprodukten führen. Der Krieg in der Ukraine und die Lage im Nahen Osten bergen weiterhin erhebliche Risiken für die Marktentwicklung und Rohstoffversorgung. Aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheiten im Zusammenhang mit den erhöhten US-Zöllen und möglichen Gegenmaßnahmen der Handelspartner lassen sich die Auswirkungen auf Mengen, Preise und die Wettbewerbsdynamik – und damit verbundene Chancen und Risiken – derzeit nur schwer einschätzen.

Zusätzliche Chancen können sich insbesondere durch ein stärkeres Wirtschaftswachstum infolge einer besseren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als angenommen eröffnen. Außerdem ergeben sich wesentliche Chancen und Risiken für unser Ergebnis aus volatilen Margen. Unsere Bewertung der Chancen und Risiken aus den Volatilitäten von Margen und Währungen basiert auf zukunftsgerichteten marktbezogenen Annahmen.

Unserer Einschätzung nach bestehen weiterhin keine wesentlichen Einzelrisiken, die den Fortbestand der BASF SE oder der BASF-Gruppe gefährden. Dasselbe gilt für die Gesamtbetrachtung aller Risiken (mehr dazu unter (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung).

Letztlich verbleiben bei allen unternehmerischen Aktivitäten Restrisiken (Nettorisiken), die auch durch ein umfassendes Risikomanagement nicht ausgeschlossen werden können.

Mögliche kurzfristige Ergebnisauswirkungen (EBITDA) wichtiger Chancen- und Risikofaktoren nach getroffenen Maßnahmena

Mögliche Abweichungen bezogen auf:

Ausblick
– 2026 +

 

 

 

 

 

 

Umfeld und Branche

Marktwachstum

Margen

Wettbewerb

Regulierung/Politik

 

 

 

 

 

 

Unternehmens­spezifische Chancen und Risiken

Einkauf

Lieferkette

Investitionen/Produktion

Personal

Informations­technologie

Recht

Steuern und Zölle

 

 

 

 

 

 

Finanzen

Wechselkurs­volatilität

Sonstige finanz­wirtschaftliche Chancen und Risiken

 

 

 

> 10 Millionen € < 100 Millionen €b

≥ 100 Millionen € < 500 Millionen €

≥ 500 Millionen € < 1.000 Millionen €

≥ 1.000 Millionen € < 1.500 Millionen €

a

Bezogen auf das 95 %-Konfidenzintervall je Risikofaktor auf Basis der Planwerte. Eine Addition ist nicht zulässig. Weitere Informationen zu den operativ wirksamen Chancen- und Risikofaktoren im Kapitel Operativ wirksame Chancen und Risiken

b

Ab dem Geschäftsjahr 2025 werden wesentliche Chancen und Risiken > 10 Millionen € ausgewiesen.

1 Zu Beginn des einjährigen Betrachtungszeitraums entsprechen die Ziele den Prognosen.

Doppelte Wesentlichkeit
Die doppelte Wesentlichkeit im Sinne der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ist ein Konzept, das bei der Wesentlichkeitsanalyse angewendet wird. Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit betrachtet Nachhaltigkeitsaspekte aus zwei Perspektiven: 1. Die Wesentlichkeit der Auswirkungen („Impact Materiality“) ermittelt, welche tatsächlichen und potenziellen positiven und negativen Auswirkungen das unternehmerische Handeln auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen hat. 2. Die finanzielle Wesentlichkeit („Financial Materiality“) betrachtet, welche Chancen und Risiken aus Nachhaltigkeitsthemen resultieren und für die finanzielle Lage eines Unternehmens relevant sind.
ESRS
Die europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (European Sustainability Reporting Standards, ESRS) bieten einen Rahmen für Unternehmen für die Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen. Die Standards wurden von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) entwickelt und sind für alle Unternehmen verbindlich, die einer nationalen Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) unterliegen.

Hier finden Sie eine umfassende Übersicht der in den ESRS vorkommenden Abkürzungen und Begriffsbestimmungen.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft ist ein regeneratives System, in dem wirtschaftliches Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen entkoppelt ist. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf den grundlegenden Prinzipien, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien so lange wie möglich zu nutzen und gleichzeitig natürliche Systeme zu regenerieren.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe sind Materialien aus erneuerbaren Ressourcen, die durch natürliche oder künstliche Prozesse innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens regeneriert werden können. Dazu zählen sowohl biobasierte Ausgangsstoffe aus Biomasse als auch bio-attribuierte Materialien, für die Rohstoffe aus Biomasse über zertifizierte Verfahren wie die Massenbilanz zugewiesen werden.
Wertschöpfungskette
Als Wertschöpfungskette wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen bei den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.

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