BASF-Bericht 2025

Diese Inhalte erfüllen Angabepflichten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Für eine Gesamtübersicht siehe ESRS-Index.

E1 Klimawandel1

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

ESRS-Kennzeichnung:

Als energieintensives Unternehmen übernehmen wir Verantwortung für den effizienten Umgang mit Energie, für den globalen Klimaschutz und bekennen uns zum Pariser Klimaschutzabkommen. Wir sind entschlossen, den Weg zur Klimaneutralität zu gehen und durch emissionsarme Chemie die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen.

ESRS-Kennzeichnung:

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit entstehen Treibhausgasemissionen2, die sich negativ auf das Klima auswirken. Dies betrifft Emissionen aus unserer Produktion, unserem Energiebezug sowie unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Wir arbeiten daran, diese Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich zu reduzieren. Daraus ergeben sich gleichzeitig Chancen für unsere Geschäftstätigkeit: Durch unsere Transformation in Richtung Klimaneutralität können wir unseren Kunden vermehrt Produkte mit reduziertem CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint, PCF) anbieten.

Resilienz- und Szenarioanalysen

Zugleich gilt es, unser Geschäft entsprechend den eintretenden Folgen des Klimawandels aufzustellen und Resilienzen zu schaffen. Im Kapitel „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“ stellen wir dar, wie wir die Resilienz unserer Strategie und Geschäftsmodelle analysieren und sicherstellen.3

Transitorische Klimarisiken werden systematisch durch unser Chancen- und Risikomanagement erfasst. Unsere Unternehmensbereiche analysieren regelmäßig, welche der auf Gruppenebene identifizierten Chancen und Risiken auf ihre Geschäftsbereiche zutreffen, wo möglich unter Berücksichtigung der daraus resultierenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Auswirkungen. Dabei konnten wir beispielsweise den Einfluss von Emissionshandelssystemen als Risiko sowie die Veränderung in der Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten als Chance identifizieren. Physische Klimarisiken und vorhandene Resilienzen betrachten wir zentral für unsere Standorte (siehe Physische Klimarisiken und Chancen).

Wir haben im Jahr 2024 begonnen, im Rahmen der Entwicklung unserer Geschäftsstrategien Resilienzbetrachtungen stärker in unsere Prozesse zu integrieren. Der Fokus liegt dabei vor allem auf unserem eigenen Geschäft. Resilienzen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette werden nur bei Bedarf betrachtet, wenn eine Wertschöpfungskette zum Beispiel besonders exponiert ist.

Bei der Überarbeitung von Strategien werden je nach Umfang verschiedene Szenarien zur Beschreibung der künftigen makroökonomischen Entwicklungen betrachtet (mehr über die Szenarien im Abschnitt zu den transitorischen Klimarisiken und Chancen). Entgegen den Annahmen für die Analyse physischer Klimarisiken ziehen wir hier Szenarien heran, die die Erderwärmung in unterschiedlichem Umfang begrenzen. Durch die Nutzung mehrerer Szenarien werden Unsicherheiten hinsichtlich des Marktwachstums, der Rohstoff- und Energiepreisentwicklung sowie der zu erwartenden Preisentwicklung der Emissionshandelssysteme adressiert und minimiert sowie die Möglichkeit geschaffen, Risiken für unterschiedliche zukünftige Entwicklungen zu ermitteln. Die chemische Industrie, die am Anfang vieler Wertschöpfungsketten steht, kann eine Schlüsselfunktion für die Transformation übernehmen. Durch zunehmende Elektrifizierung – auch die unserer eigenen Anlagen – wird der Bedarf an Energie aus erneuerbaren Quellen in Zukunft deutlich steigen. Gleichzeitig wird die Nutzung fossiler Rohstoffe abnehmen und die Kreislaufwirtschaft an Bedeutung gewinnen.

Investitionsentscheidungen prüfen wir in einem mehrstufigen Prozess hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit. Dazu herangezogene Kennzahlen werden für unterschiedliche Szenarien berechnet und so Unterschiede herausgearbeitet, die die Entscheidung beeinflussen können. Gleichzeitig ziehen wir auch Chancen und Risiken im Hinblick auf Umwelt- und Sozialaspekte zur Projektbewertung heran. Darüber hinaus überprüfen wir geplante CO2-Minderungsstrategien in regelmäßigen Abständen. Im Zuge der Umsetzung unserer Strategie haben wir Maßnahmen identifiziert, um unsere Anlagen langfristig emissionsarm zu betreiben. Der dafür benötigte Zugang zu finanziellen Mitteln im Rahmen der Transformation wird durch unser Green Finance Framework unterstützt.

Zudem haben wir bereits im Jahr 2024 die Resilienz der Anlagen unseres größten Standorts in Ludwigshafen umfangreich analysiert. Den Großteil unserer Anlagen sahen wir dabei gut aufgestellt und wettbewerbsfähig für die Zukunft. Bei 16 % der Anlagen wurde ein kurz- bis mittelfristiges Wettbewerbsrisiko identifiziert.4 Für diese Anlagen werden bereits konkrete Maßnahmen, die auch deren Schließung bedeuten können, umgesetzt, um kontinuierlich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sicherzustellen. Bei 6 % der Anlagen haben wir ein langfristiges Risiko identifiziert, das wir durch marktbezogene Maßnahmen adressieren.4

BASF veröffentlicht bereits seit 2008 jährlich eine umfassende CO2-Bilanz. Darin berichten wir alle Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zur Entsorgung. Die zukünftige Entwicklung unserer Emissionen analysieren wir in regelmäßigen Abständen. Zusätzliche Treibhausgasemissionen durch die Erweiterung unseres Geschäfts werden bereits im Zuge der Projektbewertung ermittelt. Entsprechend diesen Grundlagen erfassen wir heutige und zukünftige Auswirkungen unseres Geschäfts auf den Klimawandel.

Der Klimawandel stellt uns vor Herausforderungen, eröffnet aber auch Chancen für unsere Geschäftstätigkeit. So tragen unsere Produkte und Lösungen in vielen Bereichen dazu bei, Treibhausgasemissionen zu verringern.

Physische sowie transitorische Klimarisiken und Chancen

Um wesentliche klimabezogene Risiken und Chancen zu identifizieren und einzuschätzen, setzen wir auf eine systematische Bewertung physischer und transitorischer Einflüsse.

Physische Klimarisiken und Chancen

Im Zuge der Bewertung unserer Produktionsstandorte hinsichtlich physischer Klimarisiken fokussieren wir uns auf wesentliche Standorte mit relevantem Geschäftsbeitrag und Portfolio. Die Analyse erfolgt auf Basis von Klimadaten der aktuellen Szenarien des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), die gemeinsam mit einem externen Partner aufbereitet wurden. Hierbei konzentrieren wir uns auf ein Klimaszenario mit einer hohen globalen Erwärmung.5 Diese Daten helfen bei der Analyse potenzieller Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktionsstandorte in den kommenden Jahrzehnten und decken alle chronischen sowie akuten physikalischen Klimarisiken ab. Wir betrachten im Zuge der Analyse aktuelle Risiken über einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahre sowie langfristige Risiken mit einem Zeithorizont von dreißig Jahren. Wenn langfristige Risiken identifiziert werden, überprüfen wir, ob diese auch mittelfristig, das heißt innerhalb der nächsten zehn bis dreißig Jahre, ein Risiko darstellen könnten. Wird hierfür eine Wesentlichkeit festgestellt, ergänzen wir die Analyse bei Bedarf um weitere, weniger extreme Klimaszenarien. Physische Klimarisiken werden anhand von geografischen Koordinaten auf Standortebene bewertet. Zunächst wird eine qualitative Bewertung und Priorisierung der Anfälligkeiten gegenüber verschiedenen Klimarisiken durchgeführt, um einen ersten Hinweis auf mögliche materielle Risiken zu erhalten. Die Analyse von Anfälligkeiten berücksichtigt dabei interne sowie externe Faktoren. Interne Faktoren schließen die Widerstandsfähigkeit von Anlagen, Infrastruktur, Betrieb und Dienstleistungen ein. Externe Faktoren umfassen externe Infrastruktur, Wasser-, Energie- und Rohstoffversorgung, Abwasserbehandlung und den Versand von Fertigwaren. Darüber hinaus berücksichtigt die Analyse Risiken, die den gesamten Standort sowie – falls relevant – einzelne Anlagen oder spezifische Bereiche des Standorts betreffen.

Wir erwarten, dass die meisten Standorte insbesondere durch die Zunahme von Hitze und Dürre betroffen sein werden, während einige mit starken Niederschlägen konfrontiert und einige wenige Überschwemmungen, Hagel, Wasserstress und Waldbränden ausgesetzt sein könnten. Bei geschätzten Risiken über 10 Millionen € werden mögliche materielle Verluste quantifiziert sowie ein Anpassungsplan erstellt. Gezielte standort- und geschäftsspezifische Maßnahmen können etwa die Optimierung der Prozessabläufe und der Infrastruktur bedeuten. Auf Basis unserer Analyse im Berichtsjahr sehen wir unsere Standorte gut aufgestellt für den Klimawandel. Es besteht jedoch unter anderem eine wesentliche Abhängigkeit des Transports wichtiger Rohstoffe und Produkte vom Wasserstand des Rheins, insbesondere im Mittelrheintal bei Kaub. Im Falle einer extremen Dürre könnte der Transport erheblich beeinträchtigt sein oder sogar zum Erliegen kommen. Das identifizierte Risiko überschreitet mit seinen potenziellen Auswirkungen die aktuelle Wesentlichkeitsschwelle von 10 Millionen €. Die meisten betroffenen Standorte tragen jeweils nur in geringem Umfang zu diesem Gesamtrisiko bei. Unsere Logistik hat bereits Gegenmaßnahmen implementiert, um die Versorgungssicherheit für Standorte und Kunden zu gewährleisten. Hierzu gehören die Verlagerung auf alternative Transportmittel wie Bahn oder LKWs, der Ausbau der Schiffsflotte sowie der Einsatz spezieller Niedrigwasserschiffe (siehe auch E3 Wasser). Die Standorte arbeiten weiter daran, das Restrisiko zu reduzieren. Parallel dazu haben weitere Klimarisikobewertungen unserer Standorte in der Küstenregion in Mexiko eine potenzielle langfristige Wesentlichkeit aufgezeigt, ebenfalls infolge zunehmender Dürreperioden unter Annahme eines IPCC-Szenarios mit starker globaler Erwärmung. Unter moderaten Szenarien ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen. Unabhängig davon sind für die nächsten fünf bis zehn Jahre kleinere Maßnahmen geplant, die die Resilienz der Standorte weiter stärken sollen.

Transitorische Klimarisiken und Chancen

Im Hinblick auf transitorische Klimarisiken und Chancen spielen globale klimapolitische Zielsetzungen und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen eine entscheidende Rolle für das weitere Wachstum der chemischen Industrie und ihrer Kundenindustrien. Daher haben wir globale Langzeitszenarien bis 2050 mit unterschiedlichen globalen Erderwärmungspfaden definiert und quantifiziert. Darüber hinaus wurde auch ein Netto-Null-Szenario in der EU und den USA bis 2050 sowie weltweit bis 2060 analysiert, das die Erderwärmung auf 1,5 °C begrenzt. Grundlegende Triebkräfte der Szenarien sind unterschiedliche gesellschaftliche Präferenzen und darauf aufbauende klima- und wirtschaftspolitische Zielsetzungen. Die Szenarien werden regelmäßig weiterentwickelt und an aktuelle makroökonomische sowie geopolitische Entwicklungen angepasst.

Die sich aus den Analysen der Szenarien ergebenden Risiken wurden im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse auf ihre Materialität geprüft. Die auf Gruppenebene ermittelten, materiellen Übergangsrisiken werden systematisch von unseren Geschäftseinheiten geprüft, wenn möglich quantifiziert und wo notwendig Gegenmaßnahmen eingeleitet. Anpassungsmaßnahmen können etwa die Adaption unseres Produktportfolios, Investitionen in neue Technologien oder Verbesserungen bestehender Technologien sein.

Mögliche physische und transitorische Chancen und Risiken, die sich aus den Themen Energie und Klimaschutz ergeben, analysieren wir kontinuierlich in unserem Chancen- und Risikomanagement. Die für die Analyse verwendeten Szenarien werden nicht für Annahmen in der Finanzberichterstattung herangezogen (mehr dazu unter Interne CO2-Bepreisung).

Aus unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben sich elf wesentliche Auswirkungen auf den Klimawandel sowie sechs wesentliche klimabezogene Risiken und zwei wesentliche klimabezogene Chancen für BASF (siehe nachfolgende Tabelle „Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse“). Angaben zu den relevanten Zeithorizonten finden sich in der übergeordneten Tabelle zu den Ergebnissen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „E1 Klimawandel“: Auswirkungen

Auswirkungen

Bewertung

Verortung in der Wertschöpfungskette

Beschreibung

Landnutzungswandel durch Bezug von pflanzlichen Rohstoffen

Negativ

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Unsere Beschaffung von Rohstoffen aus pflanzlichen Quellen setzt einen Impuls für den Anbau bestimmter Pflanzen und den Ausbau eines Produktionsumfelds für Material­kreisläufe. Dies wirkt sich negativ auf die Landnutzung aus.

Umweltauswirkungen durch Rohstoffe, die zur Elektrifizierung benötigt werden

Negativ

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Für die Herstellung und Nutzung erneuerbarer Energien werden Mineralien und Metalle benötigt, deren Abbau und anschließende Verarbeitung sich negativ auf die Umwelt auswirken könnten. Zudem besteht in einigen Regionen bei ihrem Abbau ein Risiko für unangemessene Arbeitsbedingungen.

Rohstoffgewinnung aus fossilen Quellen

Negativ

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

In der chemischen Produktion werden fossile Rohstoffe verwendet, die sich durch ihre energieintensive Förderung sowie damit verbundene Landnutzungsänderungen und Treibhausgasemissionen negativ auf die Umwelt auswirken.

Klimaschädliche Emissionen durch Nutzung fossiler Energieträger in unserer vorgelagerten Wertschöp­fungskette (Scope 3)

Negativ

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Im Rahmen der Förderung und Beschaffung fossiler Energien werden Treibhaus­gasemissionen, Luft- und Wasserverschmutzung sowie die Zerstörung von Habitaten in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette verursacht.

Klimaschädliche Emissionen durch Nutzung fossiler Energieträger für unsere Produktion (Scope 1 und 2)

Negativ

Eigene Geschäftstätigkeit

Die eigene Erzeugung von Energie in Form von Dampf und Strom durch die Nutzung fossiler Energieträger in der eigenen Produktion wirkt sich durch Emissionen von Treibhausgasen und weiteren Schadstoffen auf Klima und Umwelt aus.

Emissionen in der Nutzungsphase

Negativ

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Einige BASF-Produkte wie Treibmittel oder Brennstoffadditive verursachen während ihrer Anwendung Emissionen, die sich negativ auf die Umwelt auswirken.

Emissionen am Ende der Nutzungsphase

Negativ

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Der Einsatz von BASF-Produkten, die aus kohlenstoffbasierten Rohstoffen hergestellt wurden, erzeugt – sofern kein Recycling möglich ist – an ihrem Lebensende Treibhausgase und belastet damit Klima und Umwelt.

Beschleunigter Übergang zu Klimaneutralität durch Energietransformation

Positiv

Vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Durch Investitionen in erneuerbare Energien können wir unseren Kunden Produkte mit einem reduzierten Product Carbon Footprint (PCF) anbieten und tragen durch reduzierte vorgelagerte Emissionen zum Übergang in Richtung Klimaneutralität bei.

Innovationen als Hebel für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Positiv

Vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Innovationen aus der Chemie und neue Technologien können maßgeblich zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Mithilfe unserer TripleS-Methode (Sustainable Solution Steering) steuern wir unser Produktportfolio basierend auf der Nachhaltigkeitsleistung unserer Produkte.

