BASF-Bericht 2025

26. Kapital­strukturmanagement und Kapitalflussrechnung

Die Inhalte dieses Abschnitts sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung, sondern wurden einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch unseren Abschlussprüfer unterzogen.

Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

26.1. Kapitalstrukturmanagement

Ziel des Kapitalstrukturmanagements ist es, finanzwirtschaftlich flexibel zu bleiben, um das Geschäftsportfolio weiterentwickeln und strategische Optionen wahrnehmen zu können. Ziele der Finanzierungspolitik sind die Sicherung der Zahlungsfähigkeit, die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken sowie die Optimierung der Kapitalkosten.

Das Kapitalstrukturmanagement orientiert sich an den Anforderungen, die für einen uneingeschränkten Kapitalmarktzugang und ein Single-A-Kreditrating notwendig sind. Die Kapitalstruktur wird im Rahmen der Finanzplanung unter Berücksichtigung ausgewählter Finanzkennzahlen, wie zum Beispiel dynamischer Verschuldungsgrößen, gesteuert.

Das bilanzielle Eigenkapital der BASF-Gruppe betrug zum 31. Dezember 2025 34.338 Millionen € (Vorjahr: 36.884 Millionen €), die Eigenkapitalquote belief sich am 31. Dezember 2025 auf 45,1 % (Vorjahr: 45,9 %).

Fremdkapital nimmt BASF bevorzugt über Kapitalmärkte sowie, wo vorteilhaft, über Bankdarlehen auf. Zur kurzfristigen Finanzierung wird ein Commercial-Paper-Programm genutzt, während zur mittel- und langfristigen Finanzierung Unternehmensanleihen, die in Euro und anderen Währungen mit unterschiedlichen Laufzeiten begeben werden, zum Einsatz kommen. Ziel ist es, das Fälligkeitsprofil ausgewogen zu gestalten, eine Diversifikation der Investoren zu erzielen und die BASF-Fremdfinanzierungskonditionen zu optimieren. Zur Finanzierung der Entwicklung von nachhaltigen Produkten und für Projekte mit einem klaren Nutzen für die Umwelt setzt BASF seit 2020 grüne Unternehmensanleihen ein.

BASF verfügt derzeit über folgende Kreditratings, die zuletzt von Fitch am 13. Februar 2026, von Moody’s am 28. Januar 2026 und von Standard & Poor’s am 12. Dezember 2025 bestätigt wurden.

Ratings zum 31. Dezember 2025

 

Langfristige
Finanz­schulden

Kurzfristige
Finanz­schulden

Ausblick

Fitch

A

F1

stabil

Moody’s

A3

P–2

stabil

Standard & Poor’s

A–

A–2

stabil

Ratings zum 31. Dezember 2024

 

Langfristige
Finanz­schulden

Kurzfristige
Finanz­schulden

Ausblick

Fitch

A

F1

stabil

Moody’s

A3

P–2

stabil

Standard & Poor’s

A–

A–2

stabil

BASF strebt ein Single-A-Kreditrating an, das einen uneingeschränkten Zugang zu den Geld- und Kapitalmärkten gewährleistet (mehr zur Finanzierungspolitik im zusammengefassten Lagebericht).

26.2. Kapitalflussrechnung

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Bei der indirekten Ermittlung werden die Veränderungen von Bilanzpositionen um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt und sind daher nicht direkt aus der Konzernbilanz ableitbar.

BASF weist gezahlte Zinsen und erhaltene Dividenden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus. Ertragsteuerzahlungen aus dem laufenden Geschäft werden ebenfalls dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zugeordnet. Bei wesentlichen Transaktionen werden diese jedoch im entsprechenden Teil der Kapitalflussrechnung ausgewiesen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält den Tilgungsanteil von Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, bei denen BASF Leasingnehmer ist, sowie Dividendenauszahlungen.

Im Cashflow aus Investitionstätigkeit und im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit werden Zahlungen saldiert ausgewiesen, wenn es sich um Posten mit hoher Umschlagshäufigkeit, großen Beträgen und kurzen Laufzeiten handelt.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Zur besseren Darstellung wesentlicher Effekte wurde die Position Gewinne (-) / Verluste (+) aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten um das Ergebnis aus Devestitionen ergänzt. Dieses war zuvor in der Position Sonstige zahlungsunwirksame Posten enthalten. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Die umgegliederten Beträge betrugen 796 Millionen € für 2025 und 6 Millionen € für das Vorjahr.

