BASF-Bericht 2025

Diese Inhalte erfüllen Angabepflichten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Für eine Gesamtübersicht siehe ESRS-Index.

E4 Biodiversität und Ökosysteme

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

ESRS-Kennzeichnung:

Die biologische Vielfalt ist Grundlage für die Leistungsfähigkeit unserer Ökosysteme und steht unter Druck. Als Chemieunternehmen nutzen wir wertvolle Ressourcen der Natur wie Wasser, Luft und Boden. Gleichzeitig nehmen unsere Geschäftstätigkeiten Einfluss darauf, beispielsweise durch Emissionen in die Umwelt oder den Bezug nachwachsender Rohstoffe.

ESRS-Kennzeichnung:

Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurde der Themenkomplex biologische Vielfalt und Ökosysteme als wesentlich definiert. In unserer Analyse haben wir vor allem auf drei Informationsquellen zurückgegriffen:

  • Einschätzungen unterschiedlicher Stakeholder und externer Experten

  • Einschätzungen durch BASF-Facheinheiten und aus der Fachliteratur

  • Auswertung digitaler Quellen mithilfe von Big Data und KI-Analyse-Tools, zum Beispiel dem Biodiversity Risk Filter (BRF) des World Wide Fund for Nature (WWF)

Zu unseren wichtigen Stakeholder-Gruppen zählen wir Investoren, Kunden, Gesetzgeber, Lieferanten, Versicherer, Wettbewerber und verschiedene Akteure der Zivilgesellschaft wie Nichtregierungsorganisationen. Wir suchen aktiv die Zusammenarbeit mit relevanten Interessengruppen und Organisationen weltweit, zum Beispiel in der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) oder beim World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), um unsere Kenntnisse zu erweitern, das Bewusstsein für Biodiversität zu stärken und notwendige Maßnahmen voranzutreiben.

Seit 2023 besteht mit unserem Nature Advisory Council (NAC) ein dedizierter BASF-Beirat für Themen rund um den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen (siehe Allgemeine Angaben). Der NAC unterstützt uns dabei, eine unabhängige gesellschaftliche Perspektive auf unsere Aktivitäten in Bezug auf Natur- und Biodiversitätsthemen zu erhalten.

Falls unsere Geschäftstätigkeit betroffene Gemeinschaften beeinträchtigt oder beeinträchtigen könnte, binden wir diese oder ihre Vertreter in eines unserer Formate für den Stakeholder-Austausch ein (siehe S3 Betroffene Gemeinschaften).

ESRS-Kennzeichnung:

Als Chemieunternehmen haben wir durch unsere Geschäftstätigkeit drei wesentliche Schnittstellen mit der Natur und damit auch mit Biodiversität und Ökosystemen. Diese sind

  • die Beschaffung von Rohstoffen,

  • der Betrieb von Produktionsstätten sowie

  • die Eigenschaften unserer Produkte.

Um den Einfluss von BASF auf die Natur in unseren Produktionsstätten, in ihrer unmittelbaren Umgebung und entlang der Wertschöpfungskette besser einzuordnen und zu verstehen, nutzen wir die fünf Treiber des Biodiversitätsverlusts, die der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES1) definiert: Landnutzungswandel, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Übernutzung von Ressourcen und invasive Arten. Dieser Logik sind wir auch in unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse gefolgt.

In separaten Kapiteln werden die folgenden Themenbereiche behandelt: Klimawandel in „E1 Klimawandel“, Umweltverschmutzung in „E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung“, Nutzung der Ressource Wasser in „E3 Wasser“. Der Treiber „invasive Arten“ wurde von uns nicht näher betrachtet, da wir ihn als nicht relevant für BASF bewerten.

Damit ergibt sich für dieses Kapitel ein Fokus auf die Landnutzung und Auswirkungen auf das Land durch unsere Geschäftstätigkeit sowie den Zustand der Natur in der Nähe unserer relevanten Standorte und in relevanten Wertschöpfungsketten (siehe unten).

Hinsichtlich Wüstenbildung und Versiegelung wurden keine wesentlichen Auswirkungen festgestellt.

Aus unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben sich vier wesentliche Auswirkungen auf Biodiversität sowie Ökosysteme und ein damit verknüpftes wesentliches Risiko für BASF (siehe folgende Tabellen). Chancen und Risiken erfassen wir systematisch im Rahmen unseres allgemeinen Chancen- und Risikomanagements.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „E4 Biodiversität und Ökosysteme“: Auswirkungen

Auswirkung

Bewertung

Verortung in der Wertschöpfungskette

Beschreibung

Einfluss auf Landdegradation durch Beschaffung von Rohstoffen

Negativ

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Unsere Beschaffung von Rohstoffen setzt einen Impuls für den An- und Abbau dieser Rohstoffe. Dieser führt zum Teil zu Landdegradation.

Beitrag von Produktionsstandorten zu globalen Treibern des Biodiversitäts­verlusts

Negativ

Eigene Geschäftstätigkeit

BASF-Produktionsstandorte können über ihren Beitrag zu Klimawandel, Landnutzung, Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch Biodiversität und Ökosysteme negativ beeinflussen.

Verlust von Artenvielfalt kann durch Einsatz von Pflanzenschutzmitteln begünstigt werden

Negativ,
potenziell

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

In der nachgelagerten Wertschöpfungskette könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf großen Flächen in der Landwirtschaft zu einer Reduktion der Artenvielfalt führen.

Nachhaltigere Intensivierung von Landwirtschaft

Positiv

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Der Einsatz unserer Produkte in der Landwirtschaft, inklusive Pflanzenschutzmitteln, ermöglicht die Produktivitätssteigerung von Landwirten und unterstützt dadurch die Erzeugung von Lebensmitteln.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „E4 Biodiversität und Ökosysteme“: Risiken und Chancen

Risiko

Bewertung

Beschreibung

Regulatorische Vorgaben für das Vermarkten von Chemikalien

Negativ

Gesetzesänderungen und andere regulatorische Entwicklungen, die sich darauf beziehen, wie sich Chemikalien auf den Zustand der Arten tatsächlich oder vermutlich auswirken können, beeinflussen unsere Möglichkeiten, BASF-Produkte zu vermarkten.

