BASF-Bericht 2025

Diese Inhalte erfüllen Angabepflichten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Für eine Gesamtübersicht siehe ESRS-Index.

E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

ESRS-Kennzeichnung:

Die Weltbevölkerung wächst, ebenso die Nachfrage nach begrenzt verfügbaren Rohstoffen. Gleichzeitig landen viele Wertstoffe auf Deponien oder in der Müllverbrennung. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und das Schließen von Kreisläufen sind wesentlich für unsere Geschäftstätigkeit und für das Erreichen unserer Nachhaltigkeitsziele.

Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurde der Themenkomplex Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft als wesentlich bewertet, mit fünf wesentlichen Auswirkungen1, einem Risiko und einer Chance für BASF (siehe folgende Tabelle). Durch die Beschaffung sowie den Einsatz fossiler Rohstoffe ergeben sich negative Auswirkungen auf die Umwelt durch Emissionen, Landnutzung und Umweltverschmutzung. Abfälle, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette anfallen, können durch technische und andere Limitierungen nicht immer einem neuen Nutzen zugeführt werden. Diese Abfallmengen wirken sich bei ihrer Entsorgung negativ auf die Umwelt aus. Regulatorische Vorgaben hinsichtlich Rezyklatanteilen von Produkten und ihrer Recyclingfähigkeiten stellen das BASF-Produktportfolio vor neue Herausforderungen, eröffnen uns aber auch neue Marktchancen.

ESRS-Kennzeichnung:

Im Rahmen eines unternehmensweiten Programms bewerten und entwickeln wir neue Projekte zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Chancen und Risiken erfassen wir systematisch im Rahmen unseres allgemeinen Chancen- und Risikomanagements. Auswirkungen sowie Risiken und Chancen betrachten wir auch durch die regelmäßige Auswertung externer, unabhängiger Berichte wie beispielsweise des Circularity Gap Reports, der jährlich von einer Initiative der Circle Economy Foundation veröffentlicht wird. Zusammen mit dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und weiteren Unternehmen haben wir im Jahr 2025 branchenübergreifend einen Vorschlag für einen globalen Standard für zirkuläre Prozesse (Global Circularity Protocol) erarbeitet.

Um kritische Fragen zu erörtern und bei Bedarf gemeinsame Lösungswege zu entwickeln, suchen wir den Dialog mit Stakeholdern. Wir engagieren uns in zahlreichen Nachhaltigkeitsinitiativen, um Themen allgemein und mit Bezug auf unsere Wertschöpfungskette voranzubringen. Wir bringen uns in Netzwerke, Interessenvertretungen und Verbände ein, um unter anderem Anforderungen, Trends und Wachstumschancen besser zu verstehen und Standards mitzugestalten. Wir kooperieren mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette, etwa im Rahmen der Chemieinitiative Together for Sustainability (TfS), und engagieren uns in zahlreichen Netzwerken, etwa der Ellen MacArthur Foundation, dem WBCSD, der Global Battery Alliance oder der Alliance to End Plastic Waste.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“: Auswirkungen

Auswirkung

Bewertung

Verortung in der Wertschöpfungskette

Beschreibung

Beschaffung und Nutzung fossiler oder nachwachsender Rohstoffe

Negativ

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Durch die Beschaffung und Nutzung fossiler oder nachwachsender Rohstoffe haben wir negative Auswirkungen auf die Überschreitung der Belastungsgrenzen der Erde, zum Beispiel durch Emissionen, Landnutzung und Umweltverschmutzung.

Einsatz fossiler oder nachwachsender Rohstoffe

Negativ

Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Durch die Nutzung, die Verarbeitung und das Verbrennen fossiler oder nachwachsender Rohstoffe haben wir negative Auswirkungen auf die Überschreitung der Belastungsgrenzen der Erde, zum Beispiel durch Emissionen, Landnutzung und Umweltverschmutzung.

Ressourcenverbrauch durch Abfall

Negativ

Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Durch den Abfall, der in unserer gesamten Wertschöpfungskette durch die Beschaffung, Produktion, Nutzung und Entsorgung entsteht, haben wir negative Auswirkungen auf die Belastungsgrenzen der Erde.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“: Risiken und Chancen

Risiken und Chancen

Bewertung

Beschreibung

Herausforderungen durch neue Gesetzesvorgaben

Negativ

Neue gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Umwelt – insbesondere in Europa, aber zunehmend auch in anderen Regionen – erhöhen den Druck auf das BASF-Produktportfolio, etwa durch Anforderungen an Recyclingfähigkeit oder verpflichtende Rezyklatanteile. Dies kann uns vor Herausforderungen bei der Rohstoffbeschaffung stellen, beispielsweise durch höhere Kosten und technische Einschränkungen, was sich wiederum negativ auf das BASF-Geschäft auswirken kann.