Anpassung von Standorten und Infrastruktur

Negativ, potenziell

Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Bauliche Veränderungen und technische Anpassungen an BASF-Standorten weltweit, die zum Schutz vor Extremwetterereignissen notwendig sind – insbesondere in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik –, könnten sich durch die Bauaktivität, den damit verbundenen Flächenverbrauch und den erhöhten Energiebedarf negativ auf Umwelt und betroffene Gemeinschaften auswirken.

Auswirkungen durch fehlende Anpassung

Negativ, potenziell

Eigene Geschäftstätigkeit; vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

Falls BASF-Standorte weltweit nur unzureichend an den Klimawandel und damit einhergehende Extremwetterereignisse angepasst sind, könnte dies zu negativen Auswirkungen auf Mitarbeitende, lokale Gemeinschaften sowie die Umwelt führen.

Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse für „E1 Klimawandel“: Risiken und Chancen

Risiken und Chancen

Bewertung

Beschreibung

Produktionsausfälle und Kosten durch unzureichende Klimaanpassung

Negativ, physisch

Falls bei Extremwetterereignissen, wie zum Beispiel Dürre oder Trockenheit, Produktionsanlagen nur unzureichend gekühlt werden können, könnte dies zu teilweisen oder vollständigen Produktions­unterbrechungen sowie einer verringerten Produktionsleistung führen.

Steigende Produktpreise und/oder Produktionskosten und/oder geringeres Marktwachstum

Negativ, transitorisch

Emissionsärmere Produktion, die Rohstoffe mit verringertem CO2-Fußabdruck und erneuerbare Energien einsetzt, erhöht die Produktionskosten und letztendlich auch die Produktpreise. Gepaart mit gesellschaftlichem Druck zu geringerem Konsum könnte dies zu geringerem Marktwachstum führen.

Fragmentierung in der nationalen und regionalen Klimapolitik – und dadurch im Markt

Negativ, transitorisch

Starke Unterschiede in der Regulatorik aufgrund unterschiedlicher regionaler Klimapolitiken stellen uns als global tätiges Unternehmen vor besondere strategische Herausforderungen.

Regulatorische Volatilität führt zu Wettbewerbsrisiken

Negativ, transitorisch

Politische Regularien zur Eindämmung des Klimawandels, wie etwa im Rahmen des EU Green Deal, können aufgrund von steigenden Kosten, zum Beispiel durch administrativen Aufwand und hohe Volatilität, ein Wettbewerbsrisiko für uns darstellen.

Marktchancen durch klimafreundliche Produkte

Positiv, transitorisch

Unser breites Produktportfolio umfasst unter anderem Lösungen für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz, für die sich bei steigenden gesellschaftlichen Anforderungen und dadurch ausgelösten Regulierungen zusätzliche Marktchancen bieten.

Steigende Energiekosten durch klimabezogene Regularien

Negativ, transitorisch

Für BASF als energieintensives Unternehmen ergeben sich Risiken insbesondere durch regulatorische Änderungen, etwa bei der Bepreisung von CO2 über Emissionshandelssysteme, Steuern und die Energiegesetzgebung.

Nachfrageeinbruch durch steigende Energiepreise

Negativ, transitorisch

Ressourcenknappheit kann zu steigenden Energiepreisen führen. In der Folge könnten Hersteller- und Verbraucherpreise weiter steigen, was die Kundennachfrage zusätzlich verringern könnte. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum von BASF gefährden.

Vorteilhafte Beschaffungskonditionen durch erneuerbare Energien

Positiv, transitorisch

Investitionen in eigene Erzeugungsanlagen und langfristige Lieferverträge reduzieren Abhängigkeiten von volatilen globalen Märkten und führen zu verhältnismäßig geringeren CO2-Vermeidungs- und Energiebeschaffungskosten.

Unsere Risiken und Chancen entstehen entlang der Wertschöpfungskette. In der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind Chancen beispielsweise auf vorteilhafte Beschaffungskonditionen durch erneuerbare Energien zurückzuführen. Risiken können sich aus steigenden Energiepreisen aufgrund einer möglichen Ressourcenknappheit ergeben. Im eigenen Unternehmen können Produktionsausfälle aufgrund von unzureichender Klimaanpassung sowie steigende Produktionskosten durch höhere Energiekosten Risiken generieren. In der Marktumgebung können regulatorische Vorgaben zu Risiken führen sowie gesellschaftlicher Druck und steigende Preise die Kundennachfrage verringern, während klimafreundliche Produkte wiederum Marktchancen bieten können.

1 Alle Kennzahlen im Text entsprechen, sofern nicht anderweitig gekennzeichnet, der Konsolidierung nach finanzieller Kontrolle (siehe auch Allgemeine Angaben). Die in diesem Kapitel aufgeführten Kennzahlen zu den zielrelevanten Scope-1- und Scope-2-Emissionen sind Bestandteil der gesetzlichen Abschlussprüfung und mit hinreichender Sicherheit geprüft.

2 Die Begriffe „Treibhausgasemissionen“ und „CO2-Emissionen“ verwenden wir synonym. Sie umfassen alle Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol.

3 Die Zeiträume, die in der hier genannten Resilienzanalyse betrachtet werden, stimmen nur mit denen der Analyse der Transitionsrisiken genau überein. Unsere Klimaschutzziele für das Jahr 2030 liegen innerhalb des betrachteten Zeitraums. Physische Klimarisiken und entsprechende Resilienzen betrachten wir über einen längeren Zeitraum, da sich diese erst langfristig auswirken.

4 Die Angaben entsprechen den von BASF im Zuge der Analyse verwendeten Zeithorizonten (kurzfristig: bis 2026, mittelfristig: bis 2030, langfristig: nach 2030).

5 Dem Bewertungsmodell wurde das IPCC-Klimaschutzszenario SSP5-8.5 (hohe globale Erwärmung) als Worst-Case-Szenario zugrunde gelegt.

Strategie und Governance

ESRS-Kennzeichnung:

Der Klimawandel ist die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Schnelles und entschlossenes Handeln ist notwendig, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Wir stehen zu dieser Verantwortung. Klimaschutz und die Transformation der chemischen Industrie sind uns ein zentrales Anliegen und wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Die Reduktion von Emissionen in der Chemie ist eng verknüpft mit der Transformation unserer Kunden. Wir wollen das bevorzugte Chemieunternehmen sein, um die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen. Allerdings stehen unsere wichtigsten Kundenbranchen vor enormen Herausforderungen bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele. Gleichzeitig sind die Voraussetzungen für den unternehmerischen Erfolg in großem Maßstab noch nicht vollständig gegeben. Die Marktentwicklung variiert stark zwischen Regionen und Kundenindustrien und damit auch die Geschwindigkeit der grünen Transformation. Vor diesem Hintergrund gehen wir bei der grünen Transformation schrittweise vor und richten unseren Ansatz noch konsequenter an der Entwicklung und den Bedürfnissen unserer verschiedenen Kundenmärkte aus. Projekte, die unsere License-to-operate sicherstellen, stehen weiterhin im Fokus. Mit diesen Prioritäten staffeln wir die Transformationsprojekte über die Zeit.

In den vergangenen Jahren haben wir – in einer ersten Phase – zunehmend in erneuerbare Energien zum Betrieb unserer Anlagen investiert. Wir testen schon heute neue Technologien und setzen alternative Rohstoffe ein, um nachhaltigere Produkte mit reduziertem oder Netto-Null-CO2-Fußabdruck auf den Markt zu bringen. Von unseren Emissionsreduktionsmaßnahmen können so auch unsere Kunden profitieren. In der zweiten Phase konzentrieren wir uns noch stärker auf Maßnahmen zur Scope-1-Reduktion mit spezifischen Chancen für unser Geschäft und priorisieren Projekte, bei denen wir eine steigende Kundennachfrage und Zahlungsbereitschaft für CO2-arme und CO2-freie Lösungen sehen. Zunächst liegt unser Fokus darauf, vermehrt nachwachsende, recycelte und emissionsarme Rohstoffe in unsere bestehenden Anlagen einzuspeisen. Dabei können wir die einzigartigen Vorteile unseres Verbunds nutzen. Mittelfristig erwarten wir, dass die Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten das Angebot übersteigt und zu einem profitablen Wachstum für BASF beiträgt. Mit dem zunehmenden Wachstum der Märkte für nachhaltigere Produkte wollen wir in der Lage sein, erforderliche Investitionen in neue Produktionstechnologien zu finanzieren sowie die neuen Technologien, die wir derzeit entwickeln und teils bereits pilotieren, anzuwenden und zu skalieren. Für diese Technologien bedarf es ebenso qualifizierter Mitarbeitender und Dienstleister.

Im Einklang mit unserem marktorientierten Vorgehen und der verringerten Geschwindigkeit der industriellen Rohstofftransformation haben wir unsere Investitionen angepasst auf voraussichtlich 1,2 Milliarden € von 2026 bis 2029. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die meisten der größeren Investitionsausgaben für unsere grüne Transformation in der dritten Phase nach 2030 anfallen.

Policies, Richtlinien und Grundsätze

Generelle Informationen zu unseren übergeordneten Policies finden sich im Kapitel „Allgemeine Angaben“ der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung. Dazu gehören unter anderem das Responsible-Care-Management-System sowie als Teil dessen unsere globalen Standards zu CO2-Emissions- und Energiedaten, Energieeffizienz, Energiekonzepten sowie Umweltschutz. Ebenfalls dort aufgeführt sind unsere Einkaufs-Policy, unsere Einkaufsrichtlinie, unser risikobasiertes Nachhaltigkeitsmanagement für den Einkauf, der Verhaltenskodex für Lieferanten, unsere Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe und unsere Anforderungen zu PCFs und Ökoeffizienz-Analysen. Spezifische Erläuterungen zu diesen Policies geben wir im folgenden Abschnitt.

Um negative Umweltauswirkungen zu minimieren, haben wir umfangreiche Management- und Kontrollsysteme etabliert. Unser Responsible-Care-Management-System umfasst neben gruppenweit gültigen Richtlinien und Vorgaben zu Sicherheit und Gesundheit (mehr dazu unter S1 Arbeitskräfte des Unternehmens) auch die Bereiche Umweltschutz und Energie. Unsere globalen Standards zum Umweltschutz dienen dazu, die Auswirkungen auf die Umwelt, etwa durch CO2-Emissionen, zu untersuchen. Unsere globalen Standards zum Thema Energie zielen konkret auf die Erreichung unserer Scope-1- und Scope-2-Klimaschutzziele (siehe Abschnitt „Globale Ziele“) ab. In diesen sehen wir vor, anhand der Implementierung von Energiemanagementsystemen die Energieeffizienz unserer Betriebsabläufe kontinuierlich zu verbessern und eine ressourcenschonende und wirtschaftliche Produktion an unseren Standorten voranzutreiben. Zudem haben wir allgemeine Vorgaben zur Optimierung bestehender Energieversorgungsstrukturen sowie zur Entwicklung neuer Energieversorgungskonzepte definiert. Diese beinhalten auch die Evaluierung CO2-armer und CO2-freier Versorgungsalternativen wie etwa eine Strom- und Dampfversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Als Basis zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsleistung und zur Steuerung unserer Klimaschutzziele dienen uns Richtlinien zur systematischen Erfassung und Überwachung von Emissions- und Energiedaten.

Anpassungen an den Klimawandel adressieren wir zentral über unseren Ansatz zur Bewertung physischer Klimarisiken (siehe Physische Klimarisiken und Chancen). Auf dessen Basis entscheiden unsere Standorte über dezentrale Maßnahmen, wie etwa Anpassungen der Logistik an Niedrigwasser sowie Hochwasserschutzmaßnahmen, und setzen diese um. Die mit der Anpassung an den Klimawandel verbundenen Risiken hängen stark von der geografischen Lage unserer Standorte, standortspezifischen Gegebenheiten sowie von der in den jeweiligen Ländern zugrunde liegenden Regulierung ab und unterscheiden sich teilweise deutlich. Eine übergeordnete Policy existiert daher nicht.

Um unsere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette und damit unser Scope-3.1-Ziel sowie die Scope-3.1-Emissionen für unser Netto-Null-Ziel 2050 zu steuern, haben wir ebenfalls Vorgaben und Richtlinien aufgesetzt. Für unsere vorgelagerte Lieferkette hat unsere Einkaufsorganisation ein globales risikobasiertes Managementsystem etabliert (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Entsprechende Standards haben wir in einer globalen Einkaufsrichtlinie definiert. Unsere übergeordnete Einkaufs-Policy umfasst unter anderem auch die Gewährleistung der Versorgungssicherheit von BASF zum Beispiel mit Rohstoffen. Von Lieferanten fordern wir, dass sie international anerkannte Umweltstandards einhalten. Unsere Erwartungen haben wir im global gültigen Verhaltenskodex für Lieferanten (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette) festgeschrieben, der auch den Einsatz energieeffizienter und umweltfreundlicher Technologien einschließt. Unsere Policy und Richtlinie sowie unsere Strukturen und Prozesse entwickeln wir kontinuierlich weiter, um veränderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Wir streben an, die Einhaltung der Vorgaben durch einen mehrstufigen Kontrollprozess sicherzustellen (siehe S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

Darüber hinaus hat BASF Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung nachwachsender Rohstoffe formuliert und Anforderungen im Zusammenhang mit PCF und Ökoeffizienz-Analysen von Produkten definiert, mit dem Ziel, den CO2-Fußabdruck unserer Produkte zu verringern.

Anreizsysteme und organisatorische Strukturen

ESRS-Kennzeichnung:

Um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation zu schaffen, haben wir unternehmensinterne Anreizsysteme etabliert und unsere Organisation entsprechend aufgestellt.

Die Reduzierung der gruppenweiten CO2-Emissionen (Scope 1 und 2)6 haben wir bereits seit 2020 als bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator in den Steuerungs- und Vergütungssystemen der BASF-Gruppe verankert und ihr damit noch mehr Gewicht gegeben. Sie ist eines von drei jeweils gleich gewichteten (33,3 %)7 strategischen Zielen der langfristigen variablen Vergütung (Long-Term-Incentive, LTI) des Vorstands sowie der Senior Executives. Die Vergütung des Aufsichtsrats beinhaltet keine variable Komponente und ist somit nicht an die Erreichung von Zielen geknüpft.

In die Ziele der kurzfristigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive, STI) für die Senior Executives unserer operativ tätigen Geschäftseinheiten fließen finanzielle Ziele mit 75 %-Gewichtung ein. Weitere Ziele mit einer Gewichtung von insgesamt 25 % umfassen Arbeits- und Prozesssicherheit, Nachhaltigkeit sowie Weiterentwicklung der Unternehmensbereiche, wovon die ersten beiden nachhaltigkeitsbezogen sind. Die weiteren Ziele sind bereichsspezifisch, der jeweiligen Situation angepasst und werden ganzheitlich betrachtet. Das Ziel Nachhaltigkeit schließt im Jahr 2025 Elemente ein, die auf unsere grüne Transformation einzahlen, wie etwa den Umsatz mit sogenannten Sustainable-Future Solutions (mehr unter Allgemeine Angaben) oder die Erhöhung des Anteils lieferantenspezifischer PCFs unserer zugekauften Rohstoffe (mehr unter Maßnahmen in unserer Wertschöpfungskette).

Unsere organisatorischen Strukturen sind so ausgerichtet, dass sie eine marktorientierte Transformation hin zu einem nachhaltigeren Produktportfolio sowie die Erreichung unserer Klimaschutzziele ermöglichen. Die Corporate-Center-Einheit „Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality“, die an ein Vorstandsmitglied berichtet, verantwortet unser Responsible-Care-Management-System. Die Einheit „Corporate Sustainability“, mit Berichtslinie zu unserem Vorstandsvorsitzenden, entwickelt die Klimaschutzziele der BASF-Gruppe sowie Emissionsreduktionshebel zur Zielerreichung. Im Zusammenspiel mit „Corporate Sustainability“ verantwortet die Einheit „Global Procurement“, die an den Finanzvorstand berichtet, die Einkaufsprozesse und Beschaffungsrichtlinien im Hinblick auf unsere rohstoffbezogenen Ziele. Die Einheit „BASF Renewable Carbon“ treibt innerhalb von „Global Procurement“ die Beschaffung von nachwachsenden Rohstoffen und Biomasse für die BASF-Unternehmensbereiche weiter voran. Sie agiert als Pendant zur Tochtergesellschaft BASF Renewable Energy GmbH, die die Beschaffung erneuerbarer Energien koordiniert.