1 Der IPBES ist ein zwischenstaatliches Gremium der Vereinten Nationen (UN) und sammelt weltweit wissenschaftliche Daten, analysiert diese und zeigt politische Handlungsmöglichkeiten auf.

Strategie und Governance

ESRS-Kennzeichnung:

Wir befinden uns in einer Transformation hin zu Klimaneutralität und der Einhaltung der planetaren Grenzen. Dafür haben wir uns ambitionierte Ziele (siehe Unsere Ziele und Zielerreichung 2025) gesetzt, die sich auch auf unsere Geschäftsmodelle und unsere Strategie sowie deren Berührungspunkte zu Natur, Biodiversität und Ökosystemen auswirken:

  • Wir wollen die Effizienz unserer Ressourcennutzung kontinuierlich verbessern und einen steigenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft).

  • Wir streben an, in der vorgelagerten Wertschöpfungskette und in unserer Produktion vermehrt Biomasse als Rohstoff einzusetzen und den Energiebedarf zunehmend aus erneuerbaren Quellen zu decken.

  • Wir steuern unser Produktportfolio hinsichtlich der produktbezogenen Beiträge zu mehr Nachhaltigkeit (TripleS: Sustainable Solution Steering, siehe Allgemeine Angaben).

Diese Transformationsfelder sind auch relevant für viele unserer Stakeholder (siehe Allgemeine Angaben).

Die Resilienz unserer Geschäftsmodelle haben wir im Jahr 2025 sowohl generell (siehe Doppelte Wesentlichkeitsanalyse) als auch speziell für den Bereich Biodiversität und Ökosysteme betrachtet. Die Resilienzbewertung, die für diesen Themenbereich relevant ist, betrachtete insbesondere wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen für BASF, Abhängigkeiten von Ökosystemleistungen (Rohstoffe, Energie und Wasser) sowie Stakeholder-Anforderungen. Die Analyse wurde von unserer Expertengruppe Biodiversität durchgeführt, unter der Grundannahme einer überwiegenden Kontinuität der aktuellen Rohstoffbasis, und betrachtet kurz-, mittel- und langfristige Entwicklungen. Damit wollen wir zu einer zukunftsorientierten Nachhaltigkeitsstrategie beitragen. Die Resilienz wurde 2025 mit dem internen Biodiversity Sounding Panel diskutiert. Dieses Gremium besteht aus Vertretern der BASF-Einheiten „Corporate Sustainability“ und „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ und hat zum Ziel, den BASF-Ansatz für den Themenkomplex Biodiversität und Auswirkung auf die Natur zu koordinieren. Elemente der Resilienzanalyse wurden auch im Nature Advisory Council besprochen, um diese extern zu validieren. Dazu gehörte beispielsweise unser Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen. Zudem flossen Stakeholder-Ansichten durch den Einsatz von Big-Data-Analysen und über Experten aus den Unternehmensbereichen in unsere Resilienzanalyse ein.

Kern unseres Geschäftsmodells ist die Herstellung chemischer Produkte aus Rohstoffen, die zum großen Teil auf Kohlenwasserstoffen und organischen Einsatzstoffen basieren. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Effizienz unserer Produktionsprozesse weiter zu erhöhen (siehe E1 Klimawandel). Unser Produktportfolio richten wir unter anderem mit der TripleS-Methode in einem kontinuierlichen Prozess auch auf Nachhaltigkeitsaspekte aus. Den Fortschritt dieser Ausrichtung messen wir anhand eines konkreten Ziels (siehe Allgemeine Angaben).

Die von uns eingesetzten Rohstoffe sind zu großen Teilen fossilen Ursprungs, dazu gehören beispielsweise Gas und erdölbasierte petrochemische Grundstoffe wie Naphtha und Benzol. Der Anteil nachwachsender Rohstoffe ist deutlich geringer (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft). Die mit der Beschaffung fossiler Rohstoffe verbundenen Risiken aus dem Bereich Biodiversität und Ökosysteme betrachten wir als niedrig. Zu diesem Schluss kamen wir auf Basis von Analysen unter Nutzung des WWF Biodiversity Risk Filter (BRF) (siehe Einfluss von Produktionsstandorten auf den Biodiversitätsverlust), einer international anerkannten und wissenschaftlich fundierten Plattform. Für BASF zeigt die BRF-Analyse als wichtigste Abhängigkeit von Ökosystemleistungen das Themengebiet Wasser auf. Die Versorgung mit fossilen Rohstoffen hingegen ist kein dort aufgezeigtes Risiko. Im Bereich Biodiversität und Ökosysteme schätzen wir daher die Resilienz unserer Rohstoffversorgung im Hinblick auf Beschaffungsrisiken als hoch ein.

Nachwachsende Rohstoffe hängen stärker von Ökosystemleistungen ab (Wasser, Bestäuber, Boden, Klima). Die Beschaffung von Rohstoffen bei BASF ist diversifiziert: geografisch (zum Beispiel Europa und Asien-Pazifik), durch unterschiedliche Lieferanten und durch unterschiedliche Rohstoffkategorien wie Palmöl und europäisches Biomethan. Da wir somit für nachwachsende Rohstoffe, die weit unter 10 % unserer Rohstoffbasis ausmachen, keine Akkumulation von Risiken sehen, bestehen keine kritischen Abhängigkeiten.

Unsere Energieversorgung ist fossil geprägt, wird aber zunehmend durch erneuerbare Energien ergänzt (siehe E1 Klimawandel). Risiken in Bezug auf Biodiversität versuchen wir durch Investitionen und Diversifizierung unserer Lieferanten und unseres Energiebezugs zu mindern.