Wachstum durch Kreislaufwirtschaft

Positiv

Neue gesetzliche Vorgaben und gesellschaftliche Erwartungen bezüglich Kreislaufwirtschaft – etwa durch verpflichtende Rezyklatanteile oder Recyclingfähigkeit – schaffen potenzielle Marktchancen für BASF.

Für eine erfolgreiche Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen. Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld, die mangelnde Verfügbarkeit geeigneter Rohstoffe auf Basis von Abfällen sowie der derzeitige Stand von Recyclingtechnologien stellen BASF hierbei vor Herausforderungen. Gleichzeitig erzeugen die Erwartungen der Gesellschaft und des Marktes sowie gesetzliche Anforderungen hinsichtlich des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft auch neue Chancen am Markt für den Vertrieb unseres breiten Produktportfolios.

1 Drei Auswirkungen zum Thema Abfall wurden separat betrachtet nach ihrer Verortung in der Wertschöpfungskette, in der obenstehenden Tabelle aber in einem Eintrag inhaltlich sinnvoll zusammengefasst.

Strategie und Governance

ESRS-Kennzeichnung:

Wir verfolgen eine ganzheitliche Strategie, um eine Kreislaufwirtschaft zu etablieren und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck unserer Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Unsere Strategie deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab. Generelle Informationen zu unseren übergeordneten Policies finden sich im Kapitel Allgemeine Angaben der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung. Dazu gehören unter anderem unsere Einkaufsrichtlinie sowie als Teil dessen unser risikobasiertes Nachhaltigkeitsmanagement, unsere Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe, die BASF Palm Sourcing Policy, der Verhaltenskodex für Lieferanten sowie unser Responsible-Care-Management-System. Spezifische Erläuterungen zu diesen Policies geben wir im folgenden Abschnitt.

Wir möchten unseren Kunden innovative Produkte und Lösungen anbieten, um deren grüne Transformation zu unterstützen. Daher stehen unsere Geschäftseinheiten im engen Austausch mit unseren Kunden, um ihre Nachhaltigkeitsbedürfnisse besser zu verstehen und passgenaue BASF-Lösungen anzubieten. Die Erkenntnisse aus diesem Dialog werden auch in unseren Forschungsprojekten sowie in Innovationsprozessen berücksichtigt.

Beschaffung von fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen

Bei der Auswahl von Lieferanten und Rohstoffen berücksichtigen wir neben ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien auch Aspekte wie Produkt- und Versorgungssicherheit. Für unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette hat unsere Einkaufsorganisation Vorgaben in einem globalen risikobasierten Managementsystem etabliert. Entsprechende Standards haben wir in einer globalen Einkaufsrichtlinie definiert (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Teil der Richtlinie ist unter anderem eine Risikobetrachtung unserer Lieferanten auch hinsichtlich ihrer Leistung im Bereich der Nachhaltigkeit. Damit wollen wir unter anderem den negativen Auswirkungen begegnen, die sich bei der Beschaffung von fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme) für die Umwelt ergeben. Von Lieferanten fordern wir, dass sie international anerkannte Umweltstandards einhalten. Unsere Erwartungen haben wir in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette) festgeschrieben, der Teil unserer Einkaufsbedingungen ist. Der Verhaltenskodex umfasst unter anderem den Schutz von Menschenrechten, die Einhaltung geltender Umweltvorschriften und den effizienten Einsatz von Ressourcen.

Die globale Einkaufsrichtlinie wird ergänzt durch unsere Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme) sowie spezifische interne Vorgaben, etwa zur Beschaffung von palmbasierten (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme) oder bestimmten mineralischen Rohstoffen.

Einsatz fossiler Rohstoffe

Die Reduzierung der Nutzung von fossilen Rohstoffen ist nicht Bestandteil unserer Richtlinien. Wir setzen auf Maßnahmen und auf unser Kreislaufziel, um verstärkt fossile Rohstoffe durch nachwachsende oder recycelte zu ersetzen. Zur Sicherstellung eines effizienten Rohstoffeinsatzes verfolgen wir das BASF-Verbundkonzept2 (siehe Allgemeine Angaben).

Abfall in der Wertschöpfungskette

Für das Abfallmanagement in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette setzen wir auf unsere Einkaufsrichtlinien sowie den Verhaltenskodex für Lieferanten. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und Abfällen in unserer Produktion sowie mit den negativen Auswirkungen, die sich daraus ergeben, ist ein wesentliches Element unseres Responsible-Care-Management-Systems. Konkret streben wir damit an, unsere Prozesse hinsichtlich Sicherheit, Umweltschutz und Ressourcennutzung kontinuierlich zu verbessern. Unsere globalen Standards und Vorgaben rund um das Thema Abfall sind in der gruppenweit gültigen Richtlinie für Umweltschutz „Corporate Requirement Environmental Protection“ definiert (siehe Allgemeine Angaben). Dies schließt die Einhaltung der Hierarchie des Abfallmanagements ein: Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung, Verbrennung, Entsorgung. Für die Umsetzung dieser Richtlinie sind die Standorte und Gruppengesellschaften verantwortlich. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und internen Richtlinien überprüft die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“ regelmäßig im Rahmen von Audits.