Transitionsplan für den Klimaschutz

ESRS-Kennzeichnung:

Wir verfolgen ambitionierte Ziele zum Klimaschutz. Wir wollen die Treibhausgasemissionen unserer Produktion (Scope 1) und unseres Energieeinkaufs (Scope 2) ausgehend vom Basisjahr 2018 um 25 % bis 2030 senken und streben bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen an (siehe auch Abschnitt „Globale Ziele“).8 Unser Ziel steht – auf Basis der aufgezeigten Emissionsreduktionspfade der International Energy Agency (IEA) in ihrer Studie „Net Zero by 2050“9 – im Einklang mit der Begrenzung einer Erderwärmung von 1,5 °C. Die angestrebte Reduktion um 25 % liegt unterhalb des aus den Daten der Studie berechneten Referenzwertes. Bereits heute weisen unsere Anlagen zur Produktion von Basischemikalien wie Ammoniak, Methanol und High Value Chemicals10 eine Emissionsintensität unterhalb der von der IEA definierten Werte für das Jahr 2030 auf.

Über unsere eigene Produktion hinaus übernehmen wir Verantwortung für Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette und haben uns auch ein Ziel für unsere rohstoffbezogenen Scope-3.1-Emissionen11 gesetzt (siehe Abschnitt „Globale Ziele). Auf Basis der Studie der IEA lässt sich jedoch kein Emissionsreduktionspfad für diese Emissionen ableiten.

Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele haben wir einen Transitionsplan12 entwickelt, der unseren Emissionsreduktionspfad anhand der wichtigsten Hebel aufzeigt. Zur Verringerung unserer Treibhausgasemissionen aus eigener Produktion und Energieeinkauf (Scope 1 und 2) setzen wir auf folgende Emissionsreduktionshebel13:

  • Erneuerbare Energien: Wir decken unseren Strombedarf zunehmend aus erneuerbaren Quellen (siehe Maßnahmen).

  • Operational Excellence: Im Rahmen unserer Operational-Excellence-Aktivitäten steigern wir fortlaufend die Energie- und Prozesseffizienz unserer Anlagen (siehe Maßnahmen).

  • Emissionsarme Dampferzeugung: Wir setzen bei der Dampferzeugung künftig verstärkt auf Elektrifizierung und erschließen damit auch bisher ungenutzte Abwärmepotenziale (siehe Maßnahmen).

  • Klimafreundliche Technologien: Wir entwickeln grundlegend neue CO2-freie und CO2-arme Prozesse und bewerten und pilotieren neue Technologien für eine nachhaltigere Chemie (siehe Maßnahmen).

Transitionsplan für den Klimaschutz

Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

Transitionsplan für den Klimaschutz (Wasserfalldiagramm)
a Referenzzielwert eines 1,5-°C-konformen Reduktionspfads

Etwa die Hälfte der Scope-1- und Scope-2-Emissionen von BASF ist auf die Energieerzeugung zum Betrieb unserer Anlagen zurückzuführen. Mit dem Hebel „Erneuerbare Energien“ lassen sich die Scope-2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um bis zu 3,2 Millionen Tonnen CO2 senken. Weitere Emissionsreduktionen sind mit dem Hebel „Emissionsarme Dampferzeugung“ bis 2030 um bis zu 0,6 Millionen Tonnen CO2 (Scope 1) möglich. Neue Technologien zur Dampferzeugung wie beispielsweise Wärmepumpen oder E-Boiler ermöglichen langfristig neben der Emissionsreduktion auch eine Entkopplung der hocheffizienten Herstellung von Dampf und Strom in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Der heute damit hergestellte Strom kann anschließend ebenfalls über erneuerbare Energien bereitgestellt werden. Die weitere Hälfte unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen entsteht in unseren Produktionsprozessen. Zur Reduktion dieser Emissionen setzen wir zum einen auf eine kontinuierliche Verbesserung unserer Anlagen (Operational Excellence). Wir sehen darin ein Reduktionspotenzial von bis zu 0,6 Millionen Tonnen CO2 (vorwiegend Scope 1), das wir insgesamt bis 2030 realisieren wollen. Zum anderen arbeiten wir an der Entwicklung und Implementierung klimafreundlicher Technologien, um eine emissionsärmere Produktion zu ermöglichen. Daraus ergibt sich ein weiteres Reduktionspotenzial von bis zu 1,1 Millionen Tonnen CO2 (Scope 1) bis 2030. Unsere Emissionsreduktionshebel ermöglichen die Reduktion der bis 2030 hinzukommenden wachstumsbedingten CO2-Emissionen, die mit organischem Wachstum sowie mit der Investition in unseren neuen Verbundstandort in Südchina verbunden sind. Alle implementierten Reduktionsmaßnahmen sind als langfristig anzusehen. Wachstumsbedingte Emissionssteigerungen zwischen 2030 und 2050 werden insbesondere durch die Hebel „Klimafreundliche Technologien“ und „Emissionsarme Dampferzeugung“ ausgeglichen.

Der Transitionsplan spiegelt den marktorientierten Transformationsansatz unserer „Winning Ways“-Strategie wider, bei dem wir stufenweise vorgehen (siehe auch Abschnitt „Strategie und Governance“). Fortschritte im Zuge der Umsetzung unseres Transitionsplans finden sich im Abschnitt „Maßnahmen“ – gegliedert nach den zugehörigen Emissionsreduktionshebeln. Konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduktion und Erreichung unserer Ziele werden kontinuierlich nach ökonomischen und technologischen Gesichtspunkten evaluiert und priorisiert. Darüber hinaus analysieren wir fortlaufend unser Portfolio. Die Darstellung in der Grafik bildet daher den Stand unserer Planung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Transitionsplans Anfang 2025 ab, unterliegt jedoch zukünftigen Aktualisierungen. Externe Kompensationsmaßnahmen für unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen14 ziehen wir mittelfristig nur zur Überbrückung in Betracht, falls unsere Aktivitäten nicht den gewünschten Beitrag zur Emissionsreduktion leisten sollten.

Als energie- sowie emissionsintensiver Sektor ist die chemische Industrie nach heutigem Stand mit einer signifikanten Menge an potenziellen Locked-in-Emissionen (gebundene Treibhausgasemissionen) verbunden.15 Dies trifft auch für BASF zu und wurde bei der Bewertung unserer Emissionsreduktionshebel berücksichtigt. Da für die Transformation unserer Anlagen signifikante finanzielle Mittel notwendig sind, besteht grundsätzlich eine Gefährdung unserer Zielerreichung durch Locked-in-Emissionen in Vermögenswerten. Potenzielle Locked-in-Emissionen werden in unsere Investitionsentscheidungen, wie zum Beispiel die Planung unseres neuen Verbundstandorts in Südchina, einbezogen. So wird dieser bereits seit Inbetriebnahmestart im Jahr 2025 ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt und soll als Vorbild für eine nachhaltigere Chemieproduktion dienen.

Wenige unserer Produkte führen direkt zu CO2-Emissionen während ihrer Nutzungsphase. Um auch diese Emissionen weiter zu reduzieren, suchen wir stets nach neuen, nachhaltigeren Lösungen (siehe Abschnitt „CO2-Fußabdruck unserer Produkte“) und konnten dadurch bereits signifikant Emissionen reduzieren (siehe Reduzierung Scope 3.11 im Abschnitt „Maßnahmen in unserer Wertschöpfungskette“).

Der Transitionsplan ist in unsere Finanzplanung eingebettet und wurde von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen. Ihm liegen Investitionen in Höhe von rund 0,6 Milliarden € in Scope-1-Maßnahmen zwischen 2026 und 2029 zugrunde. Diese sind Teil der Ausgaben zur grünen Transformation von BASF von voraussichtlich 1,2 Milliarden € zwischen 2026 und 2029. Im Einklang mit unserem marktorientierten Vorgehen und der verringerten Geschwindigkeit der industriellen Rohstofftransformation haben wir unsere Investitionen angepasst. Die Nutzung erneuerbarer Energien wollen wir weiterhin mit langfristigen Lieferverträgen vorantreiben.

Im Jahr 2025 ergaben sich Investitionen in Höhe von 77 Millionen €, die der Wirtschaftstätigkeit im Bereich Gas zuzuordnen sind (siehe Tabellen im Kapitel „EU-Taxonomie“). Neben Investitionen zur Erreichung unseres Emissionsreduktionsziels haben wir unter anderem am Standort Zhanjiang/China in die Dampfversorgung investiert. Ein kleiner Teil der Dampfversorgung wird dort neben der künftigen Bereitstellung von Prozessabhitzedampf über einen Dampfkessel sichergestellt, der unter anderem mit Erdgas betrieben wird. Darüber hinaus fielen unter den Umweltzielen „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ keine erheblichen taxonomiekonformen Investitionen/CapEx an. Durch die geringe Abdeckung der BASF-Tätigkeiten in der EU-Taxonomie sowie durch die aktuell verwendeten Berichtskriterien wird momentan nur ein begrenzt aussagekräftiges Bild des möglichen Nachhaltigkeitsbeitrags von BASF aufgezeigt. Die wenigen Aktivitäten, die unter das Umweltziel „Klimaschutz“ fallen, finden sich im Kapitel „EU-Taxonomie“. Daher verfolgt BASF keine zusätzlichen Pläne, um wirtschaftliche Aktivitäten an die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 anzupassen.

Verantwortung in unserer Wertschöpfungskette

ESRS-Kennzeichnung:

Für die Reduzierung unserer rohstoffbezogenen Emissionen (Scope 3.1) setzen wir auf einkaufsspezifische Maßnahmen und arbeiten eng mit unseren Lieferanten zusammen (siehe Abschnitt „Maßnahmen in unserer Wertschöpfungskette“). In den vergangenen Jahren konnten wir die Datenverfügbarkeit und damit die Transparenz über unsere rohstoffbezogenen Emissionen deutlich erhöhen und wollen diese durch unser darauf basierendes Scope-3.1-Ziel gezielter steuern. Darüber hinaus übernehmen wir Verantwortung für unsere weiteren Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (mehr unter Maßnahmen in unserer Wertschöpfungskette). Die Senkung der Scope-3-Emissionen, die den Großteil unserer Gesamtemissionen ausmachen, stellt uns vor besondere Herausforderungen, da diese nur in Teilen in unserer eigenen unmittelbaren Einflusssphäre liegen und durch eine Vielzahl externer Faktoren beeinflusst werden.

Wir setzen zudem vermehrt auf Zirkularität in Form von nachwachsenden und recycelten Rohstoffen sowie von Rohstoffen auf Basis der Nutzung von CO2, um von einer linearen Wertschöpfung hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen zu gelangen (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft). In Zukunft werden wir verstärkt den Bezug erneuerbarer Rohstoffe vorantreiben und analog zur Beschaffung erneuerbarer Energien auf einen „Make & Buy“-Ansatz setzen. Durch die vermehrte Einspeisung nachwachsender, recycelter und emissionsarmer Rohstoffe in unsere bestehenden Anlagen können wir die einzigartigen Vorteile unseres Verbunds nutzen und unseren Kunden Produkte mit einem verringerten PCF anbieten.

Um die Transparenz über unsere produktspezifischen Treibhausgasemissionen zu erhöhen und CO2-Minderungsmaßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie den höchsten Mehrwert bringen, ermitteln wir über eine digitale Lösung fortlaufend den PCF unserer Produkte16 (siehe Abschnitt „CO2-Fußabdruck unserer Produkte“). Diese PCFs umfassen alle Treibhausgasemissionen von der Rohstofferschließung bis zum fertigen Produkt, das die Werkstore verlässt (Cradle-to-Gate). So können unsere Kunden von einem verringerten CO2-Ausstoß in der Wertschöpfungskette profitieren. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden Lösungen an, die zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen sowie zur Steigerung von Energie- und Ressourceneffizienz beitragen.

Ein wesentliches Element zur Weiterentwicklung von Transformationsthemen im Zusammenhang mit Klimawandel, Energie, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft ist zudem unsere TripleS-Methode zur Steuerung der Nachhaltigkeitsleistung unseres Produktportfolios (mehr unter Allgemeine Angaben sowie unter Resilienz- und Szenarioanalysen). Neben der Umsetzung neuer Behördenauflagen treiben wir die Anpassung und Entwicklung neuer Produktionsprozesse voran, mit dem Ziel, den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte zu verkleinern. Zentraler Teil des Evaluierungsprozesses sind dabei Kriterien zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Für einen effektiven Klimaschutz braucht es das Zusammenspiel aller gesellschaftlichen Akteure. Grundlage ist ein politisches und regulatorisches Umfeld, das Innovationen für den Klimaschutz fördert, die internationale Wettbewerbsfähigkeit neuer Verfahren ermöglicht und den Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen vorantreibt. Unser Anspruch ist es, die Transformation in Richtung Klimaneutralität sozial gerecht mitzugestalten (Just Transition). Um die Perspektiven unserer externen Stakeholder in unsere Entscheidungen und unser Handeln einzubeziehen, setzen wir auf Dialogforen und Beratungsgremien wie unser mit externen Fachleuten etabliertes Nature Advisory Council (mehr unter Allgemeine Angaben). Gemeinsam mit Vulcan Energy informierten wir im Jahr 2025 beispielsweise in Bürgerdialogveranstaltungen über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte des Geothermie-Projekts in Ludwigshafen und der Vorderpfalz (mehr unter Emissionsarme Dampferzeugung). Auch das im Jahr 2024 gegründete Zivilgesellschaftliche Forum bietet Raum für einen vertraulichen Austausch mit Vertretern des zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Spektrums (mehr unter Allgemeine Angaben).

Zudem unterstützen wir auf nationaler und internationaler Ebene zahlreiche Initiativen und bringen uns in Partnerschaften ein. So waren wir in intensivem Dialog mit der Science Based Targets initiative (SBTi), die wissenschaftsbasierte Klimaschutzziele für den Chemiesektor ausgearbeitet hat.

Wir verpflichten uns dazu, transparent über unsere Klimaschutzziele und Fortschritte sowie über die Auswirkungen des Klimawandels auf BASF zu berichten. In diesem Zuge unterstützen wir die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Bereits seit 2004 nehmen wir darüber hinaus am Programm zur Berichterstattung klimaschutzrelevanter Daten der internationalen Non-Profit-Organisation CDP teil. In der CDP-Bewertung zum Klimaschutz erreichte BASF im Jahr 2025 die Note A und somit Leadership-Niveau. Unternehmen auf Leadership-Niveau zeichnen sich unter anderem durch Vollständigkeit und Transparenz in der Berichterstattung aus.

6 Zielrelevante Scope-1- und Scope-2-Emissionen (ohne den Verkauf von Energie an Dritte). Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet.

7 Der exakte prozentuale Einfluss auf die Vergütung ist von der Zielerreichung abhängig. Ergänzende Informationen finden sich im Vergütungsbericht, der unter basf.com/verguetungsbericht öffentlich zugänglich gemacht wird.

8 Scope 1 und Scope 2 (ohne den Verkauf von Energie an Dritte). Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet.

9 Die „Net Zero by 2050“-Studie der IEA berücksichtigt ein Szenario, das bemessen nach dem IPCC Spezialbericht zur Erderwärmung von 1,5 °C für 2030 mit einem 1,5-°C-Szenario mit geringem Temperaturüberschwingen und für 2050 mit einem 1,5-°C-Szenario ohne Überschwingen übereinstimmt.

10 Wichtige Grundstoffe wie Ethylen, Propylen, Benzol, Toluol und gemischte Xylole

11 Scope 3.1, Bruttoemissionen der Rohstoffe ohne Batteriematerialien, ausgenommen Services, technische Güter und Treibhausgasemissionen aus BASF-Trading-Aktivitäten. Die Emissionen decken 52 % der gesamten Scope-3-Emissionen basierend auf dem Geschäftsjahr 2025 ab.

