BASF-Bericht 2025

Unser Steuerungskonzept

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Mit der „Winning Ways“-Strategie verfolgen wir das Ziel, die Eigenständigkeit der Unternehmensbereiche und die Verantwortung für deren Geschäftserfolg zu stärken sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftseinheiten zu erhöhen. Dazu nutzen wir ein Steuerungskonzept, das sowohl finanzielle als auch nachhaltigkeitsbezogene Kennzahlen umfasst.

Steuerungskonzept der BASF-Gruppe

Zu Jahresbeginn 2024 haben wir sowohl auf Gruppen- als auch auf Segmentebene ein neues, optimiertes Steuerungskonzept eingeführt. Ziel ist es, unsere Geschäftseinheiten in ihrer Eigenständigkeit zu stärken und damit auch ihre Verantwortung für den Unternehmenserfolg.

Für die Steuerung der BASF-Gruppe setzen wir drei bedeutsamste Leistungsindikatoren ein: das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen), den Free Cashflow sowie die Scope-1- und Scope-2-CO2-Emissionen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen nutzen wir zur Steuerung unserer Ertragskraft. Es beschreibt die operative Leistung unserer Geschäfte unabhängig von der Altersstruktur des Anlagenbestands und ist besonders geeignet für Vergleiche mit branchenähnlichen Unternehmen.

Mit dem Free Cashflow steuern wir die Fähigkeit zur Cash-Generierung. Die Kennzahl zeigt an, in welchem Umfang operativ erzielte Mittelüberschüsse für die Zahlung von Dividenden, den Abbau von Schulden oder für Akquisitionen zur Verfügung stehen.

Nachhaltigkeit verstehen wir als entscheidenden Faktor für unseren zukünftigen Geschäftserfolg. Mit den Scope-1- und Scope-2-CO2-Emissionen als bedeutsamstem nachhaltigkeitsbezogenen Leistungsindikator auf Gruppenebene bilden wir diese Auffassung auch in unserem Steuerungskonzept ab.

Darüber hinaus ist unsere Kapitalrentabilität ein wichtiger Bestandteil des Steuerungskonzepts. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) hängt maßgeblich von strategischen Entscheidungen wie Akquisitionen und Devestitionen sowie Investitionen ab und eignet sich daher als mittelfristige Zielgröße für die BASF-Gruppe. Dies ist in unserem ROCE-Ziel, das wir uns für das Jahr 2028 gesetzt haben, reflektiert.

Bei den Kennzahlen zur Steuerung der Geschäftseinheiten orientieren wir uns an den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der BASF-Gruppe. So wird die Profitabilität der Segmente an deren absolutem Beitrag zum EBITDA vor Sondereinflüssen gemessen.

Für die Steuerung des Cashflows auf Segmentebene verwenden wir eine spezifische Kennzahl, den Segment-Cashflow, der die Elemente des Free Cashflows beinhaltet, die von den operativen Bereichen gesteuert werden können. Dieser Leistungsindikator gilt ebenfalls für alle Segmente.

Für das Jahr 2025 sowie für die Vergleichsperiode werden die Kennzahlen EBITDA vor Sondereinflüssen, als bedeutsamster Leistungsindikator, sowie ROCE und Segment-Cashflow ohne das nicht fortgeführte Coatings-Geschäft ausgewiesen, während der Free Cashflow sowie CO2-Emissionen die zu veräußernden Geschäfte enthalten. Für die Bemessung der erfolgsabhängigen Vergütung des Jahres 2025 wird das EBITDA vor Sondereinflüssen einschließlich Coatings (7.098 Millionen €) herangezogen.

Wertmanagement im gesamten Unternehmen

Ein leistungsbezogenes variables Vergütungssystem basierend auf finanziellen und nichtfinanziellen Zielen ist ein wichtiger Bestandteil unseres Wertmanagements. In Übereinstimmung mit der gesteigerten Eigenständigkeit der Einheiten wurde das Performance-Management-System angepasst. Schon seit 2024 basiert die variable Vergütung der Senior Executives auf Zielen, die sich aus den Kennzahlen zur Steuerung der jeweiligen Geschäftseinheit beziehungsweise der BASF-Gruppe ableiten. Im Laufe des Jahres 2025 haben wir dieses differenzierte Bonussystem wie geplant für einen überwiegenden Teil der Mitarbeitenden weltweit eingeführt. Im Rahmen dieses weiterentwickelten Performance-Management-Systems berücksichtigt BASF für die variable Vergütung neben dem ROCE der BASF-Gruppe weitere finanzielle und nichtfinanzielle Leistungskennzahlen des Unternehmensbereichs, in dem die jeweilige Person arbeitet. Für Mitarbeitende, die nicht in einem Unternehmensbereich tätig sind, gelten die Ziele der BASF-Gruppe sowie die nichtfinanziellen Ziele der jeweiligen Einheit. Damit ist die variable Vergütung an unser finanzielles Renditeziel sowie an die Leistung der jeweiligen BASF-Einheit gekoppelt. Dies ist ein weiterer Schritt hin zu einer differenzierten Steuerung mit hoher Eigenverantwortung der Geschäftseinheiten.

Kennzahlen in der Berichterstattung

Dem Steuerungskonzept folgend analysieren, kommentieren und prognostizieren wir in der Finanzberichterstattung die bedeutsamsten Leistungsindikatoren EBITDA vor Sondereinflüssen und Free Cashflow für die BASF-Gruppe beziehungsweise EBITDA vor Sondereinflüssen und Segment-Cashflow für die Segmente. Außerdem prognostizieren wir den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als maßgebliche Elemente des Free Cashflows.