2 Das Verbundkonzept ist keine Policy oder Richtlinie von BASF und daher nicht als Konzept (Policy) im Sinne der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) zu verstehen.

Maßnahmen

ESRS-Kennzeichnung:

Wir streben den Übergang zu einer kreislauforientierteren Wirtschaft an, um die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu verringern. Dabei fokussieren wir uns darauf, verstärkt zirkuläre Rohstoffe (nachwachsende und recycelte) einzusetzen, neue Materialkreisläufe zu gestalten und neue Geschäftsmodelle zu etablieren.

ESRS-Kennzeichnung:

Wir tragen dazu bei, Kreisläufe zu schließen und zu erweitern, indem wir Kreislauflösungen für die von uns bezogenen Stoffe entwickeln und umsetzen, unseren Betrieb weiter optimieren und ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen anbieten, um die Kreislaufprozesse unserer Kunden zu unterstützen. Zudem entwickeln wir produktspezifische Recyclingtechnologien und engagieren uns in branchenübergreifenden Netzwerken und Initiativen zur Vermeidung von Kunststoffabfällen und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

ESRS-Kennzeichnung:

Im Rahmen unserer strategischen Ausrichtung zur Kreislaufwirtschaft haben BASF-Teams seit 2019 in über 50 Initiativen neue Ansätze zu den zentralen Handlungsfeldern entwickelt, um verstärkt zirkuläre Rohstoffe einzusetzen, neue Materialkreisläufe zu gestalten und neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Die Umsetzung dieser Initiativen wird in den jeweiligen BASF-Geschäftseinheiten langfristig weiter vorangetrieben.

Wir setzen schwerpunktmäßig auf die folgenden Maßnahmen:

  • verantwortungsvolle Beschaffung nachwachsender Rohstoffe,

  • Einsatz des Massenbilanz-Prinzips,

  • Partnerschaften, um chemisches Recycling voranzutreiben, sowie

  • Steuerung unseres Produktportfolios hin zu mehr Nachhaltigkeit durch TripleS (siehe Allgemeine Angaben).

Verantwortungsvolle Beschaffung nachwachsender Rohstoffe

Bei der verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe nehmen wir global entsprechend unseren Einkaufsrichtlinien Rücksicht auf den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme). Damit wollen wir unter anderem den negativen Auswirkungen begegnen, die sich bei der Beschaffung von fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen für die Umwelt ergeben.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, auf nachhaltigere Rohstoffalternativen umzustellen und den Rohstoffverbrauch bei der Herstellung unserer Produkte zu verringern, zum Beispiel durch effizientere Verfahren und innovative Technologien. In gemeinsamen Initiativen mit Lieferanten und weiteren Partnern entwickeln und erproben wir langfristig Ansätze für eine nachhaltigere Rohstoffversorgung, beispielsweise auf Basis von Palmöl und Palmkernöl (siehe E4 Biodiversität und Ökosysteme).

Einsatz des Massenbilanz-Prinzips

Zudem setzen wir in unserer Produktion langfristig auf das Massenbilanz-Prinzip: Viele BASF-Wertschöpfungsketten nehmen ihren Anfang in Synthesegas-Anlagen und Steamcrackern. Dort werden fossile Rohstoffe, größtenteils Naphtha und Erdgas, zu Wasserstoff und Kohlenmonoxid umgesetzt oder in wichtige Basischemikalien wie Ethylen und Propylen aufgespalten. Aus deren Weiterverwertung entstehen im BASF-Verbund viele tausend Produkte. Zusätzlich zu fossilen Rohstoffen speisen wir an Produktionsstandorten in Asien-Pazifik, Europa und Nordamerika auch langfristig alternative Rohstoffe in unseren Verbund ein, die aus nachwachsenden und chemisch recycelten Quellen stammen, wie Bionaphtha, Biomethan und Pyrolyseöl. Für unsere Produkte nach dem Massenbilanz-Verfahren werden die benötigten fossilen Rohstoffe durch alternative Rohstoffe ersetzt. Aufgrund der gleichzeitigen Verarbeitung von fossilen, nachwachsenden und recycelten Rohstoffen können die Ausgangsmaterialien nicht unmittelbar physisch den daraus hergestellten Folgeprodukten zugeordnet werden. Mithilfe der Überwachung durch unabhängige Dritte wie den TÜV Nord auf Basis anerkannter Zertifizierungssysteme wie REDcert2 oder der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) PLUS kann jedoch nachverfolgt werden, dass für eine bestimmte Menge an massenbilanziertem Verkaufsprodukt eine adäquate Menge alternativer Rohstoffe eingesetzt wurde. Somit ist gewährleistet, dass für diese zertifizierten Produkte mit jedem Verkauf fossile Rohstoffe eingespart werden. Durch das Massenbilanz-Prinzip wollen wir unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dies kann dazu beitragen, dass BASF weniger fossile Rohstoffe einkauft und die gesetzten Nachhaltigkeitsziele erreicht.