BASF fällt gemäß den in Artikel 12 Absatz 1 Buchstaben d bis g der Delegierten Verordnung (EU) 2020/1818 der Kommission (Verordnung über Referenzwerte für den klimabedingten Wandel) genannten Ausschlusskriterien nicht unter die Unternehmen, die von den Paris-abgestimmten EU-Referenzwerten ausgenommen sind.

13 Zur Ermittlung der Hebel wurden keine Klimaszenarien herangezogen. Stattdessen basieren die Hebel auf einer Analyse der Emissionsquellen und der technischen Möglichkeiten, diese zu reduzieren.

14 Scope 1 und Scope 2 (ohne den Verkauf von Energie an Dritte). Die Emissionen decken 96 % der gesamten Scope-1- und Scope-2-Emissionen bezogen auf das Basisjahr ab. Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet.

15 Dabei handelt es sich um künftige Treibhausgasemissionen, die voraussichtlich durch wichtige Vermögenswerte oder Produkte innerhalb ihrer Einsatz- beziehungsweise Lebensdauer verursacht werden.

16 Dies umfasst sämtliche BASF-Produkte aller A-Gesellschaften und einiger ausgewählter B-Gesellschaften, ausgenommen Handelswaren. Weitere Informationen zur rechtlichen Unternehmensstruktur siehe BASF-Gruppe.

Maßnahmen

ESRS-Kennzeichnung:

Basierend auf der umfassenden Analyse unserer Emissionen richten wir unser Handeln konsequent an unseren Klimaschutzzielen aus. Die Transformation unseres Unternehmens hin zu einer emissionsarmen Chemie ist eng verknüpft mit der Transformation unserer Kunden (siehe auch Abschnitt „Strategie und Governance). Bei den beschriebenen Maßnahmen sind im Geschäftsjahr 2025 keine erheblichen Investitionen und Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie angefallen.

Erneuerbare Energien

Etwa die Hälfte unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen sind auf den Energiebedarf unserer Anlagen zurückzuführen. Ein zentraler Baustein ist daher die Umstellung unserer Energieversorgung von fossilen auf erneuerbare Energiequellen, insbesondere im Hinblick auf unsere Stromversorgung. Im Jahr 2025 ist der Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen am Gesamtstromverbrauch mit 36 % im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen (2024: 26 %). Durch die geplante schrittweise Elektrifizierung unserer Dampferzeugung und den Umstieg von gasbasierten auf strombasierte CO2-arme Produktionsverfahren wird unser Strombedarf zukünftig signifikant steigen.

Bei der Transformation unserer Stromversorgung verfolgen wir kurz-, mittel- und langfristig einen „Make & Buy“-Ansatz. Zum einen investiert BASF in eigene Erzeugungsanlagen für Grünstrom, zum anderen setzen wir auf den Zukauf von Grünstrom am Markt. Je nach Region und Marktregulierung werden hierfür langfristige Lieferverträge mit Anlagenbetreibern, Grünstromverträge oder Grünstromzertifikate genutzt.

Wir haben die Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien 2025 weiter vorangetrieben. Unseren neuen Verbundstandort Zhanjiang in Südchina, an dem wir im November 2025 mit der Herstellung erster Produkte aus dem Verbund begonnen haben, versorgen wir vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Hierfür wurde unter anderem ein gemeinsames Joint Venture mit Mingyang Wind Power Group Limited gegründet, das Entwicklung, Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks in Zhanjiang umfasst. Der Windpark mit einer geplanten Kapazität von 500 Megawatt befindet sich im Bau. Das Netzanschlussprojekt wurde erfolgreich abgeschlossen; die Inbetriebnahme des Windparks ist für 2026 vorgesehen.

Seit Anfang des Geschäftsjahres 2025 wird unser Standort Zhanjiang bereits über einen Liefervertrag mit der State Power Investment Corporation (SPIC) zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt. Zudem haben wir neben bestehenden langfristigen Lieferverträgen mit der SPIC einen Liefervertrag mit dem China Energy Engineering Group Guangdong Electric Power Design Institute (GEDI) für Strom aus erneuerbaren Quellen über eine Laufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Auch an anderen asiatischen Standorten konnten wir im Jahr 2025 Fortschritte erzielen: Sechs unserer Produktionsstätten in Schanghai werden künftig über die China Huaneng Group mit 250 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt. Diese Vereinbarung beinhaltet auch das erste gebotszonen-übergreifende17 Lieferabkommen für Strom aus erneuerbaren Quellen aus den chinesischen Provinzen Guangxi und Yunnan nach Schanghai. BASF Taiwan hat ebenfalls einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende gemacht. Unser Standort Kuanyin hatte bereits im Jahr 2023 an der ersten grünen Stromauktion der Taiwan Power Company (Taipower), Taiwans größtem Stromanbieter, teilgenommen und den Zuschlag für eine kleine Menge erneuerbarer Energie für drei Jahre erhalten. Im Jahr 2025 nahm nun auch der Standort Changhua erfolgreich an solch einer Auktion teil. Im Frühjahr 2025 unterzeichneten wir für zwei unserer Produktionsstandorte in Singapur einen Vertrag mit der SP Group (Singapore Power) zur Installation von Solardachpaneelen. 2023 und 2024 hatten wir bereits langfristige Energielieferverträge für Strom aus erneuerbaren Quellen an unseren drei Standorten in Jiangsu/China sowie für sechs unserer Produktionsstandorte in Korea abgeschlossen.

Der Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid, ein Gemeinschaftsprojekt mit Vattenfall und Allianz, ist seit Sommer 2024 in Betrieb. Mit 139 Turbinen und einer Leistung von 1,5 Gigawatt ist er einer der größten subventionsfreien Offshore-Windparks der Welt. Wir setzen den daraus produzierten Strom für die Versorgung unserer Produktionsstandorte in Europa, insbesondere Ludwigshafen, ein.

In Nordamerika konnten wir uns bereits im Jahr 2022 über virtuelle Stromabnahmeverträge Erzeugungskapazitäten von rund 150 Megawatt aus Solarenergie sichern. Diese Solaranlagen sind bereits in Betrieb. Weitere langfristige Lieferverträge bestehen mit X-ELIO über eine Kapazität von 48 Megawatt Solarstrom zur Versorgung des Standorts Freeport/Texas („Liberty Project“) sowie mit weiteren Entwicklern für 33 Megawatt Solarenergie für den Freeport-Standort und 35 Megawatt Windenergie für die Standorte Freeport und Pasadena/Texas. Mit dem „Liberty Project“, das im Jahr 2025 in Betrieb ging, wird der zugekaufte Strom für unseren Verbundstandort in Freeport zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammen. In einigen Regionen haben wir zudem Grünstromzertifikate erworben. Darüber hinaus hat BASF Ende 2025 ein Abkommen mit BP Energy Retail Company über den Kauf von Zertifikaten für erneuerbare Energien abgeschlossen. Die Vereinbarung mit einer Laufzeit von 15 Jahren umfasst eine Windkapazität in Höhe von etwa 47 Megawatt.

Der CO2-Fußabdruck für zugekauften Strom lag im Jahr 2025 bei rund 0,14 Tonnen CO2/MWh (marktbasierter Ansatz) (2024: 0,20 Tonnen CO2/MWh). Für das Geschäftsjahr 2025 konnten wir durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen unsere Treibhausgasemissionen um etwa 1,5 Millionen Tonnen CO2 reduzieren im Vergleich zur Nutzung von Strom aus fossilen Quellen (mehr zu den erwarteten Emissionsreduktionen in unserem Transitionsplan).

Um die Versorgung mit grünem Strom mit der verringerten Transformationsgeschwindigkeit in Einklang zu bringen, hat BASF im Jahr 2025 ihren 49-prozentigen Anteil an den Offshore-Windparks Nordlicht 1 und 2 zurück an Vattenfall verkauft. Die Transaktion steht im Einklang mit dem disziplinierten Ansatz zur Kapitalallokation sowie dem marktorientierten, schrittweisen Transformationsansatz von BASF im Rahmen der „Winning Ways“-Strategie. Gleichzeitig setzt BASF die Zusammenarbeit mit Vattenfall fort, indem das Unternehmen sich eine langfristige Versorgung mit erneuerbarem Strom für die chemische Produktion in Europa sichert – zu einem Zeitpunkt, an dem zusätzlicher grüner Strom benötigt wird.

Operational Excellence

Durch Projekte im Bereich Operational Excellence wollen wir unsere Anlagen noch effizienter betreiben, unsere Prozesse noch ressourcenschonender gestalten und dadurch CO2-Emissionen vermeiden. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang zertifizierte Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001 an allen relevanten Produktionsstandorten.18 Sie helfen uns, kontinuierlich Verbesserungsmöglichkeiten bei der Energieeffizienz zu identifizieren und umzusetzen. Dies reduziert nicht nur Treibhausgasemissionen und spart wertvolle Energieressourcen ein, sondern erhöht zugleich unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Im Jahr 2025 haben wir mehr als 550 Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Rohstoffverbrauchs sowie zur Erhöhung unserer Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt, die zu einer Emissionsreduktion von etwa 240.000 Tonnen CO2 geführt haben (mehr zu den erwarteten Emissionsreduktionen in unserem Transitionsplan). In Hannibal/Missouri wurde beispielsweise durch die Optimierung der Prozesssteuerung unserer Verbrennungsanlagen der Erdgasverbrauch verringert, was zu einer jährlichen CO2-Reduktion von etwa 7.000 Tonnen führt. In Camaçari/Brasilien haben wir durch die Optimierung der Ventildichtungen und des Rohrleitungslayouts in einer Anlage eine Senkung des Dampfverbrauchs erreicht und vermeiden somit jährlich etwa 6.700 Tonnen CO2-Emissionen. Am Standort Caojing in China konnte der Erdgasverbrauch einer Anlage deutlich reduziert werden, indem überschüssiger Wasserstoff eines Drittunternehmens vollständig genutzt und ein zeitgerechtes Signalübertragungssystem für die Wasserstoffversorgung in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten entwickelt wurde. Diese Maßnahmen reduzieren die CO2-Emissionen gemeinsam um rund 9.600 Tonnen pro Jahr.

Emissionsarme Dampferzeugung

Neben Strom ist die Produktion von Dampf ein wichtiger Baustein unserer Energieversorgung. Hier sollen neue Technologien mittel- bis langfristig einen signifikanten Beitrag zur CO2-Minderung leisten, etwa durch Energierückgewinnung aus der Abwärme unserer Produktions- und Infrastrukturanlagen. In diesem Zusammenhang prüfen wir verschiedene Konzepte wie den Einsatz elektrischer Wärmepumpen und E-Heizkessel sowie die Elektrifizierung von Dampfantrieben. Erste Fortschritte bei der emissionsarmen Dampferzeugung konnten wir bereits verzeichnen: 2024 erhielt BASF die Förderzusage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für den Bau der weltweit größten industriellen Wärmepumpe zur CO2-freien Dampferzeugung am Standort Ludwigshafen; 2025 wurde mit dem Bau begonnen. Die Wärmepumpe wird eine Kapazität von bis zu 500.000 Tonnen Dampf pro Jahr haben. Die Abwärme, die als thermische Energiequelle herangezogen wird, stammt aus einem der beiden Steamcracker am Standort, wo sie bei der Abkühlung und Reinigung von Prozessgasen entsteht. Mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen wird CO2-freier Dampf gewonnen, der zu einem Großteil in der Ameisensäureproduktion eingesetzt werden soll. Hier besteht das Potenzial, die entstehenden CO2-Emissionen mithilfe der Wärmepumpe um bis zu 98 % zu reduzieren. Ein kleinerer Teil des CO2-freien Wasserdampfs wird über das Dampfnetz am Standort weiteren BASF-Produktionsbetrieben zugeführt. Insgesamt werden durch die Wärmepumpe, die 2027 in Betrieb gehen soll, bis zu 100.000 Tonnen CO2 im Jahr am Stammwerk des Unternehmens eingespart. Um dem zukünftig steigenden Strombedarf durch die Elektrifizierung von Prozessen in der chemischen Produktion und Energieerzeugung, wie etwa bei der emissionsarmen Dampferzeugung, Rechnung zu tragen, wurde im Jahr 2025 mit der Erweiterung der Umspannanlage am Standort Ludwigshafen durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion begonnen. Die erste Teilinbetriebnahme ist ab 2029 geplant, die Gesamtfertigstellung soll bis 2037 erfolgen.

Im Rahmen einer Partnerschaft mit Vulcan Energy prüfen wir zudem den Einsatz geothermischer Energie am Standort Ludwigshafen. Die Ergebnisse erster 2D-seismischer Untersuchungen, die unser Partner im Frühjahr 2025 in der Vorderpfalz durchführte, bestätigen das geothermische Potenzial in der Region. Weitere Messungen, darunter auch eine 3D-seismische Erkundung, sind geplant. Erdwärme aus dem Gebiet der Vorderpfalz könnte mittels Wärmepumpen zur CO2-freien Erzeugung von Dampf eingesetzt werden. Bei einer potenziellen Leistung von 300 Megawatt thermischer Energie könnten jährlich etwa 4 Millionen Tonnen des für die chemische Industrie so wichtigen Energieträgers produziert werden. Rund 800.000 Tonnen CO2-Emissionen würden in diesem Fall vermieden. Das übergeordnete Ziel von BASF und Vulcan Energy ist es, das gemeinsame Geothermie-Projekt Anfang der 2030er-Jahre umzusetzen.

Auch an unserem Standort in Schwarzheide setzen wir auf emissionsarme Dampferzeugung. Dort wollen wir gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz eine Power-to-Heat-Anlage errichten und betreiben. In der Anlage soll Strom aus erneuerbaren Quellen in Prozesswärme umgewandelt werden. Die geplante Anlage besteht aus einem Elektrodenkessel mit einer Leistung von 25 Megawatt und soll Ende 2026 in Betrieb gehen. Eine weitere Power-to-Heat-Anlage wird derzeit an unserem Standort Guaratinguetá/Brasilien errichtet. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. Die Anlage wird mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, so dass zukünftig bis zu 60 % des Dampfbedarfs am Standort emissionsarm bereitgestellt werden können.

Klimafreundliche Technologien

Zur weiteren CO2-Vermeidung entwickeln wir zudem grundlegend neue Technologien für eine CO2-freie und CO2-arme Produktion, deren Skalierung wir weitestgehend ab dem Jahr 2030 planen. Im Fokus stehen dabei vor allem Basischemikalien, deren Herstellung häufig noch emissionsintensiv ist. Dies gilt etwa für Steamcracker, die bei hohen Temperaturen von 850 °C Rohbenzin in Olefine und Aromaten aufspalten. Die hohen Temperaturen werden bislang durch die Verbrennung von Erdgas erreicht. Mit einem Beheizungskonzept, das Strom aus erneuerbaren Quellen nutzt, könnten künftig mindestens 90 % der prozessbezogenen Emissionen im Vergleich zu heute üblichen Technologien vermieden werden. Dieses neue Verfahren im industriellen Maßstab sowie damit verbundene direkte und indirekte Heizkonzepte testen wir gemeinsam mit unseren Partnern SABIC und Linde in einer Demonstrationsanlage für elektrisch beheizte Steamcrackeröfen an unserem Standort Ludwigshafen.19 Der Prototyp ist vollständig in einen der beiden bestehenden Steamcracker am Standort integriert.

Ein gängiges, aber emissionsintensives Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoff ist die Dampfreformation. Mit der Methanpyrolyse erproben wir in Ludwigshafen ein Alternativverfahren, das beim Einsatz erneuerbarer Energien nahezu CO2-frei ist und im Vergleich zu anderen Verfahren, wie etwa der Wasserelektrolyse, einen deutlich niedrigeren Strombedarf aufweist. In der im Jahr 2021 in Betrieb genommenen Testanlage haben wir ein neues Reaktorkonzept erfolgreich getestet und konnten einen stabilen Betrieb demonstrieren. Im November 2025 haben wir mit ExxonMobil eine Zusammenarbeit vereinbart, um die Methanpyrolyse-Technologie gemeinsam zur kommerziellen Einsatzreife weiterzuentwickeln. In Baytown/Texas planen wir hierfür den Bau und Betrieb einer gemeinsamen Demonstrationsanlage, die dazu beitragen soll, die Technologie für den Einsatz im großen Maßstab zu validieren.