Wasser ist zwar global eine zunehmend knappe Ressource, wird aber aufgrund hoher Recyclingquoten (siehe E3 Wasser) und eines nachhaltigen Wassermanagements von BASF (siehe E3 Wasser) nicht als kritischer Resilienzfaktor bewertet.

BASF ist in vielen Märkten breit aufgestellt, was unsere Resilienz erhöht. Im Bereich der Landwirtschaft sehen wir eine hohe Resilienz auch in Zukunft, da die Produktnachfrage durch Grundbedürfnisse, Klimaanpassung und regulatorische Entwicklungen weiter wächst.

Ein wesentliches Risiko für BASF ist Regulierung: Neue Vorschriften aufgrund tatsächlicher oder erwarteter Auswirkungen unserer Produkte auf die Natur können die Marktzulassung beeinflussen. Durch unsere langjährige Erfahrung in einem komplexen regulatorischen Umfeld sind wir jedoch gut aufgestellt.

Insgesamt zeigt unser Geschäftsmodell eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber biodiversitätsbezogenen Risiken, aufgrund einer Diversifizierung der Märkte, Rohstoffe und Lieferanten, eines proaktiven Rohstoffmanagements und der strategischen Ausrichtung unseres Produktportfolios auf Nachhaltigkeit.

ESRS-Kennzeichnung:

Unsere Governance-Ansätze und unsere Policies für den Themenkomplex Artenvielfalt und Ökosysteme orientieren sich an drei international anerkannten Bezugspunkten:

  • den fünf Treibern des Biodiversitätsverlusts gemäß IPBES (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme),

  • dem globalen Biodiversitätsrahmenwerk Kunming Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) und seinem Ziel, bis 2030 den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und den Trend umzukehren, sowie

  • den Zielen der UN für nachhaltige Entwicklung (SDGs), unter anderem an den Zielen „Kein Hunger“ (SDG 2) und „Leben an Land“ (SDG 15).

Generelle Informationen zu unseren übergeordneten Policies finden sich im Kapitel „Allgemeine Angaben“ der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung (unter Allgemeine Angaben). Dazu gehören unter anderem der Verhaltenskodex für Lieferanten, die BASF-Position zum Schutz der Wälder, das Responsible-Care-Management-System sowie als Teil dessen unsere globalen Standards zum Umweltschutz. Ebenfalls dort aufgeführt sind die Einkaufsrichtlinie, unsere Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe und die BASF Palm Sourcing Policy. Spezifische Erläuterungen zu diesen Policies geben wir im folgenden Abschnitt.

Negative Auswirkung: Landnutzung durch Beschaffung von Rohstoffen

ESRS-Kennzeichnung:

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe kann den CO2-Fußabdruck unserer Produkte senken, birgt jedoch Risiken für Biodiversität und Ökosysteme, etwa durch Monokulturen oder Rodung. Daher berücksichtigen wir in unseren Risikoanalysen ökologische und soziale Aspekte (zum Beispiel Arbeitsbedingungen und Ernährungssicherheit), setzen auf zertifizierte Standards wie International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) oder Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), führen Lebenszyklusanalysen durch und suchen den Dialog mit Stakeholdern, um Zielkonflikte zu erkennen und verantwortungsvoll zu handeln.

Durch den Einkauf von Rohstoffen aus extraktiven Verfahren wie beispielsweise dem Bergbau beeinflussen wir Landdegradation und Ökosysteme, etwa durch Bodenerosion, Biodiversitätsverlust und Wasserverschmutzung. Unsere Einkaufsrichtlinien fordern von Lieferanten die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards (siehe Policies bezüglich der Beschaffung nachwachsender Rohstoffe); durch Kreislaufwirtschaft, Recyclingprojekte wie bei Lithium-Ionen-Batterien und das Verbundkonzept (siehe Allgemeine Angaben) reduzieren wir den Bedarf an Rohstoffabbau und nutzen Ressourcen effizient.

Der Unternehmensbereich Care Chemicals veröffentlicht jährlich den Responsible Sourcing Report (ehemals: Palm Sourcing Report). Der Bericht dokumentiert Maßnahmen und Fortschritte zur Förderung von Nachhaltigkeit und Transparenz in der Palm-Wertschöpfungskette. Seit 2023 umfasst er zusätzlich weitere erneuerbare Rohstoffe.

Policies bezüglich der Beschaffung nachwachsender Rohstoffe

ESRS-Kennzeichnung:

Für unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette hat unsere Einkaufsorganisation Vorgaben in einem globalen risikobasierten Managementsystem etabliert. Entsprechende Standards haben wir in einer globalen Einkaufsrichtlinie definiert (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Teil der Richtlinie ist unter anderem eine Risikobetrachtung unserer Lieferanten auch hinsichtlich ihrer Leistung im Bereich der Nachhaltigkeit. Damit wollen wir unter anderem den negativen Auswirkungen, die sich bei der Beschaffung von nachwachsenden Rohstoffen für die Umwelt ergeben, begegnen. Von Lieferanten fordern wir, dass sie international anerkannte Umweltstandards einhalten. Unsere Erwartungen haben wir in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette) festgeschrieben, der Teil unserer Einkaufsbedingungen ist. Der Verhaltenskodex umfasst unter anderem unsere Erwartungen zu Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards sowie zum Schutz der Biodiversität. Im Jahr 2024 haben wir unsere Einkaufsrichtlinien um Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe ergänzt, mit dem Ziel, den Verlust biologischer Vielfalt zu stoppen oder umzukehren. Die Einhaltung dieser Grundsätze überwachen wir durch konkrete Maßnahmen für die jeweiligen nachwachsenden Rohstoffe, die unter Beschaffung nachwachsender Rohstoffe erläutert werden.

Palmöl und Palmkernöl zählen zu unseren wichtigsten nachwachsenden Rohstoffen, die wir vor allem für Inhaltsstoffe in Kosmetik-, Wasch-, Reinigungs- und Lebensmittelprodukten nutzen. Ergänzend zum Verhaltenskodex für Lieferanten konkretisiert die global gültige BASF Palm Sourcing Policy die BASF-Anforderungen an Lieferanten. Dazu zählen der Schutz von Wäldern und Ökosystemen, die Rückverfolgbarkeit, die Wahrung indigener Rechte sowie die Einbindung kleinbäuerlicher Strukturen.