Die massenbilanzierten Produkte unterscheiden sich qualitativ nicht von konventionell hergestellten Produkten, leisten aber aufgrund der eingesetzten alternativen Rohstoffe einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, etwa über geringere CO2-Emissionen oder einen geringeren fossilen Rohstoffbedarf. Unser massenbilanziertes Portfolio konnten wir im Jahr 2025 in vielen Bereichen ausbauen, beispielsweise mit Ccycled®-Lebensmittelverpackungen sowie biomassenbilanzierten Produkten für Kunden aus der Automobil-, Elektronik-, Reinigungsmittel- und Textilindustrie.

Partnerschaften, um chemisches Recycling voranzutreiben

Im Bereich zirkulärer Rohstoffe liegt ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten auf dem chemischen Recycling von Kunststoffen. Das chemische Recycling hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette – von der Beschaffung von Rohstoffen über den Einsatz von recycelten Rohstoffen bei der Herstellung von Produkten bis zu der nachgelagerten Wertschöpfungskette, in der Abfälle als Rohstoff verwendet werden können. Mit dieser Komplementärtechnologie zum mechanischen Recycling wollen wir langfristig dazu beitragen, dass weniger Kunststoffabfälle deponiert oder thermisch verwertet werden. Beim chemischen Recycling werden Kunststoffe in ihre Grundbausteine zerlegt oder in Basischemikalien umgewandelt. Hierfür kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, zum Beispiel Depolymerisation, Gasifizierung oder Pyrolyse. Pyrolyseöl speisen wir im Rahmen von ChemCycling® als Ersatz für fossile Rohstoffe in den BASF-Verbund an Produktionsstandorten in Asien-Pazifik, Europa und Nordamerika ein und stellen unter Anwendung des Massenbilanz-Prinzips Ccycled®-Produkte her. Im Rahmen eines Pilotprojekts mit Kooperationspartnern hat BASF im Jahr 2025 erfolgreich demonstriert, dass sich komplexe Fahrzeugabfälle wie Automobil-Schredder-Rückstände (ASR) stofflich nutzen lassen. Mittels Gasifizierung wurden aus ASR und Biomasse Synthesegas sowie dessen Derivate erzeugt. Bei der Herstellung von Einsatzstoffen für neue Automobil-Lenkräder setzte BASF den recycelten Rohstoff anhand des Massenbilanz-Prinzips ein, wodurch fossile Rohstoffe ersetzt werden konnten. Das Projekt demonstriert, dass Kreisläufe innerhalb der Automobilindustrie geschlossen werden können.

ESRS-Kennzeichnung:

Wir verfolgen auch das Ziel, Produktkreisläufe zu schließen. Ein Beispiel dafür ist loopamid®. Diese innovative Lösung wurde von BASF entwickelt, um die Kreislaufwirtschaft in der Modeindustrie zu unterstützen und Textilabfälle aus Polyamid 6 (PA6) zu recyceln. Aufgrund ihrer Fähigkeit, Gewebemischungen wie PA6 und Elasthan zu tolerieren, ermöglicht die Technologie hinter loopamid® das Textil-zu-Textil-Recycling von Industrietextilabfällen und Altkleidern aus der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Die Fasern und Materialien können über mehrere Kreisläufe recycelt werden. Gleichzeitig sind die Materialeigenschaften identisch mit denen von herkömmlichem Polyamid. BASF hat im März 2025 die weltweit erste kommerzielle loopamid®-Anlage am Standort Caojing in Schanghai/China in Betrieb genommen.

ESRS-Kennzeichnung:

Steuerung unseres Produktportfolios

Ein wesentliches Instrument zur langfristigen, globalen Steuerung des Produktportfolios, basierend auf der Nachhaltigkeitsleistung unserer Produkte, ist unsere TripleS-Methode (Sustainable Solution Steering). Mit dieser Steuerungsmethode können wir unser Portfolio auch hinsichtlich der Aspekte der Kreislaufwirtschaft und der Ressourceneffizienz weiterentwickeln. Damit wollen wir positiv dazu beitragen, die Beschaffung fossiler Rohstoffe zu reduzieren, indem wir den Einsatz recycelter Rohstoffe sowie geschlossener Produktkreisläufe unterstützen. Durch Letzteres könnte der Abfall entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter reduziert werden.