Zudem haben wir mit Siemens Energy in Ludwigshafen den Bau eines PEM-Wasserelektrolyseurs20 (Proton Exchange Membrane) mit einer Leistung von 54 Megawatt vorangetrieben. Die Anlage hat im März 2025 den Betrieb aufgenommen. Mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt der Elektrolyseur bis zu 8.000 Tonnen CO2-freien Wasserstoff und senkt damit die Treibhausgasemissionen am Standort um bis zu 72.000 Tonnen im Jahr. Den produzierten Wasserstoff wird BASF überwiegend als Rohstoff zur Herstellung von Produkten mit reduziertem PCF einsetzen. Zudem haben wir Anfang 2024 eine Zusammenarbeit mit Envision Energy, einem führenden Anbieter nachhaltiger Technologien, vereinbart. Ziel ist es, die Umwandlung von grünem Wasserstoff und CO2 in E-Methanol als nachhaltigen Energieträger voranzutreiben. BASF bringt dafür Expertise im Bereich Katalysatortechnologien ein. Darüber hinaus erwarten wir für die Zukunft neue Wasserstoffanwendungen, wie etwa die Nutzung als eigenständiger oder als Grundstoff für nachhaltige Energieträger, und damit einen tendenziell steigenden Wasserstoffbedarf. Der Zugang zu großen Mengen an emissionsarmem oder -freiem Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Kosten gewinnt daher zunehmend an Bedeutung für BASF.

Ein weiteres Augenmerk unserer Technologieentwicklung gilt der Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS). Diese Technologie stellt voraussichtlich mittel- und langfristig eine der ökonomisch attraktivsten Möglichkeiten dar, schwer zu vermeidende Emissionen zu reduzieren. Daher prüfen wir die Implementierung von CCS-Anlagen an verschiedenen Standorten weltweit.

Maßnahmen in unserer Wertschöpfungskette

Im Zuge unseres Lieferantenmanagements überprüfen wir kontinuierlich bei der Lieferantenauswahl sowie bei der Beurteilung von Lieferbeziehungen die Einhaltung der geforderten Kriterien. Wir halten unsere Lieferanten an, CO2-Emissionen zu reduzieren. Lieferanten mit hohem Nachhaltigkeitsrisiko lassen wir durch Dritte überprüfen, entweder durch Vor-Ort-Audits oder mittels Nachhaltigkeitsbewertungen durch die Ratingagentur EcoVadis. Die Bewertung von Lieferanten erfolgt größtenteils im Rahmen der Chemieinitiative Together for Sustainability. Abhängig von den geschäftlichen Anforderungen führen wir bei ausgewählten Lohnfertigern eigene Responsible-Care-Audits durch, wenn wesentliche Risiken im Bereich Umweltschutz identifiziert wurden – dies beinhaltet auch das Thema CO2-Emissionen.

Um Transparenz bezüglich unserer rohstoffbezogenen Emissionen zu erlangen, haben wir 2021 das Supplier-CO2-Management-Programm gestartet. Ziel ist es, eine genauere Datengrundlage zu erhalten und Emissionen in der Lieferkette besser steuern und verringern zu können. Im ersten Schritt erfragen wir seither die PCFs unserer Rohstoffe und unterstützen unsere Lieferanten bei der Ermittlung, indem wir beispielsweise unser Wissen über Bewertungs- und Berechnungsmethoden mit ihnen teilen. Nach rund vier Jahren liegen uns mehr als 2.200 validierte PCFs vor – dies entspricht einer Abdeckung von 40 % bezogen auf die Treibhausgasemissionen unserer Rohstoffe. Wir arbeiten daran, die Transparenz über die PCFs unserer Rohstoffe und damit die Qualität der PCFs unserer Produkte weiter zu erhöhen.

Zusätzlich haben wir bereits im Jahr 2024 die nächste Phase unseres Supplier-CO2-Management-Programms gestartet, um PCF-Reduktionspfade mit unseren Lieferanten zu vereinbaren. In Dialogforen, wie den im Jahr 2025 zum Thema Scope-3.1-Emissionen durchgeführten BASF Supplier Days in Houston/Texas für die Region Nordamerika und in Schanghai für die Region Asien-Pazifik, tauschen wir uns mit Lieferanten über Chancen, Herausforderungen und konkrete Erwartungen von BASF in Bezug auf die PCF-Reduktion aus. Das Format war im Jahr 2024 bereits in den Regionen Europa und Südamerika ausgerollt worden. Darüber hinaus entwickeln wir unsere Einkaufsprozesse weiter und verankern den PCF als relevantes Kriterium für unsere Rohstoffe in den Beschaffungsrichtlinien.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität bleibt Erdgas – insbesondere sogenanntes Low-Carbon-Erdgas – ein zentraler Energieträger und Rohstoff für BASF. In diesem Zusammenhang setzen wir auf neue Lieferverträge, die Versorgungssicherheit, Flexibilität und Klimaverträglichkeit in Einklang bringen. Im Juni 2025 haben BASF und das norwegische Energieunternehmen Equinor eine langfristige strategische Vereinbarung über die jährliche Lieferung von bis zu 23 Terawattstunden (rund 2 Milliarden Kubikmeter) Erdgas über einen Zeitraum von zehn Jahren unterzeichnet. Das norwegische Erdgas hat einen weniger als halb so großen CO2-Fußabdruck wie der Durchschnitt des europäischen Gasmarktes, da unter anderem bei der Förderung und Verarbeitung besonders wenig Methan entweicht und überwiegend erneuerbarer Strom zum Einsatz kommt. Die Lieferungen begannen am 1. Oktober 2025.

Um fossile Rohstoffe zu ersetzen, haben wir im Jahr 2024 mit ENGIE einen langfristigen Abnahmevertrag für zertifiziertes Biomethan abgeschlossen, das an unseren Verbundstandorten in Antwerpen/Belgien und Ludwigshafen eingesetzt wird. Dadurch kann der CO2-Fußabdruck von Verkaufsprodukten in Branchen wie Automobil, Verpackung und Waschmittel mittels unseres Massenbilanz-Ansatzes (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft) reduziert werden. In einem weiteren Projekt haben wir mit dem Rohstoffanbieter Graphit Kropfmühl einen innovativen Ansatz zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks ihrer Produkte vereinbart. Wir liefern Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Quellen an das Unternehmen, wodurch sich der PCF des produzierten Graphits reduziert. Das Graphit nutzen wir wiederum als Rohstoff, um den PCF unseres Dämmstoffs Neopor® zu reduzieren. Gemeinsam mit AkzoNobel und Arkema arbeitet BASF an der Senkung des CO2-Fußabdrucks von Pulverlacken der AkzoNobel-Marke Interpon. Hierfür liefert BASF Neopentylglykol (NPG) mit einem PCF von null an den Partner Arkema, der den bio-attribuierten Rohstoff wiederum verarbeitet und so den CO2-Fußabdruck von superlanglebigen Pulverbeschichtungsharzen für AkzoNobel reduziert.

In Taiwan hat BASF mit Carbon Cap Applications Technology Co. (CCAT) einen Lizenzvertrag über die Bereitstellung ihrer Gaswäschetechnologie OASE® blue für ein Projekt zur Abscheidung und Speicherung von CO2 in einem Kraftwerk der Taiwan Power Company (Taipower) im Taichung Power Plant Carbon Reduction Technology Park unterzeichnet. Das Projekt wird von Taipower betrieben und soll gemäß den Konstruktions- und Planungsanforderungen jährlich 2.000 Tonnen CO2 abscheiden. BASF und die ANDRITZ-Gruppe haben einen Lizenzvertrag über die Nutzung von OASE® blue für ein geplantes Projekt zur CO2-Abscheidung in Aarhus/Dänemark unterzeichnet. Das Projekt zielt darauf ab, jährlich rund 435.000 Tonnen Kohlendioxid aus den Rauchgasen eines Müllheizkraftwerks abzuscheiden. Die Projektumsetzung hängt davon ab, ob der Kunde eine Finanzierung aus dem dänischen CCS-Fonds erhält.

Neben der Reduktion unserer rohstoffbezogenen Emissionen (Scope 3.1) ergreifen wir gezielt Maßnahmen, um die Scope-3-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Um etwa die Emissionen aus dem Transport unserer Produkte (Scope 3.9) zu reduzieren, hat der Unternehmensbereich Monomers ein Shipment-Emission-Dashboard entwickelt, mit dem wir standardisierte und zuverlässige Daten zu versandbezogenen Emissionen mit unseren Kunden teilen und den nachhaltigsten Transportweg bestimmen können. Um die Emissionen aus der Nutzung verkaufter Produkte (Scope 3.11) zu verringern, setzen wir auf Produktanpassungen: So kann mittlerweile in der nachgelagerten Wertschöpfungskette auf klimaschädliche Treibmittel zum Aufschäumen von Polyurethanschäumen weitgehend verzichtet werden. Durch diese und weitere Maßnahmen konnten wir unsere Emissionen aus der Nutzung verkaufter Produkte (Scope 3.11) seit 2018 um rund 75 % reduzieren.21 Emissionen, die im Rahmen der Entsorgung unserer Produkte (Scope 3.12) anfallen, wollen wir ebenfalls reduzieren. Dies ist zum Beispiel möglich durch den verstärkten Einsatz nachwachsender Rohstoffe oder zirkulärer Lösungen (siehe E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft). Beides sorgt dafür, dass immer weniger CO2 entlang des Lebenszyklus unserer Produkte das Klima belastet.

CO2-Fußabdruck unserer Produkte

Im Jahr 2025 haben wir unser Produktportfolio mit einem zertifiziert reduzierten CO2-Fußabdruck weiter ausgebaut, etwa bei Aroma-Inhaltsstoffen durch die Markteinführung von L-Menthol FCC rPCF, bei Ammoniakprodukten oder mit unserem Melaminharz-Schaumstoff Basotect® EcoBalanced für Schallabsorptionsanwendungen in der Transport- und Bauindustrie. Der Unternehmensbereich Intermediates hat sein Amine-Portfolio an unseren BASF-Standorten weltweit auf 100 % erneuerbaren Strom umgestellt. Im Jahr 2025 erfolgte dieser Übergang an den europäischen Verbundstandorten Ludwigshafen und Antwerpen/Belgien sowie am Verbundstandort Geismar/Louisiana. Am BASF-Standort Nanjing/China war die Amine-Produktion bereits im Jahr 2023 auf erneuerbaren Strom umgestellt worden. Darüber hinaus setzen wir auf Acrylmonomere, die mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt und zum Beispiel von Kunden in Klebstoffprodukten verwendet werden können. Mit biomassenbilanziertem Polyethersulfon (PESU) bieten wir unseren Kunden seit Anfang 2025 eine nachhaltigere Alternative bei Hochleistungskunststoffen für Branchen wie Haushalt, Automobil, Elektrik und Elektronik. Einige unserer Produkte, darunter das Polyamid Ultramid® und der HySorb®-Superabsorber für die Hygieneindustrie, bieten wir als Ultramid® ZeroPCF und HySorb® B 6610 ZeroPCF bereits mit einem CO2-Fußabdruck von netto-null an. Möglich werden die verringerten PCFs primär durch die Substitution von fossilen Rohstoffen. So setzen wir für die Herstellung der LowPCF- und ZeroPCF-Produkte anteilig oder vollständig nachwachsende, abfallbasierte oder recycelte Rohstoffe ein. Hierzu zählen etwa Rizinusöl, Biomethan oder Pyrolyseöl aus Kunststoffabfällen. Diese alternativen Rohstoffe verfügen oftmals im Vergleich zu fossilen Rohstoffen über eine bessere CO2-Bilanz. Die Zuordnung der alternativen Rohstoffe zum Endprodukt erfolgt über das Massenbilanz-Prinzip. Des Weiteren verwenden wir Strom und Dampf aus erneuerbaren Quellen zur Reduktion unserer PCFs.

Die von uns entwickelte digitale Methode zur PCF-Berechnung entspricht den allgemeinen Standards für Lebenszyklus-Analysen wie ISO 14040, ISO 14044 und ISO 14067 sowie dem Greenhouse Gas Protocol Product Standard. Eine Zertifizierung des TÜV Rheinland bestätigt, dass unsere Berechnungsmethode und unsere Berichterstattung vollständig den Anforderungen von Together for Sustainability (TfS) entsprechen. Unseren automatisierten Ansatz des PCF-Berechnungssystems stellen wir interessierten Industrieakteuren über Partnerschaften zur Verfügung. Wir bringen uns in verschiedene Initiativen ein, um die Transparenz, Harmonisierung und Standardisierung branchenweit voranzutreiben. Dies erfolgt auch im Rahmen von TfS, wo wir uns an der Erstellung und Revision eines Leitfadens zur einheitlichen Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Produkten in der chemischen Industrie beteiligt haben. Hierdurch können die Klimaauswirkungen von Produkten auf Basis einer standardisierten Vorgehensweise direkt verglichen und bewertet werden. Die Harmonisierung der Ansätze zur PCF-Berechnung ermöglicht uns eine verbesserte Steuerung der CO2-Emissionen, die bei der Gewinnung von Rohstoffen oder der Herstellung von Vorprodukten entstehen. Eine von TfS und Siemens entwickelte digitale Lösung zum Austausch von PCF-Daten zwischen Unternehmen wurde im Oktober 2024 eingeführt. Seit Mitte 2025 haben wir unsere Abfragen vollständig auf diese Lösung umgestellt. Im Rahmen des Catena-X-Netzwerks, in dem wir mit Partnern der automobilen Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, ist ein Datenaustausch ebenfalls seit 2024 möglich.

17 „Gebotszonenübergreifend“ bedeutet hier, dass Strom aus erneuerbaren Energien, der in anderen chinesischen Provinzen erzeugt wird (zum Beispiel in Guangxi oder Yunnan), zur Versorgung von Produktionsstätten in Schanghai genutzt wird.

18 Die Auswahl der relevanten Standorte ist bestimmt durch die Höhe des Primärenergiebedarfs und der lokalen Energiepreise.

19 Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Programms „Dekarbonisierung in der Industrie“ mit 14,8 Millionen € gefördert. Zudem wird das Vorhaben durch die Europäische Union über den Fonds „NextGenerationEU“ finanziert.

20 Das Projekt wird durch das BMWE und das Land Rheinland-Pfalz finanziell gefördert.

21 BASF-Geschäft ohne Öl-und-Gas-Geschäfte

Globale Ziele

ESRS-Kennzeichnung:

Als energieintensives Unternehmen verantworten wir durch die Erzeugung und den Verbrauch von Energie in Form von Strom und Dampf sowie durch die Verarbeitung fossiler Rohstoffe Treibhausgasemissionen, die sich negativ auf das Klima auswirken (siehe auch Auswirkungen, Risiken und Chancen unserer Geschäftstätigkeiten). Wir stellen uns dieser Verantwortung und verfolgen ambitionierte Ziele zum Klimaschutz.22

Scope 1 und 2

Ausgehend vom Basisjahr 2018 wollen wir die Treibhausgasemissionen unserer Produktion (Scope 1) und unseres Energieeinkaufs (Scope 2) bis 2030 um 25 % senken.23 Unser Ziel fokussiert sich auf Emissionen bedingt durch unsere Produktion und schließt 96 % unserer Brutto-Scope-1-Emissionen und 99 % unserer Brutto-Scope-2-Emissionen ein. Trotz unserer Wachstumspläne und der Errichtung eines neuen Verbundstandorts in Südchina streben wir damit ausgehend von 2018 bis 2030 eine Verringerung der jährlichen Treibhausgasemissionen von 21,9 Millionen Tonnen auf 16,4 Millionen Tonnen an. Verglichen mit 1990 entspricht dies einem Rückgang um rund 60 %. Unser langfristiges Ziel sind Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050.23 Zukünftige Entwicklungen unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Falle von Änderungen unserer Unternehmensstruktur berücksichtigen wir entsprechend den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol. Dabei haben wir für eine Neuberechnung der Emissionen aus dem Basisjahr einen Grenzwert von 5 % kumulativer Abweichung bezogen auf das Basisjahr gesetzt.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe (Scope 1 und 2)a

Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

Entwicklung der Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe (Scope 1 und 2) (Grafik)
a Scope 1 und Scope 2 (ohne den Verkauf von Energie an Dritte). Das Ziel umfasst Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, die in CO2-Äquivalente (CO2e)umgerechnet werden.