Bei der Nutzung biologischer Ressourcen folgen wir den Bestimmungen des internationalen Nagoya-Protokolls. Dieses Zusatzabkommen der UN zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen und den gerechten Vorteilsausgleich (Access and Benefit Sharing). Es schreibt den Nutzern genetischer Ressourcen, etwa in Form von pflanzlichen Rohstoffen, Verpflichtungen wie Ausgleichszahlungen vor. Mit internen Kontrollmechanismen wie den Responsible-Care-Audits überprüfen wir die Einhaltung der Vorgaben.

Unsere globale Position zum Schutz der Wälder unterstreicht unsere Verantwortung, biodiversitäts-relevante Gebiete wie kohlenstoffreiche Wälder und Torfgebiete zu erhalten. Die Umsetzung erfolgt über einheitsspezifische Risikomanagementsysteme, unterstützt durch Mindeststandards des Corporate Centers und Audits durch die Einheit „Corporate Audit“. Investitionsentscheidungen berücksichtigen den Waldschutz. Im Jahr 2025 wurde die Position unter Einbeziehung der EU-Verordnung zur Entwaldung (EUDR) aktualisiert. BASF erreichte 2025 erneut Leadership-Status mit der CDP-Bewertung „Wälder“ (Note A).

Einfluss von Produktionsstandorten auf den Biodiversitätsverlust

ESRS-Kennzeichnung:

Etwa ein Fünftel unserer rund 1.200 weltweiten Standorte sind Produktionsstandorte. Diese tragen über verschiedene Effekte zum Druck auf Biodiversität und Ökosysteme bei, wobei direkte Zusammenhänge pro Standort meist schwer herzustellen sind. Wir erfassen jedoch eine Reihe Parameter in unserer Umweltdatenbank, die für unsere Beiträge indikativ sind, wie zum Beispiel Emissionen. Zudem wird unsere Landnutzung bezüglich des Flächenverbrauchs durch unser Real Estate Management dokumentiert. Diese Daten sind die Grundlage dafür, den Einfluss unserer Produktionsstandorte auf die Natur zu überwachen und mögliche Verbesserungen zu unterstützen.

Den Einfluss unserer Standorte auf Biodiversität und Ökosysteme betrachten wir anhand von Effekten, die wir in einen Zusammenhang mit den Treibern des Biodiversitätsverlusts im Sinne von IPBES setzen (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme). Diese Betrachtung ordnet Umweltparameter, die in unserer Umweltdatenbank erfasst werden, sowie Daten zum Flächenbedarf den einzelnen Treibern des Biodiversitätsverlusts zu und erlaubt eine vergleichende Betrachtung des Portfolios an Produktionsstätten. Nicht berücksichtigt wird der Treiber invasive Arten, da wir diesen als nicht relevant für BASF ansehen. Konkret betrachtet wurden daher der Flächenbedarf und die Flächennutzung unserer Produktionsstandorte (indikativ für Landnutzung), Emissionen wie Eutrophierung und Versauerung (indikativ für Umweltverschmutzung), die Entnahmen und der Verbrauch von Wasser (indikativ für Übernutzung natürlicher Ressourcen) und die standortspezifischen Treibhausgas-Äquivalente (Klimawandel).

Zusätzlich wurden unsere Produktionsstandorte mithilfe des WWF Biodiversity Risk Filter (BRF), einer international anerkannten und wissenschaftlich fundierten Plattform, anhand von 33 Indikatoren hinsichtlich ihrer Auswirkungen und Abhängigkeiten analysiert. Diese Untersuchung zeigte die größte Abhängigkeit von BASF beim Themenkomplex Wasser, sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Verfügbarkeit von Wasser für unsere Produktionsbetriebe. Für eine Gruppe von Standorten wurde außerdem eine mögliche Betroffenheit durch tropische Zyklone identifiziert. An dritter Stelle stand das Risiko extremer Hitze. Diese drei Abhängigkeiten adressiert BASF bereits im Rahmen des Standortmanagements aktiv. Die höchste potenzielle Auswirkung von BASF zeigte die BRF-Analyse in Bezug auf eine mögliche Umweltverschmutzung an unseren Standorten. Dieser Wert lag allerdings deutlich unter der Einschätzung des BRF für die Chemiebranche allgemein. Das Risiko von Umweltverschmutzungen adressiert BASF systematisch. Strategien und Maßnahmen dazu werden in „E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung“ erläutert. Die Nähe unserer Standorte zu biodiversitätssensitiven Gebieten erläutern wir im Abschnitt „Parameter“.

Policies bezüglich unserer Produktionsstandorte und ihres Einflusses auf den Biodiversitätsverlust

ESRS-Kennzeichnung:

Wir engagieren uns für Umweltschutz und Nachhaltigkeit an unseren Standorten. Ziel ist es, den Einfluss der Produktion auf Mensch und Umwelt zu minimieren und uns kontinuierlich zu verbessern. Wir haben keine dedizierten Policies für den Schutz von Biodiversität im Umfeld unserer Standorte, sondern nutzen unser umfangreiches Responsible-Care-Management-System. Dieses umfasst neben globalen Richtlinien und Standards zu Sicherheit und Gesundheit auch den Umweltschutz (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung).

Für die Exploration und Entwicklung neuer Standorte legt BASF strenge Maßstäbe an und integriert unter anderem Anforderungen an die umweltverträgliche Entwicklung und die Berücksichtigung und Schonung von Natur und Ökosystemen entsprechend unserem Responsible-Care-Management-System.

Die Landnutzung unterliegt einer hohen Kontrolle durch interne Mechanismen und Vorgaben, durch Behörden und im Rahmen von Zulassungen und Genehmigungsverfahren.