Abfallmanagement

Wir engagieren uns entlang unserer Wertschöpfungskette, um die Materialverbräuche möglichst gering zu halten. Von Lieferanten fordern wir, dass sie international anerkannte Umweltstandards einhalten. Wir unterstützen unsere Lieferanten dabei, Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, etwa beim Umgang mit Abfällen. Informationen, Erfahrungen und Praxisbeispiele tauschen wir kontinuierlich im globalen BASF-Expertennetzwerk aus. Die fortlaufende Überwachung, Dokumentation und Kontrolle von Abfallströmen sowie die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen sind fester Bestandteil unseres Umweltmanagements.

Durch ein zielgerichtetes Abfallmanagement, das in der gruppenweit gültigen Richtlinie für Umweltschutz „Corporate Requirement Environmental Protection“ festgelegt ist, wollen wir Materialien wiederverwerten, beispielsweise durch Recycling, und Entsorgungsmengen auf einem möglichst geringen Niveau halten. Bei diesem kontinuierlichen Prozess erfassen wir systematisch unsere Stoffströme und folgen einer klaren Hierarchie: Wir wollen Abfälle weitestgehend vermeiden, etwa indem wir unsere Prozesse immer weiter optimieren oder neue Produktionsverfahren entwickeln. Hier greift unsere Verbundstruktur mit ihren vernetzten Anlagen und Wertschöpfungsketten (siehe Allgemeine Angaben). Kommt eine Nutzung innerhalb der Verbundstrukturen nicht infrage, prüfen wir Möglichkeiten für eine stoffliche oder thermische Verwertung. Für Materialien, die wir nicht verwerten können oder aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht verwerten dürfen, haben wir Prozesse zur sicheren, sach- und umweltgerechten Entsorgung etabliert. Am Standort Ludwigshafen haben wir Anfang 2025 ein neues digitales System zur Beauftragung von Abfallentsorgungen eingeführt. Es vereinfacht die korrekte Klassifizierung der am Standort anfallenden Abfälle sowie die Beauftragung der Entsorgung. Greifen wir auf externe Entsorgungsbetriebe zurück, führen wir Audits durch und überprüfen so die fachgerechte Entsorgung. Damit leisten wir auch einen Beitrag zum vorsorgenden Bodenschutz und verhindern, dass Abfälle von heute zu Altlasten von morgen werden.

Globale Ziele

ESRS-Kennzeichnung:

Wir haben uns das Ziel gesetzt, dass mehr als 50 % des BASF-Umsatzes, der für TripleS relevant ist, bis 2030 auf Sustainable-Future Solutions entfallen soll (siehe Allgemeine Angaben). Mit diesen Produkten sowie durch zukünftige Produkte, die im Rahmen von Forschung und Entwicklung auch unter Berücksichtigung zirkulärer Designprinzipien entwickelt werden, leisten wir einen positiven Nachhaltigkeitsbeitrag. Indem wir bei solchen Produkten unter anderem vermehrt recycelte Rohstoffe einsetzen und durch zirkuläre Lösungen Rohstoffe effizienter nutzen, wollen wir negative Auswirkungen durch die Beschaffung und den Einsatz fossiler Rohstoffe reduzieren. Dies kann auch den Abfall entlang der Wertschöpfungskette reduzieren. Mit diesem Ziel wollen wir den Anteil unserer nachhaltigeren Produkte steigern. Diese Methode und das damit verbundene Ziel basieren auf klar definierten und im Methodenhandbuch nachvollziehbaren Kriterien in den jeweiligen ESG-Themenfeldern. Zur geschäftsbezogenen, nachhaltigeren Steuerung des Produktportfolios liegt aktuell kein allgemein-quantitativer, wissenschaftlicher Rahmen vor, an dem Unternehmen sich bei einer Zielsetzung orientieren könnten. Weitere Angaben zur Methodik des Ziels erläutern wir im Kapitel „Allgemeine Angaben“ unserer (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung.

Darüber hinaus streben wir an, bis 2030 einen Umsatz von 10 Milliarden € aus Loop Solutions zu erreichen. Dieses Ziel wurde im Jahr 2024 vom BASF-Vorstand auf Basis der TripleS-Methode beschlossen, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Unter Loop Solutions verstehen wir Produkte, die entsprechend TripleS als Pioneer oder Contributor einen positiven Beitrag zur Kategorie Kreislaufwirtschaft leisten. Die Summe der absoluten Umsätze dieser Produkte fassen wir als Loop Solutions zusammen. Dies sind Produkte, die vollständig oder teilweise auf nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen basieren, Recyclingprozesse unterstützen, die Haltbarkeit von Materialien erhöhen oder deren Lebensdauer verlängern. Zum Beispiel lassen sich Mehrschichtverpackungen, die mit unseren wasserbasierten Epotal®-Klebstoffen hergestellt wurden, beim Recycling wieder einfach in ihre einzelnen Wertstoffe trennen und weiterverwerten. Mit diesem Ziel wollen wir Abfall entlang der Wertschöpfungskette reduzieren und einen positiven Beitrag leisten, um Rohstoffe effizienter einzusetzen. Bei der Zielsetzung haben wir unter anderem regionale Gesetzgebungen hinsichtlich Kreislaufwirtschaft und die darin beschriebenen zu erwartenden Anforderungen an unsere Kunden berücksichtigt. Im Rahmen der jährlichen Überprüfung des TripleS-Ziels werden auch die Produkte analysiert, die einen Beitrag zu dem Ziel für die Kreislaufwirtschaft leisten. Damit messen und evaluieren wir auch unsere Entwicklung auf dem Weg zur Erreichung unseres Ziels zu den Loop Solutions. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds verzeichnen wir kontinuierliche Fortschritte bei der Umsetzung unseres Ziels (2025: 5,8 Milliarden €, 2024: 5,7 Milliarden €).