Im Jahr 2025 betrugen die Emissionen aus Produktion und Energieeinkauf der BASF-Gruppe 16,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (2024: 17,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Wir konnten den Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen weiter erhöhen auf 36 % und zusammen mit Maßnahmen zur Erhöhung der Energie- und Prozesseffizienz einen relevanten emissionsmindernden Beitrag leisten. Auch die im Vergleich zum Vorjahr verringerte Nachfrage führte zu einem geringen Rückgang unserer Produktionsmengen und damit niedrigeren CO2-Emissionen. Insgesamt konnten wir unsere Treibhausgasemissionen im BASF-Geschäft seit 1990 um 60 % senken. Im kommenden Jahr 2026 erwarten wir deutliche Mehremissionen von unserem kürzlich in Betrieb genommenen Verbundstandort in Zhanjiang. Diese wurden bei der Zielsetzung bereits berücksichtigt. Unsere Prognose zu unseren zielrelevanten Scope-1- und Scope-2-Emissionen für das Jahr 2026 findet sich im Prognosebericht.

Scope 3.1

Im Jahr 2023 haben wir uns ein ambitioniertes Scope-3.1-Ziel24 für unsere spezifischen rohstoffbezogenen Emissionen gesetzt. Dieses schließt rund 92 % unserer Scope-3.1-Emissionen basierend auf dem Basisjahr ein. Bis 2030 wollen wir diese bezogen auf das Einkaufsvolumen ausgehend vom Basisjahr 2022 spezifisch um 15 % senken. Damit streben wir eine Verringerung unserer spezifischen Scope-3.1-Emissionen von 1,64 Kilogramm CO2 je Kilogramm eingekaufter Rohstoff im Basisjahr 2022 auf 1,39 Kilogramm CO2 je Kilogramm eingekaufter Rohstoff im Zieljahr 2030 an. Durch unser Engagement wollen wir bei gleichzeitig wachsender Produktion unsere zielrelevanten Scope-3.1-Emissionen bis 2030 in etwa konstant bei 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten halten.

Von dem Ziel ausgenommen sind zunächst rohstoffbezogene Emissionen von Batteriematerialien. Batteriematerialien leisten einen signifikanten Beitrag zur Verminderung von CO2-Emissionen und ermöglichen so die Transformation des Verkehrssektors. Benötigte mineralische Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt können in absehbarer Zeit nicht durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden. Daher sind damit verbundene Emissionen kurzfristig nicht signifikant reduzierbar. Sobald kreislauffähige Lösungen mit dem Anstieg an verfügbaren Altbatterien zum Tragen kommen, werden wir diese Rohstoffe in unsere Zieldefinition einbeziehen (mehr zu unseren Batterierecycling-Aktivitäten unter E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft).

Langfristig streben wir an, die Scope-3.1-Emissionen bis 2050 auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren, und weiten somit unser langfristiges Netto-Null-Ziel auf diese Treibhausgasemissionen aus.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe (Scope 3.1)
Entwicklung der Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe (Scope 3.1) (Grafik)
a Scope 3.1, Rohstoffe ohne Batteriematerialien, ausgenommen Services, technische Güter und Treibhausgasemissionen aus BASF-Trading-Aktivitäten

Im Jahr 2025 betrugen die spezifischen Scope-3.1-Emissionen25 1,62 Kilogramm CO2 je Kilogramm eingekaufter Rohstoff (2024: 1,58 Kilogramm CO2 je Kilogramm eingekaufter Rohstoff). Die Erhöhung der spezifischen Emissionen war hauptsächlich auf eine Änderung des Rohstoffportfolios zurückzuführen. Dem wirkten erste Bezüge von Lieferanten entgegen, die Rohstoffe mit einem geringeren PCF anbieten.

Die Fortschritte unserer Zielerreichung prüfen wir jährlich im Rahmen unseres strategischen Controllings. Eine Übersicht zu unseren Treibhausgasemissionen – aufgegliedert nach operativer und finanzieller Kontrolle – findet sich unter Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe nach Greenhouse Gas Protocol.

Den Zielsetzungen ging ein Prozess zur Analyse erwarteter Geschäftsentwicklungen, externer Anforderungen an Emissionsreduktionsziele und interner Umsetzungsmöglichkeiten inklusive der Erarbeitung von technischen Lösungen mittels Pilotanlagen voraus. Zudem wurden Kostenschätzungen für geplante Maßnahmen erstellt. Vor der Einführung des Scope-3.1-Ziels wurde zunächst ein Supplier-CO2-Management-Programm aufgesetzt und die Entwicklung von Standards wie TfS unterstützt. Durch dieses Vorgehen sollte sichergestellt werden, dass die Ziele nicht nur ambitioniert, sondern auch umsetzbar sind. Die für BASF wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen diskutieren wir in regelmäßigen Treffen mit externen Interessenvertretern im Rahmen unseres strategischen Stakeholder-Engagements sowie in Gesprächen mit Investoren. Darüber fließen Stakeholder-Erwartungen kontinuierlich in die Entwicklung von strategischen Ansätzen, Zielen und Prinzipien des Nachhaltigkeitsmanagements mit ein.

CO2-Gutschriften

ESRS-Kennzeichnung:

Im Rahmen der genannten Zielsetzungen wollen wir unsere Emissionen aus Scope 1, 2 und 3.1 bis 2050 auf netto-null reduzieren. Trotz aller Anstrengungen gehen wir davon aus, dass es im Jahr 2050 einen Restanteil an Emissionen geben wird, der sich nicht mit technischen und wirtschaftlichen Ansätzen vermeiden lässt. Wir streben an, alle verbleibenden Emissionen durch Maßnahmen, die sich durch hohe Qualität und Glaubwürdigkeit auszeichnen, an anderer Stelle zu neutralisieren. Dazu zählen naturbasierte Maßnahmen wie Aufforstung, aber auch technische Möglichkeiten wie die langfristige Speicherung von ursprünglich biogenem Kohlenstoff. Bei der Bewertung der Qualität von CO2-Gutschriften planen wir, auf Ratings von Carbon Credit Rating Agencies wie BeZero und Sylvera zurückzugreifen. Ebenso wollen wir Initiativen wie das Integrity Council for the Voluntary Carbon Market (ICVCM), seine Core Carbon Principles und dadurch bewertete Gutschriften nutzen. Wir entwickeln interne Maßstäbe für die Evaluation von Klimaschutzprojekten und ziehen die Eigenentwicklung von Projekten in Betracht. Wir prüfen zudem eine Nutzung beziehungsweise Projektentwicklung im Rahmen des European Carbon Removal and Carbon Farming Certification Framework (CRCF). Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen werden wir voraussichtlich ein Portfolio aus verschiedenen Gutschriften nutzen. Unser Fokus liegt dabei auf Gutschriften, die renommierte Standards wie Verra oder Gold Standard erfüllen, aber auch auf Zertifikaten, die unter Artikel 6 des Paris Agreements entstehen beziehungsweise auf das CRCF setzen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat BASF keine CO2-Gutschriften genutzt.

22 Wir berichten Treibhausgasemissionen nach dem Greenhouse-Gas-Protocol-Standard sowie dem sektorspezifischen Standard für die Chemieindustrie. Unsere Ziele inkludieren zukünftiges organisches Wachstum sowie Investitionen, die wiederum die Menge der zu reduzierenden Emissionen erhöhen. Für die Abschätzung der zusätzlichen Emissionen wurde eine lineare Korrelation zwischen Emissionen und Produktionsmengen angenommen. Unsere Ziele basieren auf dem Konsolidierungskreis nach finanzieller Kontrolle und werden im Rahmen des Geschäftsberichts geprüft. Angaben zur Vereinbarkeit mit dem 1,5-°C-Szenario finden sich unter Transitionsplan für den Klimaschutz.

23 Scope 1 und Scope 2 (ohne den Verkauf von Energie an Dritte). Die Emissionen decken 96 % der gesamten Scope-1- und Scope-2-Emissionen bezogen auf das Basisjahr ab. Das Ziel umfasst Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, die in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet werden. Die Berechnung der Scope-2-Emissionen erfolgt nach dem marktbasierten Ansatz gemäß Greenhouse Gas Protocol. Basierend auf den genannten Emissionsreduktionshebeln gehen wir von einer Reduktion der Scope-1-Emissionen von rund 14 % zwischen dem Jahr 2018 und dem Jahr 2030 aus. Die Scope-2-Emissionen wollen wir im gleichen Zeitraum um rund 75 % reduzieren. Das Ziel ist konform mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C im globalen Mittel und somit wissenschaftlich fundiert. Es wurde nicht extern geprüft.

24 Scope 3.1, Bruttoemissionen der Rohstoffe ohne Batteriematerialien, ausgenommen Services, technische Güter und Treibhausgasemissionen aus BASF-Trading-Aktivitäten. Die Emissionen decken 52 % der gesamten Scope-3-Emissionen basierend auf dem Geschäftsjahr 2025 ab. Das Ziel ist nicht wissenschaftlich fundiert und wurde nicht extern geprüft.

25 Scope 3.1, Rohstoffe ohne Batteriematerialien, ausgenommen Services, technische Güter und Treibhausgasemissionen aus BASF-Trading-Aktivitäten

Parameter

Energieversorgung

ESRS-Kennzeichnung:

Unser Gesamtenergieverbrauch betrug im Jahr 2025 74,3 Millionen MWh (2024: 74,8 Millionen MWh).26 Im Gesamtenergieverbrauch enthalten sind der Brennstoffbedarf für eigene Energieerzeugung und Produktion sowie der Strom- und Dampfimport zur Eigennutzung.

Energieverbrauch und Energiemix der BASF-Gruppe

 

 

2025

2024

Millionen MWh

 

Finanzielle Kontrolle

Operative Kontrollea

Finanzielle Kontrolle

Operative Kontrollea

Gesamtenergieverbrauchb

 

74,3

73,5

74,8c

74,1c

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen (Biomasse)

 

0,0

0,0

0,0

0,0

Verbrauch aus erworbener und erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus erneuerbaren Quellen

 

5,1

5,2

3,6

3,6

Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie (ohne Brennstoffe)

 

0,0

0,0

0,0

0,0

Gesamtenergieverbrauch aus erneuerbaren Quellen

 

5,2

5,2

3,6

3,6

Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch

%

6,9

7,1

4,8

4,9c

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen

 

1,0

1,0

1,1

1,1

Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissenb

 

0,3

0,4

0,3

0,3

Brennstoffverbrauch aus Erdgas

 

36,3

35,1

33,7

33,0

Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellend

 

24,3

24,5

27,0c

26,7c

Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf oder Kühlung aus fossilen Quellen

 

7,2

7,3

9,0

9,3

Gesamtenergieverbrauch aus fossilen Quellen

 

69,1

68,2

71,2c

70,5c

Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch

%

93,0

92,9

95,1c

95,1c

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamtenergieverbrauch aus nuklearen Quellene

 

0,0

0,0

0,0

0,0

Anteil nuklearer Quellen am Gesamtenergieverbrauch

%

0,0

0,0

0,0

0,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen

 

0,0

0,0

0,0

0,0

Erzeugung von Energie aus fossilen Quellen

 

43,5

42,9

43,8

43,0

Energieintensität (Gesamtenergieverbrauch je Umsatzerlös)f

Millionen MWh/Milliarden €

1,17

1,16

1,15c

1,14c

a

Unter der Konsolidierung nach operativer Kontrolle werden vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie anteilmäßig einbezogene Joint Operations und nach der Equity-Methode bilanzierte Joint Ventures, bei denen BASF operative Kontrolle ausübt, unabhängig vom Beteiligungsanteil zu 100 % berücksichtigt.

 

 

 

 

b

BASF hat 2025 die Transportkosten für Rohstoffe durch Time-Charter-Aktivitäten optimiert. Nun werden auch mobile Emissionen im Energieverbrauch berücksichtigt.

 

 

 

 

c

Der Vergleichswert für das Jahr 2024 wurde aufgrund von Datenaktualisierungen angepasst.

 

 

 

 

d

Es handelt sich um Rückstände aus chemischen Produktionsanlagen, die nicht stofflich im BASF-Verbund genutzt werden können.

 

 

 

 

e

Es werden nur Verträge berücksichtigt, die auf die Nutzung von nuklearer Energie abzielen.

 

 

 

 

f

Der Bestimmung der Energieintensität liegt der klimaintensive Sektor „Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren“ zugrunde. Dabei entspricht der Umsatz aus klimaintensiven Sektoren den Umsatzerlösen im Bericht zur Ertragslage einschließlich des nicht fortgeführten Coatings-Geschäfts. Der Umsatz des nicht fortgeführten Coatings-Geschäfts findet sich in Anmerkung 3 im Anhang zum Konzernabschluss.

 

 

 

 

Die Eigenerzeugung von Strom und Dampf in hocheffizienten und überwiegend auf Erdgas basierenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sowie unser Verbundsystem sind von großer Bedeutung für die CO2-optimierte Energieversorgung unserer Standorte. Dabei dient die bei der Produktion entstehende Wärme eines Betriebs anderen Betrieben als Energie. Durch die kombinierte Strom- und Dampferzeugung sowie den kontinuierlich optimierten Energieverbund konnten wir im Jahr 2025 in Summe 5,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen27 (2024: 6,1 Millionen Tonnen CO2-Emissionen) im Vergleich zu separater, fossilbasierter Strom- und Dampferzeugung sowie ohne Nutzung des Verbundsystems vermeiden.

CO2-Bilanz

ESRS-Kennzeichnung:

BASF veröffentlicht bereits seit 2008 jährlich eine umfassende CO2-Bilanz. Darin berichten wir alle Emissionen entlang der Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Entsorgung. Wir arbeiten sowohl in unserer eigenen Produktion als auch entlang der Wertschöpfungskette mit unseren Partnern kontinuierlich daran, die CO2-Emissionen zu reduzieren (siehe Abschnitt „Strategie und Governance“). Im Jahr 2025 betrugen unsere Treibhausgasemissionen nach Greenhouse Gas Protocol unter Berücksichtigung von Scope 1 und Scope 228 17,270 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (2024: 17,952 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)26. Davon entfielen 89 % auf Scope 1 (2024: 87 %) und 11 % auf Scope 2 (2024: 13 %). Mit einem Anteil von 98 % (2024: 98 %) war der Großteil Kohlendioxid. Die Berechnung der Scope-3-Emissionen, die vor und nach unserer Geschäftstätigkeit in der Wertschöpfungskette entstehen, folgt dem Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard gemäß Greenhouse Gas Protocol und der WBCSD Guidance for Accounting and Reporting Corporate GHG Emissions in the Chemical Sector Value Chain (WBCSD Chemicals). Für 2025 haben wir Scope-3-Emissionen von rund 94 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten ermittelt (2024: 92 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Der Anteil an Emissionen, für deren Berechnung Primärdaten29 herangezogen wurden, lag im Jahr 2025 bei 25 %.

Der größte Emissionsbeitrag entlang der Wertschöpfungskette im Jahr 2025 lag in der Kategorie 3.1 (bezogene Rohstoffe, technische Güter und Services) mit 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (2024: 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)26. Zur Berechnung nutzen wir Primärdaten von Lieferanten des Supplier-CO2-Management-Programms (siehe Maßnahmen in unserer Wertschöpfungskette), industrielle Durchschnittswerte und Werte aus externen Datenbanken30. Die Entsorgung unserer Produkte (Scope 3.12) hatte mit rund 27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (2024: 26 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente)26 den zweitgrößten Anteil (für ergänzende Informationen zu den Berechnungsmethoden der Scope-3-Kategorien siehe Tabelle Berechnungsmethoden der Scope-3-Kategorien).