Potenzielle negative Auswirkung: Pflanzenschutzprodukte und ihr Einfluss auf die Artenvielfalt und das Land

ESRS-Kennzeichnung:

Die intensive landwirtschaftliche Nutzung großer Flächen – häufig unter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – steht in einem Spannungsverhältnis zum Erhalt naturnaher Lebensräume. Landwirtschaftliche Betriebe spielen hier eine wichtige Rolle: Sie müssen Erträge sichern, gesellschaftliche Erwartungen erfüllen und gleichzeitig Umwelt und Natur schützen. Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität können helfen, negative Auswirkungen zu verringern sowie ökonomische und ökologische Ziele in Einklang zu bringen. BASF engagiert sich seit über 20 Jahren für eine nachhaltigere Landwirtschaft – unter anderem im BASF Farm Network. Dieses Netzwerk bringt Landwirte, Umweltorganisationen, Universitäten und Unternehmen zusammen, um durch praxisnahe Projekte zu zeigen, wie Landwirtschaft und Naturschutz koexistieren können. Ziel ist es, die Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen zu fördern sowie Wasser und Böden nachhaltiger zu nutzen.

Die unsachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln kann Mensch und Umwelt schaden. Daher setzen wir im Rahmen unserer Smart-Stewardship-Aktivitäten auf umfassende Aufklärung und kontinuierliche Verbesserung unserer Lösungen für Landwirte. Neben Aspekten wie Wirksamkeit und Produktivität umfasst dies die sichere Anwendung durch unsere Kunden sowie Auswirkungen auf die Umwelt. Dabei betrachten wir den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte – von deren Erforschung und Entwicklung über den sachgemäßen Einsatz bis hin zur Entsorgung.

Pflanzenschutz und Saatgut unterliegen weltweit strengen gesetzlichen Vorgaben. Neue Wirkstoffe und Anbausysteme werden von den zuständigen Behörden nur zugelassen, wenn umfassend nachgewiesen ist, dass sie bei sachgerechter Anwendung unbedenklich für Mensch, Tier und Umwelt sind.

Positive Auswirkung: Nachhaltigere Intensivierung der Landwirtschaft

ESRS-Kennzeichnung:

Moderne Pflanzenschutzmittel leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigeren Intensivierung der Landwirtschaft. Sie helfen, die Erträge zu steigern, Ernteverluste durch Schädlinge zu reduzieren und die globale Lebensmittelversorgung zu sichern. Gleichzeitig ermöglichen sie einen effizienteren Einsatz von Ressourcen wie Wasser und Dünger, was die Umweltbelastung verringert. Eine nachhaltigere Steigerung der Lebensmittelproduktion auf bestehenden landwirtschaftlichen Flächen kann zudem den Druck, landwirtschaftliche Flächen in angrenzende Naturräume auszuweiten, verringern und damit zum Schutz der dortigen Biodiversität beitragen.

Der Unternehmensbereich Agricultural Solutions entwickelt innovative Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft – darunter klimaresistentes Saatgut, biologische und chemische Pflanzenschutzmittel sowie digitale Technologien zur präzisen Feldbewirtschaftung. Ziel ist es, die CO2-Emissionen pro Tonne Ernteertrag zu senken und digitale Anwendungen auf über 400 Millionen Hektar auszuweiten. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die Produktivität und Ressourcenschonung miteinander verbindet – für eine Landwirtschaft, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachhaltiger ist.

Policies bezüglich der Auswirkungen durch Pflanzenschutzprodukte und der nachhaltigeren Intensivierung der Landwirtschaft

ESRS-Kennzeichnung:

Wir streben an, negative Auswirkungen unserer Produkte auf Sicherheit, Gesundheit und Umwelt kontinuierlich zu minimieren und unsere Produkte stetig weiterzuentwickeln. Dieses Engagement basiert auf den Zielen der Initiative Responsible Care® des International Council of Chemical Associations (ICCA) sowie unseren eigenen globalen Standards zum Umweltschutz. Weitere Informationen dazu finden sich in den Kapiteln „E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung“ sowie „E3 Wasser“. Wie alle BASF-Produkte werden Pflanzenschutzprodukte durch die TripleS-Methode systematisch erfasst und bewertet. Diese Methode berücksichtigt ökologische, soziale und ökonomische Aspekte über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg.

Im Bereich des Pflanzenschutzes bekennen wir uns zusätzlich zu internationalen Standards, darunter:

  • dem internationalen Verhaltenskodex für Pestizidmanagement (International Code of Conduct on Pesticide Management) sowie

  • den Prinzipien der integrierten Schädlingsbekämpfung (Principles of Integrated Pest Management, IPM).

Wir prüfen unsere Produkte und Lösungen in den Bereichen Pflanzenschutz und Saatgut im gesamten Forschungs-, Entwicklungs- und Registrierungsprozess hinsichtlich möglicher Risiken und Auswirkungen auf die Ökosysteme, in denen sie angewendet werden.

Wesentliches Risiko: Regulatorische Vorgaben für Chemikalien

ESRS-Kennzeichnung:

Die chemische Industrie steht vor bedeutenden Risiken durch Veränderungen und Neuerungen bei regulatorischen Vorgaben oder Zulassungsbestimmungen. Diese betreffen auch den Bereich Biodiversität und Ökosysteme. Strengere Vorschriften könnten die Zulassung, den Einsatz oder die Vermarktung bestimmter Chemikalien einschränken. BASF plant, auf die regulatorischen Veränderungen mit einer Kombination aus proaktiven und reaktiven Maßnahmen zu reagieren. Dazu gehören ein kontinuierliches Monitoring, die Analyse des Regulierungsrahmens und die Steuerung unseres Produktportfolios durch die TripleS-Methode. Wir investieren zudem in Forschung und Entwicklung, um kontinuierlich Chemikalien mit besseren toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften zu entwickeln und so den neuen Vorschriften gerecht zu werden. Darüber hinaus setzt BASF auf eine enge Zusammenarbeit mit Stakeholdern und Regulierungsbehörden, um sicherzustellen, dass die Unternehmenspraktiken den neuesten Standards entsprechen.