BASF verfolgt damit eine ganzheitliche Strategie, um eine Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und gleichzeitig unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Um unsere zwei produktspezifischen Ziele umzusetzen, werden wir unsere Rohstoffbasis nachhaltiger weiterentwickeln – hin zu mehr Kreislaufwirtschaft.

Ein dediziertes Ziel für unser Abfallmanagement ist nicht geplant. Unser Fokus liegt auf dem effizienten Einsatz von Rohstoffen in unseren Anlagen. Wir erreichen eine ständige Steigerung der Effizienz mit zielgerichteten Maßnahmen (siehe Abfallmanagement) und verringern dadurch auch das Abfallaufkommen unserer Produktion.

Parameter

Ressourcenzuflüsse

ESRS-Kennzeichnung:

Gas und erdölbasierte petrochemische Grundstoffe wie Naphtha und Benzol zählen, bezogen auf das Volumen, zu den wesentlichen Ausgangsstoffen für BASF. Flüssiggas und Erdgas nutzen wir als Brennstoffe zur Erzeugung von Strom und Dampf sowie als Rohstoffe zur Herstellung wichtiger Basischemikalien wie Ammoniak oder Acetylen. Naphtha speisen wir vor allem in unsere Steamcracker ein, wo es unter anderem in Olefine und Aromaten aufgespalten wird. Die Olefine wie Ethylen, Propylen und Butene sind wichtige Ausgangsstoffe für zahlreiche BASF-Wertschöpfungsketten. Aromaten wie Benzol oder Toluol setzen wir unter anderem zur Herstellung von technischen Kunststoffen ein. Wasser als Ressource wird im Kapitel „E3 Wasser“ erläutert. Investitionen in Sachanlagen wie der Aufbau neuer oder die Erweiterung von Kapazitäten bestehender Produktionsanlagen sind für uns als Chemieunternehmen von entscheidender Bedeutung. Diese werden im Lagebericht im Kapitel „Wesentliche Investitionen und Portfoliomaßnahmen“ behandelt. Durch einen hohen Grad an Vorwärts- und Rückwärtsintegration können wir Ausgangsstoffe für unsere Wertschöpfungsketten effizient und ressourcenschonend innerhalb des BASF-Verbunds herstellen. Wir prüfen fortlaufend, ob wir fossile und petrochemische Rohstoffe durch nachwachsende oder rezyklatbasierte Alternativen ersetzen können.

Unsere nachwachsenden Rohstoffe basieren hauptsächlich auf pflanzlichen Ölen, Fetten, Getreide, Zucker und Ethanol. Wir nutzen diese etwa zur Herstellung von Inhaltsstoffen für die Wasch- und Reinigungsmittelindustrie oder zur Gewinnung natürlicher Wirkstoffe für die Kosmetikindustrie. Darüber hinaus speisen wir nachwachsende Rohstoffe wie Biomethan oder Bionaphtha als Ersatz für fossile Rohstoffe in unseren Verbund ein (siehe Einsatz des Massenbilanz-Prinzips).

Wir erfassen die Menge unserer bezogenen Rohstoffe durch die Ermittlung und Aufsummierung ihrer Gewichte, wobei Feststoffe gewogen werden. Bei Flüssigkeiten und Gasen wird das Volumen gemessen und über die Dichte das Gewicht berechnet.

Insgesamt haben wir im Jahr 2025 30,1 Millionen Tonnen Rohstoffe eingekauft, die wir in der Regel auch im gleichen Jahr einsetzen (2024: 30,4 Millionen Tonnen). Davon waren 1,1 Millionen Tonnen nachwachsende Rohstoffe, hauptsächlich basierend auf pflanzlichen Ölen, Fetten, Getreide und Zucker (2024: 1,2 Millionen Tonnen).

Von den im Jahr 2025 eingekauften nachwachsenden Rohstoffen waren 21 % zertifiziert (2024: 24 %), unter anderem durch den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), REDcert-EU oder ISCC PLUS. Nicht für alle nachwachsenden Rohstoffe ist ein Zertifizierungsstandard vorhanden. Im Rahmen unseres Engagements für mehr Nachhaltigkeit engagieren wir uns dort, wo ein solcher derzeit noch fehlt.