Im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit waren folgende Zahlungen enthalten:

Kapitalflussrechnung

Millionen €

2025

2024

Ertragsteuern

–946

–966

davon Ertragsteuerrückerstattungen

214

111

Ertragsteuerzahlungen

–1.160

–1.077

Zinszahlungen

–494

–454

davon erhaltene Zinsen

321

292

gezahlte Zinsen

–815

–746

Erhaltene Dividenden

1.401

478

Darüber hinaus sind im Jahr 2025 Steuerzahlungen in Höhe von 264 Millionen € im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten. Insgesamt betrugen die Steuerzahlungen damit 1.424 Millionen €.

Zur Optimierung der Edelmetallbestände verkauft die Gruppe Edelmetalle und vereinbart gleichzeitig deren Rückkauf zu einem festgelegten Preis. Die aus dem Verkauf und dem Rückkauf resultierenden Zahlungsflüsse in Höhe von 340 Millionen € (Vorjahr: –55 Millionen €) wurden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2025 wirkten Factoringvereinbarungen in Höhe von 353 Millionen € positiv auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (Vorjahr: 359 Millionen € negativ).

Der Buchwert der finanziellen Verbindlichkeiten, die Gegenstand von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen sind und als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen werden, betrug im Jahr 2025 117 Millionen € (Vorjahr: 80 Millionen €). Davon wurden 88 Millionen € bereits vom Finanzdienstleister gezahlt (Vorjahr: 73 Millionen €). Die Bandbreite der Zahlungsziele für diese Verbindlichkeiten betrug 0 bis 120 Tage, während die Bandbreite für vergleichbare Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die nicht Gegenstand der Vereinbarungen sind, 0 bis 60 Tage betrug.

Im Jahr 2025 erfolgten Auszahlungen für Akquisitionen nur in unwesentlichem Umfang. Dagegen beinhaltete der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Vorjahr Auszahlungen für Akquisitionen in Höhe von 202 Millionen €. Darin enthalten war mit 192 Millionen € die Kaufpreiszahlung für den Erwerb einer der beiden MDI-Anlagen und der Produktionsanlagen für die Vorprodukte Anilin und Nitrobenzol aus dem mit Huntsman geführten Joint Venture Shanghai Lianheng Isocyanate Co. Ltd., Schanghai/China.

Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Einzahlungen aus Devestitionen auf 871 Millionen € und umfassten im Wesentlichen die Veräußerung des brasilianischen Geschäfts mit Bautenanstrichmitteln sowie den Verkauf des Geschäftsbereichs Food and Health Performance Ingredients. Im Vorjahr betrugen die Einzahlungen aus Devestitionen 75 Millionen € und betrafen ausschließlich unwesentliche Transaktionen. Im Zusammenhang mit Devestitionen wurden im Berichtsjahr Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 57 Millionen € übertragen. Im Vorjahr kam es zu keiner Übertragung.

Die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit 4.267 Millionen € um 1.930 Millionen € unter dem Vorjahresniveau. Hierin enthalten waren Fremdkapitalzinsen in Höhe von 152 Millionen € (Vorjahr: 147 Millionen €).

Im Geschäftsjahr 2025 entfielen Auszahlungen für Investitionen in Eigenkapitalinstrumente ausschließlich auf Transaktionen von geringer Bedeutung. Im Vorjahr waren 598 Millionen € für den Erwerb sowie mehrere anschließende Kapitalerhöhungen der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an den Windparkprojekten Nordlicht 1 und 2 enthalten.

Die Einzahlungen aus dem Abgang von Eigenkapitalinstrumenten betrafen im Jahr 2025 mit einem Wert von 80 Millionen € den Verkauf des 49-prozentigen BASF-Anteils an den Windparkprojekten Nordlicht 1 und 2 an Vattenfall. Im Vorjahr waren die Einzahlung aus dem Verkauf des Explorations- und Produktionsgeschäfts der Wintershall Dea GmbH (bis zum 23. September 2024 Wintershall Dea AG), Kassel, an Harbour Energy plc, London/Vereinigtes Königreich, in Höhe von 1.169 Millionen €, sowie eine Kapitalrückzahlung von Wintershall Dea in Höhe von 556 Millionen € enthalten.

Die Auszahlungen für Finanzanlagen und Wertpapiere sowie die Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten und Wertpapieren resultierten im Wesentlichen aus Portfolioanpassungen sowie Umschichtungen zwischen einzelnen Portfolios.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.818 Millionen € (Vorjahr: 2.921 Millionen €) setzen sich im Wesentlichen aus Kassenbeständen und Bankguthaben mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten zusammen. Im Jahr 2025 unterlagen diese, wie im Vorjahr, keinen Verfügungsbeschränkungen aufgrund von Restriktionen. Hingegen ist die Rückführung von Finanzmitteln aus Russland derzeit nur eingeschränkt möglich. Diese betrugen zum 31. Dezember 2025 20 Millionen € (Vorjahr: 20 Millionen €).