Maßnahmen

ESRS-Kennzeichnung:

Wir sind in verschiedenen Bereichen aktiv, um mit Maßnahmen den Druck auf Artenvielfalt und Ökosysteme zu reduzieren oder positiv auf sie einzuwirken. Als Schlüsselmaßnahmen sehen wir hierbei:

  • die Steuerung unseres Produktportfolios zu mehr Nachhaltigkeit durch TripleS sowie

  • unsere Maßnahmen bezüglich der Beschaffung zertifizierter palmbasierter Rohstoffe.

Bei weiteren Maßnahmen, die im folgenden Abschnitt erwähnt werden, handelt es sich oftmals um dezentral organisierte Aktionen, Projekte und Initiativen. Sie sind keinem zentral gesteuerten Aktionsplan zugeordnet.

Maßnahmen aus den Themenbereichen Klimawandel sowie Umweltverschmutzung werden in den Kapiteln „E1 Klimawandel“ sowie „E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung“ beschrieben. Unsere Maßnahmen bezüglich des Schutzes der Ressource Wasser werden ebenfalls separat im Kapitel „E3 Wasser“ behandelt.

Beschaffung nachwachsender Rohstoffe

In unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette sind wir in verschiedenen Initiativen aktiv, um die Beschaffung nachwachsender Rohstoffe so zu gestalten, dass die Biodiversität vor Ort geschützt wird, beispielsweise auch bei den palmbasierten Rohstoffen. Aufgrund des Risikos der Entwaldung beim Abbau dieser Rohstoffe überwachen wir mit der Plattform Palmoil.io regelmäßig potenzielle Regelverstöße in Bezug auf Abholzung an den Standorten unserer Lieferanten. Bereits seit mehr als 20 Jahren sind wir Mitglied des RSPO und bringen uns in weitere nationale und internationale Initiativen ein, zum Beispiel in das deutsche Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) oder die Organisation High Carbon Stock Approach (HCSA).

Wir beziehen unsere palmbasierten Rohstoffe größtenteils aus Malaysia und Indonesien. Wie aus einer Studie, die für die Europäische Kommission erstellt wurde, hervorgeht, stammt rund ein Drittel der dort produzierten Gesamtmenge aus kleinbäuerlichen Strukturen. Durch unser Engagement in lokalen Initiativen wollen wir unsere Zulieferbasis für RSPO-zertifizierte Palmprodukte ausweiten und gleichzeitig kleinbäuerliche Strukturen sowie nachhaltige Produktionsweisen vor Ort stärken, die dem Schutz von Biodiversität zugutekommen. Seit 2024 arbeiten wir in einer Partnerschaft mit der indonesischen Non-Profit-Organisation Kaleka in einem lokalen Nachfolgeprojekt gemeinsam daran, Kleinbauern in Zentralkalimantan zu unterstützen. Ziel ist es, regenerative Landwirtschaftsmethoden zu fördern und dabei zu helfen, förderliche politische Rahmenbedingungen und Regulierungen zu etablieren. Darüber hinaus engagieren wir uns über den Verband Forum Nachhaltiges Palmöl in einem lokalen Projekt in Sumatra.

Seit 2023 arbeitet BASF mit der NGO Solidaridad daran, die nachhaltige Produktion von Palmöl zu fördern und die Lebensbedingungen von Kleinbauern in Indonesien und Malaysia zu verbessern. Seit 2024 lag der Fokus auf widerstandsfähigen Produktionssystemen und integrativer Marktanbindung, inklusive Vorbereitung auf internationale Standards und Zertifizierungen. Zusätzlich wurde eine Partnerschaft mit Solidaridad und Fedepalma geschlossen, um durch verbesserte Anbaupraktiken eine nachhaltigere Palmölproduktion in Kolumbien zu fördern.

Für unsere Palm-Wertschöpfungskette haben wir einen Beschwerdemechanismus entwickelt, der unserem Commitment zur Policy No Deforestation, No Peat and No Exploitation (NDPE) Rechnung trägt und sowohl direkte Partner als auch Drittanbieter umfasst. Im Fall von Verstößen ergreifen wir Maßnahmen bis hin zu Vertragsbeendigungen. In unsere Entscheidungen beziehen wir auch Ergebnisse aus dem Beschwerdemechanismus des RSPO ein.

Ein weiterer nachwachsender Rohstoff, bei dem wir die Markttransformation hin zu zertifizierten, nachhaltig gewonnenen Oleochemikalien vorantreiben, ist Kokosnussöl. Wir verwenden es unter anderem zur Herstellung von Inhaltsstoffen für Wasch- und Reinigungsmittel oder für Kosmetikprodukte. So haben wir unsere Produktionsstandorte in Cassina Rizzardi/Italien und in Zona Franca/Spanien nach dem „Mass Balance Coconut“-System der Rainforest Alliance zertifiziert.

BASF-Standorte und Produktionsanlagen

Beim Management unserer Standorte und ihrer Anlagen ist es unser Anspruch, als guter Nachbar auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme zu achten und negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Die fortlaufende Überwachung, Dokumentation und Kontrolle von Luft- und Wasseremissionen sowie die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen sind fester Bestandteil unseres Umweltmanagements. Die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ überprüft dies regelmäßig im Rahmen von Audits.

Wir optimieren kontinuierlich die Produktionsprozesse an unseren Standorten. Dazu gehören Initiativen, die darauf abzielen, die Energieeffizienz zu verbessern (siehe E1 Klimawandel) oder auch Emissionen in Luft und Wasser zu reduzieren sowie Abfälle zu vermeiden (siehe E2 Reduzierung von Umweltverschmutzung, E3 Wasser und E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft). Wir setzen primär auf proaktive Maßnahmen und Mittel zum Schutz der biologischen Vielfalt und nur nachgelagert auf Kompensationsmaßnahmen. Manchmal sind diese notwendig, beispielsweise aufgrund von Auflagen durch kreditgebende Finanzinstitute oder Behörden.