Im Jahr 2025 haben wir 7,2 Kilotonnen recycelte Rohstoffe bezogen (2024: 11,3 Kilotonnen). Dies entspricht 0,02 % unserer Rohstoffe (2024: 0,04 %). Dazu gehörte unter anderem Pyrolyseöl, das mithilfe chemischen Recyclings gewonnen wurde (siehe Partnerschaften, um chemisches Recycling voranzutreiben).

Der eigenständige Bereich BASF Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS) bietet Kunden Kreislauflösungen und umfassende Dienstleistungen in den Tätigkeitsfeldern Katalyse sowie Edelmetallhandel und -recycling. Diese kommen etwa in Fahrzeug- und Chemiekatalysatoren zum Einsatz. ECMS verfügt über langjährige Erfahrung und ein hohes Maß an Spezialisierung hinsichtlich des Recyclings von Edelmetallen wie Platin, Palladium oder Rhodium. Wir nutzen die von uns zurückgewonnenen Edelmetalle größtenteils als Rohstoffe bei der Herstellung neuer Produkte für die Automobil-, Spezialchemie-, Halbleiter- und Grüne-Wasserstoff-Industrie.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Recycling mineralischer Rohstoffe. So treibt unser Unternehmensbereich Battery Materials beispielsweise innovative Technologien und Lösungen zur Rückgewinnung von Metallen wie Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan aus ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien oder Produktionsausschüssen voran. Mit dem wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge wird der Bedarf für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien steigen. Als ein führender Hersteller von Batteriematerialien mit globalen Produktionskapazitäten verfügt BASF über umfassendes Know-how in der Batteriechemie und Verfahrenstechnik. Diese Kompetenzen nutzen wir, um gemeinsam mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette auch das Batterierecycling als zusätzliches Wachstumsfeld zu erschließen. So haben wir beispielsweise im Juni 2025 am Standort Schwarzheide eine Batterierecycling-Anlage zur Herstellung von Schwarzmasse in Betrieb genommen.

Ressourcenabflüsse

ESRS-Kennzeichnung:

Die Produktion und Veredelung von Chemikalien sind Kern unseres Geschäfts. Unser umfangreiches Produktportfolio reicht von Chemikalien und Materialien über Industrielösungen, Oberflächentechnologien, Ernährung und Pflege bis hin zu landwirtschaftlichen Lösungen (siehe Allgemeine Angaben). Unsere Produkte werden häufig dafür verwendet, langlebige und leistungsstarke Lösungen herzustellen, beispielsweise Elektromotoren für Fahrzeuge oder Dämmstoffe für die Bauindustrie. Wir setzen bei der Herstellung verstärkt auf alternative Rohstoffe und Prozesse, um Materialkreisläufe zu schließen und Abfälle zu reduzieren (siehe Maßnahmen). Dazu gehören insbesondere unsere Ccycled®-Produkte (siehe Partnerschaften, um chemisches Recycling voranzutreiben). Wir leisten unseren Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und zur Erhöhung der Ressourcennutzung, indem wir unseren Kunden Produkte anbieten, die den Recyclingprozess unterstützen, die Haltbarkeit von Materialien erhöhen oder deren Lebensdauer verlängern. Mit der TripleS-Methode schaffen wir Transparenz hinsichtlich des Nachhaltigkeitsbeitrags unseres Produktportfolios. Inwiefern BASF-Produkte recycelt werden können, hängt entscheidend davon ab, zu welchen Produkten sie von unseren Kunden weiterverarbeitet werden. In Pilotprojekten konnten wir die prinzipielle Rezyklierbarkeit beispielsweise unserer Hochleistungskunststoffe demonstrieren.

Im Jahr 2025 fielen bei BASF 2,18 Millionen Tonnen Abfall an (2024: 2,18 Millionen Tonnen). Wie in der Chemiebranche üblich gehören dazu beispielsweise Metalle, Kunststoffabfälle sowie Reaktions- und Destillationsrückstände. Dem Konzept der Kreislaufwirtschaft folgend prüfen wir bei allen Abfällen fortlaufend Möglichkeiten der stofflichen oder thermischen Verwertung. Im Jahr 2025 konnten wir 1,32 Millionen Tonnen unserer Abfälle einer neuen Nutzung zuführen (2024: 1,09 Millionen Tonnen). Weitere 0,86 Millionen Tonnen unserer Abfälle wurden beseitigt (2024: 1,09 Millionen Tonnen). 1,65 Millionen Tonnen (2024: 1,70 Millionen Tonnen) unserer Abfälle konnten nicht recycelt werden. Dies entspricht 75,7 % (2024: 77,8 %) des gesamten Abfallaufkommens. Für nicht verwertbare Abfälle ermitteln und evaluieren wir kontinuierlich sichere und umweltverträgliche Entsorgungswege. Bei den auf Deponien entsorgten gefährlichen Abfällen handelt es sich primär um belasteten Bauschutt, der aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht recycelt werden darf. Abfälle werden von BASF vor ihrer Entsorgung nach der geltenden Gesetzgebung klassifiziert und ihr Umfang durch Wiegen beim Entsorger beziehungsweise Durchflussmessung ermittelt. Die durch Wägung ermittelten Daten sind die Grundlage der abzurechnenden Behandlungs- beziehungsweise Entsorgungskosten. Eine generelle Beschreibung unserer Messmethoden und eine Darstellung des Datenerhebungsverfahrens für Umweltdaten, zu denen auch die Abfallmengen gehören, sowie allgemeine Informationen zur Schätzung oder Rundung einzelner Nachhaltigkeitsparameter finden sich unter „Allgemeine Angaben“ in der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung.