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Kapitalflussrechnung können von den Werten in der Bilanz abweichen, wenn die relevanten Beträge in die Vermögenswerte der Veräußerungsgruppen umgegliedert wurden. Zum 31. Dezember 2025 wurden in der Kapitalflussrechnung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.818 Millionen € ausgewiesen, die neben dem Bilanzwert von 2.670 Millionen € auch den in die Veräußerungsgruppe umgegliederten Wert von 148 Millionen € enthielten. Im Vorjahr wurden in der Kapitalflussrechnung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.921 Millionen € ausgewiesen, die neben dem Bilanzwert von 2.914 Millionen € auch den in die Veräußerungsgruppe umgegliederten Wert von 7 Millionen € enthielten.

Im Jahr 2025 betrugen die Leasingzahlungen insgesamt 679 Millionen € (Vorjahr: 679 Millionen €). Der Tilgungsanteil in Höhe von 432 Millionen € (Vorjahr: 413 Millionen €) wird im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt. Die Zinszahlungen in Höhe von 62 Millionen € (Vorjahr: 65 Millionen €) weist BASF im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus. Auszahlungen im Rahmen kurzfristiger Leasingverhältnisse, Zahlungen bei Leasingverhältnissen, die Vermögenswerte von geringem Wert betreffen, und variable Leasingzahlungen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind, betrugen 185 Millionen € im Jahr 2025 und 201 Millionen € im Vorjahr.

Die Überleitungsrechnung gemäß IAS 7 teilt die bilanzielle Veränderung der Finanz- und ähnlichen Verbindlichkeiten und ihrer Sicherungsgeschäfte in zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen auf. Die dargestellten zahlungswirksamen Veränderungen entsprechen dem Ausweis im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Die Übrigen finanzbedingten Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Konten, die für das Cash-Pooling mit im Konzernabschluss nicht konsolidierten BASF-Gesellschaften verwendet werden. Sie werden in den Sonstigen Verbindlichkeiten innerhalb der Bilanzposition Übrige Verbindlichkeiten, die Finanzinstrumente darstellen, ausgewiesen.

Die Vermögenswerte/Schulden von Sicherungsgeschäften im Finanzierungshaushalt sind Bestandteile der Bilanzpositionen Derivate mit positiven beziehungsweise negativen Marktwerten und umfassen nur Geschäfte, die Risiken aus Finanzschulden und finanzbedingten Verbindlichkeiten mittels Mikro-Hedges absichern.

Überleitungsrechnung gemäß IAS 7 für das Jahr 2025

 

31.12.2024

 

Nicht zahlungswirksame Veränderungen

31.12.2025

Millionen €

 

Zahlungs­wirksam im Cashflow aus Finan­zierungs­tätigkeit

Akquisi­tionen/
Devesti­tionen/
Verände­rungen des Konsoli­dierungs­kreises

Währungs­effekte

Zugänge von Leasing­verträgen

Sonstige Effekte

Ände­rungen des Fair Value

 

Finanzschulden

21.762

99

5

–667

–105

21.094

Darlehens­verbindlich­keiten

372

6

–1

8

385

Leasing­verbindlich­keiten

1.665

–432

4

–78

481

–32a

1.608

Übrige finanz­bedingte Verbindlich­keiten

241

–5

–21

–1

–11

203

Finanz- und ähnliche Verbindlich­keiten

24.039

–331

–13

–746

481

–141

23.290

Positive/Negative Marktwerte von Sicherungs­geschäften

–38

356

–338

–20

Summe

24.001

25

–13

–746

481

–141

–338

23.270

a

Darin enthalten sind im Wesentlichen Abgänge von Leasingverträgen.

Überleitungsrechnung gemäß IAS 7 für das Jahr 2024

 

31.12.2023

 

Nicht zahlungswirksame Veränderungen

31.12.2024

Millionen €

 

Zahlungs­wirksam im Cashflow aus Finan­zierungs­tätigkeit

Akquisi­tionen/
Devesti­tionen/
Verände­rungen des Konsoli­dierungs­kreises

Währungs­effekte

Zugänge von Leasing­verträgen

Sonstige Effekte

Ände­rungen des Fair Value

 

Finanzschulden

19.268

2.264

224

6

21.762

Darlehens­verbindlich­keiten

259

121

1

–10

372

Leasing­verbindlich­keiten

1.649

–413

27

428

–26a

1.665

Übrige finanz­bedingte Verbindlich­keiten

185

2

54

241

Finanz- und ähnliche Verbindlich­keiten

21.361

1.974

251

428

25

24.039

Positive/Negative Marktwerte von Sicherungs­geschäften

–47

–191

200

–38

Summe

21.314

1.783

251

428

25

200

24.001

a

Darin enthalten sind im Wesentlichen Abgänge von Leasingverträgen.

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