Bei Investitionsentscheidungen zum Bau neuer oder zur Erweiterung bestehender Standorte werden potenzielle Auswirkungen auf die Biodiversität systematisch berücksichtigt. Dabei kann auch die Entscheidung für Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden.

Auswirkungen in unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette

In unserer Unternehmensstrategie legen wir den Schwerpunkt darauf, unsere Kunden bei ihren Anstrengungen hin zu einer grünen Transformation durch geeignete BASF-Produkte zu unterstützen. Heute verwenden wir bereits in ausgewählten Wertschöpfungsketten alternative Rohstoffe, die beispielsweise aus nachwachsenden Quellen oder aus dem Recycling stammen, um unseren Produkten Nachhaltigkeitsmerkmale hinzuzufügen. Um die Transparenz über unsere produktspezifischen Treibhausgasemissionen zu erhöhen und CO2-Minderungsmaßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie den höchsten Mehrwert bringen, ermitteln wir über eine digitale Lösung fortlaufend den CO2-Fußabdruck für rund 40.000 Produkte (siehe E1 Klimawandel).

Mit TripleS haben wir ein Instrument zur Steuerung unseres Produktportfolios basierend auf der Nachhaltigkeitsleistung unserer Produkte etabliert (siehe Allgemeine Angaben). Durch unser TripleS-Ziel überprüfen wir jährlich die Wirksamkeit dieser Maßnahmen für den Bereich Biodiversität und Ökosysteme.

Unser Unternehmensbereich Agricultural Solutions bietet landwirtschaftlichen Betrieben vielfältige Lösungen an, um Biodiversität in der Landwirtschaft gezielt zu fördern und gleichzeitig eine produktivere und effizientere Lebensmittelproduktion sicherzustellen. Ein Beispiel dafür sind unsere kostenlosen E-Learning-Module zum Thema Biodiversität und Landwirtschaft. Die interaktive Weiterbildung richtet sich an interessierte Landwirte und vermittelt praxisnahes Wissen zur Förderung biologischer Vielfalt auf dem Feld. Die Teilnahme an diesen Weiterbildungsangeboten erfassen wir jährlich. Im Geschäftsjahr 2025 haben 228.904 Personen daran teilgenommen (2024: 199.427 Personen).

Globale Ziele

ESRS-Kennzeichnung:

Unsere nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmensziele (ergänzende Informationen unter Unsere Ziele und Zielerreichung 2025) tragen auch zum Schutz der Natur bei. Dazu gehören unsere Klimaschutzziele bezüglich der Reduktion unserer Treibhausgasemissionen (siehe E1 Klimawandel), unsere Ziele im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft) und unsere Ziele hinsichtlich eines nachhaltigen Wassermanagements (siehe E3 Wasser).

BASF hat sich kein dezidiertes Ziel für den Themenbereich Biodiversität und Ökosysteme allgemein oder speziell hinsichtlich der Auswirkungen durch unsere Standorte oder unsere Produktionstätigkeit gesetzt. Wir prüfen, ob wir aus verschiedenen Ansätzen oder als übergeordnete Ambition eine eigene Zielsetzung für den Themenkomplex Biodiversität und Ökosysteme ableiten können.

In Bezug auf unsere Auswirkung bei der Beschaffung nachwachsender Rohstoffe haben wir uns im Jahr 2015 das Ziel gesetzt, ab 2020 Palmöl und Palmkernöl zu 100 % zertifiziert einzukaufen. Wir betrachten dieses Ziel auch als wichtige Kenngröße dafür, ob unsere Maßnahmen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette erfolgreich sind. Im Jahr 2025 konnten wir mit 79,2 % dieses Ziel aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von RSPO-zertifiziertem Palmkernöl nicht erreichen (2024: 98,1 %). Die Einführung der EU-Entwaldungsverordnung verschärft die Situation zusätzlich und führt zu Engpässen bei Rohstoffen, die für den europäischen Markt geeignet sind. Wir konnten 2025 rund 98 % unserer Gesamtmenge an palmbasierten Rohstoffen2 bis zur Ölmühle zurückverfolgen (2024: 97 %).

Wir haben weiterhin das Ziel, zu 100 % zertifiziertes nachhaltiges Palmöl und Palmkernöl zu beziehen, soweit dies kommerziell verfügbar und machbar ist. Bis 2030 wollen wir auch Derivate von Palmöl und Palmkernöl zu 100 % zertifiziert beziehen (2025: 8,4 %, 2024: 10,2 %). Die RSPO-Zertifizierung bleibt weiterhin unser bevorzugter Standard. Sofern wir alternative Standards oder Systeme berücksichtigen, müssen diese einen gleichwertigen stringenten Schwerpunkt auf den Schutz der Umwelt, der Arbeitsstandards und Menschenrechte aufweisen. Zudem werden wir uns strikt an unsere Grundsätze für verantwortungsvolle Beschaffung halten.

In Bezug auf die Auswirkungen durch den Rohstoffbezug von BASF setzen wir auf unser strategisches Ziel, den Umsatz mit Loop Solutions im Vergleich zum Basisjahr 2023 bis 2030 auf 10 Milliarden € nahezu zu verdoppeln (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft). Damit wollen wir dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dies kann auch den Druck auf die Ökosysteme reduzieren, da der Einsatz recycelter Rohstoffe den Bedarf an neu gewonnenen Rohstoffen senkt.

Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, mit denen wir den Auswirkungen aus unserem Rohstoffbezug begegnen, betrachten wir beispielsweise im Rahmen unseres Responsible-Care-Management-Systems. Unsere Auswirkungen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette betrachten wir mithilfe der TripleS-Methode und des damit verbundenen Ziels bezogen auf Produkte, die sich positiv auf die Nachhaltigkeit auswirken (siehe Allgemeine Angaben). Zu diesen Sustainable-Future Solutions gehören auch Produkte, die in der Herstellung Ökosysteme weniger stark belasten, etwa durch den Einsatz von Biomasse oder recycelten Rohstoffen. Ein Beispiel hierfür sind Tenside, die aus zertifiziertem, nachhaltigerem Palmöl und Palmkernöl hergestellt werden und in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Geschirrspülreinigern zum Einsatz kommen.