Die Steuerung des ROCE als mittelfristige Zielgröße erfolgt unter anderem anhand des Kapitaleinsatzes in Sachinvestitionen. Diese umfassen Zugänge zu Sachanlagen ohne Zugänge aus Akquisitionen, IT-Investitionen, Rückbauverpflichtungen sowie Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen. Sachinvestitionen stellen somit ein wesentliches Element des ROCE dar und werden ebenso prognostiziert.

Ermittlung des EBITDA vor Sondereinflüssen

Das EBITDA ergibt sich aus dem im Konzernabschluss berichteten Ergebnis der Betriebstätigkeit zuzüglich Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dieses wird bereinigt um Sondereinflüsse, welche aus der Integration akquirierter Geschäfte, aus Restrukturierungen, aus dem Veräußerungsergebnis bei Devestitionen und Beteiligungsverkäufen sowie aus sonstigen Aufwendungen und Erträgen außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren.

Ermittlung von Free Cashflow und Segment-Cashflow

Der Segment-Cashflow beschreibt den Mittelzufluss und -abfluss eines Segments und misst damit dessen Beitrag zum Free Cashflow der BASF-Gruppe. Er enthält ausschließlich durch das Segment steuerbare Größen und errechnet sich aus dem EBITDA, den Veränderungen der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen außerordentlichen Anpassungen, etwa im Zusammenhang mit Devestitionen, abzüglich der Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Der Free Cashflow der BASF-Gruppe enthält darüber hinaus Bestandteile des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, die nicht den Segmenten zugeordnet werden, sowie Anpassungen sonstiger nicht zahlungswirksamer Effekte.

Der Free Cashflow ergibt sich aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich der Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Überleitung des Segment-Cashflows auf den Free Cashflow

EBITDA der Segmente

+

Veränderung der Vorräte

+

Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

+

Gewinne (–) / Verluste (+) aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten und aus Devestitionen

Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segment-Cashflow

+

Beteiligungsergebnis

+

Finanzergebnis

+

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

+

Segment-Cashflow, Beteiligungsergebnis, Finanzergebnis und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag des nicht fortgeführten Geschäfts

Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis nach Steuern

+

Veränderung der im Segment-Cashflow enthaltenen Positionen, die unter Sonstige erfasst werden

+

Übrige im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit dargestellte Positionena

Free Cashflow

a

Diese umfassen Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen, sonstigen operativen Vermögenswerten, sonstigen operativen Verbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen sowie Equity-Ergebnisse, erhaltene Dividenden von Equity-Beteiligungen und sonstige zahlungsunwirksame Posten.

Ermittlung von CO2-Emissionen

Die absoluten CO2-Emissionen der BASF-Gruppe errechnen wir auf Basis der Treibhausgasemissionen, die sich aus direkten Emissionen aus Produktionsprozessen und der Erzeugung von Strom und Dampf (Scope 1) sowie den indirekten Emissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) zusammensetzen. Für diese Ziel-Kennzahl bleiben direkte Emissionen für die Erzeugung von Energie für Dritte unberücksichtigt. Die relevanten Emissionen umfassen weitere Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, die in CO2-Äquivalente umgerechnet werden (mehr dazu unter E1 Klimawandel).

Ermittlung von ROCE und Kapitalkostensatz

Zur Berechnung des ROCE wird das EBIT der Segmente auf die durchschnittliche Kapitalkostenbasis bezogen.

Das EBIT der Segmente errechnen wir, indem wir das EBIT der BASF-Gruppe um das EBIT der unter Sonstige erfassten, den Segmenten nicht zuordenbaren Aktivitäten bereinigen.

Die Kapitalkostenbasis wird anhand der jeweiligen Monatsendwerte errechnet und ergibt sich aus dem operativen Vermögen der Segmente. Dazu zählen Sachanlagevermögen, immaterielles Vermögen, integrale at Equity bilanzierte Beteiligungen, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Forderungen und sonstiges Vermögen sowie gegebenenfalls die Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, soweit sie den Segmenten zugeordnet sind. In der Kapitalkostenbasis sind außerdem Kunden- und Lieferantenfinanzierungen enthalten.

Den Kapitalkostensatz haben wir als Vergleichsgröße in unsere ROCE-Zielsetzung integriert. Er leitet sich aus den gewichteten Kapitalkosten von Eigen- und Fremdkapital ab (Weighted Average Cost of Capital). Um analog zum EBIT zu einer Vorsteuergröße zu gelangen, wird der Kapitalkostensatz um den für das Geschäftsjahr für die BASF-Gruppe erwarteten Steuersatz angepasst. Zudem wird der geplante Nettoaufwand von Sonstige durch einen Zuschlag auf den Kapitalkostensatz abgedeckt. Die Eigenkapitalkosten werden mithilfe des Capital Asset Pricing Model berechnet. Die Fremdkapitalkosten orientieren sich an den Finanzierungskosten der BASF-Gruppe. Für das Jahr 2026 verwenden wir einen Kapitalkostensatz von 10 % (2025: 10 %).

CO2-Äquivalente
CO2-Äquivalente (CO2e) sind eine Berechnungsgröße für den Einfluss von Treibhausgasemissionen auf den Treibhauseffekt. Ein Faktor (Global Warming Potential) gibt die Treibhauswirkung der einzelnen Gase verglichen mit CO2 als Referenzgröße an.

Kennzahlen­vergleich

Übersicht Kennzahlen­vergleich

Themenfilter

Ergebnisse für