CO2-Emissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette im Jahr 2025a

Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

Das Diagramm zeigt die CO₂-Emissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette im Jahr 2025, gemessen in Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Emissionen verteilen sich wie folgt: Lieferanten 56 Millionen Tonnen aus eingekauften Rohstoffen, Services, Kapitalgütern und Brennstoffen (Scope 3.1, 3.2 und 3.3a); BASF-Produktion 17 Millionen Tonnen inklusive Strom- und Dampferzeugung; Transport 4 Millionen Tonnen durch Produkttransport, Pendeln und Reisen der Mitarbeitenden (Scope 3.4, 3.6, 3.7 und 3.9); Kunden 3 Millionen Tonnen aus der Nutzung von Endprodukten (Scope 3.11); Entsorgung 27 Millionen Tonnen durch Verbrennung, Deponierung und Recycling (Scope 3.12); Sonstige 4 Millionen Tonnen (Scope 3.3b, 3.3c, 3.5, 3.8, 3.13 und 3.15).
a Nach Greenhouse-Gas-Protocol-Standard; Scope 1, 2 und 3; Angaben in Klammern zeigen berichtete Kategorien innerhalb von Scope 3 auf. Scope-3-Emissionen der Kategorie 10 („Processing of sold products“) werden nach Chemiesektorstandard nicht berichtet. In der Kategorie Kunden (Scope 3.11) werden nur die „Direct use-phase emissions“ berichtet. Die Emissionen der Kategorie „Downstream leased assets“ (Scope 3.13) sind bereits unter den Scope-1- und Scope-2-Emissionen erfasst. Um eine Doppelzählung zu vermeiden, werden daher unter dieser Kategorie keine zusätzlichen Emissionen berichtet. Die Kategorie „Franchise“ (Scope 3.14) ist für BASF nicht relevant, da die BASF-Gruppe nicht als Franchisegeber agiert. Ausgenommen Treibhausgasemissionen aus BASF-Trading-Aktivitäten.
Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe nach Greenhouse Gas Protocol

 

 

 

Rückblickend

Etappenziele und Zieljahre

 

2025

2024

Differenz 2025/2024

Basisjahr

2030

2050

Reduktion/Jahr im Ø

Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

Finanzielle Kontrolle

Operative Kontrollea

Finanzielle Kontrolle

Operative Kontrollea

Finanzielle Kontrolle

Operative Kontrollea

Finanzielle Kontrolle

Finanzielle Kontrolle

Finanzielle Kontrolle

Finanzielle Kontrolle

Scope 1b

 

 

 

 

 

 

2018

 

 

 

CO2 (Kohlendioxid)

14,063

13,948

14,402

14,202

–2 %

–2 %

17,025

N2O (Lachgas)

0,109

0,109

0,176

0,172

–38 %

–37 %

0,667

CH4 (Methan)

0,023

0,021

0,027

0,023c

–15 %

–9 %

0,027

HFC (Fluor­kohlen­wasser­stoffe)

0,028

0,028

0,039c

0,038c

–28 %

–26 %

0,091

PFC (perfluorierte Kohlen­wasser­stoffe)

0

0

0

0

0 %

0 %

0

SF6 (Schwefel­hexa­fluorid)

0,001

0,001

0,001

0,001

0 %

0 %

0,000

NF3 (Stick­stoff­tri­fluorid)

0

0

0

0

0 %

0 %

0

Summe Scope-1-Emissionen Produktions­gesell­schaften

14,224

14,107

14,645c

14,436c

–3 %

–2 %

17,810

Verkauf von Energie an Dritte (Scope 1)d

1,060

0,922

0,874

0,746

+21 %

+24 %

0,773

Mobile Emissionen (Scope 1)e

0,048

0,048

Scope-1-Emissionen von nicht-produzierenden Gesell­schaften

0,037

0,038

0,037

0,038

0 %

0 %

Scope-1-Brutto­emissionen

15,369

15,115

15,556c

15,220c

–1 %

–1 %

18,583

Prozent­satz der Scope-1-Emissionen aus regulierten Emissions­handels­systemenf

67 %

67 %

66 %

66 %

+1 %

+1 %

Scope 2

 

 

 

 

 

 

2018

 

 

 

Scope-2-Emissionen nicht-produzierender Gesell­schafteng

0,044

0,044

0,044

0,044

0 %

0 %

Standort­bezogene Scope-2-Emissionen Produktions­gesell­schaften

3,256

3,408

3,520

3,587

–8 %

–5 %

3,747

Markt­bezogene Scope-2-Emissionen Produktions­gesell­schaften

1,857

2,008

2,352

2,416

–21 %

–17 %

4,067

Standort­bezogene Scope-2-Brutto­emissionen

3,300

3,452

3,564

3,631

–7 %

–5 %

3,747

Markt­bezogene Scope-2-Brutto­emissionen

1,901

2,052

2,396

2,460

–21 %

–17 %

4,067

Anteil des Strom­verbrauchs nach markt­bezogener Berechnungh

51 %

53 %

46 %

47 %

+11 %

+11 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zielrelevante Scope-1- und Scope-2-Emissionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Summe Scope-1-Emissionen Produktions­gesell­schaften

14,224

14,645c

–3 %

17,810

Markt­bezogene Scope-2-Emissionen Produktions­gesell­schaften

1,857

2,352

–21 %

4,067

Summe ziel­relevante Scope-1- und Scope-2-Emissionen

16,081

16,997c

–5 %

21,877

16,4

0

2,1 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Scope 3

 

 

 

 

 

 

2022

 

 

 

Summe Scope-3-Brutto­emissionen

93,97

96,52

92,33c

94,59c

+2 %

+2 %

1 – Erworbene Waren und Dienst­leistungen

52,56

54,39

51,54c

53,33c

+2 %

+2 %

54,13

0

2 – Investitions­güter

1,84

1,82

1,87c

1,83c

–2 %

–1 %

3 – Tätigkeiten im Zusammen­hang mit Brenn­stoffen und Energien (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten)

2,49

2,52

2,81c

2,78c

–11 %

–9 %

4 – Vorge­lagerter Transport und Vertrieb

2,37

2,38

2,32

2,32

+2 %

+3 %

5 – Abfallauf­kommen in Betrieben

0,69

0,69

0,76

0,75

–9 %

–8 %

6 – Geschäfts­reisen

0,09

0,09

0,12

0,12

–25 %

–25 %

7 – Pendelnde Mitarbeitende

0,20

0,19

0,20

0,20

0 %

–5 %

8 – Vorge­lagerte geleaste Wirtschafts­güter

0,15

0,15

0,15

0,16

0 %

–6 %

9 – Nachge­lagerter Transport

1,39

1,43

1,49

1,53

–7 %

–7 %

11 – Verwendung verkaufter Produkte

2,78

2,78

3,01

3,01

–8 %

–8 %

12 – Behandlung von Produkten am Ende der Lebens­dauer

27,17

27,79

25,67c

26,19c

+6 %

+6 %

15 – Investitionen

2,24

2,29

2,39c

2,37c

–6 %

–3 %

Gesamt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt­emissionen (standort­bezogen)

112,64

115,09

111,45c

113,44c

+1 %

+1 %

Gesamt­emissionen (markt­bezogen)

111,24

113,69

110,28c

112,27c

+1 %

+1 %

Weitere Kennzahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biogene CO2-Emissionen aus Verbrennung und biologischer Zersetzung von Biomasse (Scope 1)i

0,156

0,156

0,140

0,140

+11 %

+11 %

Biogene Scope-2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomassei

0,117

0,117

0,053

+121 %

Biogene Scope-3-Emissionen aus der Verbrennung und biologischen Zersetzung von Biomasse in der Wert­schöpfungs­kettei,j

1,49

1,49

1,26c

1,26c

+18 %

+18 %

Kompen­sationenk

0

0

0

0

0 %

0 %

0

Gesamt­emissionen (standort­bezogen) je Umsatz­erlös (Mio. t CO2e/Mrd. €)l

1,777

1,815

1,708c

1,738c

+4 %

+4 %

Gesamt­emissionen (markt­bezogen) je Umsatz­erlös (Mio. t CO2e/Mrd. €)l

1,754

1,793

1,690c

1,720c

+4 %

+4 %

a

Unter der Konsolidierung nach operativer Kontrolle werden vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie anteilmäßig einbezogene Joint Operations und nach der Equity-Methode bilanzierte Joint Ventures, bei denen BASF operative Kontrolle ausübt, unabhängig vom Beteiligungsanteil zu 100 % berücksichtigt. Für jene Entitäten, bei denen BASF ausschließlich operative, jedoch keine finanzielle Kontrolle besitzt, betragen nach diesem Prinzip die Scope-1-Emissionen 0,078 Mio t CO2e (2024: 0,068 Mio. t CO2e), die standortbezogenen Scope-2-Emissionen 0,253 Mio. t CO2e (2024: 0,250 Mio. t CO2e) und die marktbezogenen Scope-2-Emissionen 0,262 Mio. t CO2e (2024: 0,261 Mio t CO2e). Unter dieser Berücksichtigung ergeben sich für BASF folgende Bruttoemissionen: Scope 1: 15,447 Mio. t CO2e (2024: 15,624 Mio. t CO2e), Scope 2 standortbezogen: 3,553 Mio. t CO2e (2024: 3,814 Mio. t CO2e), Scope 2 marktbezogen: 2,163 Mio. t CO2e (2024: 2,657 Mio. t CO2e).

b

Die Emissionen von N2O, CH4, SF6 und NF3 werden mithilfe des globalen Erwärmungspotenzials (Global Warming Potential, GWP-Faktor) auf CO2-Emissionen umgerechnet. Die GWP-Faktoren basieren auf dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 2007, Errata-Tabelle 2012 für das Berichtsjahr 2018 sowie IPCC 2014 für das Berichtsjahr 2024 und 2025 in Übereinstimmung mit den Anforderungen der EU-ETS-Methodik. HFC (Fluorkohlenwasserstoffe) und PFC (perfluorierte Kohlenwasserstoffe) werden mit GWP-Faktoren ihrer individuellen Komponenten berechnet.

c

Der Vergleichswert für das Jahr 2024 wurde aufgrund von Datenaktualisierungen angepasst. Dies kann auch methodische Anpassungen beinhalten.

d

Beinhaltet auch Verkauf an BASF-Gruppengesellschaften. Dadurch werden unter Scope 2 berichtete Emissionen teilweise nochmal berücksichtigt.

e

BASF hat 2025 die Rohstoff-Transportkosten durch Time-Charter-Aktivitäten optimiert, die nach Greenhouse-Gas-Protocol-Standard unter Scope 1 berichtspflichtig sind.

f

Zur Berechnung wurden die Emissionshandelssysteme folgender Staaten/Staatenverbünde berücksichtigt: China, Deutschland, Europa, Schanghai, Schweiz, Südkorea. Angaben vorbehaltlich behördlicher Prüfung, die zu Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen war.

g

Die Emissionen werden auf Basis standortbasierter Emissionsfaktoren abgeschätzt, da keine Informationen über marktbasierte Faktoren vorliegen.

h

Das markt- und standortbasierte Konzept wird ausschließlich auf Strom angewendet.

i

Die biogenen Emissionen werden gemäß Greenhouse-Gas-Protocol-Standard separat ausgewiesen.

j

Bei der Berechnung wurden nur biogene Emissionen der Kategorien 3.11 und 3.12 berücksichtigt. Über weitere biogene Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette liegen keine Informationen vor.

k

Kompensationen beziehen sich auf eingesetzte CO2-Gutschriften im Berichtsjahr.

l

Der angewandte Umsatz bei der Berechnung der Treibhausgasintensität entspricht den Umsatzerlösen im Bericht zur Ertragslage einschließlich des nicht fortgeführten Coatings-Geschäfts. Der Umsatz des nicht fortgeführten Coatings-Geschäfts findet sich in Anmerkung 3 im Anhang zum Konzernabschluss.

BASF berichtet die Scope-2-Emissionen nach dem marktbasierten Ansatz gemäß Greenhouse Gas Protocol. Im Jahr 2025 betrug der Anteil des Gesamtstromverbrauchs, der nach dem marktbasierten Ansatz betrachtet wurde, 50,9 %. Dazu werden vertragliche Instrumente wie Energieattributzertifikate (Herkunftsnachweise, I-RECs), auch in Form von Power Purchase Agreements, lokale Verträge zum Bezug erneuerbarer Energien sowie lieferantenspezifische Stromkennzeichnungen herangezogen.

Informationen zu Methoden, signifikanten Annahmen, Faktoren und Berechnungswerkzeugen, die bei der Erfassung der direkten Treibhausgasemissionen verwendet wurden, finden sich unter anderem in den Allgemeinen Angaben in der (Konzern-)Nachhaltigkeitserklärung. Für die Berechnung von Scope-1-Emissionen, die aus der energetischen Nutzung von Primärenergieträgern resultieren, nutzen wir Emissionsfaktoren aus Berichten des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, des Umweltbundesamts und des U.S. Department of Energy sowie lieferantenspezifische Emissionsfaktoren. Zur Ermittlung unserer marktbezogenen Scope-2-Emissionen nutzen wir, wo möglich, Daten unserer Lieferanten. Sofern diese Daten nicht vorhanden sind, greifen wir auf landesspezifische Residual- beziehungsweise Netzstrom-Mixfaktoren zurück. Hierzu nutzen wir unter anderem Informationen der International Energy Agency und der United States Environmental Protection Agency. Zur Ermittlung unserer Scope-3-Emissionen werden bevorzugt Primärdaten insbesondere für die Kategorie 3.1 genutzt. Für Sekundärdaten greifen wir auf gängige Datenbanken zur Lebenszyklus-Analyse zurück. Erläuterungen zu den Berechnungsansätzen der einzelnen Scope-3-Kategorien sind in der nachfolgenden Tabelle zu finden.

Berechnungsmethoden der Scope-3-Kategorien

Scope-3-Kategorie

Berechnungsmethode

1

Erworbene Waren und Dienstleistungen

Die Treibhausgasemissionen aus eingekauften chemischen Rohstoffen werden berechnet, indem die erhaltenen Mengen mit Cradle-to-Gate-Emissionsfaktoren multipliziert werden. Die verwendeten Emissionsfaktoren sind entweder lieferanten­spezifische oder regionale und technologiespezifische Werte aus Datenbanken (Daten von Branchenverbänden, Sphera MLC, ecoinvent etc.). Fehlende Emissionsfaktoren werden mithilfe interner Datenmodelle oder über Durchschnittswerte ähnlicher Chemikalien geschätzt. Die Emissionen aus Verpackungen werden berechnet, indem die Anzahl der gekauften Verpackungen innerhalb einer Verpackungsgruppe mit dem jeweiligen Cradle-to-Gate-Emissionsfaktor – ermittelt auf Basis der durchschnittlichen Materialzusammensetzung pro Verpackungsgruppe – multipliziert wird. Die Treibhausgasemissionen aus technischen Gütern und Dienstleistungen werden auf Basis des monetären Einkaufsvolumens im Berichtsjahr berechnet, indem der Betrag der Ausgaben (inflationsbereinigt und einschließlich Mehrwertsteuer) mit den ausgabenbasierten Emissionsfaktoren der DEFRA (Department for Environment, Food and Rural Affairs; UK-Government) multipliziert wird.

2

Investitionsgüter

Die Treibhausgasemissionen aus den eingekauften Investitionsgütern werden wie folgt abgeschätzt: Alle Teilbereiche des globalen technischen Einkaufs, die sich auf die Beschaffung von Anlagegütern beziehen, werden basierend auf ihrem monetären Einkaufsvolumen im Berichtsjahr analysiert. Jedem Teilbereich wird ein entsprechender SIC-Code (SIC: Standard Industrial Classification) zugewiesen, da die ausgaben­basierten Emissionsfaktoren der DEFRA auf dem Standard­klassifikations­system SIC basieren. Die Ausgaben, inflationsbereinigt und unter Berücksichtigung der Mehrwert­steuer, werden anschließend mit dem jeweiligen Emissionsfaktor multipliziert und die daraus entstehenden Produkte summiert, um die gesamten Treibhaus­gas­emissionen aus Investitionsgütern zu berechnen.