Bei den hier genannten Zielen setzen wir nicht auf Kompensationsmaßnahmen. Mit unseren gewählten Maßnahmen und Zielen legen wir einen Schwerpunkt auf das Vermeiden beziehungsweise Verringern negativer Auswirkungen im Sinne der Mitigationshierarchie.

2 Der globale Palm-Fußabdruck umfasst unsere Beschaffung von Palm- und Palmkernöl sowie von palmbasierten Primärderivaten.

Parameter

ESRS-Kennzeichnung:

BASF-Produktionsstandorte erfassen unter Zuhilfenahme etablierter und weltweit anerkannter Biodiversitäts- und Naturschutzdatenbanken3 die Nähe zu biodiversitätssensitiven Gebieten und beurteilen mögliche direkte negative Auswirkungen auf diese Gebiete. Dafür wird ein Radius von drei Kilometern ausgehend von der Mitte des Standorts oder seiner postalischen Anschrift berücksichtigt. Eine Weiterentwicklung dieser Herangehensweise für besonders große Standorte wird derzeit erarbeitet. Die Ergebnisse werden von den Standorten in unserer Umweltdatenbank (siehe Allgemeine Angaben) dokumentiert. Im Jahr 2025 grenzten knapp 29 %4 unserer Produktionsstandorte5 an ein biodiversitätssensitives Gebiet, davon hat kein Standort negative Auswirkungen auf ein solches gemeldet.

Wird ein Fall mit direkten negativen Auswirkungen auf ein biodiversitätssensitives Gebiet bekannt, identifizieren wir, wodurch diese verursacht wurden. Dazu könnten Produktaustritte, eine Habitatzerstörung durch Bauarbeiten oder das Einleiten unbehandelten Abwassers gehören. Nach Abschluss dieser Untersuchung überprüfen wir die geplanten oder bereits umgesetzten Maßnahmen, um Auswirkungen auf die Natur zu verringern.

3 Beispielsweise nutzt BASF die EU-weiten Schutzgebietsnetzwerke Natura 2000, das UNESCO-Weltkulturerbe und die Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN).

4 Für die Erfassung dieses Parameters wurde im Geschäftsjahr 2025 die Methode angepasst. Dadurch ist die Zahl für 2025 nicht mehr sinnvoll mit der des Vorjahres vergleichbar. Wir verzichten daher auf die Angabe des Vorjahreswertes.

5 Für die Analyse biodiversitätssensibler Gebiete wurde ein Radius von drei Kilometern um die Produktionsstandorte festgelegt.

Biodiversität und Ökosysteme
Biodiversität bezeichnet die Verschiedenheit aller Lebensformen auf der Erde. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die verschiedenen Arten, die diese Ökosysteme bevölkern, und die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten. Ökosysteme sind Gemeinschaften von lebenden Organismen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) und ihrer physischen Umgebung (Luft, Wasser, Boden), die in einem bestimmten Raum interagieren. Ökosysteme können sehr unterschiedlich sein, von Wäldern und Wüsten bis hin zu Ozeanen und städtischen Gebieten.
Doppelte Wesentlichkeit
Die doppelte Wesentlichkeit im Sinne der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ist ein Konzept, das bei der Wesentlichkeitsanalyse angewendet wird. Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit betrachtet Nachhaltigkeitsaspekte aus zwei Perspektiven: 1. Die Wesentlichkeit der Auswirkungen („Impact Materiality“) ermittelt, welche tatsächlichen und potenziellen positiven und negativen Auswirkungen das unternehmerische Handeln auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen hat. 2. Die finanzielle Wesentlichkeit („Financial Materiality“) betrachtet, welche Chancen und Risiken aus Nachhaltigkeitsthemen resultieren und für die finanzielle Lage eines Unternehmens relevant sind.
Grüne Transformation
Um die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen, entwickelt und bietet BASF systematisch Lösungen an, die negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft minimieren und gleichzeitig die positiven Ergebnisse maximieren. Dazu gehören unsere Bemühungen um die Reduktion von CO2-Emissionen, die Schonung von Ressourcen und der Einsatz erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Entsprechend den drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung stellen wir ein ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht sowie soziale Verantwortung in den Vordergrund unseres Handelns.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft ist ein regeneratives System, in dem wirtschaftliches Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen entkoppelt ist. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf den grundlegenden Prinzipien, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien so lange wie möglich zu nutzen und gleichzeitig natürliche Systeme zu regenerieren.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe sind Materialien aus erneuerbaren Ressourcen, die durch natürliche oder künstliche Prozesse innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens regeneriert werden können. Dazu zählen sowohl biobasierte Ausgangsstoffe aus Biomasse als auch bio-attribuierte Materialien, für die Rohstoffe aus Biomasse über zertifizierte Verfahren wie die Massenbilanz zugewiesen werden.
Policy
In diesem Bericht nutzen wir das Wort Policy oder Richtlinie, um interne Rahmenwerke zu benennen, die grundsätzliche Vorgaben unseres Unternehmens beschreiben. Bei BASF werden Policies vom Vorstand beschlossen und legen Prinzipien für ein Thema fest. Separate Richtlinien definieren die Prozesse zur Umsetzung einer Policy. Im ESRS-Kontext wird Policy als Konzept bezeichnet. Da dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig nur im Kontext einer Richtlinie verwendet wird, verzichten wir im BASF-Bericht auf diesen Begriff und nutzen stattdessen die Begriffe Policy und Richtlinie.
Wertschöpfungskette
Als Wertschöpfungskette wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen bei den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.

Wie wir Wert schaffen

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