Abfallaufkommen der BASF-Gruppe 2025

 

Gefährlicher Abfall

Nicht gefährlicher Abfall

Millionen Tonnen

2025

2024

2025

2024

Verwertung

 

 

 

 

Stofflich verwertet (recycelt)

0,15

0,16

0,37

0,32

Thermisch verwertet

0,68

0,47

0,12

0,14

Verwerteter Abfall

0,83

0,63

0,49

0,46

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beseitigung

 

 

 

 

Durch Verbrennen (ohne Energiegewinnung)

0,38

0,63

0,05

0,05

Auf Übertagedeponie

0,12

0,09

0,17

0,18

Andere

0,11

0,11

0,03

0,04

Beseitigter Abfall

0,61

0,83

0,25

0,26

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamtes Abfallaufkommen

1,44

1,46

0,74

0,73

Biodiversität und Ökosysteme
Biodiversität bezeichnet die Verschiedenheit aller Lebensformen auf der Erde. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die verschiedenen Arten, die diese Ökosysteme bevölkern, und die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten. Ökosysteme sind Gemeinschaften von lebenden Organismen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) und ihrer physischen Umgebung (Luft, Wasser, Boden), die in einem bestimmten Raum interagieren. Ökosysteme können sehr unterschiedlich sein, von Wäldern und Wüsten bis hin zu Ozeanen und städtischen Gebieten.
ESRS
Die europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (European Sustainability Reporting Standards, ESRS) bieten einen Rahmen für Unternehmen für die Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen. Die Standards wurden von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) entwickelt und sind für alle Unternehmen verbindlich, die einer nationalen Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) unterliegen.

Hier finden Sie eine umfassende Übersicht der in den ESRS vorkommenden Abkürzungen und Begriffsbestimmungen.
Grüne Transformation
Um die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen, entwickelt und bietet BASF systematisch Lösungen an, die negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft minimieren und gleichzeitig die positiven Ergebnisse maximieren. Dazu gehören unsere Bemühungen um die Reduktion von CO2-Emissionen, die Schonung von Ressourcen und der Einsatz erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Entsprechend den drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung stellen wir ein ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht sowie soziale Verantwortung in den Vordergrund unseres Handelns.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft ist ein regeneratives System, in dem wirtschaftliches Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen entkoppelt ist. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf den grundlegenden Prinzipien, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien so lange wie möglich zu nutzen und gleichzeitig natürliche Systeme zu regenerieren.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe sind Materialien aus erneuerbaren Ressourcen, die durch natürliche oder künstliche Prozesse innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens regeneriert werden können. Dazu zählen sowohl biobasierte Ausgangsstoffe aus Biomasse als auch bio-attribuierte Materialien, für die Rohstoffe aus Biomasse über zertifizierte Verfahren wie die Massenbilanz zugewiesen werden.
Policy
In diesem Bericht nutzen wir das Wort Policy oder Richtlinie, um interne Rahmenwerke zu benennen, die grundsätzliche Vorgaben unseres Unternehmens beschreiben. Bei BASF werden Policies vom Vorstand beschlossen und legen Prinzipien für ein Thema fest. Separate Richtlinien definieren die Prozesse zur Umsetzung einer Policy. Im ESRS-Kontext wird Policy als Konzept bezeichnet. Da dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig nur im Kontext einer Richtlinie verwendet wird, verzichten wir im BASF-Bericht auf diesen Begriff und nutzen stattdessen die Begriffe Policy und Richtlinie.
Steamcracker
Steamcracker sind Anlagen, in denen mithilfe von Dampf (Englisch: steam) Naphtha (Rohbenzin) oder Erdgas aufgespalten (Englisch: to crack) wird. Die entstehenden Petrochemikalien sind Ausgangsprodukte für die Herstellung eines Großteils der Erzeugnisse von BASF.
Wertschöpfungskette
Als Wertschöpfungskette wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen bei den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.

Wie wir Wert schaffen

Interaktive Wertschöpfungsgrafik

(Konzern-)Nachhaltig­­keits­­erklärung

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