3

Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energien (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten)

Die von BASF eingesetzten Energieträger sowie zugekaufte Mengen an Strom und Dampf werden jährlich in einer unternehmensinternen EHS-Datenbank erfasst. Zur Berechnung der Treibhausgasemissionen aus der Gewinnung, Produktion und dem Transport fossiler Brennstoffe, die in den BASF-eigenen Kraftwerken zur Strom- und Dampferzeugung eingesetzt werden, werden entweder lieferantenspezifische oder repräsentative, regionalspezifische Emissionsfaktoren aus der Sphera-MLC-Datenbank herangezogen. Für zugekauften Strom und Dampf werden die zur Erzeugung genutzten Energieträger entweder über regionale Statistiken oder standortspezifisch ermittelt und die Emissionen anschließend analog zu den eingekauften Energieträgern berechnet. Dabei wird für Strom ein Nutzungsgrad von 37 % und für Dampf von 82,5 % angenommen. Die Treibhausgasemissionen, die mit Verlusten des gekauften Stroms und Dampfes verbunden sind, werden basierend auf den Scope-2-Emissionen und einem netzbezogenen Verlustfaktor geschätzt.

4

Vorgelagerter Transport und Vertrieb

Die Treibhausgasemissionen aus dem Transport der im Berichtsjahr von BASF eingekauften Rohstoffe werden berechnet, indem die Produktmengen mit der jeweiligen Transportentfernung und einem entsprechenden Emissionsfaktor multipliziert werden. Für großvolumige Rohstoffe werden Transportmittel und Entfernungen spezifisch erfasst, bei anderen Rohstoffen erfolgt eine Schätzung. In Europa kommt eine Umfrage des Branchenverbands CEFIC zum Einsatz, während in anderen Regionen pauschal ein Transport per LKW angenommen wird. Interne Transporte werden mithilfe des Tools EcoTransIT World (ETW) berechnet. Die Treibhausgasemissionen aus dem Transport technischer Güter und Investitionsgüter werden auf Basis geschätzter Gewichte und Materialzusammensetzungen ermittelt. Für den Transport technischer Güter wird ebenfalls ausschließlich LKW-Transport angenommen.

5

Abfallaufkommen in Betrieben

Bei der Bestimmung der Treibhausgasemissionen aus der Abfallentsorgung wird zwischen Festabfall und Abwasser sowie verschiedenen Entsorgungswegen unterschieden. Die Treibhausgasemissionen aus der externen Abfallverbrennung mit Energierückgewinnung und aus dem Recycling werden nach dem Cut-off-Ansatz bewertet. Emissionen aus der Verbrennung ohne Energierückgewinnung und aus der Deponierung werden anhand einer Kohlenstoffbilanz berechnet, wobei angenommen wird, dass der gesamte Kohlenstoff in CO2 umgewandelt wird und keine Methan­emissionen bei der Deponierung freigesetzt werden. Zur Berechnung der Emissionen aus Abwasser werden die CO2-Emissionen durch Expertenschätzung aus dem Kohlenstoffgehalt des Abwassers ermittelt. Mögliche Lachgasemissionen werden nicht berücksichtigt. Bei der Klärschlammaufbereitung werden nur die Entsorgung durch Verbrennung und die daraus resultierenden CO2-Emissionen berücksichtigt, wobei angenommen wird, dass keine Deponierung des Klärschlamms stattfindet und somit keine Methanemissionen entstehen.

6

Geschäftsreisen

Die Erfassung und Berechnung der Treibhausgasemissionen aus Geschäftsreisen erfolgt durch die von BASF beauftragten Reisebüros und Mobilitätsdienstleister. In wenigen Fällen, beispielsweise bei Autovermietungen, werden die Treibhausgas­emissionen auf Basis von Aktivitätsdaten unter Verwendung der Emissionsfaktoren des britischen Umweltministeriums DEFRA direkt ermittelt.

7

Pendelnde Mitarbeitende

Die Emissionen werden auf Basis einer Umfrage zum Pendelverhalten unter Mitarbeitenden der BASF SE ermittelt und auf dieser Basis für alle Mitarbeitenden in Europa geschätzt. Für die anderen BASF-Regionen greifen wir auf statistische Daten zum Pendelverhalten von Angestellten zurück. Für die Berechnung verwenden wir verkehrsträgerspezifische Cradle-to-Gate-Emissionsfaktoren der DEFRA sowie der EPA (U.S. Environmental Protection Agency).

8

Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter

Diese Kategorie umfasst Mietwagen, gemietete Büro- und Lagerflächen sowie geleaste Ausrüstung. Die Emissionen von geleasten Mietwagen werden berechnet, indem die vertraglich festgelegten Kilometer mit dem passenden Emissionsfaktor der DEFRA, basierend auf Antriebsart und Hubraum, multipliziert werden. Aufgrund unter­schiedlicher Datenverfügbarkeit werden die globalen Emissionen auf Basis der Daten der BASF SE und der Anzahl der Mitarbeitenden extrapoliert. Die Treibhausgas­emissionen von gemieteten Büro- und Lagerflächen sind bereits durch die Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 abgedeckt, sofern sich das Gebäude oder Lager an einem unserer Produktionsstandorte befindet. Die Treibhausgasemissionen der übrigen angemieteten Büro- und Lagerflächen werden auf Basis der gemieteten Fläche und eines jährlichen Energieverbrauchs des jeweiligen Mietobjekts (Büro beziehungsweise Lager) ermittelt. Für die von BASF geleasten Server, die nicht an unseren Standorten betrieben werden, wird der Stromverbrauch vom jeweiligen Anbieter bereitgestellt. Daraus werden mithilfe eines standortspezifischen Emissionsfaktors die Treibhausgasemissionen berechnet.

9

Nachgelagerter Transport

Die Berechnung der Treibhausgasemissionen aus dem Gütertransport von BASF erfolgt durch die IT-Lösung ETW als Well-to-Wheel(WtW)-Emissionen unter Zuhilfenahme von Transportdaten aus dem BASF-ERP-System.

11

Verwendung verkaufter Produkte

Diese Kategorie umfasst die direkten Emissionen von BASF-Verkaufsprodukten in der Nutzungsphase. Dabei handelt es sich um Produkte, die bei der Verwendung durch Endverbraucher Treibhausgasemissionen freisetzen oder bilden. Dazu zählen stickstoffhaltige Düngemittel, die durch mikrobielle Aktivität im Boden Lachgas (N2O) freisetzen, Harnstoff oder Additive für die Automobilindustrie, Restbrennstoffe für die Energieerzeugung oder Karbonate, die in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen. Weitere Produkte, die Treibhausgasemissionen enthalten und freisetzen, sind Trockeneis, CO2 als Gas für die Getränkeindustrie und HFCs als Treibmittel zur Herstellung von Polyurethanschaum. Für die Berechnung der Emissionen nutzen wir unsere Daten zu Verkaufsmengen und produktspezifische Emissionsfaktoren.

12

Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer

Zur Berechnung der Emissionen aus der Entsorgung von BASF-Produkten am Ende ihres Lebens werden die Verkaufsmengen sowie der Kohlenstoffgehalt der BASF-Verkaufsprodukte herangezogen. Es wird angenommen, dass die Produkte in den Regionen entsorgt werden, in denen sie verkauft wurden. Regional unterschiedliche Entsorgungswege werden berücksichtigt. Die Anteile der verschiedenen Entsor­gungs­wege für Siedlungsabfälle („Municipal Waste“) werden jährlich den folgenden Quellen entnommen: Eurostat, OECDStat, China Statistical Yearbook und falls erforderlich weiteren länderspezifischen Statistiken. Bei Entsorgung durch Verbrennung oder Deponierung wird angenommen, dass der gesamte im Produkt enthaltene Kohlenstoff als CO2 emittiert wird. Bei der Entsorgung durch Verbrennung mit Energie­rück­gewinnung werden über einen Lastenteilungsansatz 50 % der Emissionen aus der Verbrennung der erzeugten Energie zugerechnet. Die Treibhausgasemissionen aus der stofflichen Verwertung (Recycling) von Abfall werden nach dem Cut-off-Ansatz der Lebenszyklus-Analyse bewertet.

15

Investitionen

Diese Kategorie umfasst die Scope-1- und Scope-2-Emissionen von Joint Ventures und assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und deren Scope-1- und Scope-2-Emissionen nicht in denen der BASF-Gruppe enthalten sind. Die Emissionen dieser Unternehmen werden direkt über eine Datenabfrage erfasst oder öffentlich zugänglichen Emissionsberichten entnommen.

Interne CO2-Bepreisung

ESRS-Kennzeichnung:

Wir nutzen szenarienabhängige Preisprojektionen, um die Kosten von CO2-Emissionen bei der Bewertung von Investmentprojekten einzurechnen. Darüber hinaus können diese Preise auch zur Bewertung von Forschungsprojekten sowie zur Ermittlung von Benchmarks herangezogen werden. Die Preise sind differenziert für Europa, Asien und Nordamerika und bilden die erwarteten Entwicklungen der Wirtschaftsräume der nächsten Jahrzehnte bis 2050 ab. Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Weltwirtschaft betrachtet BASF aktuell drei verschiedene Szenarien (mehr zu den Szenarien siehe Transitorische Klimarisiken und Chancen), die auch für die Analyse transitorischer Risiken verwendet werden. Grundlegende Triebkräfte der Szenarien sind geopolitisch einflussreiche Akteure und ihre verschiedenen Interessen, unterschiedliche gesellschaftliche Präferenzen sowie darauf aufbauende klima- und wirtschaftspolitische Zielsetzungen. Daraus resultiert ein je nach Jahr angewandter Preis von bis zu 365 € pro Tonne CO2-Äquivalent. Dieser wird für alle durch Investitionen (CapEx) unserer Gesellschaften weltweit verursachten Scope-1-Emissionen in der Kostenkalkulation angewandt. Zusätzlich werden Scope-1- und Scope-2-Emissionen hinsichtlich unserer Zielerreichung berücksichtigt. Dadurch fließen die verursachten beziehungsweise reduzierten Emissionen direkt in den Entscheidungsprozess mit ein. Investitionen in emissionsarme oder emissionsmindernde Maßnahmen werden somit begünstigt.

Da es sich um zukünftige Investitionen handelt, sind diese nicht Teil der für das Geschäftsjahr berichteten Emissionen. Demnach betragen die Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen des laufenden Jahres, die per Schattenpreis abgedeckt werden, jeweils 0 Tonnen CO2-Äquivalente. Die im Konzernabschluss verwendeten CO2-Preise weichen von den beschriebenen Schattenpreisen ab. Stattdessen werden externe Prognosen für CO2-Preise sowie Spotpreise herangezogen, da diese eine objektive Bewertung zum Stichtag ermöglichen und IFRS-Anforderungen erfüllen.

26 Der Vergleichswert für das Jahr 2024 wurde aufgrund von Datenaktualisierungen angepasst.

27 Rechenbasis: Stromumwandlungswirkungsgrade konventioneller Kraftwerke 45 %, Dampferzeugungswirkungsgrad 90 %

28 Marktbasierter Ansatz, inklusive Verkauf von Energie an Dritte

29 Nach Greenhouse-Gas-Protocol-Scope-3-Standard bezieht sich der Begriff „Primärdaten“ auf Daten, die direkt von unseren Partnern aus der Wertschöpfungskette kommen, sowie auf primäre Aktivitätsdaten.

30 Die Datenbankwerte unterliegen einem jährlichen Update. Signifikante Änderungen dieser Werte spiegeln sich entsprechend in unseren Berechnungen wider.

CO2-Äquivalente
CO2-Äquivalente (CO2e) sind eine Berechnungsgröße für den Einfluss von Treibhausgasemissionen auf den Treibhauseffekt. Ein Faktor (Global Warming Potential) gibt die Treibhauswirkung der einzelnen Gase verglichen mit CO2 als Referenzgröße an.
Doppelte Wesentlichkeit
Die doppelte Wesentlichkeit im Sinne der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ist ein Konzept, das bei der Wesentlichkeitsanalyse angewendet wird. Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit betrachtet Nachhaltigkeitsaspekte aus zwei Perspektiven: 1. Die Wesentlichkeit der Auswirkungen („Impact Materiality“) ermittelt, welche tatsächlichen und potenziellen positiven und negativen Auswirkungen das unternehmerische Handeln auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen hat. 2. Die finanzielle Wesentlichkeit („Financial Materiality“) betrachtet, welche Chancen und Risiken aus Nachhaltigkeitsthemen resultieren und für die finanzielle Lage eines Unternehmens relevant sind.
EU-Taxonomie
Die Europäische Union (EU) strebt an, im Rahmen des Green Deal bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Die EU-Taxonomie dient dabei als Instrument, indem sie ein einheitliches Klassifizierungssystem für wirtschaftliche Aktivitäten schafft, die einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten. Mit der EU-Taxonomie-Verordnung werden unter anderem große Unternehmen verpflichtet, Umsätze und Investitionen offenzulegen, die zu mindestens einem der sechs im Taxonomie-System aufgeführten Umweltziele beitragen.
Grüne Transformation
Um die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen, entwickelt und bietet BASF systematisch Lösungen an, die negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft minimieren und gleichzeitig die positiven Ergebnisse maximieren. Dazu gehören unsere Bemühungen um die Reduktion von CO2-Emissionen, die Schonung von Ressourcen und der Einsatz erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Entsprechend den drei Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung stellen wir ein ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht sowie soziale Verantwortung in den Vordergrund unseres Handelns.
Just Transition
Just Transition, auf Deutsch „gerechter Übergang“ oder auch „gerechter Wandel“, bezeichnet ein Konzept für eine Transformation hin zu einer klimaneutralen, resilienten und sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Dabei sollen ökologische, ökonomische und soziale Herausforderungen gleichwertig berücksichtigt werden, mit einem besonderen Fokus auf benachteiligte und vulnerable Bevölkerungsgruppen.

Hier finden Sie eine ausführlichere Definition.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft ist ein regeneratives System, in dem wirtschaftliches Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen entkoppelt ist. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf den grundlegenden Prinzipien, Abfall und Verschmutzung zu vermeiden, Produkte und Materialien so lange wie möglich zu nutzen und gleichzeitig natürliche Systeme zu regenerieren.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe sind Materialien aus erneuerbaren Ressourcen, die durch natürliche oder künstliche Prozesse innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens regeneriert werden können. Dazu zählen sowohl biobasierte Ausgangsstoffe aus Biomasse als auch bio-attribuierte Materialien, für die Rohstoffe aus Biomasse über zertifizierte Verfahren wie die Massenbilanz zugewiesen werden.
Policy
In diesem Bericht nutzen wir das Wort Policy oder Richtlinie, um interne Rahmenwerke zu benennen, die grundsätzliche Vorgaben unseres Unternehmens beschreiben. Bei BASF werden Policies vom Vorstand beschlossen und legen Prinzipien für ein Thema fest. Separate Richtlinien definieren die Prozesse zur Umsetzung einer Policy. Im ESRS-Kontext wird Policy als Konzept bezeichnet. Da dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig nur im Kontext einer Richtlinie verwendet wird, verzichten wir im BASF-Bericht auf diesen Begriff und nutzen stattdessen die Begriffe Policy und Richtlinie.
Steamcracker
Steamcracker sind Anlagen, in denen mithilfe von Dampf (Englisch: steam) Naphtha (Rohbenzin) oder Erdgas aufgespalten (Englisch: to crack) wird. Die entstehenden Petrochemikalien sind Ausgangsprodukte für die Herstellung eines Großteils der Erzeugnisse von BASF.
Wertschöpfungskette
Als Wertschöpfungskette wird die Aufeinanderfolge von Veredlungsschritten im Produktionsprozess bezeichnet, angefangen bei den Rohstoffen über verschiedene Zwischenstufen wie Transport und Produktion bis zum fertigen Endprodukt.
Ökoeffizienz-Analyse
Die von BASF entwickelte Ökoeffizienz-Analyse ist eine Methode zur Bewertung von Produkten und Verfahren unter ökonomischen und ökologischen Aspekten. Ziel ist der Vergleich von Produkten hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit.

Kennzahlen­vergleich

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